Platzhalter für Profilbild

Owlmuffin

Lesejury Profi
offline

Owlmuffin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Owlmuffin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2020

Aufgrund fehlender Tiefe in entscheidenden Momenten ein solider, aber nicht beeindruckender Auftakt.

Venturia (Band 1): Juwelen und Verfall
0

"Juwelen & Verfall" ist der erste Teil der Venturia - Reihe von Regina Meißner & erschien am 14. Dezember 2018 im magischen Reich des Sternensand Verlag.


Tiara, die Prinzessin von Bel Aniz, träumt von ...

"Juwelen & Verfall" ist der erste Teil der Venturia - Reihe von Regina Meißner & erschien am 14. Dezember 2018 im magischen Reich des Sternensand Verlag.


Tiara, die Prinzessin von Bel Aniz, träumt von Abenteuern, einem Leben abseits der vergoldeten Gitterstäbe. Eine scheinbar ursprungslose Sehnsucht zieht ihre Gedanken in die Natur & deren Wälder, in die Freiheit, fernab von Korsetts & Etikette. Doch blaublütig geboren sieht der König für seine Tochter anderes vor: ein Ehemann soll bald auf den sechs anstehenden Bällen gefunden werden. Aufeinmal drängt die Zeit - & Tiara hat nur eine einzige Nacht, um aus fragwürdigen Männern den einen auszuwählen & Bel Aniz zu verlassen. Bevor sie sich entscheiden kann, wacht sie in einem Leben auf, in das sie sich während unzähliger langweiliger Unterrichtsstunden hineinträumte; schutzlos, weit weg von Wachen & Mauern, umgeben von Schwärze weicht die Vorstellung der freien & märchenhaften Wälder einer beängstigenden Realität, die Tia von Grund auf erschüttert, alles bisherige in Frage stellt & ihr ganzes Dasein als grausames Lügengebilde entlarvt.

Regina Meißner führte mich mit ihrer gewohnt flüssigen, bildlichen Schreibweise durch die 364 Seiten & ließ die Wälder von "Venturia" detailliert erblühen. In welcher Zeit Tiara lebt, konnte ich nur mutmaßen - denn die verwendete Ausdrucksweise steht im starken Kontrast zum gegebenen Setting. Wenn auch ungewöhnlich, empfand ich diese Art als frisch & locker.
Ohne Umschweife beginnt die Geschichte in einer langweiligen Unterrichtsstunde, während der sich die Protagonistin in einer greifbaren Sehnsucht nach Freiheit, einem nachvollziehbaren Fluchtwunsch verliert. Da die Geschehnisse aus Tianas Perspektive erzählt werden, lernt man vordergründig die etwas eigene Prinzessin & ihre Gedanken kennen. Andere Charaktere rücken weit in den Hintergrund & werden, wie viele spannende, interessante Ereignisse, nur oberflächlich betrachtet, kurz angeschnitten.

Die Autorin hat ein großes Talent ruhige Situationen, Orte malerisch in Szene zu setzen, Bilder in die Köpfe der Leser zu zeichnen. Das macht diese Fantasyreise einerseits gut vorstellbar, verleiht ihr einen atmosphärischen Detailfokus, andererseits wirkt sie oft langatmig, ausschweifend & verwandelt die gesamte Geschichte in einen ruhigen Roman, welcher nicht durch Spannung fesselt, denn diese Momente nahm ich als zu plötzlich, zu schnell & ohne Tiefe wahr. Ebenso wirkten Gespräche wie auch Reaktionen der Charaktere selten authentisch, insbesondere von Tia: Sie nimmt z. B. ihr verworrenes Schicksal, ihre unbegreiflichen Entdeckungen & schmerzlichen Erkenntnisse emotionslos als gegeben hin, weder hinterfragt noch reagiert sie intensiv oder angemessen - obwohl doch ihr ganzes Leben innerhalb weniger Stunden in tausend Scherben zerbarst...

Neben einigen berührenden Szenen & einem Hauch Magie entdeckte ich auch kleine Anspielungen auf Märchen sowie Blut & Mord, kaltblütige Lügen & ein Mädchen, dass sich nicht vor ihren Pflichten drückt.
In "Venturia: Juwelen & Verfall" stecken Überraschungen, Liebe & Sätze, die in's Herz gehen... & es endet mit einem Cliffhänger, der mich trotz aller Kritikpunkte tatsächlich auf Band zwei "Venturia: Glanz & Bürde" warten lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.09.2022

Originelle Idee, fade Umsetzung.

Lindenherz - 824 Jahre durch die Zeit
0

Wenn nach 300 Seiten immer noch nichts geklärt wurde …

„Lindenherz: 824 Jahre durch die Zeit“

… leider widerspricht meine persönliche Meinung jenen der vorigen Leserschaft. Ich fand den Schreibstil von ...

Wenn nach 300 Seiten immer noch nichts geklärt wurde …

„Lindenherz: 824 Jahre durch die Zeit“

… leider widerspricht meine persönliche Meinung jenen der vorigen Leserschaft. Ich fand den Schreibstil von Tala T. Alsted durchweg distanziert und oberflächlich, die Dialoge gestellt und die Protagonistin kindlich und naiv, sogar nervig. Die übernatürlichen Gegebenheiten - das Portal zu einer anderen Zeit - wurden von Katharina, ebenso wie die Ausflüchte und ausweichenden Antworten ihrer Großmutter, akzeptiert. Ist ja nicht weiter wichtig, dass mitten in einem Raum ein Tor in die Vergangenheit existiert – für Katharina ist das zumindest kein Grund, verwirrt oder ängstlich zu sein, mit Beharrlichkeit ein Gespräch zu suchen, Antworten zu verlangen. Der Verlauf ist von einfachen, unpassenden Reaktionen und Edis Stillschweigen geprägt. Was hier wohl die Spannung und Neugier anstacheln sollte, war für mich lediglich ermüdend. Auch Johann passte nicht so recht, wobei mir der junge Mann aus der rauen Vergangenheit erwachsener, deutlich reifer, auch neugieriger und offener erschien. "Lindenherz" hätte sicherlich von einem Perspektivwechsel, der frische Eindrücke und eine fremde Sichtweise bringt, profitiert. Doch über der hier kreierten Handlung lag ein verstaubter, monotoner Filter, die Charaktere blieben platt, unlogische Verhaltensweisen, stupides ausharren sowie nebensächliche und irrelevante Informationen ziehen die Handlung, der Potenzial inne liegt, zäh in die Länge. Lediglich die Vergangenheit wurde durch die damaligen Konventionen, Regeln und die Stellung der Frau, die strenge Atmosphäre authentisch aufgegriffen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2023

Interessante Grundidee, schwache Umsetzung.

Männer töten
0

Ich weiß gar nicht, was ich von diesem Buch halten soll.
Gewiss, dem Roman „Männer töten“ liegt eine durchaus interessante Idee zugrunde, wenn auch bedauerlicherweise nicht jene eines perfiden Ratgebers.
Positiv ...

Ich weiß gar nicht, was ich von diesem Buch halten soll.
Gewiss, dem Roman „Männer töten“ liegt eine durchaus interessante Idee zugrunde, wenn auch bedauerlicherweise nicht jene eines perfiden Ratgebers.
Positiv erwähnen möchte ich, dass sich Eva Reisinger dem gendern bediente, ein nachhallendes Vorwort hinterließ und sich einem gewagten Gedankenexperiment widmete. Leider verspricht der Klappentext mehr, als der Inhalt aufzubieten vermag.

Obgleich ich für die hier verwendeten, sensiblen Themen den distanzierten Stil angemessen fand, gab es keinen Charakter, keinen Moment der mich wirklich berührte, was an dem Mangel von Tiefe, Gefühlsregungen und schlüssigen Zusammenhängen liegt. Vieles wird kurz, knapp angerissen, ummantelt von allerlei Nonsens, der Plott schlingert wild vor sich hin, weiß nicht, was oder wo er hin will. »Poetisch« würde ich dieses durcheinander jedenfalls nicht bezeichnen, wenn ich durchaus auch treffsichere, knallharte Aussagen fand.

Ich möchte dem Buch weder seine Aktualität noch seine Wichtigkeit absprechen, denn von Männern initiierte Gewalt an Frauen ist an der Tagesordnung genau wie eine herablassende Behandlung in alltäglichen Situationen. Was den Frauen hier passiert (ist), ist Realität, ist echt. Und wie die Bewohnerinnen des österreichischen Städtchens "Engelhartskirchen“ mit dieser Gefahr umgehen, wirkt, trotz der moralischen Fragwürdigkeit, wie eine logische Konsequenz, nach Jahren der Unterdrückung des eigenen Geschlechts.

Es gibt die eine oder andere überraschende, blutige und spannende Szene, vor allem aber eine dichte, enge Gemeinschaft und Freundinnen, die zwar zusammen keine Pferde stehlen, dafür Leben. Auf eine skurrile und morbide Art, ist zumindest das, was hier angepeilt wurde, faszinierend, wenn mich die Umsetzung auch nicht überzeugen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2020

Verschenktes Potenzial.

Mohnblütenträume
0

„Mohnblütenträume“

Auf meine erste Fantasy-Geschichte von Lilyana Ravenheart war ich sehr gespannt. Vor allem, da hinter dem sinnlichen Cover eine tragische Liebesgeschichte voller Sagen und Mythen liegen ...

„Mohnblütenträume“

Auf meine erste Fantasy-Geschichte von Lilyana Ravenheart war ich sehr gespannt. Vor allem, da hinter dem sinnlichen Cover eine tragische Liebesgeschichte voller Sagen und Mythen liegen sollte. Sollte? Ja, denn letztlich konnte mich diese Romance Story nicht begeistern.

Die Idee hinter „Mohnblütenträume“ finde ich nach wie vor ausgesprochen gut; denn die Autorin spinnt in dem Auftakt ihrer "Göttlichen"-Reihe ein stets aktuelles Thema ein: Vorurteile gegenüber der Vermischung von verschiedenen Kulturen, Rassismus. Dies in eine Liebesgeschichte zwischen zwei Göttern aus unterschiedlicher Mythologie einzubauen besitzt definitiv potenzial. Potenzial, um den Leser zu überraschen, mitzureißen und emotional zu berühren.
Es gab Szenen, in die ich mich bildlich träumen konnte, überrascht wurde und neugierig war; die, ausgearbeitet, Spannung und ergreifende Gefühle versprechen. Eine katzenhafte Göttin die sich für einen griechischen Gott opfert, allein aus der Hoffnung heraus, irgendwann wieder zueinander zu finden: Der Gedanke allein lässt doch schon zu Taschentüchern greifen. Aber leider nicht hier, denn in meinen Augen ist dieser Roman unausgereift und überarbeitungswürdig. Ganz nett waren die Sequenzen aus der Vergangenheit, denn dort gab es einen Hauch der erhofften Tragik, wenn auch die Verflechtung mit der Gegenwart nicht hundertprozentig stimmig scheint. Gerne wäre ich tiefer in die göttlichen Welten abgetaucht, um unter anderem mehr Einblicke in den Zwiespalt der Gottheiten untereinander zu bekommen. Gewünscht hätte ich mir zudem, etwas über den Ursprung der verbannten Macht, ihre Verbindung zu Baset zu erfahren, denn diese wurde zwar wirklich vielversprechend und geheimnisvoll in den Verlauf geworfen, doch was, wieso dahinter steckt, erschließt sich nicht.
Diesen 200 Seiten fehlt es an Tiefe, an Authentizität, an Gefühl. Häufig stolperte ich über (Wort-) Wiederholungen und Füllwörter, zudem empfand ich den Schreibstil als zu einfach, nüchtern. Kurz: für mich versteckt sich in
„Mohnblütenträume“ eine großartige Idee, die nicht ausgearbeitet, oberflächlich geschrieben wurde und somit nicht mehr als eine Idee ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2026

Definitiv keine "epische Fantasy Romance mit magischem Worldbuilding".

Empire of Burning Shadows (Magical Fate 1)
0

Optisch wurde sich bei „Empire of Burning Shadows“ wirklich viel Mühe gegeben, aber dies tröstet nicht über die inhaltlich schwache, nichtssagende Story hinweg.

Joslin macht sich auf die Suche nach ihrem ...

Optisch wurde sich bei „Empire of Burning Shadows“ wirklich viel Mühe gegeben, aber dies tröstet nicht über die inhaltlich schwache, nichtssagende Story hinweg.

Joslin macht sich auf die Suche nach ihrem Zwillingsbruder, der von den Schattenläufern entführt wurde. Auf ihrer persönlichen Mission begegnet sie zwei mysteriösen Männern. Zu beiden fühlt sich die Protagonistin sogleich hingezogen, dabei könnten Lanir und Khiran nicht unterschiedlicher sein. Während ein Krieg den fragilen Frieden zwischen Licht und Schatten zum Bröckeln bringt, erkennt Joslin, dass auch sie Magie in sich trägt …

Es tut mir wirklich leid, aber zwischen Stereotypen-Figuren und einem Plot, der nichts hergibt außer Klischees und Fragen, wartet hier echt nicht viel, über das es sich zu sprechen lohnt.

Joslin ist naiv, weder besonders willensstark noch fokussiert und hinterfragt nichts. Obwohl die Handlung einige Hürden bereithält, an denen die junge Magierin hätte wachsen können, stagniert diese, trifft kaum eine sinnige, zielführende Entscheidung und unterliegt dem Einfluss anderer. Lanir und Khiran tragen, trotz ihres Wissens, wenig zur Antwortfindung oder einem spannenden Vorankommen bei, bleiben oberflächliche Loveinterests, die einzuordnen schwerfällt.
Maxime Herbord legt ein ziemliches Tempo vor, sodass Ereignisse ebenso rasend schnell kommen wie sie vorbeigehen. Insgesamt hinterlässt die komplette Romantasy den Eindruck, dass kaum etwas zu Ende gedacht wurde. Manche Vorkommnisse scheinen willkürlich platziert worden zu sein, Hauptsache, am Ende steht das angestrebte Ergebnis. Und dies war zu spüren. Wenn es auch das Einzige war, was mensch hier fühlen konnte. Denn „Empire of Burning Shadows“ ist emotional ziemlich flach.

Abgesehen von dem unausgereiften Plot und den austauschbaren Charakteren erfreut sich auch das Worldbuilding an maximaler Oberflächlichkeit.
Hier existieren Licht- und Schattenläufer neben den Menschen, es kommt zu einem Konflikt – aber wieso? Was können, was sind die magisch Begabten? Und wo liegen Joslins wahre Wurzeln?
Greifbare Informationen über die Gegebenheiten? Fehlanzeige. Dafür gibt's im gesamten Verlauf immer wieder halbherzig aufgeworfene Stränge und mysteriöse, schwammige Andeutungen, die Frustration bringen. Fantasy ohne eine durchdachte, logische Welt, ohne Zeit, um diese mit Details aufzubauen, funktioniert in meinen Augen nicht. Vor allem, da wir doch auf eine epische Geschichte gewartet haben.

Auch die Art, wie erzählt wurde, konnte mich nicht überzeugen: Wenn wir von den hochtrabenden, schwülstigen Floskeln und dem oft bemüht poetischen, unpassenden Ton absehen, ist der Stil plump, einfach und bietet wenig Abwechslung. Die Romance-Komponente wurde als "Slow Burn" vermarktet, dabei waren die romantischen „Entwicklungen“ sehr abrupt und für die LeserInnen nicht nachvollziehbar.

Ein sehr schwacher Auftakt, der nichts anderes als Desinteresse für die Fortsetzung hinterlässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere