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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2017

Der Meister der Fußballanekdoten hat wieder zugeschlagen

55 Jahre Bundesliga - das Jubiläumsalbum
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Dieses Buch ist zum ersten Mal zum großen Jubiläum "50 Jahre Bundesliga" erschienen und wurde nun vom Verlag in leicht überarbeiteter Version und um die letzten 5 Jahre ergänzt in einer edlen gebundenen ...

Dieses Buch ist zum ersten Mal zum großen Jubiläum "50 Jahre Bundesliga" erschienen und wurde nun vom Verlag in leicht überarbeiteter Version und um die letzten 5 Jahre ergänzt in einer edlen gebundenen Aufmachung noch einmal herausgebracht.

Ben Redelings lässt hier nunmehr 55 Jahre Bundesliga "noch mal Paroli laufen" und legt , wie eigentlich immer in seinen Büchern, den Schwerpunkt auf die kleinen Geschichten und Begebenheiten rund um die Sportart Nr. 1 in Deutschland. Zudem erhält jede Saison eine Doppelseite mit der jeweiligen Abschlußtabelle und einem Text zum Verlauf der Saison und seinen Besonderheiten.

Mit vielen Fotos und einigen skurrilen Fundstücken liefert dieses liebevoll zusammengestellte Sammelsurium einen stimmungsvollen Rückblick auf den alltäglichen Wahnsinn, den die große weite Welt des Fußballs seit 55 Jahren bereithält. Hier findet jeder Fußballfan etwas nach seinem Geschmack

Da bleibt zum Abschluß nur ein Wort: "Vielen Dank"

Veröffentlicht am 12.09.2017

Klasse-Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite zu überzeugen weiß

Der Totensucher
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Das Buch "Der Todesprophet" von Chris Karlden gehörte im letzten Jahr zu meinen absoluten Thrillerhighlights. Um so gespannter war ich auf dieses Buch und ich habe mich im Vorfeld gefragt, ob der Autor ...

Das Buch "Der Todesprophet" von Chris Karlden gehörte im letzten Jahr zu meinen absoluten Thrillerhighlights. Um so gespannter war ich auf dieses Buch und ich habe mich im Vorfeld gefragt, ob der Autor wohl das hohe Niveau des Vorgängers halten kann. Nun kann ich mit Überzeugung sagen, er kann.

Die letzten zwei Jahre waren für den Polizisten Adrian Speer ein einziger Alptraum. Seit seine Tochter Lucy entführt wurde, macht er sich bittere Vorwürfe, weil er sie im entscheidenen Moment allein gelassen hat. Seine Frau und sein Sohn haben sich von ihm abgewandt und versuchen einen Neuanfang. Adrian setzt die Suche verzweifelt fort, bis er nach einem waghalsigem Alleingang bei einem Undercover-Einsatz vom Dienst suspendiert wird.
Nun bekommt er in einer neuen Abteilung für besonders grausame Gewaltverbrechen die Chance für einen Neuanfang. Zusammen mit seinem neuen Partner Robert Bogner ermittelt er in einem Mordfall, dem kurz darauf ein weiterer Mord nach gleichem Muster folgt. Als Adrian auf dem Handy des zweiten Opfer ein aktuelles Foto von Lucy entdeckt, bekommt der Fall urplötzlich eine ganz neue Dimension ...

Dieses Buch hat alles, was einen guten Thriller ausmacht: eine clever aufgebaute Geschichte mit zahlreichen überraschenden Wendungen und gleich mehreren Aha-Effekten bei der Auflösung, einen packenden Schreibstil, der das Kopfkino mit seinen bildhaften Beschreibungen mächtig ankurbelt und die Leser mit jeder Seite tiefer in die Geschichte hineinzieht, so das man das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen kann bzw. will und nicht zuletzt interessante, gut gezeichnete und vor allem vielschichtige Charaktere in den Haupt- und auch den Nebenrollen, mit denen man gerne mitfiebert.
Dies alles wird hier zu einem absolut stimmigen Gesamtbild zusammengesetzt, das mich auf ganzer Linie nicht nur überzeugen, sondern sogar begeistern konnte.

