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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2023

Viele müssen mit weniger Hilfe auskommen

Mutter, wann stirbst du endlich?
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Bei dem Titel „Mutter, wann stirbst du endlich?“ hatte ich erst einmal Hemmungen das Buch in die Hand zu nehmen. Darf man so überhaupt denken? Wäre es da nicht besser, die Pflege der Mutter/Eltern in andere ...

Bei dem Titel „Mutter, wann stirbst du endlich?“ hatte ich erst einmal Hemmungen das Buch in die Hand zu nehmen. Darf man so überhaupt denken? Wäre es da nicht besser, die Pflege der Mutter/Eltern in andere Hände zu legen? Aber sich diese Frage zu stellen, fand ich dann doch schon sehr mutig, aber auch provokant. Mit Ende des Buches wurde mein innerer Wiederstand zwar kleiner, aber ganz verschwunden ist er nicht. Nur nebenbei, auch wir hatten meinen pflegebedürftigen Vater 13 Jahre zuhause gepflegt – ohne Pflegerin.
Martina Rosenberg schreibt diese Geschichte, einer ganz normalen Familie, die die Belastungen der Pflege kaum bewältigen kann, in einem gut lesbaren Stil. Aber diese ganz normale Familie kann sich Pflegerinnen leisten. Wieviel Pflegearbeit bleibt dabei der Familie selbst? Und sich in so einer Situation die Frage zu stellen, wann Mutter endlich stirbt, ist schon irgendwie sehr ichbezogen.
Das Cover ist schlicht gehalten und macht den Eindruck eines Ratgebers, der es definitiv nicht ist. Mein Fazit ist, ich habe es gelesen und damit hat es sich aber auch schon. Jeder muss in so einer Situation sowieso für sich entscheiden, wieviel Belastung – und eine Pflege ist Belastung für jede Seite – er tragen kann.

Veröffentlicht am 10.11.2023

Erotik ja, SM nicht wirklich

Eine Sklavin als Geschenk | Erotische SM-Geschichten
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Es ist nicht mein erstes Buch vom Autorenduo Alisha Bell aber diesesmal bin ich etwas enttäuscht. Vielleicht ging ich aber auch von einer falschen Voraussetzung aus und habe die Ankündigung SM-Geschichten ...

Es ist nicht mein erstes Buch vom Autorenduo Alisha Bell aber diesesmal bin ich etwas enttäuscht. Vielleicht ging ich aber auch von einer falschen Voraussetzung aus und habe die Ankündigung SM-Geschichten zu wörtlich genommen. Ich finde hier eher nur erotische Geschichten. Nicht einmal die Titelgeschichte „Eine Sklavin als Geschenk“ konnte mich so richtig in ihren Bann ziehen.
Ja, hier geht es um verbale Erniedrigung. Sehr wohl eine SM-Richtung. Doch hier fehlt mir der Zug der mich mitreißt.
Andere Geschichten erzählen wie sich eine Frau aus einer toxischen Beziehung befreit, oder wie ein junger Mann dazu kommt, sich für Sex bezahlen zu lassen, oder ein Paar das erste Mal einen Swinger-Club besucht, und so weiter.
Das Cover zeigt eine junge Frau, die anscheinend so eine Art Lederharness trägt. Das Bild kann für mich in beide Richtungen gehen, in die SM-Richtung, aber auch „nur“ in die erotische.
Als Fazit muss ich leider sagen, dass mich alle sieben Geschichten nicht für sich gewinnen konnten. Die erotischen Szenen sind gekonnt geschrieben, nur sind sie bedauerlicherweise viel zu wenig und zu soft.

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Veröffentlicht am 06.11.2023

Etwas brutal und manchmal nicht nachvollziehbar

Escape Zone
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Gibt es ein Entkommen? Eine gute Frage. Der Klappentext lässt vermuten, dass wir es hier mit einem Thriller zu tun haben, der sich hauptsächlich um das Escape-Spiel auf dem Gutshof dreht. Doch ein nicht ...

Gibt es ein Entkommen? Eine gute Frage. Der Klappentext lässt vermuten, dass wir es hier mit einem Thriller zu tun haben, der sich hauptsächlich um das Escape-Spiel auf dem Gutshof dreht. Doch ein nicht so kleiner Teil wird zu Beginn darauf verwendet um die Figuren vorzustellen und das Spiel beziehungsweise die große Show vorzubereiten, sodass einige Zeit vergeht, bis das Spiel endlich beginnt. Und am Ende hatte ich das Gefühl die Zeit läuft davon, es muss viel auf wenig Seiten verpackt werden. Also im Vergleich zum ganzen Buch.
Die „Escape Zone“ befindet sich in diesem alten, verwunschen Gutshof und schon bald bemerkt Martha Ungereimtheiten. Martha ist eine der Teilnehmerinnen und für mich die am besten gezeichnete Figur. Manche Handlungen und Entscheidungen der Figuren kann ich nicht so wirklich nachvollziehen, anderes ist mir etwas zu brutal.
Auch der Schreibstil von Ulf Torreck war nicht so ganz meines. Es werden mir etwas zu viele Begriffe aus der Jugendsprache verwendet, die ich hier nicht ganz passend finde.
Das Cover ist für einen Thriller sehr hell, dafür aber schlicht. Gut gefällt mir der grüne Buchschnitt.
Mein Fazit ist, dass ich mich nicht so richtig mit den Handlungen anfreunden konnte.

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Veröffentlicht am 04.10.2023

Anspielung folgt auf Andeutung und Wortspiel, etwas viel

Ürikon und die ewigen Großmütter
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Bei „Ürikon und die ewigen Großmütter“ hat mich in erster Linie das Cover angezogen. Titel und Fleck in derselben Farbe und die Aufziehgroßmutter sind schon ein Blickfang für sich.
Auch den Klappentext ...

Bei „Ürikon und die ewigen Großmütter“ hat mich in erster Linie das Cover angezogen. Titel und Fleck in derselben Farbe und die Aufziehgroßmutter sind schon ein Blickfang für sich.
Auch den Klappentext fand ich interessant. Enkel, die ihre Großmütter nicht gehen lassen wollen. Aber da habe ich mir wohl etwas zusammengereimt.
Jedenfalls will Anton Maurer mit seiner Geschichte skurrilen Humor, Anspielungen an historische und gegenwärtige Personen/Fakten und Wortspiele unterbringen. In meinen Augen war der Versuch nicht schlecht, aber vielleicht etwas zu viel des Guten. Man muss diese Art schon lieben und verstehen.
Seine Wortwahl war für mich kein Problem, allerdings kommen immer wieder umgangssprachliche Begriffe vor, doch nichts, das völlig unverständlich wäre.
Mein Fazit ist, dass es leider meinen Humor nicht getroffen hat, vielleicht bin ich mit ü50 auch die falsche Zielgruppe. Aber wer mit deftigen Figuren und einer Geschichte gespickt mit Andeutungen umgehen kann, wird sicher mehr mit dem Buch anfangen können als ich.

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Veröffentlicht am 11.09.2023

Dauerschleife die die Figur immer weiter nach unten zieht

Zeiten der Langeweile
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Tja, und was jetzt? Das war der erste Gedanke, nachdem ich den letzten Satz gelesen hatte. Die Thematik finde ich extrem interessant, aber die Umsetzung entpuppt sich eher in einer langatmigen Dauerschleife. ...

Tja, und was jetzt? Das war der erste Gedanke, nachdem ich den letzten Satz gelesen hatte. Die Thematik finde ich extrem interessant, aber die Umsetzung entpuppt sich eher in einer langatmigen Dauerschleife.
Mila hat gute Gedanken, versucht ihre Schlussfolgerungen auch umzusetzen, verfällt aber immer tiefer in einen, ja, fast schon, Wahn. Und dabei verliert sie auch den sozialen Kontakt zur Umwelt. In meinen Augen ist sie somit nicht nur in eine Einsamkeit gefallen, sondern sie hat sich in einer Idee verrannt, die mehr als ungesund ist.
Am Ende gelangt die Protagonistin sehr wohl zu einer Erkenntnis, aber es ist völlig offen, was sie damit anfangen, wie sie diese Einsicht umsetzen wird.
Das Cover drückt die Langeweile, die Einsamkeit sehr gut aus.
Aber als mein Fazit muss ich leider sagen, dass ich mir mehr erwartet habe. Zielführerende Ideen vielleicht, keinen so extremen Absturz. Ein Ausstieg kann nicht mehr vollständig durchgezogen werden, aber Ansätze wie man sich etwas abgrenzen kann, hätten mir mehr zugesagt und dachte ich nach der Kurzbeschreibung auch zu bekommen. Schade.

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