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Veröffentlicht am 26.11.2023

Atmosphärisch düsterer und spannender Thriller

Der Mentor
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"Der Mentor" von Svenja Diel ist ein kurzweiliger und packender Thriller mit interessanter Handlung und Ermittlern.

Der Heidelberger Kommissar Jakob Krohn und eine Sondereinheit des LKA Münchens, darunter ...

"Der Mentor" von Svenja Diel ist ein kurzweiliger und packender Thriller mit interessanter Handlung und Ermittlern.

Der Heidelberger Kommissar Jakob Krohn und eine Sondereinheit des LKA Münchens, darunter die Fallanalytikerin Nora Winter, arbeiten zusammen, um grausame Morde an Frauen zu untersuchen, die auf einen Serientäter schließen lassen. Die Frauenleichen sind mit römischen Ziffern durchnummeriert und der Täter scheint noch nicht am Ende seiner Jagd angekommen tu sein. Die Ermittlungen führen Krohn und Winter auf die Spur einer Heidelberger Studentenverbindung. Doch die Zeit drängt, denn es tauchen weitere Leichen auf und die nächsten Opfer stehen schon fest.

Dank kurzer Kapitel, die zudem aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden, darunter neben den den Ermittlern auch die des mysteriösen Mentors, wird von Anfang an Spannung erzeugt, die über den ganzen Handlungsverlauf hochgehalten wird. Ein klarer und düster atmosphärischer Schreibstil tragen ihr Übriges dazu bei, sowie überraschende Wendungen.

Sprachlich und stilistisch ein typischer Thriller, hat "Der Mentor" auch inhaltlich einiges zu bieten, ein paar Schwächen ausgenommen.
Zu Beginn war ich skeptisch, welche Rolle die Studentenverbindung spielen wird, besteht hierbei Gefahr einer klischeehaften Darstellung. Die Autorin schafft es hier jedoch ein glaubhaftes Bild von ihr und ihren Mitgliedern zu zeichnen.
Daneben kann auch die Beschreibung der anderen Handlungsfiguren überzeugen, bleibt aber besonders bei den Hauptcharakteren zuweilen etwas oberflächlich. Man gewinnt zwar einen guten Eindruck von den Ermittlern als Privatperson und in ihrem Beruf, aber manche Themen werden nur angeschnitten. So hätte ich mir z.B. gewünscht, dass Krohns Rolle als Alleinerziehender nach dem Tod seiner Lebensgefährtin mehr in die Handlung miteinbezogen worden wäre oder bei Winter die fallanalytische Arbeitsweise.

"Der Mentor" liest sich streckenweise wie der Auftakt einer vielversprechenden Reihe und ich hoffe, es folgt noch eine Fortsetzung, denn die Ermittler haben noch viel Potenzial.
Zudem hat die Autorin gezeigt, dass sie stimmungsvolle und fesselnde Thriller mit einer gut konstruierten Handlung schreiben kann.

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Veröffentlicht am 07.10.2023

Eiskalt serviert - fesselnder Thriller

KRYO – Die Verheißung
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Ein kalifornisches Unternehmen scheint den ewigen Jungbrunnen gefunden zu haben, für seine Blutplasma-Verjüngungskur, schreckt das Unternehmen jedoch nicht vor skrupellosen und lebensgefährlichen Methoden ...

Ein kalifornisches Unternehmen scheint den ewigen Jungbrunnen gefunden zu haben, für seine Blutplasma-Verjüngungskur, schreckt das Unternehmen jedoch nicht vor skrupellosen und lebensgefährlichen Methoden zurück. Doch ist das Unternehmen nicht der einzige Player auf dem Markt, der ewiges Leben und Jugend verspricht. Russische Firmen und Tech-Unternehmen haben auch ihre Finger im Spiel. Der ehemalige Chirurg Michael Wild beginnt im Zusammenhang mit dem Tod eines obdachlosen Jungen Nachforschungen zu betreiben. Doch seine Fragen und Interesse stößt auf wenig Gegenliebe. Als Michael verschwindet, beginnt seine Mutter nach ihm zu suchen und begibt sich dabei in Lebensgefahr. Schnell wird ihr klar, dass die Spur zu Michael auch in ihrer Vergangenheit liegt.

