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Veröffentlicht am 30.10.2023

Gute Grundidee, schlechte Umsetzung

From Lukov with Love - Wenn Liebe das Eis zum Schmelzen bringt
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In der Sportkarriere der 26jährigen Jasmine Santos aus Houston läuft es nicht gut: Da ihr Partner ihr den Laufpass gab, musste die Eiskunstläuferin vom Paarlauf zum Soloauftritt wechseln. Sie arbeitet ...

In der Sportkarriere der 26jährigen Jasmine Santos aus Houston läuft es nicht gut: Da ihr Partner ihr den Laufpass gab, musste die Eiskunstläuferin vom Paarlauf zum Soloauftritt wechseln. Sie arbeitet und trainiert hart, es reicht dennoch nie für das Siegertreppchen. Man legt ihr bereits nahe, die Schlittschuhe an den Nagel zu hängen, um Trainerin zu werden, als sie ein unglaubliches Angebot bekommt – sie soll für ein Jahr die Partnerin des Goldmedaillengewinners Ivan Lukov werden. Dumm nur, dass die beiden sich nicht ausstehen können…
Ich habe mich sehr auf die Lektüre von „From Lukov with Love. Wenn Liebe das Eis zum Schmelzen bringt“ gefreut, da ich zuvor auch „Icebreaker“ von Hannah Grace gelesen hatte.
Die Autorin des Romans wird als Meisterin des „Slow Burn“ bezeichnet, und Enemies – to – Lovers – Geschichten mit witzigen Wortgefechten liebe ich seit der Lektüre von „Much Ado about Nothing/Viel Lärm um Nichts.“ Mir ist klar, dass es sich bei Mariana Zapatas Geschichte um einen 544 Seiten starken New-Adult-Roman handelt, insofern habe ich meine Erwartungen an den Stil im Vorfeld etwas heruntergeschraubt. Als Leser verfolgen wir die lineare Handlung aus Jasmines Perspektive, was mir gut gefiel, da ich das Stilmittel der alternierenden Perspektiven in dem Genre ausgelutscht finde. Anders als in „Icebreaker“ spielt der Eiskunstlauf wirklich eine Rolle, die Beschreibungen rund um den Sport fand ich spannend. Mariana Zapata beschreibt die Protagonistin Jasmine „Jas“ Santos als ehrgeizigen, toughen Dickschädel, der trotz Rückschlägen (und Nebenjob) an seinem Traum festhält. Auch Jasmins Familie (und ihr zunächst abwesender Vater) spielt eine große Rolle. Der Adonis Ivan Lukov wird als arroganter Überflieger vorgestellt. Obwohl seine Schwester Karina Jasmines beste Freundin ist, spielt sie nur eine Nebenrolle, und auch Familie Lukov nimmt weniger Raum im Roman ein als etwa die Trainerinnen Nancy & Galina. Jasmine und Ivan sind wie Feuer und Wasser, sie diskutieren und debattieren permanent. Ivan nennt Jasmine „Fleischklops“, Jasmine macht sich über seine Outfits lustig. Ich muss aber sagen, dass ich mir von den Wortgefechten mehr erhofft habe. Beleidigungen sind für mich kein banter. Da sich Jasmine auch mit ihren Brüdern und Schwestern streitet, sind die Wortgefechte mit Ivan nichts Außergewöhnliches, und es knistert auch nicht zwischen den beiden, da frage ich mich, wo der Unterschied zur Geschwisterrivalität ist? Überhaupt Jasmine: Die Figur soll als eine toughe Sympathieträgerin fungieren. Dazu passt aber nicht, dass sie sehr oft mit ihrem Schicksal hadert & sich beklagt. Nach dem ersten Drittel hat mich Jasmines Gemecker genervt, ihr Gedankenkarussell fand ich nicht so prickelnd. Auch das Drama rund um Jasmine fand ich ermüdend (Grippe, Autounfall, Verletzungspech, Vaterkomplex, Geschwisterrivalität). Die Autorin verzichtet aber zum Glück auf Dreiecksbeziehungen und Eifersuchtsanfälle. Der loyale Ivan war mir sympathischer, auch wenn ich seine Zuneigung zu Jasmine (deren Aussagen manchmal regelrecht doof klingen) konstruiert fand. Die Figurenzeichnung der Nebencharaktere war mir zu klischeehaft, und eigentlich verhielten sich die Protagonisten (beide sind fast dreißig Jahre alt) wie Teenager. Jasmines Probleme assoziiert man eher mit dem Erwachsenwerden einer Jugendlichen, ich fand es aber stark, dass sie Schwächere beschützte und sich klar gegen Mobbing aussprach. Mariana Zapata hätte die Story auch straffen können, teils zieht sich die Geschichte leider wie Kaugummi, von Stil und Sprache war ich sehr enttäuscht, dies liegt aber keinesfalls an der sehr guten deutschen Übersetzung. Ich erwarte von einem New-Adult-Roman weder eine Figurenzeichnung à la Tolstoi noch stilistische Finessen nach Art eines Thomas Mann. Auch wenn man ein Auge zudrückt, ist das, was Zapata abliefert, schwach. Für mich bedeutet banter nicht, dass sich die Protagonistin mit allen kabbelt. Sorry, dass ich es so sagen muss, aber das Etikett "Slow Burn" ist hier eine Ausrede dafür, dass die Autorin nicht weiß, wie man einen Roman richtig gliedert oder strukturiert. Noch am Schluss bringt sie neue Infos, anstatt sich zu fokussieren. Die Liebesgeschichte wird regelrecht in den Finalteil „gequetscht“. Der erste Kuss findet erst kurz gegen Ende statt, und Jasmine gibt selbst angesichts einer Liebeserklärung Widerworte, was albern ist. Obwohl ich es gut fand, dass „From Lukov with Love“ nicht nur aus einer Ansammlung von Liebesszenen besteht (und dass auch Freundschaft eine Rolle spielt) war ich von der Ausarbeitung enttäuscht. Wenn der Untertitel eines Buches „Wenn Liebe das Eis zum Schmelzen bringt“ lautet, erwarte ich mehr Romantik im Roman.

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Veröffentlicht am 30.09.2023

Drama Baby, Drama!

Daisy Haites
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Da das Dramolett „Magnolia Parks“ mit einem fiesen Cliffhanger endet, wollte ich auch den Folgeband „Daisy Haites“ lesen. Ich muss sagen, dass mir die Umschlaggestaltung der deutschen Ausgabe besser als ...

Da das Dramolett „Magnolia Parks“ mit einem fiesen Cliffhanger endet, wollte ich auch den Folgeband „Daisy Haites“ lesen. Ich muss sagen, dass mir die Umschlaggestaltung der deutschen Ausgabe besser als das englische Originalcover gefällt.
In „Magnolia Parks“ begleitet man Londons rich kids beim Müßiggang (ok, sie arbeiten auch beim Tatler, modeln oder studieren ein bisschen) und man wird Zeuge von toxischen Verhaltensweisen. Das It-Girl „Parks“ ist die Königin ihrer Clique, 90 Prozent aller Jungs sind in die Tochter eines Musikproduzenten verliebt, darunter auch der gefährliche Christian Hemmes oder der smarte Tom England. Magnolia kommt jedoch nicht von ihrer Jugendliebe BJ Ballentine los, und eigentlich besteht die ganze Handlung von Band eins nur aus dieser On/Off – Beziehung. Armes reiches Mädchen? Alle haben Privatflugzeuge und jetten mal nach Madeira, mal nach Griechenland oder auch in die Schweiz. „Magnolia Parks“ liest sich eigentlich wie eine überlange Exposition. Fashion Victim Magnolia kennt jede Marke, die ihre Freunde (oder Feinde) tragen. Ich dachte, es sei ihr Alleinstellungsmerkmal, doch da kommt Daisy Haites ins Spiel. Die Medizinstudentin gehört zu Londons Untergrund, ihr Bruder Julian macht auf Mafia, auch sie betreibt name dropping. Außerdem ist sie (unglücklich) in Christian verliebt, der aber noch mit Magnolia Parks ein Hühnchen zu rupfen hat, und so nimmt das Drama erneut seinen Lauf…
Der zweite Teil der Reihe taugt nicht zur Satire, auch wenn die Autorin (ohne einen Hauch von Selbstironie) versucht, die Geschichte durch Fußnoten, die Daisys Gedanken illustrieren, aufzuwerten. Ich habe mich ein wenig darüber gewundert, dass die Handlung parallel zu den Geschehnissen aus Band 1 stattfindet. Auch finde ich nicht, dass sich die Serie qualitativ mit dem 90-Jahre- Hit „Gossip Girl“ vergleichen lässt. Bei Magnolia Parks macht die Markenfixierung Sinn, ich fand es aber nervig, als Daisy Haites auch begann, brands zu identifizieren.
Man muss das Ganze wohl als eine Art Märchen begreifen, sonst wird man Regeln wie „Keine Waffen bei Tisch“ lächerlich finden. Ganz zu schweigen von 20jährigen Mädchen, die mal eben Operationen zur Behandlung von Schussverletzungen durchführen. Wenn das gelingt, kann man die Story ganz unterhaltsam finden und nicht schlecht „für Zwischendurch.“ Obwohl man der Autorin durch ein Megafon SHOW DON’T TELL zurufen will. Jessa Hastings hätte die Erzählung stellenweise straffen können, und manchmal hat man das Gefühl, dass der Roman „Daisy Haites“ ein Mittelband mit den typischen Schwächen ist, obwohl es sich wie gesagt um den zweiten Teil einer Reihe handelt. Ich bin dennoch auf den dritten Band („Magnolia Parks – The Long Way Home“) gespannt, der im November 2023 erscheinen soll.

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Veröffentlicht am 23.09.2023

Liebe am Set

This is Our Time
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Die bodenständige Ferne Resnik studiert an der UCLA & ist selig, als sie ein Praktikum an einem Filmset ergattert, da sie Drehbuchautorin werden möchte. Sie hätte jedoch nie damit gerechnet, in einer Netflixproduktion ...

Die bodenständige Ferne Resnik studiert an der UCLA & ist selig, als sie ein Praktikum an einem Filmset ergattert, da sie Drehbuchautorin werden möchte. Sie hätte jedoch nie damit gerechnet, in einer Netflixproduktion die weibliche Hauptrolle an der Seite von Teenieschwarm Rio McQuoid zu mimen.
Der Hollywoodschauspieler legt mit „This is our time“ sein Seriendebüt vor. Ferne ist zunächst gar nicht begeistert davon, das Love Interest von Rios Filmfigur zu verkörpern. Aus anfänglicher Antipathie wird jedoch schnell Sympathie (und mehr!). Doch in Tinseltown ticken die Uhren anders. Es geht um das große Geld und um die knallharte Durchsetzung von Geschäftsinteressen. Einschaltquoten werden notfalls mithilfe von Fakebeziehungen und inszenierten Eifersüchteleien gepusht, wobei Social Media und manipulative Manager eine große Rolle spielen. Kann es für Rio und Ferne ein Happy End geben?

Die „Shetland Love“- Reihe von Kathinka Engel habe ich (abgesehen von Band drei) sehr gerne gelesen. Die New Adult Romane bieten Szenen zum Lachen und Weinen, über das „Sportsakko“ eines Protagonisten und über die witzigen Wortgefechte habe ich mich köstlich amüsiert! Daher ist auch die „Hollywood Dreams“ – Reihe direkt auf meine Leseliste gewandert.
Das Cover ist ein richtiger Hingucker! Die Geschichte wird abwechselnd von Rio & Ferne erzählt. Leider dauert es lange, bis etwas wirklich Relevantes passiert. Die Dreharbeiten zur Serie werden detailliert geschildert, wobei ein cholerischer Regisseur namens Ferris Linch (nicht Bueller!) nicht fehlen darf, es gibt Intimitätskoordinatoren und einen indirekten Bezug zu #metoo. Von der stereotypen Charakterisierung der handelnden Personen war ich enttäuscht - die Figuren bleiben blass, einzig Rio ist ein Held mit Ecken und Kanten. Interessant fand ich das Setting - Los Angeles als Stadt der Träume. Allerdings war es stellenweise schwer, in die Geschichte einzutauchen. Wenn die Figuren Dinge wie „Depp vom Dienst“ und „Ich bin da echt ein bisschen lost.“ sagen, fällt es mir schwer zu glauben, dass amerikanische Twens in Los Angeles die Protagonisten sind (ein Muttersprachler würde doch nicht ins Englische switchen und urdeutsche Formulierungen verwenden?). Ich hätte mir insgesamt mehr Tiefgang und Feinschliff gewünscht (für hilfreiche Kritik und „Feintuning“ ist meines Erachtens der Lektor oder die Lektorin zuständig.), da die Autorin es besser kann. Die Gedanken der Protagonisten werden durch eine Aneinanderreihung von Hauptsätzen illustriert, was ich ziemlich nervig fand. Der Roman wirkt wie mit „angezogener Handbremse“ verfasst, und ich habe mich sehr über die explizite Nennung von Markennamen wie „Big Mac“ oder „McDonald’s“ gewundert. Manches hätte man pointierter und straffer darstellen können, die Erzählstimmen hätten unterschiedlicher sein dürfen, vieles wird in der Erzählung nur gestreift, wie in der „Shetland Love“ – Reihe gibt es aber wieder diverse Textsorten in der Story, was mir gut gefiel. Toxische Beziehungen werden an keiner Stelle glorifiziert, Sexismus wird kritisiert und (anti)feministische Schlagworte (bzw. Sätze) wie „not like other girls“ werden angeprangert. Wie in der „Shetland Love“ – Reihe ist wieder von Endometriose die Rede. Das ‚Personal‘ ist divers. Die Wichtigkeit von Consent wird betont, und gerade junge Leserinnen sollen durch die Botschaft des Romans unterstützt und gestärkt werden: „Und die Bedingung von Liebe ist, dass es mir damit gut geht.“
Fazit:
Schwacher Auftakt! Aus dem Stoff hätte man mehr machen können, die Autorin kann es definitiv besser. Wo war der Humor? Insgesamt war „This is our Time“ eine herbe Enttäuschung für mich.

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Veröffentlicht am 13.08.2023

Bla bla bla

Magnolia Parks
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„Wir opfern unsere Herzen auf dem Altar des anderen.“
Mit „Magnolia Parks“ präsentiert die Autorin Jessa Hastings das „Gossip Girl“ 2.0 für die Gen Z,denn es gibt junge, hippe, reiche Protagonisten, ...

„Wir opfern unsere Herzen auf dem Altar des anderen.“
Mit „Magnolia Parks“ präsentiert die Autorin Jessa Hastings das „Gossip Girl“ 2.0 für die Gen Z,denn es gibt junge, hippe, reiche Protagonisten, reichlich Namedropping (Edelmarken, hallo!) und ein tragisches Liebespaar mit einer on-off-Beziehung. Genau das Richtige für den Sommer, dachte ich.
Die Haupthandlung ist in London angesiedelt, es gibt alternierende Erzählperspektiven. Abwechselnd kommen die Protagonistin Magnolia Parks und ihr (Ex)Freund Baxter James Ballentine zu Wort. Magnolia ist „aus Kensington“ und sie wurde als Tochter eines Models und eines Musikproduzenten quasi mit dem goldenen Löffel im Mund geboren. Mode ist ihre Welt. Ihre Schwester hingegen ist der Bücherwurm der Familie und so wenig modeaffin, dass Magnolia sie förmlich dazu zwingen muss, sich chic zu kleiden. Tragisch! Magnolia hat eine russische Großmutter und eine Nanny namens „Mars“, die sie abgöttisch liebt und die ihrerseits BJ nicht leiden kann. Zur Clique von Magnolia und BJ (er ist zwei Jahre älter als sie) gehören, wie könnte es anders sein, sämtliche rich kids. Magnolia und BJ können nicht miteinander leben, aber auch nicht getrennt sein. Sie lernten sich kennen, als Magnolia 4 Jahre alt war. Sie verletzen und erfreuen einander. Ehrlich gesagt war ich von dem ganzen Drama, das in Kapitel 12 immer noch andauerte, genervt. Ein Seitensprung führte zum Hyperventilieren. Das ist nicht romantisch, nur noch nervtötend. Von wegen star-crossed lovers!
Viele Versatzstücke der Erzählung hat man in anderer Kombination daher schon irgendwo anders gelesen, aber man möchte dennoch wissen, wie das Ganze enden wird.
Stilistisch und sprachlich habe ich mehr erwartet. Da das Ganze in Großbritannien spielt, hatte ich mich auf eine schwarzhumorige Story mit Hintersinn und Selbstironie gefreut. Weit gefehlt! Das Ganze wirkt irgendwie seltsam selbstverliebt, Pathos gibt es zuhauf, aber auch sehr platte Sätze, lol:
„Ihn zu lieben bedeutete nichts anderes, als einem Chauffeur ohne Führerschein die Schlüssel zu meinem Herzen zuzuwerfen.“
An der deutschen Version des Romans waren drei Übersetzerinnen beteiligt. Dennoch (oder gerade deshalb) waren mir manche Sätze zu holprig. („Ich würde über die schönen Seiten des Lebens meditieren, …“ , „Und dann schaltete ich.“)
Jessa Hastings braucht unglaublich lange, um auf den Punkt zu kommen. Ich wünschte, ein Lektor hätte das Ganze ein wenig gestrafft. In Sachen Figurenzeichnung hätte ich mir ein wenig mehr Feinschliff gewünscht. Bei fast jeder Figur wird aufgezählt, in welche Edelmarken sie gehüllt ist. Mich hätte aber eher etwas über den Charakter des jeweiligen Helden interessiert, und nicht unbedingt, ob er Prada oder Gucci trägt. Der Roman war auf Social Media wohl der Hit, und so ist es wohl nicht falsch anzunehmen, dass „Magnolia Parks“ das „Gossip Girl“ für die Generation Tik Tok ist. Blair Waldorf und Chuck Bass waren irgendwie glaubwürdiger.

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Veröffentlicht am 04.07.2023

Zeitverschwendung

Stranded - Die Insel
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Auf die Lektüre von Sarah Goodwins „Stranded - Die Insel“ habe ich mich unheimlich gefreut, da der Klappentext so spannend klang! Ich stellte mich auf einen packenden Survivalthriller ein.
Worum geht’s? ...

Auf die Lektüre von Sarah Goodwins „Stranded - Die Insel“ habe ich mich unheimlich gefreut, da der Klappentext so spannend klang! Ich stellte mich auf einen packenden Survivalthriller ein.
Worum geht’s?
Für die junge Madeleine, genannt Maddy, ist die Teilnahme an einem TV-Experiment die Erfüllung all ihrer Träume – auf einer abgelegenen schottischen Insel sollen acht Menschen, die sich nie zuvor gesehen haben, ein Jahr lang mit primitivsten Mitteln überleben. Doch am Ende soll lediglich Maddy die Insel lebend verlassen. In einem Interview soll sie enthüllen, wie ihr das gelungen ist…
Die Protagonistin wird von Anfang an als unzuverlässige Erzählerin eingeführt. Als Kind von ‚Helikoptereltern‘ gelingt ihr die Abnabelung vom Elternhaus mit Schwierigkeiten, selbst nach dem Biologie - Studium will vor allem die besitzergreifende Mutter, dass ihr Kind wieder zuhause einzieht. Als die Eltern bei einem Autounfall sterben, bleibt der Hauptperson nur die Einsamkeit. Auch im ungeliebten Job hat Maddy kaum Kontakt zu Kollegen & Freunde hat sie erst recht nicht. Als Leser (m/f) wartet man die ganze Zeit darauf, dass sich die Protagonistin als Monster entpuppt. Das Inselexperiment ist für sie die perfekte Abwechslung vom eintönigen Alltag. Der Einstieg in den Roman gestaltet sich eher zäh, die Konflikte sind vorhersehbar. Zwar sind ein paar Survivaltechniken interessant, die Figuren sind aber sehr schematisch gestaltet. Ich brauchte ein paar Anläufe, da sich auch der Mittelteil in die Länge zog, es gab Wiederholungen. So etwas wie Spannung kam erst ganz gegen Ende auf, der große Knall blieb aber aus. Maddy wird schnell zur Außenseiterin, sie soll die Gruppe verlassen (wirklich sympathisch ist keine Figur). Das wird aber nicht mit unterschwelliger Spannung geschildert, überhaupt ist das Ganze kein richtiger Thriller, und ein „Kniff“ wird mehrmals verwendet. Insgesamt war ich von der Geschichte enttäuscht, es gibt weder psychologischen Tiefgang noch actionreiche Sequenzen. Vielleicht hätte ich doch meinem ersten Impuls folgen und die Lektüre abbrechen sollen, da es auch Logikfehler und plot holes gab. Ich hatte das Gefühl, dass es bei der Autorin am Handwerklichen hapert.

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