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Veröffentlicht am 16.08.2018

Panikattacken ... es kann JEDEM passieren ...

Solange wir uns haben
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Andrea Ulmer „Solange wir uns haben“ Ullstein Verlag

Zum Inhalt :
Jessica Hansen - alleinerziehend und berufstätig mit einer kratzbürstigen Teenietochter und einem mehr als nervigen Chef bekommt plötzlich ...


Andrea Ulmer „Solange wir uns haben“ Ullstein Verlag

Zum Inhalt :
Jessica Hansen - alleinerziehend und berufstätig mit einer kratzbürstigen Teenietochter und einem mehr als nervigen Chef bekommt plötzlich Panikattacken die dazu führen dass sie nicht mehr Autofahren kann. Dies ist natürlich in dem Kaff in dem Sie lebt nicht einfach und auch Ihre Tochter findet das ganze „blöd“.

Die Autorin hat die Angsterkrankung eines Familienmitgliedes in Romanform verarbeitet.
Jessicas Erkrankung wurde sehr offen und ausführlich erzählt, auch wie sie sich immer von jedem unterbuttern und benutzen hat lassen lässt sehr bald erahnen, weswegen sie diese Attacken bekommen hat.
Da wäre ihr Exmann, der seinen Burn out einfach als Grund genommen hat, sie und ihre Tochter zu verlassen. Ihre pubertierende - teilweise sehr egoistische - Tochter Miriam, die auch mit der Situation überfordert ist. Und zu allem Überfluss auch noch Ihre Arbeitsstelle mit Ihrem unverschämten und fordernden Chef.

Gott Sei Dank ist da auch Hildegard, die seltsame und komische Katzenfrau. Mit der Zeit freunden sie sich an und Jessica erfährt auch von Hildegards schwierige Vergangenheit. Die Katzenfrau hilft Jessica auf ihre kauzige Art und begleitet sie nach Brasilien um ihre Tochter wieder zurückzuholen. Bei dieser Mission lernt Jessica nicht nur neue Freunde kennen, sie begibt sich mit Ihrer Tochter auch auf eine Rettungsaktion eines Regenwaldbaumes und lernt dabei auch Ihre Attacken zu hinterfragen und mit ihrer Hirngrippe umzugehen.

Zuerst dachte ich, Panikattacken… die bekommt doch nicht Jeder. Aber nachdem ich in das Leben von Jessica eingetaucht bin wird mir bewusst: Es gibt wohl im Leben eines jeden Menschen irgendwo einen Herrn Badner , einen Thomas oder auch eine Miriam die einem alle Kraft rauben und in so eine Attacke bringen. (und nein, nicht immer ist das Problem in der Kindheit zu suchen)
Dieses ernste Thema wird feinsinnig und berührend erzählt und regt zum Nachdenken an.

Meine Lieblingsfiguren waren Paolo (der brasilianische Jack Sparrow) und die Katzenfrau Hildegard die mich mit ihren Aussagen so manches mal schmunzeln liess und ein anderes mal nachdenklich zurückgelassen hat.
Positiv erwähnen möchte ich auch die Schriftgröße des Buches sie ist etwas grösser gehalten was das lesen sehr flüssig macht.

Mein Fazit:
Die Autorin hat mit „Solange wir uns haben“ ist eine berührend geschriebene, nachvollziehbare aber auch amüsante und flüssig zu lesende Geschichte zu dem ernsten Thema Panikattacken abgeliefert.
Auch wenn das Buch sehr abrupt endet - von mir eine ganz klare Leseempfehlung für diesen Sommer mit 4,5 Sternen.

Veröffentlicht am 28.06.2018

eine berührende Liebesgeschichte

Der letzte Liebesbrief
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"Der letzte Liebesbrief " ist ein Roman der Schriftstellerin J. Vellguth und erscheint Ende Juli erst im Buchhandel.
Ich durfte vorab das Ebook lesen.

Das Buchcover ist passend zum Titel gewählt und wunderbar ...

"Der letzte Liebesbrief " ist ein Roman der Schriftstellerin J. Vellguth und erscheint Ende Juli erst im Buchhandel.
Ich durfte vorab das Ebook lesen.

Das Buchcover ist passend zum Titel gewählt und wunderbar leicht und liebevoll gestaltet.