Erzählt aus verschiedenen Perspektiven, schafft es "KYRO - Die Verheißung" von Beginn an Spannung aufzubauen und diese auch konstant hochzuhalten. Kurze Kapitel und neue Wendungen sorgen zudem dafür, dass es einem schwerfällt, mit dem Lesen aufzuhören.
Auch sprachlich kann der Thriller überzeugen. Der Schreibstil ist flüssig, atmosphärisch und zuweilen düster, passend zum Thema.
Besonders gut gelungen ist der Autorin, wie sie es schafft, das Gleichgewicht zwischen einer spannenden fiktiven Handlung mit interessanten und zwielichtigen Charakteren und dem wissenschaftlichen Hintergrund zu halten.
Häufig leiden Thriller, die sich mit technischen oder wissenschaftlichen Themen aus dem Bereich der Naturwissenschaften auf dystopischer Art und Weise beschäftigen, darunter, dass der Input an sachlichen Informationen zuweilen die eigentliche Handlung in den Hintergrund drängt und so den Lesefluss empfindlich stört. Dies ist hier jedoch nicht der Fall. Geschickt werden wissenschaftliche Informationen mit dem Handlungsverlauf verwebt, ohne dass dadurch das Verständnis oder die Spannung leidet. So entsteht eine glaubhafte Geschichte und man würde sich nicht wundern, wenn es Unternehmen gibt, die so oder so ähnlich skrupellos handeln, wenn es um Verjüngung oder das ewige Leben geht.
Lediglich anfangs haben ich ein paar Seiten gebraucht, um in die Handlung zu kommen, aber danach war ich gebannt von den weiteren Entwicklungen und internationalen Verwicklungen und ich bin gespannt, wie es im zweiten Band der geplanten Reihe weitergeht.

Insgesamt ein vielversprechender Beginn einer neuen Thriller-Reihe, die erschreckend realistisch ist und vor allem dadurch für Gänsehaut beim Lesen sorgt.

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Veröffentlicht am 07.10.2023

Packender und vielversprechender Auftakt einer neuen Reihe

Glutspur
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Liv Jensen hat ihren Job bei der Polizei in Aalborg gekündigt und zieht stattdessen nach Kopenhagen. Sie arbeitet jetzt als Privatermittlerin und soll im Auftrag eines ehemaligen Kollegen in einem drei ...

Liv Jensen hat ihren Job bei der Polizei in Aalborg gekündigt und zieht stattdessen nach Kopenhagen. Sie arbeitet jetzt als Privatermittlerin und soll im Auftrag eines ehemaligen Kollegen in einem drei alten ungeklärten Mordfall ermitteln. Im Laufe ihrer Ermittlungen taucht sie tiefer in ein Kapitel der dänischen Geschichte zu Zeiten des 2. Weltkrieges und der Widerstandsbewegung ein.

Erzählt in kurzen Kapitel und aus verschieden Perspektiven, wird man schnell in die Handlung hineingezogen. Ein stimmungsvoller und bildhafter Schreibstil tragen ihr Übriges dazu bei, dass man schnell mit dem Lesen vorankommt.
Auch inhaltlich ist "Glutspur packend. Anfangs laufen mehrere Erzählstränge noch parallel, die sich dann zum Ende hin schlüssig ineinander fügen. So wechseln sich Rückblenden in die Vergangenheit, mit Abschnitten aus Sicht von Liv, Nima und Hannah ab, die im gleichen Haus wie Liv wohnt und mehr über den vermeintlichen Suizid ihres Bruders herausfinden will.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Liv ist selbstbewusst und zielstrebig. Sie lässt nicht locker bis sie ihr Ziel erreicht hat, dennoch hat sie auch ihre wenig selbstsicheren Momenten, wodurch sich menschlicher und greifbarer wird. Neben Liv ist auch Nima ein interessanter und vielversprechender Charakter. Ich bin gespannt, ob man noch mehr über sein Leben und seine Vergangenheit erfahren wird.
Man merkt dem Krimi jedoch an, dass er der Auftakt einer neuen Reihe ist. Einiges wird nur angedeutet und die Einführung der Personen nimmt vergleichsweise viel Platz in Anspruch, wodurch der Spannungsaufbau etwas leidet und die eigentliche Krimihandlung etwas in den Hintergrund gerät. Ich hätte mir etwas mehr Balance zwischen privaten Momenten und Ermittlungsarbeit gewünscht.

Wer auf der Suchen nach einer neuen vielversprechenden und fesselnden Krimi-Reihe aus dem Norden ist oder schon Fan von Katrine Engberg ist, kommt mit ihrem neuen Werk "Glutspur" auf seine Kosten.
Der Autorin in "Glutspur" gut, realistische und glaubwürdige Charaktere zu erschaffen und diese in eine mehr oder weniger spannend und atmosphärisch erzählte Krimihandlung mit geschichtlichen Bezug einzubetten. Man darf gespannt sein, wie es mit Liv & Co. in den folgenden Bänden weitergeht.

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Veröffentlicht am 07.04.2023

Des Rätsels Lösung liegt in der Vergangenheit- Spannender Thriller

Nachtjagd
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"Nachtjagd" von Jan-Erik Fjell ist der sechste Teil einer Reihe um den Osloer Kriminalkommissar Anton Brekke und ein Thriller, der geschickt verschiedene Handlungs- und Zeitstränge einführt und diese befriedigend ...

"Nachtjagd" von Jan-Erik Fjell ist der sechste Teil einer Reihe um den Osloer Kriminalkommissar Anton Brekke und ein Thriller, der geschickt verschiedene Handlungs- und Zeitstränge einführt und diese befriedigend am Ende zusammen führt und es dabei schafft, die Spannung konstant hoch zu halten und für fesselnde Wendungen zu sorgen.

Es gibt zwei Haupthandlungsstränge, einer spielt 2006 in einem amerikanischen Todestrakt in Texas statt und der andere in der Gegenwart in Norwegen.
Nathan Sudlow ist wegen Mehrfachmordes zum Tode verurteilt und bricht kurz vor seiner Hinrichtung im Jahre 2006 sein Schweigen über Ereignisse in seinem Leben, die in den Jahren 1989 und später 1994 auf einer Hurtigruten-Kreuzfahrt stattgefunden haben.
In der gegenwärtigen Zeitebene wird eine grausam zugerichtete Frauenleiche entdeckt. Der Mord erinnert an die Taten des entflohenen Serienmörders Stig Hellum. Anton Brekke und Magnus Torp werden mit dem Fall betraut und versuchen, den vor Jahren bei einer Verlegung in ein anderes Gefängnis geflüchteten Stig Hellum zu finden. Doch dann taucht eine weitere Leiche auf und der Fall wird immer verworrener.

"Nachtjagd" lässt sich anfangs etwas Zeit und fokussiert sich mehr auf die verschiedenen Charaktere, allen voran Nathan und Anton, der mit einer bakteriellen Entzündung alsbald außer Gefecht gesetzt wird und vom Krankenhaus aus die Ermittlungen seines jüngeren Kollegen Magnus verfolgt. Der parallel erzählte Handlungsstrang rund um Nathan Sudlow verwirrt hierbei zunächst eher leicht, als das er Klarheit bringt. Doch mit der Zeit weiß auch dieser einen zu fesseln, um dann in einem spannenden gemeinsamen Finale zu enden.
Trotz alledem konnte der Thriller mich von Beginn an in seinen Bann ziehen. Dank verschiedener Perspektiven, kurzer Kapitel und einiger Cliffhanger fliegt man nur so durch über 500 Seiten und man rätselt mit, was hinter den Morden steckt und ob Stig Hellum wirklich zurück ist.
Neben der Sogwirkung, kann er auch mit einer vielschichtigen und glaubhaften Charakterzeichnung und einer atmosphärisch düsteren Beschreibung der Handlung aufwarten.

Kurz: Ein gut konstruierter, rätselhafter und atmosphärisch fesselnd geschriebener Thriller von Anfang bis Ende, der durch zwei tolle Ermittlerduo und interessanten Charakteren überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 07.04.2023

Der gleiche Fall, 20 Jahre später - bildreich erzählt

Der treue Spion
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Der historische Kriminalroman "Der treue Spion" erzählt bildreich und fesselnd mittels zwei Zeitsträngen das Rätsel um einen verschwundenen französischen Diplomaten 1896 in München.

Im Jahr 1896 folgt ...

Der historische Kriminalroman "Der treue Spion" erzählt bildreich und fesselnd mittels zwei Zeitsträngen das Rätsel um einen verschwundenen französischen Diplomaten 1896 in München.

Im Jahr 1896 folgt man Gryszinski wie er es zunächst mit dem Vermisstenfall eines französischen Diplomaten aus dem Münchener Hotel Vier Jahreszeiten zutun bekommt. Bald darauf wird die Leiche eines Erfinders in München gefunden, der in Verbindung zum Vermisstenfall steht. Ehe sich Gryszinski versieht, befindet er sich gemeinsam mit seiner Frau auf einer Reise quer durch Europa, um dem Geheimnis um den verschwundenen französischen Diplomaten und den Geheimplänen über eine Erfindung, die telegrafische Falschmeldungen ermöglichen soll, befindet.
20 Jahre später wird sein Sohn Fritz erneut mit dem ungelösten Vermisstenfall konfrontiert, der ähnlich wie sein Vater auch auf Reisen quer durch Europa geschickt wird, um das Rätsel endlich zu lösen.

Abwechselnd aus den zwei Zeitebenen erzählt, die geschickt und logisch miteinander verknüpft werden, baut sich nach und nach Spannung auf, um dann in einem wendungsreichen und spannenden Finale zu enden, das Lust auf eine Fortsetzung macht.
Durchaus atmosphärisch und detailliert beschrieben, auch wenn manchmal etwas zu viel, findet das damalige Zeitgeschehen und das Leben der Hauptpersonen Eingang in die gut erzählte Handlung.
Dank der bildreichen Beschreibung der beiden Protagonisten, Vater und Sohn, erhält man schnell vielschichtige Charakterporträts der beiden, doch auch die Charakterzeichnung der anderen handelnden Personen kann überzeugen.

Auch wenn es sich um den 3. Teil einer Reihe um den Major Gryszinski handelt, muss man die vorherigen Bände nicht gelesen haben, um sich zurechtzufinden und Gefallen an dem stimmungsvoll gut erzählten sowie spannend konstruierten historischen Kriminalroman zu finden.
Für Fans der Reihe und Liebhaber bildhaft erzählter historischer Krimis.

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