Insgesamt ein guter, spannender Krimi, der mich von Anfang an gefesselt hat. Auch die beiden Ermittler fand ich sofort sympathisch (das Vorgängerbuch habe ich nicht gelesen und kannte die beiden daher ...
Insgesamt ein guter, spannender Krimi, der mich von Anfang an gefesselt hat. Auch die beiden Ermittler fand ich sofort sympathisch (das Vorgängerbuch habe ich nicht gelesen und kannte die beiden daher noch nicht, aber das macht überhaupt nichts - die Anspielungen auf ihren ersten gemeinsamen Fall machen höchsten neugierig dieses Buch auch noch zu lesen). Die letzten Kapitel wirken allerdings etwas gehetzt und knapp inklusive der rückwirkenden Schilderung der Morde und des Motivs. Das Motiv selbst erscheint mir leider etwas dünn und unglaubwürdig für die derart akribisch geplanten Morde. Dies hat am Ende das Lesevergnügen eines ansonsten sehr spannenden und angenehm zu lesenden Romans etwas getrübt - daher 1 Stern Abzug in der Gesamtbewertung. Trotzdem habe ich Lust auf weitere Geschichten um Jan und Hanna und hoffe, es gibt bald eine Fortsetzung.
Thorsten Harmsen nimmt den Leser in 55 kurzen Kapiteln mit auf eine kleine nostalgische Zeitreise, indem er auf jeweils wenigen Seiten mehr oder weniger alltägliche Begriffe aus seiner Kindheit in Ostberlin ...
Thorsten Harmsen nimmt den Leser in 55 kurzen Kapiteln mit auf eine kleine nostalgische Zeitreise, indem er auf jeweils wenigen Seiten mehr oder weniger alltägliche Begriffe aus seiner Kindheit in Ostberlin humorvoll in Anekdoten beschreibt. Ein paar davon sind tatsächlich sehr speziell mit dem Osten verbunden, aber die meisten waren mit als Wessi auch ein Begriff (wenn auch manchmal unter anderem Namen). Daher hat man auch wenn man nicht in der DDR aufgewachsen ist durchaus seinen Spaß mit dem Buch. Es ist eine leichte kurze Lektüre für zwischendurch, um vielleicht mal auf ein paar andere Gedanken zu kommen, mal kurz zu schmunzeln oder auch nostalgischen Gedanken nachzuhängen.
Nadine Schneider schildert in "Das gute Leben" vorrangig das Leben der kürzlich verstorbenen Anni aus Sicht ihrer Enkelin. Diese ist bei der Großmutter aufgewachsen, nachdem ihrer Mutter in die USA ausgewandert ...
Nadine Schneider schildert in "Das gute Leben" vorrangig das Leben der kürzlich verstorbenen Anni aus Sicht ihrer Enkelin. Diese ist bei der Großmutter aufgewachsen, nachdem ihrer Mutter in die USA ausgewandert ist. Nun ist sie ins Haus der Großmutter zurück gekehrt, das sie geerbt hat um dieses auszuräumen und zu verkaufen. Dabei wird in Rückblicken Annis Lebensgeschichte erzählt, die in jungen Jahren als Rumäniendeutsche schwanger zu ihrem Bruder nach Nürnberg kam und dort zu Wirtschaftswunderzeiten ihr Leben aufgebaut und ihre Tochter alleine groß gezogen hat. Nebenbei wird auch das Schicksal von Annis Mutter sowie ihrer Tochter und Enkelin beleuchtet, so dass vier Frauen als Mütter und Töchter im Mittelpunkt stehen.
Der Roman hat einige gute Ansätze und auch der geschichtliche Kontext hat mich angesprochen. Häufig kratzt die Geschichte aber nur an der Oberfläche und es fällt schwer, sich komplett in die Protagonistinnen hinein zu versetzen. Insgesamt hat das Buch daher nicht komplett meinen Geschmack getroffen und ist aus meiner Sicht nur Durchschnitt.
Mit „Real Americans“ hat Rachel Khong einen vielschichtigen Gesellschaftsroman geschaffen, der in drei Abschnitten das Leben und Schicksal einer jungen Amerikanerin, sowie deren Eltern, eines Wissenschaftlerpaares, ...
Mit „Real Americans“ hat Rachel Khong einen vielschichtigen Gesellschaftsroman geschaffen, der in drei Abschnitten das Leben und Schicksal einer jungen Amerikanerin, sowie deren Eltern, eines Wissenschaftlerpaares, das vor Maos Kulturrevolution aus China in die USA geflohen ist, und ihrem Sohn schildert.
Die Handlung spielt im wesentlichen in den Jahren um die Jahrtausendwende, um die Zeit der Coronapandemie und im Jahr 2030, springt aber unter anderem auch zurück zu Maos Diktatur in China.
Der erste Abschnitt, der die junge Lily Chen dabei begleitet, wie sie nach ihrem Studienabschluss in New York Fuß fassen möchte, hat mich sofort in seinen Bann gezogen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Lilys Gefühlswelt wird dabei sehr detailliert geschildert mit ihren Versuchen im knallharten Medienbusiness ebenso wie im gesellschaftlichen Leben ihren Platz zu finden. Man ist dabei mittendrin in Manhattans China Town rund um die Ereignisse des 11. September 2001 und erhält einen tiefen Einblick in das Leben asiatischer Einwanderer.
Der 2. Abschnitt stellt einen harten Bruch dar. Ich möchte hier für künftige Leser nicht zu viel vorwegnehmen. Im Mittelpunkt steht jedoch vor allem Lilys Sohn Nik knappe 20 Jahre später, während er die Schule abschließt, ein Studium beginnt und herauszufinden versucht wer er wirklich ist. Dies klingt zwar spannend, ist aus meiner Sicht jedoch an etlichen Stellen zu langatmig – man könnte auch sagen langweilig – geraten. Dieser Abschnitt hat mich am wenigsten angesprochen und ich musst mich teilweise durch die Kapitel quälen.
Interessanter wird es dann wieder im letzten Abschnitt, bei dem vor allem das Schicksal von Niks Großmutter und Lilys Mutter im Mittelpunkt steht und einige lose Fäden aus den vorigen Abschnitten zusammengeführt werden. Auch hier möchte ich nicht zu viel verraten, aber es geht um durchaus wichtige gesellschaftliche Themen und die Handlung regt zum Nachdenken an.
Unter dem Strich war es für mich ein lesenswerter Roman mit etlichen unterschiedlichen Facetten, der mich einerseits in großen Teilen angesprochen hat, aber vor allem wegen der Längen im zweiten Teil dennoch sein Potential nicht voll ausgeschöpft hat. Das Buch ist durchaus lesenswert, jedoch insgesamt nur gehobener Durchschnitt.
Nach gemächlichem Beginn auf der beschaulichen Nordseeinsel Amrum, explodiert die Handlung im wahrsten Sinne des Wortes fast aus dem Nichts. Stellenweise wirkt der Roman wie ein Hollywood-Actionfilm zwischen ...
Nach gemächlichem Beginn auf der beschaulichen Nordseeinsel Amrum, explodiert die Handlung im wahrsten Sinne des Wortes fast aus dem Nichts. Stellenweise wirkt der Roman wie ein Hollywood-Actionfilm zwischen zwei Buchdeckeln – nicht nur so rasant und spannend, sondern auch so maßlos übertrieben, wenn die Protagonistin sich wieder einmal gegen eine Übermacht an Gegenspielern durchsetzt. Dann wiederum plätschert die Erzählung ziemlich lange spannungsarm vor sich hin. Durch diese Kapitel habe ich mich teilweise gequält, nur weil ich halt doch wissen wollte, wie es dann irgendwann mit Luzys Rachefeldzug weitergeht.
Einige in die Handlung eingebettete historische Ereignisse, insbesondere die Tage rund um den Fall der Mauer in Berlin, sind sehr gut beschrieben und haben mich noch einmal in diese Zeit hinein versetzt. Verwirrend fand ich jedoch die Verknüpfung vieler fiktiver Ereignisse mit realen historischen Begebenheiten, insbesondere Anschläge der RAF und anderer Terroristengruppen. Hier musste ich teilweise googeln, was davon wirklich geschehen ist.
Unterm Strich fand ich das Buch nur phasenweise spannend, obwohl es andererseits etwas überfrachtet wirkt. Zu viele Leichen, zu viele Zufälle, zu viele schwer verständliche Verstrickungen der internationalen Geheimdienste. Zudem konnte ich mich mit Andreas Pflügers Schreibstil nicht so richtig anfreunden. Darum kann ich den Hype um seine Romane nicht unbedingt nachvollziehen und das Buch nur eingefleischten Fans actiongeladener Spionageromane empfehlen.