Der Klappentext hat mich sofort gefangen genommen und ich wurde von der tragischen - spannenden Liebesgeschichte nicht enttäuscht.

Zum Inhalt :
Die Friseurin mit der Narbe im Gesicht - Nell - wurde als Säugling nach dem Tod Ihrer Mutter von deren Schwester Bernadette aufgezogen . Beim Umzug findet sie einen Brief der, wie sie denkt, an Bernadette gerichtet ist und sie wittert eine Chance dass ihre geliebte Tante endlich glücklich wird.

Der Brief enthält - wie alle folgenden Briefe - Geodaten und Verse die immer auf einen weiteren Brief verweisen. Schon bei der ersten Suche trifft sie Sam, einen Mode Fotografen der gerade mit seinem Stiefbruder in einer Ruine Photoaufnahmen macht und den Folgebrief bereits gefunden und gelesen hat.

Sam hat eine schmerzhafte Trennung mit dem Model Julie hinter sich und hat durch den Trennungsschmerz seine „Muse“ verloren. Der Brief mit den aufgedruckten Schmetterling hat ihn berührt und er hilft Nell , die er - trotz ihrer Narbe - wunderschön und faszinierend findet, auf der Suche nach den weiteren Liebesbriefen.
Über kurz oder lang verlieben sich die Beiden ineinander und mit jedem weiteren Brief deckt Nell einen Teil ihrer Vergangenheit auf.



Ich finde die Geschichte sehr berührend. Der Schreibstil war zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, aber das ist bei jedem Buch so, dass ich mich erst in den Schreibstil reinfinden muss. Die Kapitelüberschriften hatten mich anfangs irritiert bis ich dann herausgefunden habe, dass es sich hierbei um Liedertitel und deren Interpreten handelt.

Die Charaktere Sam , Nell , Bernadette - aber auch Sams Familie und deren Eigenheiten und Berufe wurden liebevoll von der Autorin ausgearbeitet und erzählt.

Nell ist eine starke Frau die ihren Weg - trotz Ihres Schicksalsschlages und Ihres Aussehens - gegangen ist. Leider finde ich es unglaubwürdig, dass sie ohne nachzufragen oder nachzuforschen einfach alle Schuld und ihren Hass auf Ihre Mutter projiziert.

Sam ist mit Leib und Seele Künstler / Fotograf und liebt seine Patchwork-Familie über alles.
Das er sich selbst eine Eigene wünscht wird sehr oft und nachdrücklich beschrieben was für mich etwas verwirrend und teilweise auch nervig war.

Im Grossen und Ganzen ist „Der letzte Liebesbrief“ eine wunderschöne Liebesgeschichte, mit sehr vielen Wendungen und liebevoll herausgearbeiteten Charakteren und Augenblicken.

Ich kann das Buch allen empfehlen, die noch für diesen Sommer ein gut geschriebenes Strand/Urlaubsbuch suchen.

Veröffentlicht am 23.09.2025

Ein stilvoller Krimi mit Serienpotential

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Das Cover hat mich direkt angesprochen – stilvoll, ein bisschen verspielt und etwas düster. Besonders gelungen finde ich die aufklappbare Innenseite mit den gemalten Charakterporträts. Die sind nicht nur ...

Das Cover hat mich direkt angesprochen – stilvoll, ein bisschen verspielt und etwas düster. Besonders gelungen finde ich die aufklappbare Innenseite mit den gemalten Charakterporträts. Die sind nicht nur witzig, sondern auch echt hilfreich. Ich hab beim Lesen öfter mal reingeschaut, um den Überblick zu behalten. (Wobei: Mimi sieht da aus wie 50, ist aber 77 – das passt nicht ganz.)

Das Buch hat 389 Seiten, aber ehrlich gesagt kam es mir viel dünner vor. Ich hab’s regelrecht verschlungen. Der Schreibstil ist flüssig, spannend und hat was Filmisches. Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass das hier auch eine Vorstufe zu einem Drehbuch sein könnte – die Szenen sind so bildhaft, die Dialoge schnell und pointiert, manchmal etwas abrupt, was vielleicht an der deutschen Übersetzung liegt.

Die Geschichte beginnt mit einer Einladung zu einer Cocktailparty auf Mackinac Island, die sich schnell als tödliches Spiel entpuppt. Ein Schneesturm schließt die Gäste in einem glamourösen Herrenhaus ein – und bald liegt die Gastgeberin tot in ihrem Zimmer.
Alle Eingeladenen – ein scheinbar bunt zusammengewürfelter Haufen aus unterschiedlichsten Sparten – werden erpresst und tragen düstere Geheimnisse mit sich.
Selbst Mimi hat eine pikante Vergangenheit. Besonders brisant: Die Gastgeberin betrügt praktisch ihre eigene Tochter mit deren Ehemann. Mimi und Addie werden zu Amateurdetektivinnen in einem Szenario, das sich zunehmend wie ein Videospiel in Kombination mit Agatha Christies Poirot/Miss Marple Anteilen anfühlt.

Doch die Lage eskaliert: Mimi wird die Tatwaffe untergeschoben, woraufhin die verängstigten Gäste sie kurzerhand einsperren. Ein Mordversuch an ihr scheitert nur knapp – dank der guten Nase von Veronique. Die Polizei kann wegen des Schneesturms nicht auf die Insel gelangen, dann fällt auch noch der Strom aus. Die Situation wird immer bedrohlicher, und es wird klar: Hier spielt jemand ein sehr gefährliches Spiel.

Wer hat was zu verbergen? Gus, der Koch, Bab, die Zimmerfrau, der unscheinbare Jim, die mondäne Astrokartografin Lillian, der charismatische Showman Sebastian, Kimiko, die Künstlerin, und der Klavierspieler Woody – alle haben ihre dunklen Seiten. Auch sämtliche anderen Charaktere sind sehr gut dargestellt, von der Autorin klug ausgedacht und geschickt in die Handlung eingebunden.

Die Story? Rasant und clever. Addie, die betrogene Nichte, und Mimi, die scharfsinnige Pall Mall rauchende alte Lady mit Hang zu Gin und Jazz, geraten in ein mörderisches Spiel auf einer eingeschneiten Insel. Ab der Mitte bewegen sich die beiden fast wie Spielfiguren in einem Game – das hat richtig Spaß gemacht. Ich musste sogar an Das tiefschwarze Herz von Gilbright denken, weil es echt viele Parallelen gibt. Und ab Seite 40 war für mich klar: Das ist ein neues Lieblingsbuch. Ich hab sogar überlegt, langsamer zu lesen, weil’s so gut war – aber die Story hat mich einfach mitgerissen.

Nicht alles war für mich logisch – und auch die Auflösung der Mordfälle war für mich nach dem Lesen nicht ganz nachvollziehbar. Da musste ich nochmals zurückblättern und den roten Faden suchen. Für mich bleiben ein paar Fragezeichen. Aber das stört kaum. Es kann auch sein, dass ich durch das "Verschlingen" der Seiten nicht ganz "bei der Sache" war.
Die Atmosphäre stimmt, die Figuren sind cool, und die Autorin scheint – wie ich – Jazz und Gin zu mögen – das merkt man und es passt zum Ton des Buches.

Mein Fazit: Ein flüssig zu lesender, spannender, leicht schräger Krimi mit Game-Vibes und Serienpotenzial. Mimi und Addie sind ein Duo, das man nicht vergisst. Ich hoffe, das wird mal verfilmt – ich würd’s sofort schauen und dabei einen Gibson schlürfen!

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Veröffentlicht am 05.10.2024

britischer Cozy-Krimi

Agatha Raisin und der tödliche Biss
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Agatha Raisin -mittlerweile in den 50gern - ist bis über beide Ohren verliebt…. Mal wieder ! Diesmal ist der Mann der Wahl der örtliche Gärtner George. Mit wilder - ja fast schon peinlich wirkender Entschlossenheit ...

Agatha Raisin -mittlerweile in den 50gern - ist bis über beide Ohren verliebt…. Mal wieder ! Diesmal ist der Mann der Wahl der örtliche Gärtner George. Mit wilder - ja fast schon peinlich wirkender Entschlossenheit umgarnt sie den Mann. Da die weibliche Konkurrenz selbst im beschaulich-ländlichen Cotswolds gross ist, beschliesst sie auf eigenen Kosten einen Wohltätigkeitsball zu finanzieren um mit dem Objekt der Begierde tanzen zu können. Doch daraus wird nichts. Der Charmeur erscheint nicht auf den Ball. Agatha macht sich wild entschlossen auf die Suche und findet Georg tot in einem Misthaufen vergraben. Gestorben ist der Gärtner durch den Biss einer Giftschlange, doch Agatha wittert Mord! Deswegen beschliesst sie zusammen mit ihren Angestellten den oder die Mörder zu finden und bringt damit sich und Ihr Team in Lebensgefahr. Denn der charmante George war ein Weiberheld.

