Profilbild von Jazz

Jazz

Lesejury Star
offline

Jazz ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jazz über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2017

Bastelstunde für die Freiheit

Tu, was du liebst!
0

"Tu, was du liebst! ...und lebe selbstbestimmt und frei" - Ich dachte, dass der Titel Programm wäre und sie mir Möglichkeiten zeigt. Leider besteht der Inhalt aus:


- Philosophie
- Bemerkungen, wie dankbar ...

"Tu, was du liebst! ...und lebe selbstbestimmt und frei" - Ich dachte, dass der Titel Programm wäre und sie mir Möglichkeiten zeigt. Leider besteht der Inhalt aus:


- Philosophie
- Bemerkungen, wie dankbar sie für ihre Familie ist
- wie sehr sie und warum sie ihren Mann liebt
- dasselbe mit den gemeinsamen Kindern
- ihren neuesten Job
- Bastel- und Schreibeinheiten, die meinen Traum mir näherbringen sollen
- vielen Überzeugungsversuchen anhand von Beispielen, bei denen Menschen Probleme hatten und sie nur durch den Kurs bei Kempton und persönlichen Gesprächen mit ihr lösen konnten


Zusammengefasst:


Sie verdient Geld damit, den Menschen zu sagen:" Ja, dein Job treibt dich in das Burnout, ins Unglück, du hast definitiv zu viel Geld und zu wenig Zeit, um es auszugeben. Kündige, reise und schmeiß das Geld auf einer Weltreise auf den Kopf" - wer wäre ich denn und würde an das Morgen?


Sie gibt vor 8 verschiedene Schlüssel sich erdacht zu haben, mit dem ich meinen Käfig aufschließen kann, der mich in die Freiheit entlässt, jedoch vergisst sie hierbei leider meiner Meinung nach Schlüssel Nr. 9. schwerreiche Eltern. Denn sie erzählt auch gern davon, dass sie spontan einen Anfall erleidet und einfach alles stehen und liegen lässt, um ein Flugticket zu buchen und abzuhauen - klar, mache ich auch gleich nachdem ich die Rezension zu Ende getippt habe!


Zusammengefasst muss ich sagen: Nette Idee, aber sie hätte auf dem Boden bleiben können und die Realität etwas realistischer darstellen sollen - für 0815 Menschen, die zu verzweifelt nach diesem Buch greifen werden. Denn viel mehr als spontan 18 Euro für ein Buch werden sich die meisten Leser wahrscheinlich kaum leisten können (Autorin hat tatsächlich spontan eine marode Hütte an einer Küste gekauft, um sie von Grund auf neu errichten zu lassen - werde ich dann auch nach meinem spontanen Flug machen!) Kein 0815 Mensch kann sich einfach von heute auf morgen eine Strandhütte am Meer leisten! Sie hat das Buch für Menschen geschrieben, die wie sie reich auf die Welt gekommen sind.


Ich würde mir das Geld eher für meine Freiheit sparen - oder für meinen spontanen Anfall...ich meine Hütte natürlich.

Veröffentlicht am 14.09.2017

Wahre Geschichte, Cover thematisch irreführend

Die Tänzerin von Paris
0

In "Die Tänzerin von Paris" geht es um die wahre Geschichte Lucia Joyce, die versucht sich als Tänzerin in Paris zu etablieren und aus dem Schatten des berühmten Vaters zu steigen.

Der Text ist ein Fließtext, ...

In "Die Tänzerin von Paris" geht es um die wahre Geschichte Lucia Joyce, die versucht sich als Tänzerin in Paris zu etablieren und aus dem Schatten des berühmten Vaters zu steigen.

Der Text ist ein Fließtext, der chronologisch von 1928 an beginnt und bis in das Jahr 1934 endet. Jedoch gibt es während dem Fließtext immer wieder kapitel aus den Therapiesitzungen Lucias aus dem Jahr 1934, in der Dr. Jung, ein Psychoanalytiker, versucht Lucia zu heilen, wobei erst im Schluss herauskommt, warum sie diese Therapie benötigt.

Inhaltlich haben sich leider ein paar stilistische Fehler eingeschlichen. Was mich aber etwas mehr störte war der Fakt, dass sich die Geschichte wie ein Kaugummi in die Länge zog. Die ersten hundert Seiten fand ich erträglich, da man da am Anfang der Geschichte mehr Erwartungen hat, die sich dann mit jeder folgenden der weiteren 400 Seiten in alle Winde zerstreut haben... Hin und wieder bin ich über einige Abschnitte "geflogen".

Zusammengefasst bin ich schwer enttäuscht. Die Inhaltsangabe finde ich ein wenig zu blass geraten, etwas irreführend. Das Thema wurde hierbei und beim Cover etwas verfehlt. Man sollte sich vom wunderschönen Cover nicht blenden lassen.
Das Buch werde ich wohl kein zweites Mal lesen. Empfehlenswert finde ich das Buch nur für Menschen, die sich für die Familiengeschichte der Joyce interessieren.

Veröffentlicht am 11.04.2025

Zu schnelle Beziehung und endloses Drama

Ein Vorurteil kommt selten allein
0

Ich habe das Hörbuch gehört. Die Sprecherin wirkt ein bisschen aggressiv und gleichzeitig gelangweilt und genervt beim Vorlesen. Der Roman ist vorhersehbar und bleibt nicht im Kopf. Für ein verregnetes ...

Ich habe das Hörbuch gehört. Die Sprecherin wirkt ein bisschen aggressiv und gleichzeitig gelangweilt und genervt beim Vorlesen. Der Roman ist vorhersehbar und bleibt nicht im Kopf. Für ein verregnetes Wochenende, perfekt, um den Kopf abzuschalten, ein sehr seichtes Buch zu lesen und wieder zu vergessen.

Lilly ist hypersensibel und lässt das andauernd an allen heraus und wirkt unsympathisch und dauerunzufrieden. Ansgar ist ebenfalls dauerunzufrieden und dauergeil auf Lilly. Sie kommen schon nach einem Viertel des Romans zusammen. Wo bleibt da die Spannung? Gilt das schon als Spoiler, obwohl ich normalerweise die Hälfte des Romans in Rezensionen erkläre und den Rest offen lasse. Und wer will einen Mann, der jede Woche eine andere Frau flachlegt?

Die geerbte Villa von Ansgar hat nur ein Badezimmer? Unrealistisch. Sie streiten sich peinlich über eine Rechnung im Supermarkt. Er will zahlen und sie kann nicht einfach Danke sagen.

Warum der Untertitel Shanghai Love Affairs 4 in Klammern? Ich weiß es nicht. Die Geschichte findet ausschließlich in Deutschland und einem Kurztrip in London statt.

Sie essen vorweg vegetarisch und kompensieren das aber mit zu viel Alkoholkonsum, so scheint es. Da passt der Satz “Dem Herrn sei gedankt.”, der kurz nach einem Alkoholexzess kommt, absolut nicht. Bisher waren beide null religiös, aber vielleicht meint Lilly mit Herr auch Ansgar? Auf jeden Fall wirkt sie nach einer richtig behämmerten Aktion absolut geistlos.

Warum die beiden aufeinander stehen, ist mir bis zum Schluss nicht aufgeleuchtet. Sie passen nicht zusammen. Er ist ein Playboy. Woher der plötzliche Wandel? Alles verläuft vielleicht ein bisschen zu schnell. Ein bisschen Langsamkeit und mehr Details und gleichzeitig weniger Bettgeschichten hätten der Geschichte zu mehr Glaubwürdigkeit verholfen. Und ein bisschen schwarze Kleidung und schwarzes Make Up macht aus einer Person nicht eine, die man nicht mehr erkennt…

Ich hatte die Hoffnung, dass es ein humorvoller Liebesroman mit vielen lustigen Wortgefechten wird, doch leider habe ich kein einziges Mal aufgelacht. Die Streitereien waren viel eher beißend und nervig. Ich habe mit den Augen gerollt und fühlte mich wie in einer toxischen Sitcom. Keine Empfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.12.2024

Zu viele Bettgeschichten

Here With Me
0

Das Hörbuch spricht eine Sprecherin in zwei Erzählsträngen: Einmal aus der ersten Person Singular aus der Sicht Robyns und einmal aus der dritten Erzählerperspektive von Laughlins. Das ist ein bisschen ...