Chris Karlden spielt längst in der 1. Liga der deutschsprachigen Thrillerautoren und muss sich dabei vor der namhaften Konkurrenz keineswegs verstecken.

Nun liegt die Meßlatte für das nächste Buch wieder ein ganzes Stück weiter oben.

Veröffentlicht am 05.09.2017

Würdiges Ende einer großartigen Krimi-Reihe

Totalausfall
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Mit dem 9. und letzten Band bringt die Autorin Lucie Flebbe ihre Krimireihe um die junge Lila Ziegler und den Bochumer Privatdetektiv Ben Danner nun zu einem überzeugenden und würdigen Ende.
Lassen sich ...

Mit dem 9. und letzten Band bringt die Autorin Lucie Flebbe ihre Krimireihe um die junge Lila Ziegler und den Bochumer Privatdetektiv Ben Danner nun zu einem überzeugenden und würdigen Ende.
Lassen sich die einzelnen Bände der Reihe grundsätzlich auch einzeln lesen, empfiehlt es sich hier aber auf jeden Fall, die anderen Bücher zu kennen. Insbesondere den direkten Vorgänger "Am Boden" sollte man auf jeden Fall vorher gelesen haben, da die Story direkt an das schockierende Ende dieses Buches anschließt.

Lila hat den Selbstmordversuch, den sie nach den Enthüllungen zu ihrer verdrängten Vergangenheit und zum Tod ihrer älteren Schwester begangen hat, mit knapper Not überlebt. Um einer Zwangseinweisung zu entgehen, lässt sie sich freiwillig in eine psychosomatische Fachklinik in Bochum einweisen, sucht aber eigentlich nur verzweifelt nach einer Möglichkeit, ihrem Leben doch noch ein Ende zu setzten. Als in der Klinik ein Mord geschieht, muss sie sich entscheiden: Lässt sie ihren kriminalistischen Instinkt noch einmal erwachen oder gibt sie sich vollends ihren inneren Dämonen hin.

Auch wenn die Geschichte formal alle Grundvoraussetzungen eines Krimis erfüllt, spielt die Mördersuche diesmal eigentlich nur eine ziemlich untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt steht hier eindeutig die Figur Lila Ziegler und ihr komplett durcheinandergeratenes Innenleben.
Der Autorin gelingt es dabei mit einem, wie immer, packenden Schreibstil auf vortreffliche Art und Weise, die inneren Konflikte ihrer Hauptfigur herauszuarbeiten und für die Leser greifbar zu machen. Man taucht beim Lesen ganz und gar in die Figur ein und leidet förmlich mit ihr mit. Oftmals will man sie dabei sogar packen und schütteln, um sie wieder zur Vernunft zu bringen.

Auch die Darstellung der Vorgänge in der Fachklinik und die Charakterisierung der dort ansässigen Patienten, Ärzten und sonstigen Bediensteten kann man nur als absolut gelungen bezeichnen. Ein Sammelsurium an interessanten und ungewöhnlichen Protagonisten, das die Geschichte auf perfekte Art und Weise unterstützt und entscheidend zum überzeugenden Gesamtbild beiträgt.

Ein Buch wie eine Achterbahnfahrt, das seine Leser von einem Wechselbad der Gefühle in das nächste führt und dabei, trotz allen Schreckens, auch noch bestens unterhält.

Die Geschichte von Lila Ziegler ist damit nun zu Ende erzählt, auf neue Bücher der Autorin mit frischen Charakteren kann man sich aber jetzt schon freuen.

Veröffentlicht am 09.08.2017

50 Jahre Ruhrgebietsleben oder "Fight for your right to krümel"

Wie wir leuchten im Dunkeln, geben wir so verdammt gute Ziele ab
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Der Bochumer Autor Klaus Märkert blickt in diesem Buch, das er selber als Nachthumor-Autobiographie bezeichnet, auf 50 Jahre Ruhrgebietsleben zurück und lässt seine Leser in Form einzelner Episoden an ...

Der Bochumer Autor Klaus Märkert blickt in diesem Buch, das er selber als Nachthumor-Autobiographie bezeichnet, auf 50 Jahre Ruhrgebietsleben zurück und lässt seine Leser in Form einzelner Episoden an diesem Leben jenseits aller allzu klischeehafter Ruhrgebietsromantik teilhaben.

