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Veröffentlicht am 24.09.2023

Düsteres Familiendrama mit Krimi- und wenige Thrillerelementen. Band 3 vervollständigt zudem Huldas eigene Familientragödie.

NEBEL
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In einem entlegenen Bauernhaus im Landesinneren Islands klopft ein Tag vor Weihnachten ein junger Mann an, der sich verirrt hat. Einar und Erla nehmen den Fremden aufgrund des Schneesturms bei sich auf. ...

In einem entlegenen Bauernhaus im Landesinneren Islands klopft ein Tag vor Weihnachten ein junger Mann an, der sich verirrt hat. Einar und Erla nehmen den Fremden aufgrund des Schneesturms bei sich auf. Doch Erla hat bald ein schlechtes Gefühl und traut dem Mann nicht, der ihre Fragen nur unbefriedigend beantworten kann.
Zur gleichen Zeit erlebt Kommissarin Hulda Hermannsdóttir zu Weihnachten eine private Tragödie, die ihr Leben für immer verändern wird.
Wenige Wochen später ist sie froh, dass die Arbeit sie ablenkt, denn sie ist gleich mit zwei Fällen betraut. Eine junge Frau wird seit Herbst vermisst, die vermutlich einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist und zwei Leichen wurden in einem Bauernhaus entdeckt, die nicht auf natürliche Weise ums Leben gekommen sein können. Durch den Fund eines verlassenen Fahrzeugs glaubt Hulda eine Verbindung zwischen den beiden Fällen zu erkennen.
"NEBEL" ist Band 3 der ursprünglich als Trilogie angelegten Buchreihe um die Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, Hulda Hermannsdóttir. Der Roman handelt im Winter 1987/ 1988 und damit einige Jahre vor den beiden anderen Teilen "INSEL" und "DUNKEL", was das Besondere an der rückwärts erzählten Buchreihe ist. Im Vergleich zu den ersten beiden Bänden, in denen die polizeilichen Ermittlungen bei der Aufklärung der Kriminalfälle im Vordergrund standen, ist "NEBEL" wie ein Thriller aufgebaut und erzeugt durchgehend eine klaustrophobische, beklemmende Atmosphäre.
Hulda erlebt die Tragödie ihres Lebens, deren Ende durch die beiden Vorgängerbände bereits bekannt ist. Einige wenige Details, die Band 3 offenbart, zeigen das gesamte Ausmaß des Dramas.
Der Kriminalfall mit den Toten in dem Bauernhaus wird spannend geschildert, denn man erlebt zunächst, was sich dort zu Weihnachten ereignet hat, ohne dass die Hintergründe klar ersichtlich werden. Aus Sicht der Bauersfrau spürt man die andauernde Gefahr und die Angst vor den kommenden Ereignissen.
Sowohl der Erzählstrang um Huldas Privatleben als auch die Situation in dem Bauernhaus zeugen von einer Hilflosigkeit, einem Ausgeliefertsein der Protagonisten und der tiefen Einsamkeit in dem kalten, wenig besiedelten Land.
Während der erste Teil des Buches gruselig ist, gilt es im zweiten Teil herauszufinden, warum die Bauersleute sterben mussten und was es mit dem Fremden auf sich hat.
Die beiden Katastrophen bahnen sich lange an, bis die Ermittlungen beginnen, mit denen sich Hulda, die zwischen Trauer und Wut schwankt, von ihrem persönlichen Unglück ablenken möchte. Dunkelheit, Sturm und Schneemassen bilden den passenden Rahmen für Mord und Selbstmord.
Band 3 vervollständigt Huldas Familiengeschichte, die in den ersten beiden Bänden angedeutet wurde. Darüber hinaus fesseln die Fälle um das verschwundene Mädchen und das getötete Ehepaar, auch wenn der Zusammenhang durch Rückblenden und wechselnde Perspektiven im zweiten Teil des Buches bald deutlich wird. Obgleich die Darstellung der persönlichen Motivation von Opfern und Tätern nicht ganz überzeugen mag und psychologisch sehr oberflächlich bleibt, laufen alle Fäden am Ende sinnvoll zusammen und liefern eine schlüssige Erklärung für die Todesfälle. "NEBEL" bietet düstere Familiendramen mit Thriller- und wenigen Krimielementen. Warum die Reihe jedoch chronologisch rückwärts verlegt wurde, erschließt sich nicht.

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Veröffentlicht am 05.09.2023

Über den Wert der kleinen Dinge - sehr ruhige Erzählweise und enttäuschend langweilige Geschichte ohne Spannung, Dramatik und einnehmende Figuren.

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge
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Seit seine große Liebe Therese viel zu früh verstorben ist, sammelt Anthony Peardew Dinge, die andere verloren haben und bewahrt sie in seinem Arbeitszimmer auf. Als er selbst im Alter stirbt, vererbt ...

Seit seine große Liebe Therese viel zu früh verstorben ist, sammelt Anthony Peardew Dinge, die andere verloren haben und bewahrt sie in seinem Arbeitszimmer auf. Als er selbst im Alter stirbt, vererbt er seiner Haushälterin Laura seinen gesamten Besitz, die bisher nichts von seinen geheimen Schätzen ahnte. Zusammen mit Gärtner Freddy, in den sie sich verliebt hat, versucht sie die Utensilien, die mehr ideellen Wert haben, wieder ihren rechtmäßigen Eigentümern zuzuführen.

40 Jahre zuvor ist es Eunice, die über 20 Jahre lang die Assistentin eines Verlegers und die enge Freunde werden. Bevor dieser stirbt, gibt sie ihm ein Versprechen, das ihn aber erst spät endgültig zur Ruhe kommen lässt.

"Die Sammlung der verlorenen Dinge" handelt auf zwei Zeitebenen, wobei mir lange nicht klar war, wie die beiden parallel verlaufenden Geschichten zusammengehören könnten. Das minderte das Lesevergnügen entscheidend, zumal beide Handlungen auch eher sehr ruhig und wenig enthusiastisch voranschreiten. Es ereignet sich wenig und die Charaktere bleiben blass. Mir fiel es schwer einen Zugang zur Geschichte zu finden und einen Gesamtzusammenhang zu erkennen.
Interessanter fand ich die kleinen Geschichten, die sich Anthony Peardew zu den einzelnen Gegenständen ausgedacht hat, die er gefunden hatte. Diese Kurzgeschichten waren geistreich und hatten ihren Charme.

Der Roman handelt von Sehnsüchten, von Liebe und Freundschaft, zweiten Chancen und dem Erkennen des Werts von kleinen Dingen. Die ruhige Erzählweise und zunehmend langweilige Geschichte, bei der die einzelnen Kapitel so kurz sind, dass es schwerfällt, sich auf den jeweiligen Handlungsstrang zu konzentrieren, ließen mich das Buch immer wieder zur Seite legen. Am Ende fügen sich zwar sowohl die Erzählebenen als auch die verlorenen und gefundenen Gegenstände sinnvoll zusammen, dennoch fehlte es der Geschichte an Spannung, Dramatik und einnehmenden Figuren.

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Porträt über den Beruf Hebamme anhand zweier leidenschaftlicher Berufstätiger, aber eine eintönige Erzählung mit bemühtem Humor und wenig Emotionen

Storchenherzen
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Helga arbeitet mit Leib und Seele als Hebamme in der kleinen Praxis Storchennest, eckt mit ihrer zunehmend ruppigen Art jedoch bei ihren Klienten an, was sich an kritischen Bewertungen im Internet und ...

