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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2024

Fängt stark an, verliert aber schnell an Faszination

Ein Garten offenbart sich
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Die Autorin beschreibt zu Beginn des Buchs, wie sie von der Großstadt aufs Land zieht und dort ein altes Bauernhaus mit großem Garten übernimmt. Zu Anfang mäht sie den Rasen und hält alles in Ordnung, ...

Die Autorin beschreibt zu Beginn des Buchs, wie sie von der Großstadt aufs Land zieht und dort ein altes Bauernhaus mit großem Garten übernimmt. Zu Anfang mäht sie den Rasen und hält alles in Ordnung, doch bald beginnt sie damit, den Garten verwildern zu lassen, um der Natur ihren Lauf zu lassen. Sie beschreibt, wie die Gräser und Pflanzen ihr bis in Brusthöhe wachsen und sie lediglich ein paar Wege in diesen Dschungel mäht. An dieser Stelle dachte ich mir, dass dies der Natur sicher guttut, aber, zumindest in meinem Fall, wenig praktikabel ist. Erstens ist unser Garten nicht so groß und zweitens wären die Nachbarn wenig angetan. Mal ganz abgesehen davon, dass ich gern in meinem Garten herumspaziere und jedes Eckchen nutzen will, will heißen, die Gartenliege mal hierhin und mal dahin schieben möchte.
Was mir gut gefallen hat, war der Einstieg ins Buch, wo sie beschreibt, wie sie als Kind bei ihren Großeltern war, die Obst und Gemüse selbst anbauten. Was mich hier allerdings erstaunt hat, war der krasse Gegensatz zwischen der Kindheit der Autorin und meiner eigenen. Ich bin sogar ein paar Jahre älter als Katrin de Vries, trotzdem habe ich Plumpklos und die sehr spartanische Lebensweise sowie das Selbstversorgertum so nie erlebt. Es kam mir so vor, als ob sie die Kindheit der Mutter beschreibt, nicht ihre eigene.
Manche der angesprochenen Themen haben mich erreicht, weil sie sich mit meinen eigenen Erfahrungen decken, beispielsweise wenn sie sagt, die Pflanzen suchen sich ihr eigenes Plätzchen aus, an dem sie wachsen möchten. Anderes hat mich einfach nur entsetzlich genervt, allem voran die neunmalklugen Söhne, die alle paar Seiten erwähnt werden und die ihr so wertvolle Ratschläge geben wie sie solle sich aus Gründen der Wasserersparnis doch wieder ein Plumpsklo anschaffen oder öfter mal in die Baumwipfel schauen. Diese ständige Besserwisserei vonseiten der Söhne ging mir unendlich auf die Nerven, es war so schlimm, dass ich mich regelrecht zwingen musste, dieses Buch zu Ende zu lesen. Hätte ich es nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, hätte ich nach zwei Dritteln abgebrochen. Für mich also im Großen und Ganzen eine Enttäuschung.

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Veröffentlicht am 05.04.2024

Klang vielversprechend

Das Waldhaus
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Als Hannah ein kleines Mädchen war, wurde ihre Mutter ermordet. Wer der Täter war, wurde nie aufgeklärt. Hannahs älterer Bruder Reese ist überzeugt, dass der Vater der Täter war und hat sich seitdem nie ...

Als Hannah ein kleines Mädchen war, wurde ihre Mutter ermordet. Wer der Täter war, wurde nie aufgeklärt. Hannahs älterer Bruder Reese ist überzeugt, dass der Vater der Täter war und hat sich seitdem nie wieder zuhause blicken lassen. Nachdem sie eine Weile in Brighton lebte, kehrt Hannah nun in ihr Elternhaus in London zurück. Der Vater ist dement und kann nicht mehr allein leben. Hannah ist jetzt in dem Alter, in dem ihre Mutter war, als sie starb, und scheint ihr ziemlich ähnlich zu sehen, denn der Vater verwechselt sie mit ihr. Immer wieder entschuldigt er sich bei ihr, was bei Hannah die Vermutung auslöst, der Vater könnte wirklich der Täter sein. So weit, so gut. Doch ab hier wird das Buch immer absurder. Hannah fängt an, die alten Kleider der Mutter zu tragen und sich wie die Mutter zu verhalten, um den Vater zu täuschen und andere Personen aus der Reserve zu locken. Sie tritt in Kontakt mit dem damals ermittelnden Kommissar und beginnt, in der Vergangenheit ihrer Mutter herumzuschnüffeln. Dabei macht sie weniger schöne Entdeckungen. Irgendwann ist sie an dem Punkt, an dem ich mich gefragt habe, ob Hannah vielleicht eine Psychopathin ist, denn ihr Verhalten ist wirklich vollkommen verrückt. Es gibt so gut wie niemanden, den sie nicht früher oder später verdächtigt, die Mutter auf dem Gewissen zu haben. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und es war abgesehen von der absurden Story auch schwer, der Sprecherin zu lauschen, da Hannah so schrecklich unsympathisch und durchgeknallt klang. Ich bin wirklich sehr erstaunt über die vielen guten Bewertungen für dieses Buch. Nach einem vielversprechenden Anfang driftete die Story immer mehr ins Absurde ab. Wirklich sehr enttäuschend.

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Veröffentlicht am 30.01.2024

Viele logische Brüche und wenig Spannung

Schneesturm
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Eine Gruppe von Freunden trifft sich anlässlich des 10. Todestages eines gemeinsamen Freunds auf der kleinen, zu den Aran Islands gehörenden Insel Inishmore. Ein Schneesturm hat die Insel von der Außenwelt ...

Eine Gruppe von Freunden trifft sich anlässlich des 10. Todestages eines gemeinsamen Freunds auf der kleinen, zu den Aran Islands gehörenden Insel Inishmore. Ein Schneesturm hat die Insel von der Außenwelt abgeschnitten. Als eine Leiche in einem Felsbecken gefunden wird, ist klar, dass der Mörder noch auf der Insel sein muss. Die einzige Polizistin auf der Insel, Cara, kann erst auf Verstärkung vom Festland hoffen, wenn sich das Wetter beruhigt.
Die Ausgangssituation ist spannend und hat Potenzial, das aber leider nicht ausgeschöpft wird. Außerdem ist vieles an diesem Roman unlogisch. Beispielsweise ist die Rede von hüfthohen Schneeverwehungen und ungeräumten Straßen, was Cara aber nicht davon abhält, ohne Probleme auf der ganzen Insel herumzufahren, um zu ermitteln, wie sie es nennt. Es mutet allerdings eher wie Aktionismus an. Dass es sich bei der Toten um ihre Freundin Maura handelt, die allseits beliebte Lehrerin der Dorfschule, hält sie, warum auch immer, vor der einheimischen Bevölkerung geheim, den Freunden erzählt sie es jedoch, denn auch Maura gehörte zu ihrer Clique. Im Übrigen stellt sich schnell heraus, dass sich die Freunde fremd geworden sind und sie jede Menge Geheimnisse voreinander haben.
Was mich am Allermeisten an diesem sehr in die Länge gezogenen und nicht sehr spannenden Roman gestört hat, ist, dass den Lesern eine wichtige Information über Cara nicht nur vorenthalten wird, sondern sie regelrecht getäuscht werden.
Der Schreibstil ist zuweilen haarsträubend. Es finden sich Sätze wie „Die schwach erkennbare Silhouette des Weihnachtsbaums kam ihr vor wie ein Monster mit Tentakeln und der Widerhall des klingenden Telefons wie dessen fremdartiger Schrei.“ Ich habe mich nicht vertippt, da steht wirklich „klingenden“ statt „klingelnden“.
Warum der Verlag gleich auf dem Cover einen dicken Spoiler aufdruckt, hat sich mir auch nicht erschlossen. Alles in allem war „Schneesturm“ für mich eine Enttäuschung auf ganzer Linie und vergeudete Lesezeit.

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Veröffentlicht am 23.10.2023

Fürchterlich

Die letzte Nacht
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Die Ärztin Sara Linton ist glücklich mit dem Ermittler Will Trent, die Hochzeit steht kurz bevor. Während eines Nachtdiensts wird eine junge Frau auf die Notaufnahme eingeliefert. Sie hatte einen Autounfall ...

Die Ärztin Sara Linton ist glücklich mit dem Ermittler Will Trent, die Hochzeit steht kurz bevor. Während eines Nachtdiensts wird eine junge Frau auf die Notaufnahme eingeliefert. Sie hatte einen Autounfall und stirbt kurz danach. Zuvor schafft sie es jedoch noch, Sara mitzuteilen, dass sie brutal vergewaltigt wurde. Sara, die selbst vor über 20 Jahren Opfer einer Vergewaltigung wurde und dieses Trauma nie überwunden hat, schwört sich, den Schuldigen ausfindig zu machen. Dabei sticht sie in ein Wespennest, denn der Fall ist sehr viel komplexer als sie sich vorstellen konnte. Will und seine Kollegin Faith, die gleichzeitig Saras beste Freundin ist, ermitteln inoffiziell und bringen damit nicht nur sich und ihre Karriere, sondern auch Faiths Sohn in Gefahr.
Vergewaltigung ist ein heikles Thema, das in Krimis oft zur Sprache kommt. Noch nie habe ich allerdings ein Buch gelesen, in dem auf so obszöne und frauenverachtende Weise darüber geschrieben wurde. Die ekelhaften Details werden verschiedenen Personen gegenüber unzählige Male wiederholt, die dabei benutzte Sprache ist unterste Schublade. Von Vergewaltigern erwartet man wahrscheinlich nichts anderes, doch selbst Sara und eine andere Ärztin, die ebenfalls ein Vergewaltigungsopfer ist, bedienen sich dieses abstoßenden Vokabulars. Was die Geschichte selbst anbelangt, so erscheint mir manches sehr konstruiert, nach dem Motto „Was nicht passt, wird passend gemacht“. Will schleust sich unter einem Pseudonym als angeblicher früherer Kommilitone in eine Gruppe ein, mit der er angeblich in der Vergangenheit wilde Feste gefeiert hat. Keiner in der Gruppe kann sich an ihn erinnern, doch niemand kommt auf die Idee, die Behauptung anzuzweifeln. In Nullkommanichts wird er „wieder“ in die Gruppe aufgenommen, wodurch Will der Lösung des Falls ein ganzes Stück näherkommt. Nicht sehr glaubwürdig. Dazu kommt, dass die Übersetzung sehr zu wünschen übriglässt. Als eine der Personen etwas im englischen Original als „totally bananas“, also total verrückt, bezeichnet, wird das im Deutschen allen Ernstes als „Das ist ja total Banane!“ übersetzt. Die englische Farbe „purple“ ist ganz einfach lila und nicht purpurfarben! Ich könnte ganze Seiten füllen mit den schlechten Übersetzungen in diesem Buch.
Ich hatte auf einen spannenden Krimi gehofft, aber dieses Buch ist tatsächlich das Schlechteste, was ich seit langem gelesen habe. Nur gegen Ende kommt so etwas wie Spannung auf, weshalb ich zwei anstatt einen Stern dafür vergebe.

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Veröffentlicht am 23.09.2023

Familie kann man sich nicht aussuchen

Sylter Welle
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Früher ging Max mit seinen Großeltern Ludwig und Lore auf Sylt campen. Heute sind die beiden zu alt dafür und mieten sich lieber in einer Ferienwohnung in der „Sylter Welle“ in Westerland ein. Max ahnt, ...

Früher ging Max mit seinen Großeltern Ludwig und Lore auf Sylt campen. Heute sind die beiden zu alt dafür und mieten sich lieber in einer Ferienwohnung in der „Sylter Welle“ in Westerland ein. Max ahnt, dass es nicht mehr viele Urlaube mit den beiden geben wird und fährt sie besuchen.
Da ich jedes Jahr Sylt besuche, hatte ich mich auf etwas Sylter Lokalkolorit und Meeresbrise gefreut, doch dieser Roman besteht hauptsächlich aus Reminiszenzen an Kindheit und Jugend, die allerdings größtenteils alles andere als positiv sind. Es geht um miefige Küchen, Margarine mit allen möglichen Speiseresten, Dachse in der Tiefkühltruhe und andere unappetitliche Themen. Oma Lore benimmt sich wie ein General, jeder hat nach ihrer Pfeife zu tanzen. Der Opa schreibt derweil Tagebuch und lässt seine Lore machen. Max selbst ist kein angenehmer Zeitgenosse, der schon als Kind einer alten Dame androht, sie aus dem Fenster zu werfen, als sie das schlechtgelaunte Bürschchen anspricht. Auf seine Ausraster scheint er jedoch stolz zu sein, so wie er davon berichtet.
Es gibt keine fortlaufende Geschichte, sondern eine Aneinanderreihung von Anekdoten, die teilweise doch ziemlich seltsam anmuten. Mit dem flapsigen Schreibstil und dem Humor des Autors kann ich leider überhaupt nichts anfangen. Wahrscheinlich bin ich einfach nicht in der richtigen Zielgruppe für diese Lektüre. Die vielen Zeitsprünge haben das Lesen erschwert und ich habe mich zumindest bei Tag 1, der den größten Teil des Buchs einnimmt, durch die Seiten gequält. Von mir leider keine Leseempfehlung.

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