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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2023

Absolut lesenswertes Buch

Die Hebamme
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Marie Kristine, geboren 1793 an der Küste von Møre og Romsdal in Norwegen, ist die Ur-Ur-Großmutter vom Autor Edvard Hoem. Ihm ist hier ein beeindruckendes und fesselndes Porträt einer starken, stolzen ...

Marie Kristine, geboren 1793 an der Küste von Møre og Romsdal in Norwegen, ist die Ur-Ur-Großmutter vom Autor Edvard Hoem. Ihm ist hier ein beeindruckendes und fesselndes Porträt einer starken, stolzen und unabhängigen Frau gelungen.
Man spürt die familiäre Bindung von Autor und Ur-Ur-Großmutter. Mit viel Gefühl und Liebe zum Detail für die Lebens- und Arbeitsbedingungen in jener Zeit schafft Edvard Hoem hier ein Sittengemälde, das mich tief bewegt hat. Neben den Beschreibungen der schweren und schwierigen Umstände schildert er auch das Familienleben, welches in großem Maße auf den Schultern Marie Kristines ruhte.
Der Autor hat hier nicht nur die Charaktere faszinierend beschrieben, auch die ländlichen Gegebenheiten und die Landschaft lässt er auf sehr malerische Weise entstehen. Historische Fakten, wie z. B. den Krieg gegen die Schweden und die Nationalversammlung bilden hier den geschichtlichen Rahmen und geben der Handlung auf diese Weise die nötige Authentizität.
Fazit: Das Buch ist das Porträt einer starken Frau, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg geht und als Vorreiterin für nachfolgende Generationen gesehen werden kann. Ein sehr lesenswertes Buch, das mich bestens unterhalten aber auch zum Innehalten und Nachdenken gebracht hat. Von mir gibt es volle 5 Sterne und natürlich eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.09.2023

Teuflisch unterhaltsam

Der Tod und das dunkle Meer
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Ich habe es definitiv nicht bereut mir dieses Buch zugelegt zu haben. Es ist ein brillanter Krimi, abgedrehtes Seeabenteuer, unheimliche, übernatürliche Erzählung.
Im Jahr 1634 wird Samuel Pipps, seines ...

Ich habe es definitiv nicht bereut mir dieses Buch zugelegt zu haben. Es ist ein brillanter Krimi, abgedrehtes Seeabenteuer, unheimliche, übernatürliche Erzählung.
Im Jahr 1634 wird Samuel Pipps, seines Zeichens größter Detektiv der Welt, wegen eines ihm unbekannten Verbrechens per Schiff nach Amsterdam überstellt, um dort vor Gericht gestellt und hingerichtet werden zu können. Auf „seiner letzten Fahrt“ ebenfalls dabei sein Freund und Leibwächter Arent Hayes und Sara Wessel, eine Adlige mit einem nur ihr bekannten Plan. Kurz nach Antritt der Fahrt wird das Schiff von seltsamen teuflischen Ereignissen heimgesucht. Da Samuel ja arrestiert ist, obliegt es Hayes und Wessel den Geschehnissen auf die Spur zu kommen und Schlimmeres von Passagieren und Schiff abzuwenden.
Turtons Erzählweise ist wunderbar lebendig und strotzt vor Detailreichtum über das Leben auf dem Schiff. Die einzelnen Figuren, die nach und nach ihren Auftritt bekommen, haben eine unverwechselbare Persönlichkeit und verstehen es den Leser dadurch zu bezaubern, zu erschrecken, zu betören oder auch zu entsetzen. Und die Palette der Charaktere reicht dabei vom Hexensucher, über Mätresse, Zwerg, Musketier bis hin zum gefürchteten Bootsmann.
Obwohl die Handlung und auch der Buchumfang sehr komplex sind war ich aber nie mit dem Geschehen überfordert. Der Schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen und ließ mich nie den „roten Faden“ verlieren.
Fazit: „Der Tod und das dunkle Meer“ ist ein intelligent ausgearbeiteter und fantastisch erzählter Krimi. Er ist unterhaltsam, fesselnd und lässt einen so leicht nicht mehr los. Ich bin begeistert und vergebe eine absolute Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 03.09.2023

Raffinierter Psychothriller

Der Nachlass
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In seinem neuen Thriller „Der Nachlass“ stellt Jonas Winner den LeserInnen die unterschwellige Frage: Wie weit würdest du gehen um zu erben? Alles fängt in diesem Psychothriller sehr unaufdringlich und ...