Helga arbeitet mit Leib und Seele als Hebamme in der kleinen Praxis Storchennest, eckt mit ihrer zunehmend ruppigen Art jedoch bei ihren Klienten an, was sich an kritischen Bewertungen im Internet und einem Rückgang an Frauen zeigt, die die Praxis aufsuchen. Die neue Hebamme Madita hat zwar weit weniger Erfahrung als Helga kommt mit ihrem sonnigen Gemüt aber gut bei den werdenden und jungen Eltern an und bringt mit neuen Ideen frischen Wind in die Praxis.
Während Helga und Madita gemeinsam Klientinnen betreuen, können sie von einander lernen und lernen sich auch persönlich besser kennen. Helga ist frisch getrennt von ihrem Ehemann Hans und wird mit einer ganz besonderen Nachricht überrascht, die auch Auswirkungen auf die Trennung haben könnte. Madita ist durch den Arbeitsplatzwechsel in eine WG gezogen, in der sie sich mit den strengen Regeln zu Ordnung und Sauberkeit schwertut. Durch ihre tollpatschige Art, die sie auch mal mit dem Gesetz in Konflikt bringt, trifft sie immer wieder auf den attraktiven Polizisten Silas.

Der Roman wird kapitelweise abwechselnd aus der Sicht von Helga und Madita geschildert, die als Figuren komplett gegensätzlich angelegt sind. Helga wirkt mit ihrer mürrischen, wenig einfühlsamen Art wie eine frustrierte Geburtshelferin kurz vor dem Ruhestand, ohne dass wirklich klar wird, wovon sie so genervt ist. Madita hingegen erscheint als Berufsanfängerin mit Ambitionen fast ein wenig überdreht. Die dritte Hebamme, der die Praxis gehört, spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Der Arbeitsalltag einer Hebamme wird anschaulich, detailliert und - so weit zu beurteilen - sehr authentisch beschrieben. Das Buch gleicht damit einem Porträt des Berufs Hebamme, bis das Privatleben der beiden Hauptfiguren mehr Raum einnimmt. Beide haben mit Problemen zu kämpfen, wenn sich Helgas Leben entscheidend zu verändern droht und Madita von einer Misere in die nächste purzelt.
Der Roman ist deshalb abwechslungsreich und lebendig geschrieben, geht jedoch auf keine Schwierigkeit näher ein, bleibt oberflächlich und zerfasert durch lose Episoden rund um die Thematik des Kinderkriegens.

Spannung kommt in dem Roman keine auf, da nicht klar wird, in welche Richtung die Geschichte eigentlich gehen soll. Retardierende Aussagen zu Helgas exklusivem Kaffeekonsum oder schmerzhaften Dammbrüchen der Gebärenden ziehen den Roman in die Länge.
"Storchenherzen" ist zwar unterhaltsam, aber ziellos und am Ende geht der etwas dahin plätschernden Geschichte die Luft aus, so dass die fast 500 Seiten zu lang erscheinen. Der Ausblick auf einen zweiten Band stimmt deshalb nicht unbedingt euphorisch.

Trotz manch tragischer und dramatischer Ereignisse weckt die Geschichte wenig Emotionen. Es überwiegen der bemühte Humor und wissenswerte Details rund um Schwangerschaft und Geburt. Helga und Madita leben für ihre Berufung und dienen als mustergültiges Beispiel für einen Berufsstand, der mit großen Herausforderungen umgehen muss und vergleichsweise wenig Unterstützung bekommt, wobei diese Aspekte des Berufs im Roman erstaunlicherweise nicht problematisiert werden.

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Veröffentlicht am 01.08.2023

Nach einem langatmigen Start konnte mich die Geschichte erst spät für sich einnehmen, bleibt am Ende jedoch oberflächlich.

Schwestern wie Ebbe und Flut
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Mira lebt und arbeitet in Hamburg, wird aber von ihrer Schwester Anke, die auf Amrum Apartments vermietet, eindringlich gebeten auf die Insel zu kommen, um sich um ihr Erbe zu kümmern. Miras Patenonkel ...

