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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2023

Anspruchsvoll, neuartig und faszinierend

Pionéa Loop
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Dieses Buch mit über 800 Seiten und einem anspruchsvollen Schreibstil hat mich wirklich herausgefordert, aber auch total fasziniert.
Der Autor schafft hier eine noch nie da gewesene Gegenwart. ...

Dieses Buch mit über 800 Seiten und einem anspruchsvollen Schreibstil hat mich wirklich herausgefordert, aber auch total fasziniert.
Der Autor schafft hier eine noch nie da gewesene Gegenwart. Sehr detailliert und neuartig mit vielen liebevoll ausgearbeiteten Charakteren.
Egal ob Städte, Landschaft oder Person, hier wird alles sehr genau beschrieben. Das hat zwischendurch das Tempo etwas gelähmt und trotzdem hat mich die Welt die sich vor meinen Augen aufbaute gefesselt.
Sehr lange wusste ich gar nicht genau wo die Geschichte einmal hinführen soll und ich werde sie wohl nochmal lesen um ganz darin einzutauchen. Es ist von Vorteil wenn man schon mal was von Zeit-Raumreisen und Multiversen gehört oder gelesen hat um gut mitzukommen in der Story. Um es einfach mal eben so nebenbei zu lesen ist es zu anspruchsvoll.

Ich bin gespannt auf weitere Teile dieser Reihe.

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Veröffentlicht am 17.09.2023

Neue Perspektiven

Ent-Eltert euch!
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In diesem Buch geht es darum sich in gewisser Weise von seinen Eltern abzulösen; aber nicht im negativen Sinne. Es geht eher darum schädliche Verhaltensmuster zu erkennen; zu sich selbst zu stehen ...

In diesem Buch geht es darum sich in gewisser Weise von seinen Eltern abzulösen; aber nicht im negativen Sinne. Es geht eher darum schädliche Verhaltensmuster zu erkennen; zu sich selbst zu stehen und zu lernen solche Situationen gut zu meistern und emotional nicht mehr so abhängig vom Verhalten der Eltern zu sein.

Zur Verdeutlichung der Fallbeispiele kommen die Personen daraus immer wieder vor und es wird ihre Weiterentwicklung aufgezeigt. Regelmäßig gibt es Übungen zur eigenen Selbstreflexion. Dieses Buch einfach nur zu lesen wird noch nicht den erwünschten Effekt bringen. Man muss sich wirklich darauf einlassen und die Übungen und aufgezeigten Verhaltensbeispiele auch anwenden.

Gut fand ich das immer mal wieder darauf hingewiesen wird das für tiefsitzendere Probleme fachliche Hilfe in Anspruch genommen werden sollte. Ich bin nicht so ganz warmgeworden mit dem Sprachstil, es war für mich etwas zu hölzern und die Verhaltensmuster passten zu wenig zu mir und meiner Situation.

Trotzdem für viele sicher ein guter Ratgeber.

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Veröffentlicht am 23.07.2023

Solide Fortsetzung

Villa Amalfi
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Dies ist der zweite Band um das Hotel Villa Amalfi.
Ida leitet mit ihrem väterlichen Freund Vittorio das Hotel und könnte damit nicht glücklicher sein. Wäre da nicht Guenda die, ohne es zu wissen, Idas ...

Dies ist der zweite Band um das Hotel Villa Amalfi.
Ida leitet mit ihrem väterlichen Freund Vittorio das Hotel und könnte damit nicht glücklicher sein. Wäre da nicht Guenda die, ohne es zu wissen, Idas Kind adoptiert hat und es aufzieht. Zwischen den Frauen gibt es immer wieder Reibereien. Aber mit ihrem Mann Tomas ist Ida sehr glücklich.

Die Figuren sind alle sehr authentisch und toll ausgearbeitet. Auch Schreibstil und Sprache empfand ich als schön und gut lesbar. Es war mir ein leichtes mich an den Ort des Geschehens zu versetzen.

Leider gab es auch Punkte die mir nicht so gut gefallen haben. Zu viele Zeitsprünge die viel zu groß waren. Und irgendwie hab ich die ganze Zeit darauf gewartet das Idas Geheimnis gelüftet wird. Aber das ist meines Erachtens nach total untergegangen.

Alles in allem aber eine solide Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Die Frau der Stunde - zu distanziert

Die Frau der Stunde
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Heike Spechts Debütroman „Die Frau der Stunde“ erzählt von Catharina Cornelius, einer liberalen Abgeordneten Ende der 1970er, die überraschend Außenministerin wird. Das Buch fängt die Zeit gut ein: Bonn, ...

Heike Spechts Debütroman „Die Frau der Stunde“ erzählt von Catharina Cornelius, einer liberalen Abgeordneten Ende der 1970er, die überraschend Außenministerin wird. Das Buch fängt die Zeit gut ein: Bonn, politische Abläufe und auch die Szenen zum Iran wirken recherchiert und glaubwürdig. Sprachlich liest sich das Ganze leicht und flüssig, und besonders die Passagen, in denen männliches Verhalten gegenüber Frauen gezeigt wird, sind oft sehr treffend und unangenehm real.

Trotzdem bin ich nicht richtig warm geworden. Catharina bleibt mir zu fremd; sie wirkt kompetent, aber ihre inneren Gedanken und Gefühle werden kaum greifbar, deshalb fällt es schwer, mit ihr mitzufühlen. Die Idee, die Geschichte aus verschiedenen Frauenperspektiven zu erzählen, ist gut, aber viele Figuren bleiben nur skizzenhaft. Nebencharaktere werden ausführlich eingeführt und verschwinden dann wieder, manche Handlungsstränge enden einfach abrupt.

Außerdem zieht sich das erste Drittel stellenweise und vieles fühlt sich wie eine lange Einführung an. Die historischen Einschübe sind informativ, aber manchmal zu ausführlich für einen Roman — da merkt man die Historikerin. Stilistisch gibt es schöne Formulierungen, aber auch ein paar abgenutzte Wendungen.

Mein Fazit: Ein gut recherchiertes Buch mit starken Ansätzen, das mich literarisch nicht ganz überzeugt hat. Wer eine Zeitreise in die späten Siebziger sucht und sich für Politik und Feminismus interessiert, findet viele reizvolle Szenen. Wer dagegen eine starke, emotionale Figurenentwicklung und mehr Spannung erwartet, wird eher enttäuscht sein. Ich würde Heike Spechts Sachbücher probieren — dort scheint ihre Stärke als Historikerin noch besser zur Geltung zu kommen.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Schöne Momente, wenig Schwung

Der Flügelschlag des Paarfalters
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Für mich war Der Flügelschlag des Paarfalters eher ein Buch, das mehr schleppt als schwebt, deshalb 3 von 5 Sternen. Es gibt immer wieder sehr schöne, fast poetische Passagen, in denen Alltagsszenen so ...

Für mich war Der Flügelschlag des Paarfalters eher ein Buch, das mehr schleppt als schwebt, deshalb 3 von 5 Sternen. Es gibt immer wieder sehr schöne, fast poetische Passagen, in denen Alltagsszenen so fein beobachtet werden, dass sie im Kopf haften bleiben. Diese Momente zeigen ein echtes Gespür für Melancholie und kleine Hoffnungsfunken.

Trotzdem hat mich das Tempo oft ausgebremst: Erzählstränge ziehen sich, manche Motive wiederholen sich, und dadurch verliert die Geschichte an Vorwärtsdrang. Die Figuren bleiben stellenweise auf Distanz, so dass es schwerfällt, dauerhaft mit ihnen mitzufühlen. Das Debüt zeigt Talent, aber an manchen Stellen hätte die Erzählung mehr Straffung gutgetan.

Wer langsame, reflektierende Literatur mag und sich gern in Stimmungen und Details verliert, findet hier lohnenswerte Stellen. Wer dagegen auf Handlungsschwung oder starke emotionale Bindung an die Protagonisten setzt, wird sich vermutlich öfter durchkämpfen müssen. Insgesamt ein schönes, aber nicht durchgehend überzeugendes Debüt.

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