Profilbild von Philomena

Philomena

Lesejury Star
offline

Philomena ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Philomena über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2017

Authentisch geschrieben

Als wir unbesiegbar waren
0

Seit ihrer Zeit an der Universität sind Eva, Benedict, Sylvie und Lucien Freunde und unzertrennlich. Nach Beendigung ihres Studiums wartet einer neuer Lebensabschnitt auf jeden von ihnen. Eva plant eine ...

Seit ihrer Zeit an der Universität sind Eva, Benedict, Sylvie und Lucien Freunde und unzertrennlich. Nach Beendigung ihres Studiums wartet einer neuer Lebensabschnitt auf jeden von ihnen. Eva plant eine Karriere im Finanzbusiness und stellt sich dabei gegen die Ideale ihres Vaters. Die Geschwister Sylvie und Lucien dagegen reisen erst einmal durch die Welt und genießen das Leben. Waren sie noch vor kurzem unzertrennlich, trennt das Leben die vier Freunde nun und die Treffen werden immer seltener.

Das Buch ist sehr schwer zu beschreiben und zu bewerten. An sich gibt es zwar einen Handlungsstrang, da das Leben und die Entwicklungen der Charaktere gezeigt werden, doch eine richtige Geschichte gibt es in dem Sinne nicht.

Es geht vor allem um Eva, die eine große Karriere anstrebt und dabei ihre Freunde und ihren Vater vernachlässigt. Man begleitet sie durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens. Dabei erfährt man zwischendurch auch immer wieder, was mit den anderen drei Freunden passiert ist. Es bleibt im Endeffekt wohl jedem selbst überlassen, ob er die Charaktere sympathisch findet oder nicht. Es sind einfach ganz normale Menschen, die versuchen in der Welt Fuß zu fassen und auch mal mit Rückschlägen konfrontiert werden. Von der Autorin sehr authentisch beschrieben.

Trotz allem hat das Buch eine gewisse Anziehungskraft. Man möchte immer weiter lesen und wissen, was die einzelnen Charaktere erleben, welche Entscheidungen sie treffen und ob sie irgendwann wieder zueinander finden und ihre alte Freundschaften wieder aufleben lassen.

Der Schreibstil passt mit seiner leichten, ungezwungenen Art sehr gut zu dem Thema und den Personen.

Veröffentlicht am 14.05.2026

Selbstoptimierung um jeden Preis

Gym
0

Sie braucht unbedingt einen neuen Job. Mit Fitness hat sie zwar wenig am Hut, aber in einem Fitnessstudio arbeiten kann ja nicht so schwer sein. Dabei verstrickt sie sich von Anfang an in Lügen. Zumindest ...

Sie braucht unbedingt einen neuen Job. Mit Fitness hat sie zwar wenig am Hut, aber in einem Fitnessstudio arbeiten kann ja nicht so schwer sein. Dabei verstrickt sie sich von Anfang an in Lügen. Zumindest findet sie immer mehr Gefallen am Krafttraining. Vielleicht etwas zu sehr.

Die Autorin hat einen prägnanten, scharfen Schreibstil, bei dem öfters auch der Humor durchkommt. Die Geschichte fängt zunächst ziemlich normal an. Die Protagonistin scheint zwar Probleme zu haben und lügt, um an einen neuen Job zu kommen, aber sie wirkt dennoch normal..

Die Protagonistin findet sich langsam in ihrem neuen Job zurecht, findet Freunde und fasst Fuß in ihrem Leben. Langsam freundet sie sich auch mit dem Sport an. Doch langsam aber stetig wird daraus eine Obsession vom eigenen Körper. 

Es geht nur noch um Sätze, Wiederholungen, Kalorien und Proteine. Dabei bekommt ihr Lügenkonstrukt immer mehr Risse und ihre Vergangenheit klopft auch noch an der Tür. Die steigende Obsession der Protagonistin baut die Autorin gut auf, obwohl es am Ende etwas abstrus wird. Es spiegelt wieder, was jeden Tag auf Social Media passiert. Es geht nur noch um Zahlen und Selbstoptimierung. Alles andere ist egal.

Genau an diesem Punkt geht die Autorin aber nicht weiter darauf ein. Social Media wird zwar angesprochen, aber es wird keine Kritik aufgegriffen. Es wird eher das Bild geschaffen, dass die Obsession der Protagonistin ganz von ihr selbst ausgeht. Vor allem da sie in der Vergangenheit bereits psychische Probleme hatte und die Gesellschaft und der Druck dahinter kaum eine Rolle spielt. 

Die Chance mehr auf den sozialen Druck einzugehen, den vor allem junge Leute auf Social Media verspüren, wenn es um das Aussehen geht und welche Folgen das haben kann, wurde leider verpasst.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2024

Mord in den eigenen Reihen

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
0

Für Kluftinger ist es ein großer Tag. Als Interims-Polizeipräsident leitet er einen großen Einsatz. Doch alles läuft schief und am Ende ist ein Kollege tot. War es ein Unfall oder hat jemand den Einsatz ...

Für Kluftinger ist es ein großer Tag. Als Interims-Polizeipräsident leitet er einen großen Einsatz. Doch alles läuft schief und am Ende ist ein Kollege tot. War es ein Unfall oder hat jemand den Einsatz als Möglichkeit für einen Mord genutzt?
Auch privat geht es bei Kluftinger hoch her. Als Lückenbüßer hat er sich für den Gemeinderat aufstellen lassen und muss sich nun mit der Lokalpolitik auseinandersetzen.

Der neue Fall von Kluftinger ist besser als der letzte Teil der Reihe, dennoch kommt er nicht zu alter Stärke zurück. Der Klamauk, der vor allem in Kluftingers Privatleben stattfindet, überschattet den eigentlichen Fall, der durchaus spannend ist und Potential hat.

Auch dieses Mal lassen die Autoren immer wieder aktuelle (politische) Themen in den Krimi mit einfließen, was hier etwas besser als sonst passt, da die Politik ein Schwerpunkt in diesem Buch ist. Dennoch stellt sich die Frage, ob es immer notwendig ist, wirklich jedes Thema aufgreifen zu müssen.

Bei diesem Krimi ist es mir zum ersten Mal wirklich stark aufgefallen, dass Kluftinger durch viel Glück und durch viele Zufälle zu seinen Ermittlungsergebnissen kommt. Der Mordfall ist durchaus interessant, aber geht im Übrigen etwas unter. Die anderen Kollegen aus dem Kommissariat spielen ihre üblichen Nebenrollen. Es fehlt der neue Reiz bei dieser Reihe.

Es lässt sich wie immer gut lesen, aber wirklich etwas neues bekommt man nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2024

Den Coup aus den Augen verloren

Mayfair House
0

Es soll der Ball der Saison werden. Madam de Vries lässt sich auch nicht durch die Trauerzeit um ihren Vater aufhalten und möchte ein rauschendes Fest geben. Ein Skandal, der viel Aufmerksamkeit erregt. ...

Es soll der Ball der Saison werden. Madam de Vries lässt sich auch nicht durch die Trauerzeit um ihren Vater aufhalten und möchte ein rauschendes Fest geben. Ein Skandal, der viel Aufmerksamkeit erregt. Für Mrs King ist der Ball die perfekte Gelegenheit, um ihren Plan durchzuführen. Jahrelang hat sie in der Villa de Vries gearbeitet. Jetzt will sie Gerechtigkeit. Mit dem Coup des Jahrhunderts.

Die Ausgangslage für das Buch ist richtig gut. Sieben Frauen, die aufgrund unterschiedlichster Motive die Villa de Vries leer räumen möchten und dabei auch charakterlich nicht unterschiedlicher sein könnten. Bei diesen unterschiedlichen Persönlichkeiten bleiben natürlich Meinungsverschiedenheiten und Reibereien nicht aus. Vor allem da sich nicht alle an den gemeinsamen Plan halten wollen.

Die Umsetzung ist trotz des Potenzials nicht so ganz gut gelungen. Die Geschichte zieht sich vor allem anfangs ziemlich. Es geht größtenteils um die Planung und die Schicksale der sieben Frauen. Der eigentliche Coup spielt nur eine untergeordnete Rolle und wird nebenbei abgehandelt. Im Verlauf werden zwar Geheimnisse rund um die Charaktere gelüftet, aber da wäre viel mehr möglich gewesen. An Intrigen, Verrat, Spannung.

Die Charaktere sind definitiv eine Stärke des Buches. Sehr unterschiedlich, mal mehr, mal weniger sympathisch. Aber auf jeden Fall starke Frauenfiguren, die teilweise im Verlauf eine charakterliche Entwicklung durchmachen. Vor allem die beiden Janes sind klasse und hätten gerne mehr „Spielzeit“ bekommen können.

Alles in allem eine nette Geschichte, die sich durch den Schreibstil gut lesen lässt, aber kein großes Highlight.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.12.2023

Durchwachsen

Monster (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 11)
0

Die 16-jährige Larissa Böhlefeld wird ermordet auf einem Feld hinter einem Marienaltar entdeckt. Die ersten Hinweise deuten darauf hin, dass Opfer und Täter in einer Beziehung zueinander standen. Pias ...

Die 16-jährige Larissa Böhlefeld wird ermordet auf einem Feld hinter einem Marienaltar entdeckt. Die ersten Hinweise deuten darauf hin, dass Opfer und Täter in einer Beziehung zueinander standen. Pias und Bodensteins Fall nimmt an Brisanz zu, als DNA-Spuren eines abgelehnten Asylbewerbers an Lissys Leichnam gefunden werden. Kurz darauf wird ein Mann auf einer Landstraße von einem Auto erfasst. Er weist Bisswunden auf und wurde kürzlich erst aus der Haft entlassen.

Die Autorin schreibt gewohnt einnehmend und schon bald entwickelt der Fall – bzw. hier die Fälle – eine Sogwirkung und man ist mitten drin. Neben den Ermittlungsarbeiten wird auch wieder der ein oder andere Blick in Pias und Bodensteins Privatleben geworfen.

Der Mord an Lissy Böhlefeld ist ein typisch aufgebauter Fall von Nele Neuhaus, was ihr nach elf Kriminalromanen anscheinend selbst etwas zu langweilig geworden ist. Der zweite Erzählstrang, mit den ungeklärten Vermissten- und Todesfällen, geht in eine andere Richtung als sonst bei der Autorin. Die Handlung um diese Ermittlungen und alles was damit zusammenhängt fand ich dann auch etwas zu viel. Zu unrealistisch, zu konstruiert und dabei wurde der Fall Lissy aus den Augen verloren, den ich viel interessanter fand. Leider wurde sich bei der Aufklärung um Lissys Mord dann auch nicht mehr viel Mühe gegeben und auf den paar letzten Seiten abgehandelt.

Als Leser kann man kaum selbst auf den Mörder kommen, da zum Ende hin Informationen aktiv zurückgehalten werden. Das fällt umso mehr auf, da man zuvor immer auf dem gleichen Wissensstand wie Pia und Bodenstein war.

Das Buch im gesamten ist dadurch durchwachsen. Es lässt sich gut und schnell lesen, da der Schreibstil passt und die Handlung spannend aufgebaut ist, aber inhaltlich finde ich den Krimi nicht so gut gelungen wie andere der Autorin. Ich erwähne es selten in einer Rezension, aber hier sind mir Grammatik- und Rechtschreibfehler sehr stark aufgefallen. Teilweise fehlen Wörter und sogar Logikfehler kommen vor.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere