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Veröffentlicht am 02.10.2023

Wenn der Vorhang sich hebt....

Das Theater am Park - Stimmen der Hoffnung
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Leonora die Tochter aus einer Theaterdynastie macht Anfang des 19 Jahrhunderts schwere Zeiten durch.

Als Tochter einer ranghohen Familie in Hannover werde gewissen Erwartungen an sie geknüpft, welche ...

Leonora die Tochter aus einer Theaterdynastie macht Anfang des 19 Jahrhunderts schwere Zeiten durch.

Als Tochter einer ranghohen Familie in Hannover werde gewissen Erwartungen an sie geknüpft, welche gesellschaftlicher Normen entsprechen. Doch Leonore sieht sich nicht als brave Hausfrau. Sie sieht ihre Zukunft im Theater, welches ihren Bruder versprochen ist.

Die Familie durchlebt schwere Schicksalsschläge und von einem auf den anderen Tag liegt es in der Hand der jungen Frau über Aufstieg oder Untergang der Familie zu entscheiden.



Mir hat das Thema des Buches sehr angesprochen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr bildhaft. Der Hauptcharakter ist sehr gut ausgearbeitet. Leider konnte ich einige Gefühlsregungen bzw. Entscheidungen nicht ganz nachvollziehen und waren mir dann doch etwas zu oberflächlich. Allerdings hat es dem Lesefluss und der Geschichte an sich nicht geschadet. Das große Geheimnis um Frederik von Uhlenberg wird meiner Meinung nach zu kurz behandelt und ich hoffe, dass dies in den nächsten Büchern noch einen Aufhänger hierfür findet. Es ist schon komisch, dass die Autoritätspersonen um Leonore das Geheimnis ihres Verfahrens nicht verraten wollen und dies akzeptiert diese einfach ohne evtl. noch andere Personen hierzu zu befragen oder selbst hierzu zu recherchieren. Die Neugier der jungen Frau war mir hier zu lapidar.

Dennoch freue ich mich auf die Fortsetzung der Reihe.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Ein Kampf um Gut und Böse

Cruel is the Light – Ihre Liebe ist groß, ihre Macht unendlich (Cruel is the Light 1)
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„Cruel Is the Light“ von Sophie Clark ist genau die Art von Romantasy, die einen sofort in eine düstere, funkelnde Parallelwelt zieht und dort erst einmal nicht mehr loslässt. Ein alternatives Europa im ...

„Cruel Is the Light“ von Sophie Clark ist genau die Art von Romantasy, die einen sofort in eine düstere, funkelnde Parallelwelt zieht und dort erst einmal nicht mehr loslässt. Ein alternatives Europa im ewigen Krieg zwischen Menschen und Dämonen bildet die Bühne für eine Geschichte, die ebenso brutal wie emotional aufgeladen ist.

Im Zentrum stehen zwei Figuren, die auf den ersten Blick kaum gemeinsam existieren könnten: Selene Alleva, eine disziplinierte, mächtige Exorzistin, und Jules Lacroix, ein vom Vatikan rekrutierter Waisenjunge mit mehr Fragen als Antworten. Ihre erste Begegnung ist geprägt von Misstrauen, Pflichtgefühl und der ständigen Gefahr, dass jeder falsche Schritt tödlich enden könnte. Und doch entwickelt sich genau daraus eine Dynamik, die das Herzstück des Romans bildet.

Besonders gelungen ist die Balance zwischen Action, Weltaufbau und emotionaler Spannung. Die Welt rund um den Vatikan, die Exorzisten und die dämonische Bedrohung wirkt komplex und atmosphärisch dicht, ohne den Leser zu überfordern. Gleichzeitig bleibt immer Raum für die Beziehung zwischen Selene und Jules, die sich langsam, widersprüchlich und sehr glaubwürdig entwickelt.

Das klassische „forbidden love“-Motiv wird hier nicht nur als romantisches Element genutzt, sondern ist eng mit der Handlung verwoben. Pflicht versus Gefühl, Loyalität versus Wahrheit, diese Konflikte ziehen sich konsequent durch die Geschichte und kulminieren in der wachsenden Erkenntnis, dass die vermeintliche Ordnung der Welt vielleicht auf Lügen gebaut ist.

Jules’ Entwicklung ist dabei besonders stark: Sein innerer Konflikt zwischen Glauben, Herkunft und Selbstbild verleiht der Geschichte emotionale Tiefe. Selene hingegen überzeugt durch ihre Stärke und gleichzeitige Verletzlichkeit, eine Figur, die nicht nur kämpft, sondern auch zweifelt.

Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Aspekte des Worldbuildings wirken stellenweise etwas dicht gepackt, sodass man gelegentlich innehalten muss, um alles einzuordnen. Dafür entschädigt die Geschichte mit hohem Tempo, starken Szenen und einem durchgehend spürbaren Spannungsbogen.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Ganz gut

Tief unten im dunklen Wasser
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Mary Downing Hahn entführt ihre Leserinnen mit „Tief unten im dunklen Wasser“ erneut in eine spannende, mysteriöse Welt. Die 13-jährige Ali steht im Zentrum einer Geschichte voller Geheimnisse: Auf dem ...

Mary Downing Hahn entführt ihre Leserinnen mit „Tief unten im dunklen Wasser“ erneut in eine spannende, mysteriöse Welt. Die 13-jährige Ali steht im Zentrum einer Geschichte voller Geheimnisse: Auf dem Dachboden entdeckt sie ein altes Foto, das ihre Mutter und ihre Tante Dulcie zeigt – und eine mysteriöse dritte Person, die aus dem Bild herausgerissen wurde. Als Ali die Sommerferien mit Dulcie und deren Tochter Emma in Maine verbringt, wird die Vergangenheit greifbar, insbesondere durch die Begegnung mit Sissy, einem boshaften Mädchen, das mehr über das Foto zu wissen scheint.

Die Geschichte ist clever aufgebaut und hält die Spannung hoch: Die Leser
innen werden immer wieder in Alices Perspektive hineingezogen und fragen sich, wer die dritte Person ist und wie tief die dunklen Geheimnisse des Hauses reichen. Besonders gelungen ist die Atmosphäre des Hauses in Maine – man spürt förmlich die versteckten Winkel, die geheimnisvollen Räume und die Andeutungen von Gefahr.

Ein kleiner Wermutstropfen: Obwohl die Geschichte viele spannende Elemente enthält, fehlte mir persönlich der echte Grusel-Moment. Die Bedrohung durch Sissy und das Rätsel um das Foto erzeugen eher Spannung als Gänsehaut. Dennoch überzeugt Mary Downing Hahn durch die gut gezeichneten Charaktere, die nachvollziehbare Handlung und die geschickte Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit.

„Tief unten im dunklen Wasser“ ist ein mitreißendes, geheimnisvolles Buch, das Fans von Rätseln und Familiengeheimnissen begeistern wird – auch wenn es nicht ganz so gruselig ist, wie der Klappentext verspricht.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Tolle Idee

A Killer Crush
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Mit „A Killer Crush“ von Shailee Thompson bekommt man eine unterhaltsame Mischung aus RomCom-Vibes und Slasher-Setting – mit einer Prise Chaos und ganz viel Tempo.
Filmexpertin Jamie Prescott besucht ein ...

Mit „A Killer Crush“ von Shailee Thompson bekommt man eine unterhaltsame Mischung aus RomCom-Vibes und Slasher-Setting – mit einer Prise Chaos und ganz viel Tempo.
Filmexpertin Jamie Prescott besucht ein Speed-Dating-Event eigentlich nur aus Recherchegründen. Doch als plötzlich das Licht ausgeht und ihr Date kurz darauf tot vom Stuhl kippt, ist klar: Das hier wird kein harmloser Abend. Die Gäste sind eingeschlossen, der Mörder ist noch im Raum – und mitten im Ausnahmezustand steckt Jamie plötzlich in einem Liebesdreieck. Dumm nur, dass einer der beiden Männer der Killer sein könnte.
Die Idee macht Spaß: ein abgeschlossener Raum, Misstrauen unter Verdächtigen, dazu eine Protagonistin, die sich bestens mit Horror-Klischees auskennt. Gerade die selbstironischen Anspielungen auf Genre-Regeln lockern die Spannung immer wieder auf. Jamie ist sympathisch, wenn auch manchmal etwas impulsiv, und das romantische Hin und Her sorgt für zusätzlichen Nervenkitzel.
Allerdings bleibt die Spannung phasenweise eher leicht als wirklich packend. Manche Wendungen sind vorhersehbar, und der Horror-Anteil hätte stellenweise etwas düsterer ausfallen dürfen. Wer jedoch keine brutale Hochspannung, sondern eine locker geschriebene Mischung aus Thriller und Love-Story sucht, wird hier gut unterhalten.
Optisch ist das Buch ebenfalls attraktiv – erhältlich mit und ohne Farbschnitt, wobei die Sonderausgabe natürlich ein kleines Extra fürs Regal ist.
Insgesamt ist „A Killer Crush“ kein Meilenstein des Genres, aber eine solide, kurzweilige Lektüre für alle, die Humor, Herzklopfen und ein bisschen Mord in einem Setting mögen.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Ein wichtiges Thema mit Luft nach oben

Hazel sagt Nein
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Jessica Berger Gross behandelt in "Hazel sagt Nein" ein wichtiges und schwieriges Thema: Machtmissbrauch und die Selbstbehauptung junger Frauen in einem gesellschaftlichen System, das oft wegschaut. Die ...

Jessica Berger Gross behandelt in "Hazel sagt Nein" ein wichtiges und schwieriges Thema: Machtmissbrauch und die Selbstbehauptung junger Frauen in einem gesellschaftlichen System, das oft wegschaut. Die Grundidee des Buches – ein Direktor, der sich an seinen Schülerinnen vergeht, und Hazels mutiger Widerstand – ist stark und provoziert zum Nachdenken. Hazel selbst ist eine sympathische, entschlossene Protagonistin, deren Perspektive Einfühlungsvermögen erzeugt und die zeigt, wie wichtig es ist, für sich selbst einzustehen.

Die Geschichte punktet auch durch feinen Humor und Zwischentöne, die das schwere Thema nicht erdrückend machen, sondern den Charakteren mehr Menschlichkeit verleihen. Besonders die Dynamik innerhalb der Familie Blum wirkt realistisch: Die Sorgen, die Konflikte und die Solidarität untereinander sind glaubwürdig dargestellt.

Allerdings hat das Buch einige Schwächen: Manche Handlungsstränge wirken vorhersehbar oder werden nur oberflächlich behandelt. Einige Figuren bleiben schematisch und hätten mehr Tiefe vertragen. Auch das Tempo schwankt stellenweise – die Geschichte zieht sich zu Beginn etwas, während die zentralen Ereignisse später recht schnell abgehandelt werden.

"Hazel sagt Nein" ist ein wichtiges, gut gemeintes Debüt, das Themen wie Selbstbehauptung, Mut und gesellschaftliche Blindheit anspricht. Es überzeugt durch eine starke Hauptfigur und sensible Zwischentöne, erreicht aber nicht immer die narrative Tiefe, die die Brisanz seines Themas verdient. Ein Buch, über das man nachdenkt – aber dessen Umsetzung nicht ganz mit der Kraft der Idee mithält.

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