Mira lebt und arbeitet in Hamburg, wird aber von ihrer Schwester Anke, die auf Amrum Apartments vermietet, eindringlich gebeten auf die Insel zu kommen, um sich um ihr Erbe zu kümmern. Miras Patenonkel Ocko hatte ihr seine Kate vermacht, die nun bei einem Sturm abgedeckt wurde und seine Sammlung an Treibgut wie Müll verteilt hat. Mira stand Ocko sehr nah, hat die Ferien gerne bei ihm verbracht und seinem Seemannsgarn gelauscht, weshalb es ihr schwerfällt, zurückzukehren, wo ihr der Verlust besonders bewusst wird.
Als Mira beim Aufsammeln des Treibguts einen Weidenkorb findet, fällt ihr die abenteuerliche Geschichte Ockos dazu ein, die Mira verunsichert.
Josefine ist in Süddeutschland aufgewachsen und wurde als junges Mädchen von ihrer Mutter verlassen, die sich auf die Suche nach ihrem Ehemann machen wollte. Jahrelang wartet die Kleine auf ihre Mutter und ihren fremden Vater und arbeitet so lange fleißig für Tanten, Onkel und Oma, bis sie sich selbst auf die Suche nach ihrer Mutter macht.
Friede ist inzwischen einundachtzig Jahre alt und hat sich liebevoll als Mutter- oder Omaersatz um andere Kinder gekümmert, um deren Mütter zu entlasten. Sie selbst hat keine eigene Familie, steht stattdessen ihren Ziehkindern nahe. Als sie bei einem Picknick am Kanal ein Baby rettet, kommen Erinnerungen in ihr hoch, die sie längst verdrängt hatte.
"Schwestern wie Ebbe und Flut" ist ein Roman mit drei Erzählsträngen, von denen einer in der Vergangenheit von 1948 bis in die 1980er-Jahre handelt, während die anderen beiden im Heute spielen. Aufgrund der unterschiedlichen Personen und Orte ist es nicht leicht zu durchschauen, wie die Handlungsebenen mit einander verbunden sind, weshalb es anfänglich schwer fällt, in die Geschichte einzutauchen.
Der Erzählstrang in der Vergangenheit, der aus der Perspektive "der Kleinen" geschrieben ist, ist in der Schilderung der alltäglichen Tätigkeiten im Stall oder in der Gastwirtschaft zäh und und aufgrund der eigenartig kindlichen Erzählweise nicht einfach. Über die Jahre hinweg merkt man nicht, dass "die Kleine" älter wird. Die naive, unreife und eingeschränkte Sicht bleibt bis zur Flucht aus ihrer Heimat erhalten, was irritierend ist.
Die Geschichte um Friede, wer sie ist und was sie in ihrem Leben schon durchgemacht haben mag, ist lange undurchsichtig, Miras Perspektive ist am leichtesten zugänglich, auch wenn diese Geheimnisse birgt.
Alle drei Erzählebenen haben eine gedrückte Stimmung, sind durchzogen von Verlust und Trauer, von der Frage nach Zugehörigkeit, Heimat und Familie.
Lange fragt man sich ungeduldig, in welche Richtung der Roman geht, bevor die Handlung im letzten Drittel aufschlussreicher wird, Zusammenhänge zu vermuten sind und die Geschichte um die Frauen und was sie miteinander verbindet, spannender wird.
Nach einem langatmigen Start konnte mich die Geschichte erst spät für sich einnehmen. Der letzte Teil zieht die Handlungsstränge dann auch logisch zusammen, die Aufklärung und die eigentlichen interessanten Aspekte der Geschichte, was mit Josefine passiert ist und was Mira herausfindet, werden im Vergleich zu den ermüdenden ersten Kapiteln viel zu schnell und oberflächlich abgehandelt.
Den Titel finde ich nicht gut gewählt, weckt er doch ein wenig andere Erwartungen an den Roman. Die Schwesternbeziehung - so unterschiedlich die Charaktere auch tatsächlich sind - spielt für die gesamte Geschichte nur eine untergeordnete Rolle.

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Veröffentlicht am 23.07.2023

Realitätsnahe Darstellung der Aufklärung von Korruption im schottischen Polizeiapparat, aber als Kriminalfall zu spannungsarm erzählt, auch wenn die Protagonisten neugierig auf weitere Bände der Reihe machen.

Das Gebot der Rache
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Ein berüchtigter schottischer Mafiaboss, der Polizei und der Unterwelt als "der Abdecker" bekannt ist, wird von seinen Söhnen als vermisst gemeldet. Detective Sergeant Max Craigie ermittelt und findet ...

Ein berüchtigter schottischer Mafiaboss, der Polizei und der Unterwelt als "der Abdecker" bekannt ist, wird von seinen Söhnen als vermisst gemeldet. Detective Sergeant Max Craigie ermittelt und findet die Leiche Tam Hardies in einem Grab auf einem alten Friedhof. Er wurde brutal mit einem Säbel seiner eigenen Vorfahren ermordet. Der Täter wird überraschend schnell gefunden und legt ein Geständnis ab. Für Max ist der Fall damit jedoch nicht gelöst. Unmöglich kann der alte schmächtige Mann den Clanchef alleine getötet und in dem alten Grab unter der schweren Grabplatte beerdigt haben. Selbst als weitere Morde offensichtlich aus Vergeltung verübtwerden, findet Max bei seinen Vorgesetzten kein Gehör. Der Fall gilt als abgeschlossen, Max soll seine Ermittlungen einstellen. Doch Max möchte die Blutfehde stoppen und legt sich damit nicht nur mit der mächtigsten Verbrecherfamilie Schottlands sondern auch mit dem schottischen Polizeiapparat an, der offenbar korrupt ist.

"Das Gebot der Rache" ist Band 1 der Krimireihe um DS Max Craigie. Max ist ehemaliger Soldat mit einem Alkoholproblem, leidet unter posttraumatischen Belastungsstörungen und ist von seiner Ehefrau getrennt, die er noch liebt. Sein Privatleben und seine psychischen Probleme spielen jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Im Fokus ist seine Arbeit als Polizist, für die er lebt. Sein Engagement ist glaubwürdig, weshalb naheliegend ist, dass er von den unbekannten korrupten Kollegen entsetzt ist, die die Machenschaften von Schwerstverbrechern decken oder sogar unterstützen.
An Max' Seite ist seine junge Kollegin Janie Calder, die wie er eine Außenseiterin in der Abteilung für Organisierte Kriminalität ist, aber genauso eifrig bei der Sache ist und sich nicht von älteren, überheblichen und sexistischen Kollegen unterkriegen lässt.

Der Roman beginnt mit einem Mord, aber die Tätersuche ist nicht der Kern der Ermittlungen. Tatsächlich gilt es nicht nur der Verbrecherfamilie Hardie das Handwerk zu legen, die die gesamte Familie des Mörders ihres Vaters umlegen wollen und dabei auch vor Unschuldigen keinen Halt machen, sondern insbesondere die Korruption innerhalb der schottischen Polizei aufzuklären.
Der frühzeitig suspendierte Max und die noch unerfahrene, aber blitzgescheite Janie bilden dabei ein sympathisches Team, das sich gut ergänzt. Während Max hinter dem Rücken seines Chefs in eigener Sache ermittelt, genießt Janie dort das Vertrauen und kann Max sinnvoll unterstützen. Sie liefern sich damit ein unterhaltsames Katz-und-Maus-Spiel mit ihren Gegenspielern.

Der Kriminalfall ist aufgrund der Perspektivwechsel und der Tatsache, dass man Täter, Anstifter und Handlanger kennt und auch die unmoralischen Polizisten bald bekannt sind, nur mäßig spannend. Die Ermittlungen ist weniger auf eine Verbrechensaufklärung und Aufdeckung von Strukturen innerhalb der Polizei fokussiert, sondern dienen mehr der Beweissammlung zu bereits bekannten Fakten, wodurch Wiederholungen nicht ausbleiben und der Korruptionsfall nur oberflächlich gelöst wird. Dies mag realitätsnah sein, ist als Roman jedoch ernüchternd.
Die Polizeiarbeit mit allen technischen Hilfsmitteln wirkt aufgrund der persönlichen Erfahrung des Autors authentisch, die sehr umgangssprachlichen Dialoge unter den Ermittlern passend. Zudem sind Max und Janie und auch ihr Vorgesetzter interessante Charaktere, die persönlich Potenzial für weitere Bände haben.

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