In seinem neuen Thriller „Der Nachlass“ stellt Jonas Winner den LeserInnen die unterschwellige Frage: Wie weit würdest du gehen um zu erben? Alles fängt in diesem Psychothriller sehr unaufdringlich und harmlos an. Man bekommt die einzelnen Personen nähergebracht und erhält Einblicke in das Familienleben der Eltern mit ihren 4 Kindern. Aber je mehr Informationen man hier bekommt, desto intensiver wird auch eine bis dahin verborgene Disharmonie in dieser Familie offenbart. Und mit Verlesen des Testaments und der damit verbundenen Aufgaben treten auch die Charakter der Geschwister nun deutlich zu Tage. Mit jeder Aufgabe steigt der Spannungsbogen, denn der Kampf um das Erbe ist raffiniert erzählt und mündet in immer perfidereren Aufgaben. Allerdings muss man aufmerksam Lesen. Durch die vielen Zeitsprünge wird es für den einen oder anderen etwas verwirrend sein, aber dieses Hin- und Herspringen macht einen guten Teil dieses raffinierten Psychothrillers aus, denn es ist nicht alles so wie es anfänglich scheint. Der Schluss und damit die Lösung waren für mich überraschend und mit diesem Ende hätte ich so nicht gerechnet.
Fazit: Auch dieser Thriller aus der Feder von Jonas Winner konnte mich wieder überzeugen, überraschen und fesseln. Der interessante Schreib- und Erzählstil und die facettenreich charakterisierten Figuren taten ihr Übriges diesen tollen Plot abzurunden. Wer also einen raffinierten Psychothriller lesen möchte, dem empfehle ich dieses Buch, denn es garantiert aufregende Lesestunden. Von mir gibt es dafür volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 03.09.2023

Sehr gelungener Serienauftakt

Die Akte Adenauer
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In dieser neuen Histo-Krimi-Reihe um den Ermittler Philipp Gerber sollen im Verlauf der Serie noch offene Vorfälle der Nachkriegsgeschichte als Rahmenhandlung für Gerbers Fälle genutzt werden. Im ersten ...

In dieser neuen Histo-Krimi-Reihe um den Ermittler Philipp Gerber sollen im Verlauf der Serie noch offene Vorfälle der Nachkriegsgeschichte als Rahmenhandlung für Gerbers Fälle genutzt werden. Im ersten Band geht es also um die Akte Adenauer. Ich war gespannt, wie das in einen Krimi passen könnte, aber ich muss sagen, wirklich toll gemacht. Von Beginn an war ich im Deutschland der 1950er Jahre angekommen. Die Stimmung jener Zeit - Hoffnung, Neubeginn aber auch das Brave und Spießige – hat der Autor sehr schön eingefangen. Und mittendrin Philipp Gerber, der im Auftrag der Amerikaner den Tod eines BKA Beamten aufklären soll. Es beginnt eine rasante Suche nach dem Täter. Jetzt merkt man deutlich, wie akribisch der Autor die historischen Begebenheiten recherchiert und mit seinem fiktiven Hauptcharakter verknüpft hat. Wie es sich für einen Polit-Thriller gehört ist meist nichts so wie es anfänglich scheint. Für Gerber kein leichtes Unterfangen, denn wem kann er trauen, wer arbeitet gegen ihn? Der Autor schafft es durch actionlastige Passagen und falsche Fährten und Sackgassen die Spannung bis zum sehr überzeugenden und plausiblen Ende zu steigern. Die einzelnen Charaktere sind wunderbar gezeichnet und verleihen dem Krimi noch einmal mehr eine Gewisse Authentizität.
Fazit: Wer einen Abstecher in die Gründerjahre der Bundesrepublik in Verbindung mit einem Kriminalfall machen möchte, dem kann ich diesen 1. Fall von Philipp Gerber absolut empfehlen. Es ist eine unterhaltsame Geschichtsstunde, in dem der Autor den LeserInnen einen, so wie ich finde, durchaus realistischen Einblick in die damaligen politischen und geschichtlichen Gegebenheiten aufzeigt. Von mir gibt es für diesen sehr gelungenen Serienauftakt volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 03.09.2023

Berührend und herzerwärmend

Was wir sehen, wenn wir lieben
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Mich hat dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen. Der Schreib- und Erzählstil von Kristina Moringen ist so intensiv, da wollte ich das Buch fast nicht mehr aus der Hand ...

Mich hat dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen. Der Schreib- und Erzählstil von Kristina Moringen ist so intensiv, da wollte ich das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen. Es hat mir echt Spaß gemacht die Geschichte von Teresa zu verfolgen. Die Handlungsstränge wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit Teresas hin- und her und so erfährt man Stück für Stück wie alles kam und bekommt so die Fragen geklärt, die sich auch Teresa zuhauf stellt. Die Nachforschungen sind wunderbar in Szenen gesetzt und bietet ein breitet Spektrum an Emotionen. Die einzelnen Charaktere sind dabei so beschrieben, dass sie auf mich sehr authentisch wirkten und der Geschichte den richtigen Schwung gaben. Obwohl u. a. auch Themen wie Familie, Freundschaft, Identitätssuche, Verlust, Versöhnung in die Story eingearbeitet sind, steht aber die Liebesgeschichte im Vordergrund. Der Roman ist nicht nur eine berührende und herzerwärmende Geschichte, sie bietet auch reichlich Stoff zum Nachdenken. Denn was würde ich in so einer Situation tun? Mich hat Teresas Geschichte tief bewegt und mir wunderbare Lesestunden bereitet, für die ich gern volle 5 Sterne vergebe.