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Veröffentlicht am 05.11.2023

The Lesson of Curses

The Lesson of Curses (Chronica Arcana 1)
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Dies ist mein erstes Werk aus der Feder von Laura Cardea, welches ich gelesen habe. Das Fantasybuch „The Lesson of Curses“ ist der Auftaktsband ihrer Chronica- Arcana – Reihe und kann daher ohne Probleme ...

Dies ist mein erstes Werk aus der Feder von Laura Cardea, welches ich gelesen habe. Das Fantasybuch „The Lesson of Curses“ ist der Auftaktsband ihrer Chronica- Arcana – Reihe und kann daher ohne Probleme gelesen werden, auch wenn man noch keine weiteren Werke der Autorin gelesen hat.

Klappentext:
Mathea liebt Sarkasmus, Geld – und ihre Ruhe. Doch als Helle Magie in ihr erwacht, muss sie ihre geordnete Existenz als Jurastudentin aufgeben und die nervtötend harmonische Univerzita Mystika e Magie in Prag besuchen. Und als wären feministische Magier und Hippie-Nixen nicht genug, entbrennt zum so begabten wie hochmütigen Warlock Atlas eine unwiderstehliche Rivalität. Der Haken: Er gehört zur verfeindeten Academia Sinistra. Dort versucht sich wiederum die Hexe Ellie ihren Platz zu erkämpfen, obwohl sie sich eigentlich nur von alldem fort wünscht – wäre da nicht Astra, dank der sie ihre übermächtigen Kräfte zu verstehen beginnt. Als an einer der beiden Akademien ein Fluch entdeckt wird, müssen die vier zusammenarbeiten. Doch was, wenn die Feindschaft zwischen Schatten und Licht niemals überwunden werden kann?

Mich persönlich hat der Klappentext neugierig gemacht. Ein fantastisches Buch, welches in Prag angesiedelt ist, konnte mich sofort ködern. Auch das Universitätssetting hat mich interessiert. Da dies mein erstes Buch von Cardea ist, hatte ich keinerlei Erwartungen oder große Hoffnungen an dieses Buch.
Der Stil von Laura Cardea ist recht leicht und bildhaft. Dennoch hatte ich manchmal meine Schwierigkeiten mit ihrem Erzählstil. Nur zu gerne reißt Cardea ein Thema an, um den Leser neugierig zu machen, ködert ihn mit kurzen Informationshappen. Nur um dann ein neues Kapitel anzufangen und dieses Thema nicht weiter aufzugreifen. Ich persönlich fand dies etwas nervig, hatte ich doch dadurch oftmals das Gefühl, etwas überhört zu haben. Ich persönlich habe die ungekürzte Hörbuch- Version gehört. Für mich hat es sich angefühlt, als ob mir wesentliche Informationen fehlten, als ob ich einen Teil der Geschichte verpassen würde. Mein erster Gedanke war, dass diese vielleicht einer Kürzung des Hörbuches zum Opfer gefallen sind, aber nein: dies war eine ungekürzte Version. Diese ständigen Andeutungen und dann diese fehlenden Informationen dazu haben mein Lese- bzw. Hörvergnügen enorm gedämpft. Auch hat dies manchmal dazu geführt, dass sich mir gewisse Handlungen oder Schlussfolgerungen nicht immer als nachvollziehbar oder sinnvoll dargelegt haben.
Die Sprecherinnen Chantal Busse und Uta Dänekamp empfand ich als angenehm und beide haben es gekonnt geschafft, die Emotionen und auch die Charaktere gut rüberzubringen. Jedoch habe ich mich – besonders zu Beginn – etwas schwergetan, die beiden Stimmen auseinander zu halten, haben sie sich in meinen Ohren einfach zu ähnlich angehört. Auch fand ich, dass die Stimme der Sprecherinnen jeweils zu der anderen Protagonistin besser gepasst hätte. Die Stimme der Mathea hätte meiner Meinung nach eher zu Ellie gepasst und andersherum, dies hätte mehr ihrem Wesen entsprochen.
Gefallen hat mir hier auf jeden Fall das Setting Prag. Die Atmosphäre dieser Stadt eignet sich wunderbar für eine magische Geschichte. Auch die Ansiedlung der beiden magischen Schulen fand ich gut eingebunden und konnte mich begeistern. Mit einer Prise Humor wird hier die Geschichte von Mathea und Ellie erzählt. Beides sind Späterwachte, sie haben ihr magisches Talent erst recht spät entdeckt. Den Einstieg habe ich als zäh empfunden. Man wird in die magische Welt eingeführt und lernt zu Beginn recht viele neue Charaktere kennen, welche man erst einmal einsortieren muss. Jedoch lernt man hier einfach zu wenig über diese Welt. Dies kommt auch daher, dass die Protagonisten mir persönlich zu wenig hinterfragen, sie nehmen einfach alles als gegeben hin und wollen all dem nicht auf den Grund gehen. Die Geschichte plätschert eher so dahin und tritt dabei oftmals auf der Stelle – mir ist teilweise einfach zu wenig passiert. Und mir hat einfach der Bezug zu den Protagonisten gefehlt.
Auch habe ich mich mit der Art von Mathea schwer getan. Sie hat eher eine schroffe Art und will immer die beste in allem sein. Dann macht sie aus alles ein Geheimnis und gibt sich gerne gefühlskalt, Mathea möchte alles alleine meistern. Aber wenn es ihr hilft, voranzukommen, nimmt sie nur zu gerne fremde Hilfe an. Sie war mir einfach zu Ichbezogen. Sowohl bei Mathea als auch bei Ellie hätte ich mir mehr Hintergrundwissen gewünscht. Es werden öfters Andeutungen gemacht und zumindest Ellie scheint dies sehr zu prägen. Aber konkretes erfährt man hier nicht wirklich. Dem Leser werden hier schmackhafte Brocken hingeworfen, um diesen zu locken und dann wird dieser am ausgestreckten Arm verhungern gelassen. Dies zieht sich leider durch das ganze Buch und hat mich persönlich frustriert. Wenn man zum Beispiel erfährt, dass man verflucht wurde, möchte man doch die Hintergründe erfahren und diesen im besten Falle aufheben. Aber hier wird es einfach hingenommen und einige Seiten nicht näher thematisiert oder zur Sprache gebracht. Nur zu selten wird etwas hinterfragt, manche Handlungen ergaben so einfach keinen Sinn.
Die Darstellung der beiden Schulen fand ich ganz gut umgesetzt. Wie gegensätzlich diese beiden sind und somit auch die Charaktere, die in dieser ausgebildet werden oder auch unterrichten. Hier gibt es einige interessante Aspekte, über die ich nur zu gerne mehr erfahren möchte.
Dafür hat dieses Buch einen fiesen Cliffhanger, sodass man nur zu gerne wissen möchte, wie die Geschichte rund um Ellie und Mathea weitergeht.
Ob ich die Reihe weiterverfolgen werde, kann ich so noch nicht sagen. Es gab interessante Ansätze, zum Beispiel die beiden gegensätzlichen Schulen und das Setting und auch manche Nebencharaktere fand ich ansprechend. Aber der Erzählstil hat mich teilweise eher genervt.

Die Autorin Laura Cardea hat mit „The Lesson of Curses – Chronica Arcana“ den Reihenauftakt rund um Mathea und Ellie geschrieben. Es gab einige vielversprechende Ansätze, aber leider konnte mich dieses Hörbuch auf Grund einiger Faktoren nicht vollständig überzeugen. Daher gibt es von mir 3 Sterne.

Veröffentlicht am 15.10.2023

Emerick

Emerick
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Mit dem Fantasy- Roman „Emerick und die schlafende Wächterin“ hat die Autorin Tanja Heitmann einen (bisherigen) Einzelband geschrieben, welcher ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Klappentext:
Für ...

Mit dem Fantasy- Roman „Emerick und die schlafende Wächterin“ hat die Autorin Tanja Heitmann einen (bisherigen) Einzelband geschrieben, welcher ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Klappentext:
Für die junge Jasna ist Lastage House die Chance, ein neues Leben zu beginnen: Professor Leopold hat sie als Assistentin unter seine Fittiche genommen. Gemeinsam betreuen sie Kinder und Jugendliche, deren Leben aus den Fugen geraten ist. An einem von ihnen beißt Jasna sich allerdings die Zähne aus: Emerick ist nicht nur faszinierend, wie der Professor schwärmt, sondern sieht die Welt auf seine ganz eigene Weise. Als Jasnas Schützling, die kleine Lia, unerklärlicherweise ins Koma fällt, bietet Emerick seine Hilfe an. Damit beginnt die Jagd auf einen geheimnisvollen Schatten, und Jasna stellt fest, dass es in Lastage House nicht nur verrückt zugeht, sondern vor allem magisch ...

Vor einigen Jahren wurde Tanja Heitmann mit ihrem Debütroman „Morgenrot“ bekannt, welchen ich damals ebenfalls gerne gelesen habe. Daher wollte ich mich an ein weiteres Werk aus der Feder von ihr lesen und mir ein aktuelleres Bild ihrer Werke machen. Ich hatte keine wirklichen Erwartungen an „Emerick“, aber dennoch hätte ich irgendwie etwas Anderes erwartet.
Der Schreibstil von Tanja Heitmann ist recht angenehm und flüssig. Außerdem hat die Autorin einen bildhaften Erzählstil, sodass quasi ein Bild vor dem geistigen Auge entsteht. Man kann sich die Schauorte gut vorstellen und gekonnt schafft Heitmann eine gelungene Atmosphäre. Die Geschichte spielt im Lastage House, in welchem Kinder und auch Jugendliche wohnen, welche geistige Defizite aufweisen. Dies sorgt für eine gruselige Stimmung und ein leichtes Gänsehautgefühl.
Die Charakterdarstellung ist ein Pluspunkt von diesem Fantasy- Buch. Die Protagonistin Jasna ist eine siebzehnjährige junge Dame, welche sich als Assistentin vom Professor Leopold im Lastage House ein neues Leben aufbauen möchte. Bisher ist sie noch nicht richtig integriert und nur zu gerne gibt sich Jasna geheimnisvoll. Sie ist eine starke Frau mit einer geheimnisvollen Vergangenheit, welche im Laufe des Buches näher beleuchtet wird. Dabei hat Jasna mehrere Talente, mit denen man zu Beginn des Werkes nicht gerechnet hat. An ihrer Seite ist Emerick, welcher ein Patient in dieser Einrichtung ist. Aber auch er hat eine mysteriöse Vergangenheit und einige Geheimnisse, welche ans Licht kommen. Dabei ist er vom Wesen nicht so, wie man auf den ersten Seiten vermuten würde. Emerick hat einen faszinierenden Charakter und ist der heimliche Star in diesem Werk, bereichert er es doch ungemein.
Auch die magische Welt hat hier einige Überraschungen zu bieten und Heitmann hat einige interessante Ideen parat. Jedoch fehlten mir während des Lesens ein paar Hintergrundinformationen. Ich hatte teilweise das Gefühl, dass ich etwas überlesen habe oder das ein Buch vorangegangen war. Jedoch war dies nicht der Fall. Während der Geschichte wird öfters die Flut erwähnt, welche wohl für die Entwicklung der Welt ein essentielles Ereignis war. Jedoch wird darauf nicht näher eingegangen, sodass der Leser hier etwas in der Luft hängt und sich die Zusammenhänge selber zusammenreimen muss.
Den Einstieg fand ich leider etwas holprig. Auf den ersten Seiten werden die Charaktere vorgestellt. Man liest, wie Jasna sich in der Einrichtung fühlt, wie gerne sie soziale Kontakte und ein normaleres Leben hätte. Und auch Emerick lernt man zu Beginn kennen und sofort hat er mich in seinen Bann gezogen. Auch über das Lastage House und dessen Bewohner und ihren Eigenheiten lernt kennen. Dennoch hat sich dieser Einstieg etwas gezogen. Ich hatte das Gefühl, dass es nicht wirklich vorwärtsgeht und die Handlung sich etwas im Kreis dreht. Auch fehlte mir stellenweise die Spannung. Jedoch fand ich die Grundidee recht ansprechend, die Umsetzung leider nur mangelhaft. Nicht immer konnte die Spannung oder auch das Tempo hochgehalten werden, ein paar Szenen haben sich in die Länge gezogen.
Das Ende konnte mich leider auch nicht vollständige überzeugen. Hier ging es dann Schlag auf Schlag und teilweise haben sich die Ereignisse überschlagen, sodass es teilweise ein wenig verwirrend war. Manche Auflösungen fand ich nicht logisch oder überzogen.

