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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2023

Cluedo in der Berghütte

Die Einladung
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Ich hab den neuesten Psychothriller (und diese Bezeichnung verdient er wirklich, mit dem Fokus klar auf "Psycho") von Sebastian Fitzek dieses Mal als Hörbuch genossen. Und es war soo spannend, dass ich ...

Ich hab den neuesten Psychothriller (und diese Bezeichnung verdient er wirklich, mit dem Fokus klar auf "Psycho") von Sebastian Fitzek dieses Mal als Hörbuch genossen. Und es war soo spannend, dass ich ihn auch weiterhören musste während ich mein ganzes Haus weihnachtlich dekoriert habe. Normalerweise ist dabei eine X-Mas-Playlist Pflicht, um in die richtige Stimmung zu kommen. Aber hier musste ich einfach wissen, wie es weitergeht - jedenfalls ab dem Moment als Marla in der Berghütte eintrifft.

Ich musste auch mehrmals den Zurück-Button betätigen, denn oftmals fragte ich mich "Habe ich mich da gerade verhört?". Die Dinge entwickeln sich wirklich auf sehr unglaubliche Art und Weise. Ständig ergibt sich eine neue Wendung; Geheimnisse und Motive werden aufgedeckt, die alles wieder in eine andere Richtung lenken. Ein kleiner Notizzettel mit den Charakteren und ihren Attributen kann ganz hilfreich sein, so wie bei Cluedo, damit man sich beim Mitdenken und -rätseln leichter tut. Allerdings hätte mir das auch nicht geholfen, um das Ende vorher zu sehen.

Für Kreativität dieses "Falls" und die Spannung ab der 2. Hälfte (die aber auch die 1., etwas weniger spannende Hälfte benötigte, um das Set-Up aufzubauen) würde ich Fitzek die volle Punktzahl geben. Für mich war der letzte Twist dann aber zu skurril. Ich weiß schon aus "Der Heimweg" und "Elternabend", dass er Überraschungsmomente sehr gern einsetzt - aber eben in der richtigen Dosis.

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Veröffentlicht am 24.10.2023

'Word Nerd' Ambrosius findet Freunde

Peanuts und andere Katastrophen
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In den letzten paar Jahren habe ich einige Jugendbücher von Susin Nielsen gelesen, und sie waren alle richtig gut. Die Autorin schafft es immer noch, tolle Jugendbücher zu schreiben. Auch wenn sie selbst ...

In den letzten paar Jahren habe ich einige Jugendbücher von Susin Nielsen gelesen, und sie waren alle richtig gut. Die Autorin schafft es immer noch, tolle Jugendbücher zu schreiben. Auch wenn sie selbst schon fast 60 ist und bereits seit den 80ern in diesem Genre schreibt, als sie für die kanadische TV-Serie "Degrassi Junior High" Drehbücher schrieb. Diese Serie hab ich damals sehr gern geschaut (sie kam auf einem der dritten ARD-Programme), und auch dort bestand die Schülerschaft aus vielen verschiedenen speziellen Charaktern. Genau diese porträtiert Nielsen nun auch in ihren Büchern

Auch "Peanuts..." beginnt in einem Schul-Setting, das jedoch abrupt endet als Ambrosius - der unter einer starken Erdnussallergie leidet - eben genau so eine in sein Pausenbrot geschmuggelt bekommt von seinen blöden Mitschülern, die ihn für ein leichtes Mobbingopfer halten. Leider ist Ambrosius wirklich stark allergisch, überlebt den Vorfall aber und wird nun nur noch zu Hause unterrichtet. Heutzutage, nach Corona, für uns alle gar nicht mehr so ungewöhnlich. Das Buch ist allerdings schon von 2008, aber auch da war es in Nordamerika durchaus üblich. Ambrosius findet die soziale Abschottung aber gar nicht gut. Und findet sich schon bald heimlich neue Freunde.

Nielsens Bücher schlawinern sich immer durch so eine ganz dünne Lücke zwischen lustig und dramatisch hindurch. Man hat sehr oft Mitleid mit den Protagonisten, die nie ein leichtes Leben und meist Geldsorgen haben. Und hofft dann immer auf ein wenigstens versöhnliches Ende.

Auch dieses Buch hat mich nicht enttäuscht, es liest sich Klasse - und zwar nicht nur für Jugendliche.

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Veröffentlicht am 23.10.2023

"Mord ist sein Hobby"

Die Affäre Alaska Sanders
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4,5 Sterne

Ich habe von Joel Dicker vor ein paar Jahren "Das Verschwinden der Stephanie Mailer" gelesen. Den Vorgänger zu diesem Roman - "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" - allerdings noch nicht, ...

4,5 Sterne

Ich habe von Joel Dicker vor ein paar Jahren "Das Verschwinden der Stephanie Mailer" gelesen. Den Vorgänger zu diesem Roman - "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" - allerdings noch nicht, der steht noch ungelesen im Regal. Dickens Bücher sind halt immer gleich so umfangreich, dass man sich genau überlegen muss wann man ma Zeit findet, die auch zu lesen. Es ist aber auch nicht wirklich nötig, das Buch bereits gelesen zu haben, um "Die Affäre der Alaska Sanders" zu verstehen (man wird hier höchstens gespoilert, wie der Vorgängerroman ausgeht).

Der Schreibstil von Joel Dicker ist sehr angenehm, auch wenn er das alles auch in weniger als knapp 600 Seiten hätte erzählen können. Die ständigen Zeitsprünge sorgen dafür, dass man immer wachsein sein und umschalten muss und immer mitdenken. Das könnte für einige LeserInnen sehr mühsam sein.
Auf der anderen Seite der Waage haben wir aber eine wirklich spannende Geschichte, die mit einigen Überraschungen aufwartet und trotz der Länge dann doch recht kurzweilig ist.

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Veröffentlicht am 22.10.2023

Sympathische Liebesgeschichte in Island

Küsse im Fjordwind
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Das war glaube ich mein erster "Frauen/Liebesroman", der in Island spielt. Bisher habe ich nur Krimis gelesen, die dort angesiedelt waren, und auch davon nur wenige. Die Location war also definitiv ein ...

Das war glaube ich mein erster "Frauen/Liebesroman", der in Island spielt. Bisher habe ich nur Krimis gelesen, die dort angesiedelt waren, und auch davon nur wenige. Die Location war also definitiv ein Faktor, warum ich mich für dieses Buch entschieden habe. Doch auch der Rest hat mich vollends überzeugt - es war wirklich eine wunderschöne Zeit, die ich mit Stella, Jökull und den Schafen verbringen durfte.

Dabei ist die Geschichte an sich keine Neuerfindung des Rads. Anwältin Stella kommt von London zurück in die Heimat, und wird vom vollbärtigen und wortkargen Nachbarn Jökull gleich mal als Großstadt-Tussi abgestempelt. Dabei kann sie durchaus auch auf dem Bauernhof mit anpacken, wie sie ihm schon bald unter Beweis stellt. Und plötzlich sieht er sie mit ganz anderen Augen - bis ihr Verlobter aus London plötzlich auftaucht und sie mitnehmen will.

Ich habe mich an keiner Stelle im Buch gelangweilt. Ein besonderes Highlight gab es allerdings auch nicht wirklich. Noch nichtmal ein "Familientreffen" mit Stellas Mutter zum Beispiel, die sie ja auch 2 Jahre lang nicht gesehen hat. Ihr Bruder kommt nur selten vor, und selbst der Großvater, bei dem sie wohnt, hat nur wenige Auftritte. Es hätte also noch Möglichkeiten gegeben, die Geschichte etwas auszupolstern.

Die Sprecherin des Hörbuches, Simone Walleck, macht ihre Sache jedenfalls sehr gut. Sie liest in einem sehr angenehmen Ton und bemüht sich sogar, die isländischen Namen authentisch auszusprechen.
Insgesamt also ein wirkliches Hörvergnügen.

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Veröffentlicht am 22.10.2023

Wenn eine Tür zugeht...

Between Us - Die große Liebe kennt viele Geheimnisse
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Mein jährliches Mhairi McFarlane Buch habe ich wieder mal sehr genossen. Auch wenn man nach einigen Büchern manchmal das Gefühl hat, dass sich gewisse Themen wiederholen. So haben wir es wie in "Du hast ...

Mein jährliches Mhairi McFarlane Buch habe ich wieder mal sehr genossen. Auch wenn man nach einigen Büchern manchmal das Gefühl hat, dass sich gewisse Themen wiederholen. So haben wir es wie in "Du hast mir gerade noch gefehlt" auch hier mit einer Freundesclique zu tun, wo jemand heimlich in eine andere Person aus der Runde verliebt ist. Es gibt bereits am Anfang eine Trennung (wie in mehreren ihrer Bücher), vor allem auch weil ihr Ex vertrauliche Dinge aus ihrer Vergangenheit in seinen eigenen künstlerischen Werken benutzt hat (wie in "Sowas kann auch nur mir passieren"). Und dann kommen so nach und nach noch Dinge aus der Vergangenheit hoch (wie in "Fang jetzt bloß nicht an zu lieben").

Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, einen reinen Aufguss einer alten Geschichte zu lesen. Denn Mhairi McFarlane formt ihre Charaktere eigentlich immer sehr gut aus, so dass sie für mich keine flachen 2-dimensionalen Figuren sind, sondern individuelle Personen, die ich mir gut vor meinen inneren Auge vorstellen kann. Gepaart mit ihrem sehr angenehmen Schreibstil ist das schon mal die halbe Miete.

Die andere Hälfte ist die Geschichte an sich, und die hat mich auch diesmal voll abgeholt. Eine andere Leserin hat in ihrer Rezension geschrieben, dass es aber kein wirklicher Chick-Lit-Roman ist, und das ist es bei McFarlane tatsächlich eher selten. Sie integriert in ihre Bücher immer mehr als nur eine reine Boy-meets-Girl Liebesgeschichte. Ich finde das sehr gut so, denn dadurch überrascht sie mich immer wieder mit ihren Büchern!
Dass der Titel des Buches dieses Mal nicht mit einem (langen) deutschen Titel ersetzt wurde sondern im Original belassen wurde, ist ungewöhnlich. Vielleicht fiel dem Verlag nichts passendes ein. Ich hätte ehrlich gesagt spontan auch keine gute Idee für einen alternativen Buchtitel.

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