Das Hörbuch spricht eine Sprecherin in zwei Erzählsträngen: Einmal aus der ersten Person Singular aus der Sicht Robyns und einmal aus der dritten Erzählerperspektive von Laughlins. Das ist ein bisschen strange und gewöhnungsbedürftig. Durch die vielen Charaktere muss man sich sehr konzentrieren, um mitzukommen. Es handelt sich um eine Hollywoodgeschichte mit vielen Superstars und Schaupsieler, aber alles spielt komischerweise in Schottland ab. Das Genre ist ein Misch aus einem Hauch Krimi und Lovestory, verpackt in einem leichten Stil. Allerdings gib es auch viele unnötige Details zum Äußeren. Dadurch wirkt es sehr oberflächlich. Es gibt etwas zu lange Dialoge über das Ausssehen, Kleider, Schuhe, Beine, Makeup, Haare und Taschen. Zudem wirkt es utopisch, wenn die Protagonistin immer nur funktionale Kleidung und Schuhe (als ehemailige Polizistin) getragen hat und plötzlich in High Heels läuft als "wäre sie darin geboren". Sure Jen! Sie ist noch dazu "so schön" (Laughlin), aber sie will lieber auf den perfekten Mann warten und jetzt nur Spaß haben... Istdas wirklich eine Botschaft, die Young an die Jugend weitergeben will? Warum glaubt Robyn zudem, dass er nur ihr dieses Kompliment macht, wenn beide schon anscheinend x bodycounts haben? Der Roman wirkt ingesamt inhaltslos durch unzählige Bettszenen. Bei der vierten habe ich die Augen verdreht und bin eingeschlafen. Eine Kürzung hätte dem Roman so geholfen. Die Grundidee war nämlich gar nicht so schlecht. Eine ehemalige Polizistin wird angeschossen, ist auf der Suche nach ihrem Vater, um die Beziehung zu kitten und wird dabei in einen Kriminalfall involviert. Aber sie hatten gefühlt alle fünf Minuten nach jedem Streit Sex, und das überall. Und der Mann kann btw kein Nein akzeptieren. Ein extrem kontrollsüchtiger Protagonist. Ich weigere mich Frauen zu unterstützen, die solche Männer heroisch und romantisierend porträtieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.11.2024

Belanglos

Okaye Tage
1

Der Roman klang nach dem Klappentext zu urteilen wirklich interessant. Und nachdem ich dieses Jahr von "Alles gut" vom Eichhorn Verlag so begeistert war, habe ich mich auf einen genauso intensiven und ...

Der Roman klang nach dem Klappentext zu urteilen wirklich interessant. Und nachdem ich dieses Jahr von "Alles gut" vom Eichhorn Verlag so begeistert war, habe ich mich auf einen genauso intensiven und begeisternden Roman vorbereitet. Leider fielen meine Erwartungen schnell in den Keller, nachdem ich über die Kennenlerngeschichte hinaus war.

Der Anfang mit der Erzählung der beiden Protagonisten von ihrem Kennenlernen war noch ganz unterhaltsam und mit am spannendsten. Aber danach ging es nur noch darum, wie sie seitenweise komischen Geschlechtsverkehr miteinander hatten und stets planten, dass sie gezwungen sind, sich zu trennen, da sie zurück in ihre Heimat kehren muss.

Ich war ab 40 Seiten nur noch am Lesen, bei dem ich den Geist ausgeschaltet habe, weil es so belanglos und langweilig war. Keine Empfehlung. Nervig fand ich auch, dass gegendert wird und der Roman wirkte insgesamt etwas woke.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere