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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2023

Cosy Crime mit viel englischem Humor

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bräutigam
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Judith, Suzie und Becks werden auf die Hochzeit des Marlow-Granden Sir Peter Bailey eingeladen. Am Tag vor der Hochzeit gibt der Bräutigam eine Party in seinem Herrenhaus, und Judith und ihre Freundinnen ...

Judith, Suzie und Becks werden auf die Hochzeit des Marlow-Granden Sir Peter Bailey eingeladen. Am Tag vor der Hochzeit gibt der Bräutigam eine Party in seinem Herrenhaus, und Judith und ihre Freundinnen wollen sich an ein bisschen Gratis-Champagner laben. Nebenher sollen sie aufpassen, denn Sir Peter hat Judith gegenüber angedeutet, dass jemand seinen Tod will. Und so ist es dann auch: Der Bräutigam wird von einem schweren Schrank erschlagen in seinem Arbeitszimmer gefunden. Die Tür war verschlossen, den einzigen Schlüssel hatte Sir Peter in der Tasche. Dann kann es doch nur ein Unfall gewesen sein, beschließt die Polizei. Doch Judith hat so ihren eigenen Riecher, und der tippt eindeutig auf Mord. Doch wer war der Täter, und wie hat er den Mord inszeniert?

Mrs Pott‘s Mordclub darf bereits zum zweiten Mal ermitteln. Man kann in diese Reihe auch gut mit dem zweiten Band einsteigen, die nötigen Hintergrundinformationen zu dem Damen-Trio erhält der Leser während der Lektüre. Die drei älteren Damen, allen voran Judith haben ein Näschen dafür, einen Mord zu enttarnen, und wenn er noch so sehr als Unfall daherkommen möchte. Vor allem Judith sticht hierbei hervor, sie hat ihre Nase immer mittendrin und scheint Unstimmigkeiten riechen zu können, zumindest aber kommt sie ihnen immer auf die Spur. Die drei Damen ergänzen sich hierbei bestens, mit Vergnügen werden auch einige Details ihrer sonstigen Freizeitbeschäftigungen erörtert. Einige intelligente Plot-Twists garantieren, dass auch bei fortschreitendem Krimi genügend Spannung geboten wird. Ich habe dieses Buch als Hörbuch genießen dürfen und habe mich sehr daran gefreut, wie gut es der Sprecherin Christine Prayon gelingt, jeder der Charaktere ein ganz eigenes Leben einzuhauchen. Lediglich mit der Interpretation von Judith konnte ich mich nicht wiederfinden, ich empfand die wichtigste Ermittlerin als zu eingebildet und zu sehr von sich eingenommen dargestellt. Das ging mir so nicht im ersten Band, den ich gelesen habe.

Dieser Cosy Crime nach guter englischer Tradition hat mich bestens unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.10.2023

Verwirrende Erinnerungen

Memoria
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Harriet erinnert sich plötzlich an Ereignisse, die ihr völlig fremd vorkommen. Immer mehr solcher Erinnerungen tauchen auf, die eigentlich gar nicht sein können. Als Jugendliche hatte Harriet einen Ruf ...

Harriet erinnert sich plötzlich an Ereignisse, die ihr völlig fremd vorkommen. Immer mehr solcher Erinnerungen tauchen auf, die eigentlich gar nicht sein können. Als Jugendliche hatte Harriet einen Ruf als Konzertpianistin gehabt. Ihre Karriere wurde jäh durch eine Verletzung an der Hand beendet. Heute arbeitet sie als Klavierstimmerin und hält sich mehr schlecht als recht über Wasser. Auf einer Zugfahrt rettet sie eine Frau vor einem Waldbrand – und ab diesem Zeitpunkt weiß Harriet nicht mehr, ob und wie sie ihren Erinnerungen trauen kann. Ob ihr eine Reise in die Vergangenheit helfen könnte, an die Plätze ihrer Jugend? Doch was sie dort erwartet, ist auch völlig verwirrend…

Wie ist das, wenn man seinen eigenen Erinnerungen nicht mehr trauen kann, wenn plötzlich Szenen auftauchen, die man erlebt zu haben meint, doch sie passen nicht mehr zu den anderen Erlebnissen des eigenen Selbst? Harriets Leben, das sie mehr schlecht als recht auf die Reihe kriegt, kommt ins Trudeln. Das ist äußerst verwirrend, für sie und für den Leser, der sie auf jedem Schritt begleitet und mit ihr die Erinnerungen versucht auf die Reihe zu kriegen. Welche Gefahren sie dabei heraufbeschwört, ahnt sie noch gar nicht, doch sie wird durch diese Gefahren hindurchmüssen. Was sich äußerst konstruiert anhört, ist in diesem Thriller fieberhaft spannend und letztendlich auch glaubhaft beschrieben. Immer wieder gerät Harriet ins Straucheln, weil sich neue Wendungen der Geschichte ergeben. Nebenbei kommen mit leisen Tönen auch ethische Standpunkte zum Tragen, z.B. wie weit Wissenschaft gehen darf. Doch im Vordergrund steht Harriets Geschichte, geprägt von beängstigender Verwirrung, die ich in atemloser Hast durchgelesen habe, weil ich wissen wollte, wie das alles zusammenpassen könnte.

Sehr gerne empfehle ich diesen fesselnden Thriller weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 07.10.2023

Furioses Finale der Trilogie

Bloom
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Die Freunde Anaya, Petra und Seth sind Hybride, ihre Gene wurden so manipuliert, dass sie nur zur Hälfte menschlich sind. Dafür besitzen sie besondere Fähigkeiten. Die sind nun besonders gefragt, denn ...

Die Freunde Anaya, Petra und Seth sind Hybride, ihre Gene wurden so manipuliert, dass sie nur zur Hälfte menschlich sind. Dafür besitzen sie besondere Fähigkeiten. Die sind nun besonders gefragt, denn die Invasion der Kryptogenen steht unmittelbar bevor. Können die drei mit Hilfe der Rebellen aus den Reihen der Invasoren die Erde retten?

Das Buch ist der dritte Band der Dystopie um die drei Freunde, die zu ihrem eigenen Entsetzen entdeckt haben, dass sie nur zum Teil menschlich sind. Das Geschehen schließt unmittelbar an die Geschehnisse vom Vorgängerband an, ich empfehle unbedingt, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Anaya, Seth und Petra fühlen sich selbst wie Freaks, denn sie haben sich inzwischen so sehr verändert, dass man ihnen sofort ansieht, dass sie nicht nur menschliche Gene in sich tragen. Ihre Identitätskonflikte werden sehr überzeugend erzählt. Die Geschichte bebt vor Spannung, der Kampf gegen die Invasoren scheint aussichtslos zu sein. Und doch gibt es keinen anderen Weg für die Freunde, sie begeben sich in größte Gefahr, um die Übernahme der Erde durch die Kryptogene rückgängig zu machen. Das Finale ist furios gelungen, der Autor Kenneth Oppel schöpft dabei aus dem Vollen, was die Ausgestaltung mit Sci-Fi-Elementen betrifft.

Dieses Finale der spannenden dreiteiligen Dystopie hat mich von Anfang bis Ende fesseln können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 06.10.2023

Auf den Spuren eines Schmugglernetzwerks

Die Spur der Aale
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Am Main wird ein Toter aufgefunden: Lars Mathissen scheint beim Angeln in den Fluss gefallen und ertrunken zu sein. Staatsanwältin Vogelsang kennt den Toten: Er hat als Zollfahnder beim Frankfurter Flughafen ...

Am Main wird ein Toter aufgefunden: Lars Mathissen scheint beim Angeln in den Fluss gefallen und ertrunken zu sein. Staatsanwältin Vogelsang kennt den Toten: Er hat als Zollfahnder beim Frankfurter Flughafen gearbeitet und wollte sie auf etwas Verdächtiges hinweisen. Vogelsang beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und findet dabei tatsächlich Hinweise auf ein Schmuggelnetzwerk.

Die Staatsanwältin handelt gegen Widerstände in den eigenen Reihen, denn es sieht alles danach aus, als wäre Mathissen versehentlich in den Main gefallen und ertrunken. Doch Vogelsang ahnt zu Recht, dass hier mehr dahinter steckt. Sie ist getrieben vom eigenen schlechten Gewissen, denn sie hat den Zollfahnder nicht ganz so ernst genommen. Es ist spannend beschrieben, wie Vogelsang erste Hinweise auf den Schmuggel mit Glasaalen kommt, sie entdeckt einige Hintergründe dazu. Es ist ein gefährliches Netzwerk, dem sie auf die Spur kommt, hier zählt ein Menschenleben nicht viel. Diese Gefahr spürt man auf jeder Seite des Buches, die Spannung kommt hier nicht zu kurz.

Mich hat das Buch bestens unterhalten können, sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 04.10.2023

Fortsetzung eines fantastischen Abenteuers

Die Seelenpferde von Ventusia, Band 2 - Wüstentochter
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Ventusia ist eine besondere Welt, hier hat Fiona nicht nur ihr Seelenpferd gefunden, sondern auch ihre leiblichen Eltern und ihre neue Heimat. Vor vielen Jahren wurden alle Mädchen von Ventusia in unserer ...

Ventusia ist eine besondere Welt, hier hat Fiona nicht nur ihr Seelenpferd gefunden, sondern auch ihre leiblichen Eltern und ihre neue Heimat. Vor vielen Jahren wurden alle Mädchen von Ventusia in unserer Welt versteckt. Seither suchen ihre Seelenpferde nach ihnen. Eine neue Prinzessin ist gefunden worden: Mira ist als Flüchtling aus Syrien in einem Frankfurter Wohnheim gelandet. Sie, die als Kind stolz war auf die Pferdezucht ihrer Eltern und die mit ihrem eigenen Pferd eine besondere Verbindung eingegangen war, will heute, nach all ihren traumatischen Erlebnissen, nichts mehr mit Pferden zu tun haben. Doch in unserer Welt ist sie in größter Gefahr, und die Prinzen von Ventusia wollen sie in ihre Heimat holen. Doch wird sie sich darauf einlassen können? Auch Fiona will helfen, Mira nach Ventusia zurückzuholen.

Das Buch ist der zweite Band der Reihe um die Geschichten von Ventusia. Im ersten Band wurde Fiona nach Ventusia gebracht, nun wurde wieder eine Prinzessin gefunden. Sinnvoll ist es, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, dann versteht man die Hintergründe besser; es ist jedoch auch möglich, mit diesem Band einzusteigen. Die Welt von Ventusia ist spannend erzählt. Die Geschichte sprüht vor gefahrvollen Momenten, denn Mira muss geschützt werden, auch wenn sie selbst dies nicht ahnt. Im Hintergrund ahnt man das innige Verhältnis der Autorin Jennifer Benkau zu Pferden, die Beziehung der Prinzen und Prinzessinnen zu ihren Seelenpferden ist spannend dargestellt. Die verschiedenen Charaktere mit ihren Seelenpferden erzeugen eine ganz besondere Spannung, die nicht nur Pferdeliebhaberinnen begeistert.

Dieses Buch mit der besonderen Geschichte um Ventusia und seine ganz besonderen Bewohner hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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