Insgesamt konnte mich die Autorin Tanja Heitmann mit ihrem Fantasy- Roman „Emerick und die schlafende Wächterin“ nicht vollständig überzeugen. Es gab ein paar interessante Ansätze und eine ansprechende Grundidee. Jedoch war die Umsetzung meiner Meinung nach mangelhaft, zum Beispiel der Einstieg oder auch fehlende Hintergrundinformationen. Daher möchte ich 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 17.09.2023

Die Erben der Nornen

Die Erben der Nornen
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Helen Hawk hat mit ihrem Fantasybuch „Die Erben der Nornen“ den ersten Band zu ihrer Walküren- Saga geschrieben. In dieser wird die Geschichte von Kara und ihrem besten Freund Lukas erzählt. Dieses Buch ...

Helen Hawk hat mit ihrem Fantasybuch „Die Erben der Nornen“ den ersten Band zu ihrer Walküren- Saga geschrieben. In dieser wird die Geschichte von Kara und ihrem besten Freund Lukas erzählt. Dieses Buch lässt sich ohne weitere Vorkenntnisse lesen, jedoch ist es hilfreich, wenn man sich ein bisschen in der nordischen Mythologie auskennt.

Klappentext:
Kara ist eine Nachfahrin der Walküren – eine Schicksalslenkerin. Der Haken? Sie weiß es nicht. Innerhalb kürzester Zeit erfährt sie, dass ihre Familie seit Jahrtausenden an der Seite von Riesen lebt. Ausgerechnet ihr bester Freund Lukas ist einer von ihnen und ein unsichtbares Band verbindet sie. Er hat eine besondere Gabe. Durch das Werfen von Runen kann er die Zukunft voraussagen. Als er das Ende der Welt sieht, bricht er auf, um Ragnarök zu verhindern.
Kara folgt ihm. Sie taucht in eine alte Welt voller Mythen ein, die nicht nur in alten Erzählungen überlebt haben. Werden sie das Ende der Welt verhindern können?

Durch Zufall bin ich auf dieses Werk aufmerksam geworden, bisher hatte ich von der Autorin Helen Hawk noch nichts gehört, geschweige denn gelesen. Aber der Klappentext konnte mein Interesse wecken, sodass ich mich ohne große Erwartungen in dieses Buch gestürzt habe.
Der Schreibstil von Helen Hawk ist recht leicht, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Ein wesentlicher Bestandteil der Handlung basiert auf der nordischen Mythologie. Hier empfinde ich es als recht hilfreich, wenn man ein wenig Grundwissen darüber verfügt, denn nähere Erläuterungen hierzu sucht man vergebens. Auf unterschiedliche Weise schafft es Hawk in diesem Werk Spannung zu erzeugen. Nur zu gerne möchte man wissen, wie die Geschichte weitergeht. Der Strudel dreht sich rasant und immer neue Gefahren und Abenteuer müssen gemeistert werden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Buch zügig gelesen ist. Temporeich wird die Story vorangetrieben und zusammen mit den Protagonisten muss man so einige Hürden meistern. Des Weiteren wird „Die Erben der Nornen“ aus mehreren Perspektiven erzählt. Dadurch wird sowohl das Tempo noch zusätzlich gesteigert, außerdem erhält man als Leser einen umfangreicheren Einblick in die Handlung. Man kann diese aus mehreren Perspektiven betrachten, sodass man die Handlungen der Charaktere besser nachvollziehen kann. Dennoch hätte ich mir manchmal mehr Tiefe gewünscht. Dies trifft auf viele Aspekte des Buches zu. Sowohl der Weltenaufbau, als auch Hintergrundinformationen, aber auch die Charakterdarstellung fand ich etwas unausgereift. Hier hätten dem Buch meiner Meinung nach ein paar Seiten mehr gutgetan.
Kara, die weibliche Protagonistin ist eine Rechtsanwaltfachangestellte und kämpft als diese für Gerechtigkeit. Schlagartig ändert sich jedoch ihr Alltag. Sie muss erkennen, dass mehr in ihr steckt, als sie zunächst vermutet. Sie wird in die fantastische mythische Welt eingeführt und bruchstückweise erkennt sie die Zusammenhänge. Immer tiefer wird sie in diese Welt hineingesogen. Für sie ist alles neu und zusammen mit ihr lernen wird diese Aspekte, welche nichts mit ihrem bisherigen Leben zu tun haben, kennen. Und hier kommt das große Aber: Kara nimmt dies einfach als gegeben hin. Sie hadert nicht damit und diese vollkommen neue Welt akzeptiert sie ohne große Fragen. Dies fand ich etwas unglaubwürdig. Hier merkt man, dass es den Charakteren an Tiefe fehlt. Auch ihr Freund Lukas, welcher ein Riese ist, wirkt auf mich nicht vollständig ausgereift. Im Verlauf des Buches gibt es einige Szenen, wo ich mir gewünscht hätte, dass die Charaktere die Situation hinterfragen. Oder zumindest mal kurz über ihr Handeln nachdenken. Dadurch wirkt das Buch natürlich temporeicher, aber dies geht eindeutig zu Lasten der Geschichte und den Tiefgang dessen. Auch die Liebesbeziehung von Kara hatte für mich leider weder Hand und Fuß.
Gut gefallen hat mir im Gegensatz dazu der Anteil der nordischen Mythologie. Für die Handlung spielt diese eine essentielle Rolle. Doch leider fehlen mir auch hier ein paar Erklärungen. Ich persönlich habe Basiswissen in diesem Bereich und hatte daher keine Verständnisprobleme, ich fand die Einbindung in die Story recht gelungen. Aber jemand, der bisher wenig Berührungspunkte damit hatte, könnte hier vielleicht an seine Grenzen stoßen.

Insgesamt hat Helen Hawk mit „Die Erben der Nornen – Walküren- Saga 1“ einen temporeichen Reihenauftakt geschrieben. Mir persönlich hat es hier aber in mehreren Aspekten an Tiefgang gefehlt. Auch wenn es interessante Ansätze gab, konnte mich dieses Fantasybuch nicht vollständig packen. Daher möchte ich 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 15.07.2023

Ashblood

Ashblood - Die Herrin der Engel
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Der bekannte Fantasy- Autor Garth Nix hat mit „Ashblood – Die Herrin der Engel“ sein neustes Werk auf den Büchermarkt gebracht. Dieses ist (bisher) ein eigenständiges Werk und kann daher gelesen werden, ...

Der bekannte Fantasy- Autor Garth Nix hat mit „Ashblood – Die Herrin der Engel“ sein neustes Werk auf den Büchermarkt gebracht. Dieses ist (bisher) ein eigenständiges Werk und kann daher gelesen werden, ohne dass man andere Bücher aus der Feder von Nix gelesen hat.

Klappentext:
Vor mehr als hundert Jahren kam die Aschblut-Plage über das Reich Ystara. Sein Schutzherr, der Erzengel Palleniel, wandte sich damals von seinem Volk ab – heute glaubt jeder, dass die Engelsmagierin Liliath die Schuld daran trägt, was vor so langer Zeit geschehen ist. Um die Zeit zu überdauern, flüchtete sich Liliath in einen magischen Schlaf, aus dem sie nun erwacht. Sie ist immer noch eine junge Frau, und sie wird ihren geheimen Plan von damals endlich umsetzen. Auch wenn Menschen und Engel sie aufhalten wollen, wird sie triumphieren. Und obwohl der Preis unvorstellbar hoch ist, wird sie alles opfern – im Namen der Liebe!

Mir ist Garth Nix vor allem durch seine Trilogie Das alte Königreich bekannt, daher habe ich mich mit einer gewissen Grunderwartung an das Buch herangewagt. Doch leider sind meine Erwartungen und Hoffnungen an dieses Buch nicht vollständig erfüllt wurden.
Zunächst möchte ich das Bonusmaterial in dem Buch positiv erwähnen. In dem Buch sind mehrere hilfreiche Karten beigefügt wurden, welche ich nur zu gerne ratsam zur Hand genommen habe. Dadurch konnte ich oftmals der Geschichte bzw. die Wege der Charaktere besser nachvollziehen.
Der Schreibstil von Garth Nix ist recht bildhaft. Gekonnt schafft es der Autor, dass Bilder vor meinem geistigen Auge entstehen. Und nur zu gerne stelle ich mir örtlichen Gegebenheiten vor und kann mich in diesen fallen lassen. Nix besticht hier durch seine detailreiche Erzählweise. Dadurch wird eine dichte und packende Atmosphäre erschaffen, sodass man tief in der Geschichte abtauchen kann. Leider ist mir der Einstieg in das Buch nicht leichtgefallen. Der Prolog ergibt im ersten Moment nicht wirklich Sinn und der Sprung zur Haupthandlung fand ich zunächst auch zu extrem. Nur recht langsam fügen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen, sodass ich mich besonders zu Beginn sehr konzentrieren musste. Auch die Spannung wurde meiner Meinung nach nicht immer hochgehalten. Es gab Passagen, welche sich meiner Ansicht nach gezogen haben, welche ich als zäh empfunden habe. Durch diese musste ich mich durchbeißen und wurde dann aber zum Glück mit ansprechenden Ansätzen belohnt.
Auch die Welt an sich fand ich sehr interessant. Die Grundidee mit den Engeln fand ich sehr ansprechend. Doch leider hat mich hier die Umsetzung nicht überzeugen können. Es wird immer wieder erwähnt, wie die Engel im Alltag der Menschen eingesetzt wird und auch welchen Tribut diesem gezollt werden muss. Aber genau in diesem Aspekt der Welt haben mir die Details erwähnt. Oftmals kommen die Engel nur kurz angeflattert, erfüllen eher widerwillig ihre Aufgabe und versuchen schnell wieder zu entkommen. Hier hätte man meiner Meinung nach definitiv mehr machen müssen. Man hätte den Engel mehr Tiefe zugestehen sollen und diese aktiver in die Handlung eingreifen sollen. Hier haben mir einfach die intensiven Szenen mit den Engeln gefehlt.
Ein weiterer Kritikpunkt ist in meinen Augen die Charakterdarstellung. Auf der einen Seite gibt es Liliath, eine alte Engelsmagierin, welche aus einem langen magischen Schlaf erwacht ist. Sie nutzt die Menschen in ihrem Umfeld nur zu gerne für ihre Pläne aus. Sie gibt sich eher geheimnisvoll und versucht konsequent ihre Ziele zu erreichen und geht dabei auch mal im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen. Sie ist definitiv kein Sympathieträger, macht die Handlung aber spannender und ist teilweise auch unberechenbar und führt zu ein paar unerwarteten Wendungen. Dann sind auf der anderen Seite die vier jungen Auserwählten. An diesen ist etwas besonders und man erfährt mit ihnen zusammen immer mehr die Zusammenhänge. Henri, Dorotea, Simeon und Agnez spüren beim ersten Zusammentreffen eine tiefe Verbundenheit, welche sie sich aber nicht erklären können. Auf der einen Seite liest man einige Details über diese jungen Leute, aber dann bleiben sie auch eher blass und oberflächlich. Mir sind sie leider auch nicht wirklich ans Herz gewachsen. Hier wollte der Autor wohl einfach zu viel, bei mir ist leider keine Bindung zu den Charakteren entstanden. Daher habe ich leider auch nicht so richtig mitgefiebert oder um sie gebangt.

