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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.10.2023

Die Hüterin der Babys

Wie ein Stern in mondloser Nacht
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Henni wächst im Nachkriegsberlin unter ärmlichsten Verhältnissen mit Mutter und Geschwistern auf. Bei ihrem Job als Putzfrau eines Arzthaushaltes lernt sie deren Sohn Ed kennen und auch lieben. ...

Henni wächst im Nachkriegsberlin unter ärmlichsten Verhältnissen mit Mutter und Geschwistern auf. Bei ihrem Job als Putzfrau eines Arzthaushaltes lernt sie deren Sohn Ed kennen und auch lieben. Die nicht von allen Seiten gewünschte Beziehung steht unter keinem guten Stern. Henni lässt sich später als Hebamme ausbilden und stellt ihre ganze Kraft in den Dienst der Armen, insbesondere der Frauen, die kaum wissen, ob sie ihr Baby auf die Welt bringen und wie sie es dann versorgen sollen. Wie sich das Verhältnis zu Ed im Laufe ihres Lebens weiterentwickelt und wie sich Henni ihrer Lebensaufgabe verschrieben hat, davon erzählt uns dieser außergewöhnliche Roman.

Die Erzählweise auf zwei Zeit- und Handlungsebenen macht die Geschichte für mich plastisch und abwechslungsreich. Gefühlvolle 'Szenen wechseln sich ab mit der harten und ungeschönten Wirklichkeit, so dass man als Leser einen guten Einblick in die Erschwernisse der damaligen Zeiten bekommt. Aber auch die Herzenswärme einer selbstlosen Protagonistin, die es auch in vielen Situationen nicht immer leicht hat und die manches Mal mit ihrem Schicksal hadert, hat die Autorin sehr authentisch dargestellt, so dass ich mich als Leserin immer nah am Geschehen gefühlt habe. Ein bis in die Gegenwart hineinragendes wichtiges Thema, verknüpft mit einer gefühlvollen Story, haben mich das Buch sehr gerne und zügig lesen lassen, von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.10.2023

Weihnachtsstimmung auf dem Weingut

Das Weihnachtswunder
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Lotte lebt seit einiger Zeit bei ihrem Freund Nicolas auf dessen Weingut nahe Colmar im Elsass. Die Weihnachtsvorbereitungen laufen, zum Fest werden Familue und Freubde erwartet, aber ein Geheimnis aus ...

Lotte lebt seit einiger Zeit bei ihrem Freund Nicolas auf dessen Weingut nahe Colmar im Elsass. Die Weihnachtsvorbereitungen laufen, zum Fest werden Familue und Freubde erwartet, aber ein Geheimnis aus Lottes Vergangenheit scheint ihre Beziehung und die weihnachtliche Stimmung zu belasten.

Angelika Schwarzhuber hat uns hier wieder einen ihrer wunderbaren Weihnachtsromane präsentiert, den man, einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand legen mag. Meisterhaft versteht es die Autorin, durch ihren einfühlsamen und warmherzigen Schreibstil schon einige Wochen vor dem Fest ein solches weihnachtliches Ambiente zu vermitteln, dass man sich zusammen mit der Romanfamilie mit an der Festtafel oder vor dem Weihnachtsbaum wähnt. Auch wenn es sich um einen absoluten Wohlfühlroman handelt, werden hier am Rande durchaus kritische Themen in angemessenem Rahmen angesprochen, die hier aber nicht vorweggenommen werden sollen.

Alles in allem wieder ein ganz bezauberndes Buch, die Weihnachtszeit kann kommen, von mir eine absolute Leseempfehlung, nicht nur für Romantiker!

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Veröffentlicht am 04.10.2023

Flucht und Neuanfang

I love you, Fräulein Lena
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Kurze Zeit vor Kriegsende erhalten die aus Pommern geflüchteten Pastorentöchter Lena und ihre jüngere Schwester Margot in einem Pastorenhaushalt in Niebüll Unterschlupf und vielleicht auch eine neue Heimat. ...

Kurze Zeit vor Kriegsende erhalten die aus Pommern geflüchteten Pastorentöchter Lena und ihre jüngere Schwester Margot in einem Pastorenhaushalt in Niebüll Unterschlupf und vielleicht auch eine neue Heimat. Lena findet schnell einen Job als Dolmetscherin bei den englischen Besatzern. Von der heimischen Bevölkerung werden die Mädchen jedoch als Flüchtlinge lange Zeit argwöhnisch beäugt.

