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Veröffentlicht am 03.10.2023

Krimi und Milieustudie zugleich

Helle Tage, dunkle Schuld
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Der erste historische Kriminalroman von Eva Völler konnte mich überzeugen, da er nicht nur sehr spannend ist, sondern zugleich eine wunderbare Milieustudie darstellt. Außerdem kann die Geschichte noch ...

Der erste historische Kriminalroman von Eva Völler konnte mich überzeugen, da er nicht nur sehr spannend ist, sondern zugleich eine wunderbare Milieustudie darstellt. Außerdem kann die Geschichte noch den einen oder anderen unerwarteten Turn aufweisen. Fakt ist Eva Völler kann auch Krimis schreiben.
Im Mittelpunkt des historischen Kriminalromans, der in den späten 40er Jahren in Essen und Köln spielt, steht Kriminalinspektor Carl Bruns. Carl war mir von der ersten Seite an sympathisch, da er sehr lebensnah und menschlich geschildert wird. Er hat das Herz am rechten Fleck, dies beweist er, wenn er sich um die Halbwaise aus seinem Haus kümmert, die regelmäßig vom eigenen Vater vernachlässigt wird.
Der Fall zu dem er gerufen wird, ist ein sehr persönlichen Fall, weil er seiner ersten großen Liebe wieder begegnet. Alte Gefühle kommen wieder an die Oberfläche. Ob Anne und er diesmal eine Chance haben, oder weiß der Mörder dies zu verhindern?
Der Kriminalroman wird aus mehreren Perspektiven erzählt, dies ermöglicht uns Lesern, dass wir zu vielen Protagonisten eine engere Beziehung aufbauen können. Hauptperspektive ist allerdings die Sichtweise Carls, was uns zusätzlich die Möglichkeit gibt ihm beim Ermitteln über die Schulter zu schauen.
In dem Roman geht es um den Wiederaufbau Deutschlands und die Situation, in der sich die Bevölkerung befindet. Die britischen Besatzer wollen der Polizei Stück für Stück mehr Selbstbestimmung zugestehen, doch die Schatten der nationalsozialistischen Herrschaft sind lang und die Verstrickungen in die Exekutive und auch Judikative sind nicht zu leugnen. Ein ungutes Gefühl in der Magengegend ist somit bei Lesen nicht auszuschließen, denn teilweise ist man fassungslos, wütend und sauer zugleich.
Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt sehr gut zu lesen. Dialoge und erzählende Passagen wechseln sich ab, sodass keine Langeweile entsteht. Zeitsprünge tragen zur Raffung des Geschehens bei, sodass die Spannung hochgehalten wird. Der Showdown am Ende war dann das I-Tüpfelchen.
In einem informativen Nachwort geht die Autorin noch einmal auf wichtige Punkte des Romans ein. Ich bin sehr gespannt, ob wir Carl und Anne noch einmal wiederbegegnen, der Zusatz auf der Homepage lässt uns hoffen, ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen.

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Veröffentlicht am 18.09.2023

Ein Krimi tief in der menschlichen Psyche

Wer das Vergessen stört
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Ein psychologischer Krimi, der uns Täter und Opfer auf eine besondere Weise nahebringt. Ich bin sehr fasziniert von diesem Krimiformat.

In der Story geht es um die ehemalige Polizeipsychologin Lily ...

Ein psychologischer Krimi, der uns Täter und Opfer auf eine besondere Weise nahebringt. Ich bin sehr fasziniert von diesem Krimiformat.

In der Story geht es um die ehemalige Polizeipsychologin Lily Brown, welche als Psychotherapeutin in Canterbury einen beruflichen Neuanfang wagt. Vera ist eine ihrer ersten Patientinnen und berichtet von Panikattacken, die auf Ereignissen aus ihrer Kindheit beruhen. Kurze Zeit später wird Vera mit dem Verdacht eines Selbstmordes tot aufgefunden. Gleichzeitig betreut Lily noch eine weitere Patientin, Samantha, die unter ihrem gewalttätigen Ehemann leidet. Lily hat alle Hände voll zu tun, aber wird bei Veras raschem Lebensende misstrauisch und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei leidet sie selbst privat unter einigem Stress. Eine interessante Reise durch die Psychologie von Menschen beginnt.

Lily ist eine selbstbewusste Frau. Sie steht mitten im Leben. Leider hängt sie immer noch an ihrer großen Liebe aus der Vergangenheit, was ihren beruflichen von ihrem privaten Charakter, meiner Meinung nach, unterscheidet. Im Beruf gibt sie alles und tritt sehr selbstbewusst auf, privat scheint sie mir von Selbstzweifeln geprägt zu sein, was ich sehr abwechslungsreich beim Lesen fand.

Der Aufbau der Handlung ist stringent und wird nur durch wenige Zeitsprünge unterbrochen. Sehr detailliert und schön beschreibend ist der Schreibstil der Autorin. Gerade die konkrete Beschreibung der Arbeit von Psychotherapeuten und ihrer Erfolge und Probleme hat mich sehr fasziniert. Man merkt, dass die Autorin in diesem Bereich lange beruflich tätig war. Auch Methoden aus der alltäglichen Arbeit der Psychologie hat die Autorin geschickt in die Geschichte eingebaut.

Ich war nur schockiert über die toxische Beziehung von Samantha zu ihrem Ehemann. Was kann ein Mensch alles aushalten und wann ist es genug? Leider scheint dies, wenn auch in anderer Form häufiger der Fall zu sein als man meint. Die Spannung der Geschichte ist gut und findet ein interessantes Ende mit einem Cliffhanger, wenn ich an die letzte Seite denke. Ich dachte nur „Oh nein, nicht schon wieder!“ aber mehr verrate ich nicht. Spannend und mit vielen Details aus der Arbeit der Psychologie mit einer interessanten Protagonistin bin ich sehr gespannt auf den zweiten Fall von Lily Brown.

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Veröffentlicht am 11.09.2023

Ein Schattenkönig sorgt für Unruhe

Die Windsor-Akte
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Eine Reise quer durch Europa mit einem abgedankten König, welcher immer noch für einige Mächtige in Europa eine Bedeutung hat, ist der Treibstoff für diesen interessanten Roman. I
n der Story geht es um ...

Eine Reise quer durch Europa mit einem abgedankten König, welcher immer noch für einige Mächtige in Europa eine Bedeutung hat, ist der Treibstoff für diesen interessanten Roman. I
n der Story geht es um den jungen Ajax Doggerton, welcher einen sehr mysteriösen Auftrag in den 1940iger Jahren erhält. Er soll für den britischen Geheimdienst Informationen über den abgedankten König Edward, der in Frankreich mit seiner Ehefrau Wallis lebt, herausfinden. Ajax lässt sich auf dieses sehr dubiose Spiel ein und gerät bald in einen Strudel aus Flucht und Gefahr. Hängt gar von Ihm die Zukunft Großbritanniens ab?
Ajax Doggerton ist anfangs ein schüchterner junger Mann. Er schmiedet seine ganz eigenen Zukunftspläne. Durch den sehr speziellen Auftrag reift er jedoch sehr schnell zu einem mutigen Mann heran und wird mit sehr interessanten Personen bei seinem Streifzug konfrontiert. Als weitere interessante Charaktere können neben Edward und Wallis, die deutsche Adelige Katharina, der britische Geheimdienstler Gallagher, sowie die junge Französin Lydie genannt werden. Katharina ist ein interessanter Nebencharakter, ihre Rolle in der Geschichte ist nicht ganz klar und changiert zwischen Gut und Böse. Man weiß nie so genau mit wem man sich bei ihr einlässt, was mir sehr gut gefallen hat.
Die Geschichte wird durch wenige Zeitsprünge in das Jahr 1992 unterbrochen und ist sonst im Jahr 1940 in Europa angesiedelt. Der Schreibstil des Autors ist gehoben, flüssig und sehr gut lesbar. Der Autor schafft es durch seine detailreichen Darstellungen für ein sehr angenehmes und aufregendes Kopf-Kino zu sorgen. Ebenfalls sehr positiv sind die ganzen historischen Hintergründe dieser Zeit. Ein Kapitel, dass in der Öffentlichkeit gar nicht so breit wahrgenommen wurde. Einzig und alleine das Ende hätte ich mir etwas anders vorgestellt bzw. gewünscht. Hier hätte der Autor ein anderes bzw. differenzierteres Ende wählen können. Die ist aber der einzige kleine Kritikpunkt an einem ansonsten sehr gut recherchierten und spannend geschriebenen historischen Roman. Für Freunde von historischen Romanen ist dieser Roman ein absolutes Muss.

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Veröffentlicht am 25.06.2023

Familiensaga meets Hanni und Nanni

Das Pensionat am Holstentor: Frühlingstöchter
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Als ich den Roman von Anna Perbandt in der Vorschau entdeckt hatte und mir die Autorin direkt bekannt war, wenn auch unter anderem Namen, stand für mich fest, dieses Buch muss ich lesen.
Als Kind habe ...

Als ich den Roman von Anna Perbandt in der Vorschau entdeckt hatte und mir die Autorin direkt bekannt war, wenn auch unter anderem Namen, stand für mich fest, dieses Buch muss ich lesen.
Als Kind habe ich die Bücher von Hanni und Nanni regelrecht verschlungen und da ich die anderen Bücher der Autorin auch liebte, waren dies gleich zwei Kriterien dieses Buch lesen zu wollen.
Nora von Jagow, Lotte, Dabel, Agnes Kneske und Fanny Grape sind vier Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten, doch sie werden im Pensionat von Frau Eggers zu vier Freundinnen, die füreinander einstehen.
Meine Lieblingsfigur war die junge Lehrerin Gesche Petersen, die alles für ihre Schützlinge tut und gleichzeitig den Spagat zwischen dem Anspruch, der an sie gestellt wird und der Herzlichkeit schafft.
Themen des Romans sind die Rolle der Frau, die Erziehung von Töchtern der höheren Gesellschaft, aber auch das Schulsystem um 1900. Sehr interessant fand ich auch das Gutsleben und die Unterschiede zwischen den Angestellten und den Herrschaften dargestellt.
Der Roman wird chronologisch erzählt, aus wechselnden Perspektiven. Meist nehmen wir die Sichtweise von Nora und Gesche ein, was ich sehr gelungen fand. So war die Sicht der Schülerin und der Lehrerin abgedeckt und dennoch haben beiden Frauen etwas ganz Eigenes an sich.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen, der dialogorientierte Stil sorgt für ein hohes Lesetempo.
Der Roman endet sehr offen, was die Vorfreude auf den zweiten Band „Das Pensionat am Holstentor – Sturmschwester (ET: Okt. 2023) noch mehr schürt, denn man will natürlich wissen, wie es mit den vier Freundinnen und ihrer Lehrerin weitergeht.
Ein Roman für alle die gerne Hanni und Nanni gelesen haben und mal eine etwas andere Familiensaga lesen wollen.
Klare Leseempfehlung von mir!

9/10 P.

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Ein Ort voller Geheimnisse

The Inheritance Games
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Eine Familie mit unendlich vielen Geheimnissen und eine Erbin, welche nichtsahnend zwischen die Fronten gerät. Dies war eine imposante Mischung für diesen außergewöhnlich spannenden Roman. Ich bin dabei ...

Eine Familie mit unendlich vielen Geheimnissen und eine Erbin, welche nichtsahnend zwischen die Fronten gerät. Dies war eine imposante Mischung für diesen außergewöhnlich spannenden Roman. Ich bin dabei sehr gut unterhalten worden. In der Geschichte geht es um die junge Avery Grambs, welche aus dem Nichts die Nachricht erhält eine Erbschaft antreten zu können. Es handelt sich dabei um das Vermögen eines der reichsten Menschen der Erde. Der verstorbene Multimilliardär Tobias Hawthorne knüpft die Erbschaft an nur eine einzige Bedingung. Sie muss in das schier unfassbar große Familienanwesen in Texas einziehen. Zusammen mit ihrer Schwester Libby stellt sie bald fest, dass sie dort nicht gerade willkommen ist. Die potenziellen Erben sind fast leer ausgegangen und lassen dies Avery gleich bei ihrer Ankunft bitter spüren. Doch es gibt ein Geheimnis, welches der Verstorbene hinterlassen hat. Überhaupt scheint dieser Ort nur von Geheimnissen zu strotzen. Avery lässt sich auf das Spiel ein und erfährt nach und nach mehr über das Haus und die Familie. Wird sie es schaffen das Geheimnis zu lösen oder sind die gegnerischen Kräfte zu stark für sie? Wer ist Freund und wer ist Feind, oder ist das gar nicht mehr auseinanderzuhalten? Eine spannende Rätselrally beginnt. Die Hauptdarstellerin ist eine junge, recht in sich gekehrte Frau, welche von der Erbschaft komplett überrumpelt wurde. Sie stellt sich dennoch den Herausforderungen und lässt sich dabei von ihrem Talent des logischen Denkens, sowie des Faibles für die Lösung von Rätseln nicht beirren. An ihrer Seite stehen außergewöhnlich interessante Nebenfiguren in der Story. Neben ihrer Schwester Libby sind dies neben ihrem persönlichen Bodyguard Oren, die Töchtern des Verstorbenen Skye und Zora, die Enkel des verstorbenen Milliardärs namentlich Grayson Hawthorne, Alexander Hawthorne, Jameson Hawthorne sowie Nash Hawthorne. Gerade Grayson sowie Jameson Hawthorne kommt in der laufenden Erzählung eine Schlüsselrolle zu. Beide sind charakterlich sehr unterschiedlich und trotz allem umkreist beide eine ganz mystische und geheimnisvolle Aura. Beiden kann man gleichzeitig vertrauen und misstrauen; somit sorgen beide Figuren für zusätzliche Spannung. Der Aufbau der Story ist stringent und spielt in der heutigen Zeit. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, dialogorientiert und für tendenziell jugendliche Leser konzipiert. Aber auch Erwachsene Leser könne sich in der Geschichte sehr gut wiederfinden. Die Konzeption der Story ist sehr spannend und mystisch. Ich bin von der Idee des schier unfassbar großen und sehr diffizil gestalteten Anwesens und seiner Geschichte sehr angetan. Das Fazit ist sehr positiv. Spannend und kreativ gestaltet werde ich die Fortsetzung der Inheritance Games sehr gerne lesen. Eine klare Leseempfehlung für eine etwas andere Geschichte meinerseits.

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