Die einzelnen Geschichten sind dabei allerdings nicht chronologisch geordnet, sondern man springt, wie bei einer dieser Zapping-Shows im Fernsehen, munter durch die Jahre und landet so immer wieder bei den unterschiedlichsten Stationen in der Zeitspanne zwischen der Kindheit der 60er Jahren, wo wir unter anderem dem "Bösen Fury" aus Wattenscheid-Eppendorf begegnen, und der Gegenwart des Jahres 2012.

Was all die Geschichte verbindet ist die feine Beobachtungsgabe des Autoren und der Blick aufs Detail und die kleinen Randerscheinungen, die sonst so oft unentdeckt bleiben. Ein weiteres Verbindungsmittel ist der lockere Schreibstil, bei dem der humorvolle Unterton dominiert, aber durchaus auch immer wieder ein Schuß Melancholie durchschimmert.

Ein immer wiederkehrendes Thema des Buches ist der Tod, sei es im Umgang mit dem Tod von Familienmitgliedern oder guten Freunden, als auch in der Auseinandersetzung mit dem eigenen drohenden Tode im Zuge einer Herzerkrankung. Aber auch dieser Umgang ist immer durch eine Menge an Humor geprägt, der dann in diesen Passagen aber mitunter sogar rabenschwarz wird.

Ein absolut empfehlenswertes Buch abseits des gängigen Mainstreams, das mich aber gerade deswegen auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 01.08.2017

Irrwitziger Ruhrgebietsroman mit viel Humor, Charme und skurrilen Typen

Kommando Schluckspecht
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Tim Feldmann hat, eigentlich ohne groß darüber nachzudenken, seine Stammkneipe, den Schluckspecht in Bottrop, übernommen und merkt nun, das es nicht immer von Vorteil ist, wenn der Wirt und seine besten ...

Tim Feldmann hat, eigentlich ohne groß darüber nachzudenken, seine Stammkneipe, den Schluckspecht in Bottrop, übernommen und merkt nun, das es nicht immer von Vorteil ist, wenn der Wirt und seine besten Freunde zugleich auch die besten Kunden sind. Die Konkurrenz, insbesondere das Barlokal Fit-and-Green in der innenstadt, macht ihm das Leben und das Erschließen neuer Kunden schwer.
Als seine Freundin Lisa dann auch noch ein lukratives Jobangebot aus München bekommt und von einem Umzug in den Süden spricht, muss schnellstens ein Plan her, um den Schluckspecht in eine Goldgrube zu verwandeln und den Umzug in den ungeliebten Süden noch zu verhindern.
Kommando Schluckspecht soll und muss die Wende bringen, produziert aber in erster Linie Chaos und Verderben.

Dem Autoren Tobias Keller ist mit seinem zweiten Buch ein Roman mit viel Humor und einer Menge Lokalkolorit gelungen, der mich auf ganzer Linie überzeugt hat.
Insbesondere die Bardame Jutta verkörpert hier den eher rauhen Charme des Ruhrgebietes auf besonders überzeugende Art und Weise, aber auch die anderen Figuren des Buches sind überzeugend gezeichnet und sorgen so für eine große Anzahl an skurrilen Typen im Buch, die allesamt ihren Anteil zum Gelingen der Geschichte beitragen.
Mit ganz viel Liebe zum Detail und einem flotten Schreibstil lässt der Autor diese Protagonisten nun von einer irrwitzigen Szene in die nächste stolpern und liefert so neben einer clever konstruierten Story auch noch jede Menge Situationskomik mit gekonnten Anspielungen auf aktuelle und vergangene Ereignisse und Modetrends.
Dabei baut er immer wieder überraschende Wendungen ein, die die Geschichte urplötzlich in eine völlig andere Richtung lenken, am Ende aber doch ein überzeugendes Gesamtbild liefern.

Nicht nur für Liebhaber des Ruhrgebietes im allgemeinen und des "Bottroper Bieres" im besonderen ist dieses Buch absolut zu empfehlen.