Insgesamt konnte der Autor Garth Nix mit seinem Fantasy- Buch „Ashblood – Die Herrin der Engel“ meine Erwartungen nicht vollständig erfüllen. Es gab interessante Ansätze, die Grundidee und der Weltenaufbau waren recht ansprechend. Doch die Umsetzung empfand ich als mangelhaft. Mir fehlten hier intensive Szenen mit den Engeln und auch die Charaktere sind mir nicht wirklich ans Herz gewachsen. Daher möchte ich 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 03.07.2023

Violet made of thorns

Violet Made of Thorns – Dem Schicksal zu trotzen hat seinen Preis
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Mit „Violet made of thorns – Dem Schicksal zu trotzen hat seinen Preis“ hat die junge Autorin Gina Chen ein fantastisches Buch mit leichten Märchenadaptionen geschrieben. Dies ist bisher ein eigenständiges ...

Mit „Violet made of thorns – Dem Schicksal zu trotzen hat seinen Preis“ hat die junge Autorin Gina Chen ein fantastisches Buch mit leichten Märchenadaptionen geschrieben. Dies ist bisher ein eigenständiges Werk, in dem die Prophetin Violet als Protagonistin eine tragende Rolle spielt.

Klappentext:
Violet ist Prophetin und Lügnerin, die den königlichen Hof mit ihren raffiniert formulierten – und nicht immer zutreffenden – Weissagungen beeinflusst. Ehrlichkeit ist für Verlierer, wie den gar nicht so märchenhaften Prinzen Cyrus, der Violet ihres offiziellen Postens berauben will, sobald er am Ende des Sommers den Thron besteigt – außer Violet unternimmt etwas dagegen.
Doch als der König sie bittet, für einen bevorstehenden Ball Prophezeiungen bezüglich Cyrus’ Liebesleben zu fälschen, erweckt Violet einen gefürchteten Fluch zum Leben, der das Königreich entweder verdammen oder erlösen wird – je nachdem, für welche Braut sich der Prinz entscheidet. Auch Violet steht vor einer Wahl: entweder die Gelegenheit nutzen, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, egal was es kostet, oder der wachsenden Anziehung zwischen ihr und Cyrus nachgeben. Violets scharfer Verstand mag sie bisher am intriganten Hof geschützt haben, doch auch er kann ihr Schicksal nicht ändern. Und während die Grenze zwischen Hass und Liebe bei Cyrus und ihr immer weiter verschwimmt, muss Violet ein teuflisches Netz der Täuschung entwirren, um sich selbst und das Königreich zu retten – oder für immer zu verdammen.

Bisher hatte ich von der Autorin noch nichts gehört geschweige denn ein Buch gelesen. Aber mich hat dieses Cover sofort neugierig gemacht und voller Vorfreude habe ich mich in diesem Buch fallen lassen. Ob meine Erwartungen erfüllt wurden?
An den Schreibstil von Gina Chen musste ich mich auf den ersten Seiten erst einmal gewöhnen. Ihr Schreibstil ist leicht und lässt sich flüssig lesen. Gekonnt baut Chen eine dichte Atmosphäre auf, diese hier wirkt recht geheimnisvoll und man spürt quasi einen dunklen Einschlag und kann als Leser nur erahnen, welche Dornen diese Welt zu bieten hat. Man kann sich hier gut fallen lassen und den Alltag vergessen. Doch leider fand ich ihren recht umgangssprachlichen Sprachgebrauch nicht immer ansprechend. Teilweise waren mir manche Wendungen zu flapsig oder haben meiner Meinung nach nicht zu der Situation gepasst. Dafür schafft es die Autorin, dass ein lockerer Stil erschaffen wird, der sich zügig lesen lässt. Zwischen den Zeilen schimmert immer mal die humoristische Ader durch. All dies hat dazu geführt, dass ich das Buch dann zügig gelesen habe.
Positiv möchte ich auch die Grundidee erwähnen. Die Story im Grundgerüst finde ich sehr ansprechend. Hier gibt es einige erwähnenswerte Aspekte. Die Umsetzung der Fähigkeiten von Violet als Prophetin fand ich gut in Szenen gesetzt und auch die Prophezeiung und die Auslegung dieser fand ich gelungen. Auch die Welt und wie sich die Story in diese einfügt, zum Beispiel die Rolle der Feen in diesem Setting, fand ich überzeugend. Dennoch fand ich die Umsetzung nicht immer gelungen. Auf der einen Seite passiert in diesem Buch einiges an Story und die Handlung an sich ist durchaus spannend. Aber an manchen Stellen haben mir einfach ein paar Ausführungen oder Details dazu gefehlt. Manche Gedanken oder Handlungen fand ich nicht vollständig ausgezählt. Hier hätte ich mir manchmal ein paar Sätze mehr gewünscht. Mir hat es ein wenig an Tiefgang gefehlt. So bleibt es eine lockere und leichte Märchenadaption, die sich für mich nicht vollständig angefühlt hat.
Auch in Bezug auf die Charakterdarstellung bin ich zwiegespalten. Violet als Protagonistin hat mir persönlich gut gefallen. Sie ist keine typische Protagonistin. Sie ist eine Prophetin, die sich durchsetzen musste. Früher hat sie auf der Straße gelebt, ist nicht mit dem Silberlöffel im Mund groß geworden. Sie musste sich ihre Position erarbeiten und hat dabei nicht immer auf das Wohlwollen ihres Umfeldes geachtet. Violet ist nicht auf den Mund gefallen, sie hat eine scharfe Zunge und kämpft für sich selbst. Nicht selten handelt sie egoistisch, aber auch gibt auch Situationen, in denen sie an andere denkt. Teilweise führt dies zum Tunnelblick, weil sie mehr an ihr eigenes Wohl denkt und dabei nicht bedenkt, welche Folgen dies für andere haben könnte. Auch ist sie störrisch, aber auch tough und dann wieder ein wenig anstrengend. Dennoch mochte ihre Art, einfach, weil sie keine zarte Prinzessin ist, welche auf den berühmten Prinzen mit seinem Gaul wartet. Der männliche Gegenpart von Violet ist – wie könnte es anders sein in einem Märchen – der Prinz Cyrus. Mit seinem Charakter bin ich dagegen nicht so richtig warm geworden. Es wird ein paar Mal betont, dass er nicht so naiv ist, wie er sich teilweise gibt. Doch diesen Eindruck habe ich leider nicht während des Lesens bestätigen können. Er sträubt sich gegen seine Prophezeiung und hat zum Teil auch nur sein eigenes Wohl im Sinn. Ich fand ihn recht oberflächlich und gewissen Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen. Mir persönlich war Cyrus zu klischeebelastet und hat diese Klischees nur zu gerne und in meinen Augen zu oft bedient. Leider fand ich auch die Lovestory in diesem fantastischen Werk nicht überzeugend. Diese Beziehung hat sich in meinen Augen nicht entwickelt oder langsam aufgebaut, sie war für mich nicht nachvollziehbar und mir ging dann dieses hin und her leider eher auf die Nerven.

Insgesamt konnte mich Gina Chen mit „Violet made of thorns – Dem Schicksal zu trotzen hat seinen Preis“ nicht vollständig überzeugen. Es gab einige interessante Ansätze und auch die Story im Grundgerüst konnte mich überzeugen. Aber leider gab es auch ein paar Aspekte, welche ich nicht so gelungen fand, wie zum Beispiel die Lovestory oder fehlende Tiefgründigkeit in gewissen Aspekten des Buches. Ich möchte für dieses Fantasy-Werk 3 Sterne vergeben.