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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2025

Ein eindrucksvolles Zeitzeugnis mit emotionaler Tiefe und spannenden Wendungen

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
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Dieses Buch hat mich auf vielen Ebenen bewegt. Es erzählt nicht nur eine fiktive Geschichte, sondern wirft ein sehr eindrückliches Licht auf ein kaum bekanntes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte: den ...

Dieses Buch hat mich auf vielen Ebenen bewegt. Es erzählt nicht nur eine fiktive Geschichte, sondern wirft ein sehr eindrückliches Licht auf ein kaum bekanntes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte: den Kindersuchdienst des Roten Kreuzes. Dass noch Jahre nach Kriegsende so viele Kinder vermisst wurden und es eigene Stellen gab, um Familien wieder zusammenzuführen, war mir in dieser Form gar nicht bewusst.

Im Mittelpunkt stehen zwei junge Frauen, die im Hamburg der 1950er Jahre aufeinandertreffen – Annegret, eher zurückhaltend und mit eigener schwieriger Vergangenheit, und Charlotte, die aus gutem Haus stammt, aber ebenfalls ein Geheimnis mit sich trägt. Beide wachsen einem schnell ans Herz, gerade weil sie nicht perfekt sind. Ihre Gegensätzlichkeit sorgt für spannende Dynamik, ihre gemeinsame Arbeit bringt sie aber auf sehr menschliche Weise zusammen.

Mich hat vor allem beeindruckt, wie realistisch und greifbar der Alltag dieser Suchstelle beschrieben wird. Die mühsame Suche anhand alter Karteikarten, unklarer Namen, unvollständiger Erinnerungen – das alles wirkt sehr authentisch und vermittelt einen tiefen Respekt vor der Arbeit der damaligen Helfer. Auch die Atmosphäre der 50er Jahre ist gut eingefangen: Man spürt förmlich die gesellschaftlichen Zwänge, die Nachwirkungen des Krieges und die Unsicherheit einer neuen Zeit.

Der Roman liest sich angenehm flüssig, an vielen Stellen auch spannend, fast wie ein Kriminalfall – ohne reißerisch zu werden. Besonders gelungen fand ich, wie die privaten Geschichten der Protagonistinnen mit den größeren historischen Themen verwoben sind. Es geht um Verantwortung, Verlust, aber auch um Hoffnung und die Kraft, trotz allem weiterzumachen.

Ein kleiner Wermutstropfen: Einige Nebenfiguren bleiben etwas eindimensional, und manche Entwicklungen hätte ich mir subtiler gewünscht. Aber das schmälert das Leseerlebnis insgesamt kaum.

Mein Fazit: Eine berührende Geschichte über zwei starke Frauen, die für etwas Größeres kämpfen – voller Gefühl, geschichtlicher Tiefe und Spannung. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und lange nachwirkt.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Begeisterung

Die Brücke von London
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Ich habe das Buch richtig gern gelesen! Die Geschichte von Juliana, die nach dem Tod ihres Mannes versucht, ihren Laden auf der London Bridge am Laufen zu halten, hat mich total mitgenommen. Besonders ...

Ich habe das Buch richtig gern gelesen! Die Geschichte von Juliana, die nach dem Tod ihres Mannes versucht, ihren Laden auf der London Bridge am Laufen zu halten, hat mich total mitgenommen. Besonders spannend fand ich, wie lebendig das London von damals beschrieben wird – ich hatte das Gefühl, direkt mit auf der Brücke zu stehen.

Der Wechsel zwischen der Gegenwart 1749 und der Zeit, als die Brücke gebaut wurde, hat mich manchmal kurz irritiert, aber am Ende hat alles zusammengepasst und die Verknüpfung der beiden Zeiten macht die Geschichte erst richtig interessant. Die Charaktere sind super gestaltet, vor allem Alder, der Straßenjunge, hat mir total gefallen – er bringt eine ganz eigene Energie rein.

Was mir besonders gefallen hat, ist, dass es nicht nur um historische Fakten geht, sondern auch um die Gefühle und das harte Leben der Menschen damals. Die Mischung aus Spannung, Freundschaft, Liebe und dunklen Geheimnissen hat mich richtig gepackt. Einzig das Ende hat bei mir noch ein paar Fragen offen gelassen, ich hoffe da auf eine Fortsetzung!