Meine Meinung
Dies ist meine erste Ermittlung mit Agatha Raisin. Obwohl es bereits der 23. Fall der 2019 verstorbenen Autorin Marion Chesney, welche unter dem Pseudonym M. C. Beaton schreibt ist, bin ich in die Story gut reingekommen. Lediglich die vielen verschiedenen bekannten Charaktere haben mich etwas irritiert und meinen Lesefluss etwas gestört.

So richtig sympatisch finde ich die Hauptprotagonistin Agatha nicht. Ihre teilweise unverschämten und peinlichen Aktionen zeichnen sie als zwar taffe, jedoch auch als besserwisserische und egoistische teilweise verbitterte Frau in den Mittfuffizgern .
 Jedoch macht dieser überspitzt angelegte Charakter zusammen mit den vielen teilweise sehr exzentrischen Nebendarstellern den Charme der Serie aus.

Fazit :
Agatha Raisin und der tödliche Biss ist ein flüssig zu lesender, spannender und solider Brit Cozy Krimi mit einem wunderschönen Buchcover.

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Veröffentlicht am 08.09.2023

Walchensee meets Schickeria

Das Haus am Walchensee
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Der Walchensee : Oberbayrische Idylle mit türkis-grünem Gebirgswasser, malerischem Alpenpanorama und naturbelassene Wälder und Wiesen.

Hierher kehrt die in Stockholm aufgewachsene, jedoch in Kochel ...

Der Walchensee : Oberbayrische Idylle mit türkis-grünem Gebirgswasser, malerischem Alpenpanorama und naturbelassene Wälder und Wiesen.

Hierher kehrt die in Stockholm aufgewachsene, jedoch in Kochel am See gebürtige, 29 jährige Freya zur Testamentseröffnung ihres Vaters zurück.

Doch trotz der Idylle am Walchensee, verbindet Freya mit ihrer Heimat hauptsächlich schmerzliche Kindheiterinnerungen.

Zusammen mit Ihrem Halbbruder Niklas muss sie sich entscheiden, ob sie das traditionsreiche Gasthaus der Familie weiterführen will, denn die Erbschaft ist mit einer Klausel verbunden.
Nur wenn die beiden Geschwister das Gasthaus und die Fischzucht zusammen weiterführen können sie das Erbe antreten.

Im ersten Band der neuen Walchensee Reihe um das Traditionsgasthaus „Fischerfleck“ am Walchensee müssen sich die Geschwister zusammenraufen, nebenher noch das herabgewirtschaftete und verwahrloste Gasthaus samt Fischzucht auf Vordermann bringen und vor allem sich mit den tragischen Vorfällen aus Vergangenheit auseinandersetzen. Zudem gibt es noch einen unfairen Konkurrenten im Dorf und natürlich sehr viel Herzschmerz und Lokalkolorit .

Das Buch ist in abwechselnden Kapiteln aus Freyas und aus Niklas Perspektive aufgebaut. Der flüssige und leicht zu lesende Schreibstil macht den Einstieg in die Geschichte leicht. Die Protagonisten sind gut beschrieben und waren mir von Anfang an sympathisch, auch wenn ich einige Reaktionen und Handlungen nicht nachvollziehen konnte.

Interessant finde ich die von der Autorin gut recherchierten Abschnitte über die Fischzucht; sowie das Leben der Einheimischen. Ebenso finden sich im Roman kleine Einblicke in die Sagengeschichte des Sees und es wird auch die herrliche bayrische Landschaft mit dem Herzogstand und dem Walschenseekraftwerk beschrieben.


Mein Fazit : Ein netter flüssig und leicht zu lesender Cozy - Heimatroman mit diversen Spannungsbögen und Verwicklungen a la Rosamunde Pilcher mit einem Cliffhanger am Ende.
Ganz nett und schnell zu lesen als Strandlektüre

Eigentlich 3,5 Sterne , jedoch gibts einen halben Stern für die interessanten Abschnitte über die Fischzucht und die Sagengeschichte.

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