Diesen sprachlich leichtgängigen und inhaltlich dennoch so tiefgehenden Roman habe ich sehr gerne gelesen. Es handelt sich jedoch nicht - wie vielleicht aufgrund des Titels erwartet - nur um eine romantische Geschichte. Der Roman setzt sich vielmehr mit den Gedanken einer jungen Frau über Verantwortung, Schuld, Vergebung und den Umgang eines ganzen Landes mit dem zurückliegenden Kriegsgeschehen auseinander. Der Geschichte liegen teilweise wahre Begebenheiten aus der Familie der Autorin zugrunde, die man der Intensität der Gefühle, die mich in dieser Story erreicht haben, genau anmerkt. Hanna Aden versteht es meisterhaft, einen Spagat aus leichter Geschichte und nachdenklichen Tönen zu vermitteln, die den Inhalt des Romans noch lange in mir nachhallen lassen.

Gerne eine absolute Leseempfehlung, für alle, die sich mal auf eine andere Sichtweise einlassen möchten, aus dem Buch wird jeder seine eigene Botschaft mitnehmen.

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Veröffentlicht am 26.09.2023

Spannende Geschichte einer Rheinschiffer-Familie

Rheinkinder
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Dieser Roman erzählt uns von der Schiffer-Familie Bremel, die mit drei Kindern in den 60er-Jahren auf dem Rhein lebt und arbeitet. Gerade in den Ferien eine unbeschwerte Zeit für die Kinder, bis ein Unglück ...

Dieser Roman erzählt uns von der Schiffer-Familie Bremel, die mit drei Kindern in den 60er-Jahren auf dem Rhein lebt und arbeitet. Gerade in den Ferien eine unbeschwerte Zeit für die Kinder, bis ein Unglück passiert, das bis in die Gegenwart nachhallt.

Die Geschichte spielt auf drei Zeit- und Handlungsebenen, was mir sehr gut gefallen hat und auch jederzeit bestens nachvollziehbar war. So erlebt man die Handlung aus verschiedenen Sichtweisen, die Fäden laufen am Ende sehr gut zusammen. Die Story lässt sich nicht in ein bestimmtes Genre einordnen, sie stellt eine Mischung aus Historie, Familiengeschichte und auch Kriminalroman dar, ein toller Mix, den ich so bisher noch nicht gelesen habe.

Die Autorin selbst stammt aus einer Rheinschiffer-Familie, die Liebe zu den Schiffen und dem Fluss merkt man ihr im Roman an. Die Beschreibungen eines harten, aber für die Kinder meist unbeschwerten Lebens an Bord, tolle Landschaftsbilder, der Zusammenhalt untereinander, reisst einen als Leser förmlich mit, die Charaktere sind so authentisch beschrieben, dass ich mich teilweise mit an Bord gefühlt habe. Große Spannung bis zum Ende haben mich das Buch fast in einem Zuge auslesen lassen. Eine wirklich empfehlenswerte Geschichte, die ich in dieser Außergewöhnlichkeit nicht erwartet hatte. Ich kann das Buch nicht nur allen Rheinbewohnern sondern auch allen, die mit auf eine spannungsgeladene Zeitreise gehen wollen, nur wärmstens ans Herz legen. Von mir die volle Punktzahl für einen gelungenen Roman!

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Veröffentlicht am 22.09.2023

Berlin in den 70ern, die Familiengeschichte wird weitergeschrieben

Club Paradies - Im Licht der Freiheit
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Es handelt sich um den zweiten und letzten Band der Geschichte rund um die Berliner Familie Borchardt. wegen des besseren Verständnisses und auch wegen des absolut großen Unterhaltungswerts empfehle ich, ...

Es handelt sich um den zweiten und letzten Band der Geschichte rund um die Berliner Familie Borchardt. wegen des besseren Verständnisses und auch wegen des absolut großen Unterhaltungswerts empfehle ich, den ersten Band vorab zu lesen, die Geschichte wird einen nicht mehr loslassen.

Der Roman knüpft nahtlos an den Vorgängerband an, diesmal steht die Ehefrau Maria im Mittelpunkt, auch die Entwicklung ihrer jungen erwachsenen Kinder wird weiterbeleuchtet. Diese Familiengeschichte hat mich absolut gefesselt, eine Story mit Höhen und Tiefen eines Lebens, in der auch politische Entwicklungen der 70er Jahre eine wichtige Rolle spielen. Starke Frauencharaktere haben mich hier sehr fasziniert, nach jedem Kapitel war ich absolut gespannt, welchen Verlauf die Geschichte nun weiter nimmt. Der Blick sowohl in menschliche Abgründe als auch in tiefe Gefühle und Verletzlichkeiten machen das Buch für mich zu jeder Zeit so eindringlich, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.

Wer gerne eine rasante Familien-Story mit Höhen und Tiefen liest, die auch noch mit einem interessanten Stück deutscher Zeitgeschichte verknüpft ist, dem kann ich das Buch absolut empfehlen. Die Hintergründe sind sehr gut recherchiert, das Nachwort lege ich dem Leser besonders ans Herz.

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