Insgesamt ein Buch, das ich gern weiterempfehle – gerade für alle, die auf spannende Geschichten mit historischem Flair stehen.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Magisch, verwirrend, überraschend gut!

Beneath the Ivy - The Witches of Silvercrest Coven
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Das Buch hat mich ehrlich gesagt zuerst ziemlich aus dem Konzept gebracht. Ich hatte absolut nicht damit gerechnet, dass ich irgendwann in einer Zeitschleife lande – dachte zwischendurch sogar, ich hätte ...

Das Buch hat mich ehrlich gesagt zuerst ziemlich aus dem Konzept gebracht. Ich hatte absolut nicht damit gerechnet, dass ich irgendwann in einer Zeitschleife lande – dachte zwischendurch sogar, ich hätte eine fehlerhafte Ausgabe erwischt. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich gecheckt habe: Nein, das gehört wirklich zur Story. Und ja, das war echt clever gemacht. Ich war plötzlich genauso ratlos wie die Hauptfigur – und genau das hat mich dann voll reingezogen.

Was mich von Anfang an begeistert hat, war die Stimmung. Das Haus, in dem Marissa mit ihrer Familie lebt, ist für mich ganz klar heimlicher Star der Geschichte. Es lebt, es entscheidet, es hat Launen – das war genau mein Ding. Ich liebe sowas! Dazu kommt diese leicht düstere, aber nicht zu schwere Atmosphäre, die einen irgendwie gemütlich durch diese seltsame Geschichte trägt.

Marissa fand ich als Figur super. Kein Überflieger, keine Drama-Queen, sondern einfach ein Mädchen, das Verantwortung übernimmt, mitdenkt und gleichzeitig auch mal überfordert ist – also irgendwie sehr nahbar. Auch die Beziehung zu Caleb entwickelt sich angenehm unaufgeregt. Nichts, was den Plot dominiert, sondern einfach passend nebenher.

Was mich richtig positiv überrascht hat: Trotz Hexen, Magie, Familiengeheimnissen und Zeitschleife bleibt die Geschichte nachvollziehbar. Nichts fühlt sich überladen oder zu abgefahren an. Klar, es gibt typische YA-Elemente, aber alles wirkt gut durchdacht und solide erzählt. Besonders die Mischung aus Mystery und Gefühl hat bei mir genau den richtigen Ton getroffen.

Klar, der Einstieg war für mich etwas holprig – ich mag es lieber, wenn ich weiß, worauf ich mich einlasse. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich die Geschichte gepackt. Und am Ende konnte ich das Buch kaum noch weglegen.

Fazit: Unerwartet, atmosphärisch und mit einer Idee, die hängen bleibt. Kein perfektes Buch, aber eins, das ich wirklich gerne gelesen habe – und das mich auf eine sehr besondere Art überrascht hat. Solide 4,5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 29.11.2023

Zu Beginn der Frauenrechte

Gut Friesenhain - Zwischen Traum und Freiheit
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"Gut Friesenhain" entführt den Leser meisterhaft in das Münsterland des Jahres 1895. Luise, als älteste Tochter der Grafenfamilie von Scheweney, steht vor einem vorbestimmten Leben als Ehefrau des Adligen ...

"Gut Friesenhain" entführt den Leser meisterhaft in das Münsterland des Jahres 1895. Luise, als älteste Tochter der Grafenfamilie von Scheweney, steht vor einem vorbestimmten Leben als Ehefrau des Adligen Johan van Leeuwen. Doch ihre leidenschaftliche Natur und der innige Wunsch nach Selbstbestimmung führen sie auf einen fesselnden Weg. Luise träumt davon, Tiermedizin zu studieren und aktiv auf dem familieneigenen Gestüt mitzuwirken. Die Geschichte nimmt Fahrt auf, als sie heimlich an einer Frauenbewegungsveranstaltung teilnimmt und Max Brugge, einen Sozialdemokraten, kennenlernt. Die Fragen, warum Max Luise nicht loslässt, und welchen Weg ihr Herz einschlagen wird, stehen im Mittelpunkt.
Der Roman beeindruckt durch eine mitreißende Handlung, die von Frauenpower und tiefer Tierliebe geprägt ist. Die Charaktere Luise, Clara und Marie, deren Leben auf Gut Friesenhain miteinander verflochten ist, stehen vor ähnlichen Herausforderungen in Bezug auf Emanzipation. Die Authentizität und emotionale Tiefe der Erzählung sind beeindruckend und lassen den Leser in die Welt des Münsterlands eintauchen.
Die Erwartungen an diesen wahrhaftigen Wälzer von über 720 Seiten werden nicht nur erfüllt, sondern regelrecht übertroffen, indem die Geschichte einen förmlich durch die Seiten trägt. Zugegeben, der Schreibstil mag anfangs eine kleine Herausforderung darstellen, doch diese wird mit jeder Seite rasch überwunden. Die lebendige bildliche Darstellung haucht der Handlung zusätzliche Kraft ein, und das Personenregister am Buchende erweist sich als wertvoller Kompass im vielschichtigen Figurengeflecht.
Besonders bemerkenswert ist die Begegnung von Luise mit Paula und Hedwig, einem queeren Frauenpaar. Diese Bereicherung der Handlung hebt die Vielfalt menschlicher Beziehungen hervor und spiegelt die historische Realität von queeren Menschen wider.
Insgesamt präsentiert "Gut Friesenhain" eine gelungene Mischung aus historischem Hintergrund, fesselnder Handlung und facettenreichen Charakteren. Der Leser wird durch ein Netz von Beziehungen und Herausforderungen geführt, und die Vorfreude auf die Fortsetzung der Geschichten von Clara, Marie und Wilhelm ist spürbar. Mit seiner mitreißenden Erzählung verdient "Gut Friesenhain" eine Bewertung von 4.5 Sternen.

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Veröffentlicht am 30.09.2023

Gar nicht schlecht

A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia
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Im Königreich Sonande ereignet sich alle fünfzig Jahre das legendäre Solstasia-Turnier, bei dem Nationen aus dem gesamten Reich zusammenkommen, um die Champions im Wettstreit zu erleben. Doch für Königin ...

Im Königreich Sonande ereignet sich alle fünfzig Jahre das legendäre Solstasia-Turnier, bei dem Nationen aus dem gesamten Reich zusammenkommen, um die Champions im Wettstreit zu erleben. Doch für Königin Karina steht mehr auf dem Spiel – sie benötigt das Herz eines Königs, um ihre Mutter wiederzubeleben. Als Belohnung bietet sie dem Sieger des Turniers ihre Hand an.
Zur gleichen Zeit trifft Malik mit seinen beiden Schwestern in der Hauptstadt Ziran ein, in der Hoffnung auf ein neues Leben ohne Krieg und Gewalt. Malik freut sich auf die festlichen Solstasia-Feierlichkeiten, bis ein rachsüchtiger Geist seine kleine Schwester Nadia entführt und einen grausamen Preis für ihr Leben fordert: den Tod von Königin Karina. Für Malik gibt es nur eine Möglichkeit, Karina nahe genug zu kommen, um sie zu töten: Er muss das Solstasia-Turnier gewinnen ...
"In 'A Song of Wraiths and Ruin' erleben wir eine einzigartige Fantasy-Geschichte mit einem poetischen Schreibstil, der anfangs ungewohnt sein kann. Die Charaktere, Karina und Malik, sind unkonventionell und erfordern Geduld, werden aber mit der Zeit fesselnder.
Die komplexe Welt voller Magie kann verwirrend sein, aber trägt zur Faszination bei. Es fehlt jedoch an emotionaler Tiefe, die erst später auffällt. Die Geschichte baut langsam Spannung auf und die Wechsel zwischen den Hauptfiguren können den Lesefluss unterbrechen.
Das Buch bietet eine interessante Mischung aus Kultur, Magie und Anziehung zwischen Karina und Malik. Das letzte Drittel enthüllt viele Geheimnisse und endet mit einem überzeugenden Höhepunkt. Insgesamt ist 'A Song of Wraiths and Ruin' eine beeindruckende Fantasy-Geschichte, die das Schicksal von zwei unkonventionellen Protagonisten in den Mittelpunkt stellt und die Leser mitnimmt."

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