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Veröffentlicht am 15.10.2023

Ohne Jungs wäre vieles einfacher

Jungs müssen draußen bleiben! (Band 1) ... und trotzdem zieht das Chaos ein
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Titel und Covergestaltung lassen schon darauf schließen, dass es sich um eine Teenager-Geschichte handelt. Damit liegt man schon mal gar nicht so falsch! Aber neben den gängigen Themen wie z. B. Pubertät, ...

Titel und Covergestaltung lassen schon darauf schließen, dass es sich um eine Teenager-Geschichte handelt. Damit liegt man schon mal gar nicht so falsch! Aber neben den gängigen Themen wie z. B. Pubertät, Streit mit den Eltern, erstes Verliebtsein, erster Kuss oder auch die Körbchengröße hält Patricia Schröder noch eine interessante Überraschung parat.

Die 13-jährige Hannah ist mit ihrem Leben ganz zufrieden und ahnt noch nicht wie ihr Leben plötzlich so aus den Fugen geraten wird, dass in allen Lebensbereichen nur noch Chaos herrscht. Wenn ihr wissen wollt wieso und warum, dann müsst ihr schon das Buch lesen, denn ich sage nur: Jungs!!

Sowohl Hannah als auch die übrigen Figuren wurden von der Autorin sehr liebevoll und authentisch ausgearbeitet. Besonders die Leserinnen in Hannahs Alter werden sich mit ihr und einigen ihrer oben bereits genannten Probleme identifizieren können. Leser im reiferen Alter, so wie ich, werden sich vielleicht an ihre Teenagerzeit und an Listen, die durch das Klassenzimmer geisterten erinnert fühlen.

Patricia Schröder erzählt Hannahs Geschichte in einer locker-leichten und mit einer Portion Humor versehenen Art und Weise. Der Clou der Geschehnisse ist nicht ganz so realistisch wie die Protagonisten und auf den ersten Blick auch etwas unheimlich, sorgte aber dafür, dass ich der Geschichte gebannt gefolgt bin. Ein zusätzliches Highlight war für mich Karlchen, der sprechende Wellensittich. Hört sich bekloppt an? Dann werft einen Blick in das Buch und urteilt danach selbst.

Ich fühlte mich von der Geschichte gut unterhalten und habe mich im Gegensatz zu Hannah auch oft amüsiert. Da ich Hannah, ihre kleine Schwester, ihre Freundinnen, aber auch Elias in mein Herz geschlossen habe, bin ich froh, dass es eine Fortsetzung geben wird.

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Veröffentlicht am 08.10.2023

Ermittlungen im Zenchenmilieu

Mörder in der Grube
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Der ehemalige Bergmann Mattes Buschmann wird von seiner Tochter tot am Fuße der Kellertreppe gefunden. Für sie ist klar, dass es sich nicht um einen Unfall handelt und so engagiert sie den Detektiv Lukas ...

Der ehemalige Bergmann Mattes Buschmann wird von seiner Tochter tot am Fuße der Kellertreppe gefunden. Für sie ist klar, dass es sich nicht um einen Unfall handelt und so engagiert sie den Detektiv Lukas Born.

Als Detektiv hat Lukas natürlich ganz andere Möglichkeiten als die Polizei. Dabei dringt er immer tiefer in das Leben und die Vergangenheit des Opfers ein. Außerdem kann er sich auf seine private Soko verlassen. Diese ist aufgrund vorheriger Erfolge ganz begierig, einen weiteren Mord aufzuklären, dabei entsprechen ihre Methoden nicht immer den Buchstaben des Gesetzes.

Erwin Kohl hat für seinen Krimi sehr unterschiedliche Charaktere ausgewählt, die sich als Hobbyermittler aber sehr gut mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten ergänzen und mir durchweg sympathisch waren. Es machte Spaß ihre Ideen und Ermittlungsansätze mitzuverfolgen.

Der gut verständliche Schreibstil und die kurzen Kapitel fand ich sehr angenehm. Mir gefiel auch der von Beginn an aufgebaute Spannungsbogen und die vielen Wendungen. Da es aufgrund neuer Erkenntnisse immer wieder andere Verdächtige gab, war es durchweg spannend. Da mein Ur-Großvater ebenfalls im Bergbau tätig war und obwohl ich von daher über einige Kenntnisse verfüge, fand ich trotzdem die Informationen zur Arbeit in einem Bergwerk und dem Leben der Arbeiter interessant. Irgendetwas Neues erfahre ich meist trotzdem bei dem Thema.

Obwohl ich die Vorgänger nicht kannte, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten mit der Geschichte. Mir hat die ausgewogene Mischung von Ermittlungen und Privatleben gut gefallen, wobei letzteres mich hin und wieder zum schmunzeln gebracht hat. Dies war bestimmt nicht mein letzter Krimi aus der Feder von Erwin Kohl.

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Veröffentlicht am 03.10.2023

Unblutiges Lesevergnügen

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bräutigam
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Ein Krimi kann auch ohne viel Blutvergießen ein Lesevergnügen sein, das beweist Robert Thorogood mit dem zweiten Fall von Mrs Potts‘ Mordclub. Das liegt in erster Linie aber an den ungewöhnlichen Hobbyermittlerinnen. ...

Ein Krimi kann auch ohne viel Blutvergießen ein Lesevergnügen sein, das beweist Robert Thorogood mit dem zweiten Fall von Mrs Potts‘ Mordclub. Das liegt in erster Linie aber an den ungewöhnlichen Hobbyermittlerinnen. Zum Verständnis ist es nicht erforderlich, den ersten Band gelesen zu haben.

Hauptakteurin ist die etwas schrullige Judith Potts, die ihre Freundinnen Suzie, ihres Zeichens Hundesitterin und ehrenamtliche Radiomoderatorin und die engagierte Pfarrersfrau Becks wieder mit ins Boot holt. Judith wird überraschenderweise einen Tag vor der Hochzeit von Sir Peter Bailey zu einem Empfang eingeladen. Als dieser zu Tode kommt, ist für sie klar, dass es sich um Mord handelt. Sofort beginnt das betagte Damentrio mit eigenen Ermittlungen, sehr zum Leidwesen der Polizei.

Der Krimi lebt nicht so sehr von dem Fall als viel mehr von den Unternehmungen der drei Hobbyermittlerinnen und dem typisch britischen Humor, der immer wieder zwischendurch aufblitzt. Ich habe die drei Ladies schon im ersten Band in mein Herz geschlossen. Und auch dieses Mal hat es mir Spaß gemacht, zu sehen welch ungewöhnliche Wege sie bei ihren Ermittlungen einschlagen.

Ich bin ein Fan dieser Reihe und freue mich auf weitere Fälle dieses ungewöhnlichen Mordclubs. Aufgrund einiger Längen hat es nur für vier Sterne gereicht.

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Veröffentlicht am 14.09.2023

Ein Geheimnis wird gelüftet

Der Ruf des weißen Pfaus
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Ihre Sommerferien hat sich Feline ganz anders vorgestellt. Sie wollte mit ihrer Tante tauchen gehen und jetzt muss sie die Ferien bei der ihr, bis dato unbekannten Großmutter verbringen, denn diese hat ...

Ihre Sommerferien hat sich Feline ganz anders vorgestellt. Sie wollte mit ihrer Tante tauchen gehen und jetzt muss sie die Ferien bei der ihr, bis dato unbekannten Großmutter verbringen, denn diese hat sich ein Bein gebrochen und benötigt Hilfe.

Der Umgang mit der Großmutter gestaltet sich schwierig, der Garten ist ein Labyrinth, in dem Feline sich hoffnungslos verläuft und selbst die Tiere verhalten sich seltsam. Und die Pfauen mag Feline auch nicht und dann taucht plötzlich auch noch ein weißes Exemplar auf. Nach und nach deckt sie ein ungeheuerliches Geheimnis auf.

Feline ist ein typischer Teenager: unternehmungslustig, neugierig und hin und wieder bockig und zickig. Ihr Verhalten ist aufgrund der jeweiligen Situation aber stets erklärbar und verständlich. Der sympathische Pavo hingegen ist scheinbar immer gut gelaunt, nicht nachtragend und sehr hilfsbereit.

Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Der Schreibstil ist altersgerecht und die Geschichte lässt sich auch aufgrund der größeren Schrift zügig lesen. Spannung ist aufgrund der magischen Komponente und des Familiengeheimnisses gegeben. Die Geschichte entwickelt sich langsam, aber zum Ende hin geht es Schlag auf Schlag und fast zu schnell.

Ich fand die Geschichte sehr unterhaltsam und war auch emotional berührt.

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Veröffentlicht am 07.09.2023

Liebe, die die Zeit überdauert

Das Collier mit der Herzblume
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Die neunzigjährige Charlotte macht mit ihrer Enkelin eine Reise in ihre Vergangenheit. Sie reisen in das Dörfchen Hangeck, das damals einem Stausee weichen musste und nun aus den Fluten wieder aufgetaucht ...

Die neunzigjährige Charlotte macht mit ihrer Enkelin eine Reise in ihre Vergangenheit. Sie reisen in das Dörfchen Hangeck, das damals einem Stausee weichen musste und nun aus den Fluten wieder aufgetaucht ist. Weder Charlotte noch ihre Enkelin Hannah ahnen welche Auswirkungen diese Reise auf ihr weiteres Leben haben werden.

Mir hat ganz besonders gut der historische Teil der Geschichte gefallen. Ich habe mit der jungen Charlotte und ihren Freunden Paul und Ilse die die letzten unbeschwerten Sommertage im Kriegsjahr 1943 erlebt. Leider musste die Jugendlichen, wie so viele damals, dann schnell erwachsen werden, weil das Grauen auch Hangeck erreicht hat. Die Trennung von Charlotte und Paul ist besonders schmerzhaft, da sie sich gerade erst in einander verliebt haben.

Ich war ein wenig traurig als dann der Sprung in das Jahr 2018 erfolgte, aber auch dieser Teil der Geschichte wurde von Sophia Hartlieb fesselnd geschrieben, ohne ins Kitschige abzudriften und konnte mich ebenfalls in seinen Bann ziehen. Sie hat es sehr gut verstanden, die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen.

Die Charaktere wurden von der Autorin realistisch und in ihren Handlungen nachvollziehbar dargestellt. Mir hat ganz besonders Charlotte und ihre reflektierende Art gefallen. Sie hätte allen Grund gehabt, mit ihrem Schicksal zu hadern. Statt im Zorn zurückzublicken, sieht sie das Positive, das entstanden ist und blickt nach vorn. Eine bemerkens- und bewundernswerte Eigenschaft.

Ganz besonders gut gefallen haben mir die Landschaftsbeschreibungen von der Schweiz. Ich bin direkt ins Schwärmen gekommen, ohne dass ich die Gegend persönlich je gesehen hätte.

Ein Roman, der mich an einigen Stellen sehr berührt und der meine vier Sterne voll verdient hat.

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