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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.01.2018

Solider Schwedenkrimi

Dominotod (Ein Nathalie-Svensson-Krimi 2)
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Zwei Ärzte verschwinden gleichzeitig aus einem Krankenhaus. Einer davon, Thomas Hoffman, wird tot aufgefunden. Sein Mörder hat ihn mehrere Tage gequält und schließlich ermordet. Im Hals des Opfers steckt ...

Zwei Ärzte verschwinden gleichzeitig aus einem Krankenhaus. Einer davon, Thomas Hoffman, wird tot aufgefunden. Sein Mörder hat ihn mehrere Tage gequält und schließlich ermordet. Im Hals des Opfers steckt ein Dominostein. Der andere Arzt, Erik Jensen bleibt weiterhin vermisst. Lediglich ein Namensschild und ein weiterer Dominostein weisen auf einen Zusammenhang hin. Die Psychiaterin und Fallanalystin Nathalie Svensson wird hinzugezogen, um ein Täterprofil zu erstellen. Persönliches Interesse an der Lösung des Falls hat nicht nur der ermittelnde Kriminalhauptkommissar Johan Axberg, der ein Freund des vermissten Erik Jensens ist, sondern auch Nathalie selbst. Ihre jüngere Schwester Estelle kannte Erik gut und scheint ihn auch als Letzte gesehen zu haben…

Nach „So tödlich nah“ legt Jonas Moström nun also den zweiten Band rund um die Psychiaterin Nathalie Svensson vor. „Dominotod“ nimmt zwar Bezug auf manche Ereignisse aus dem ersten Band, man kann das Buch aber ohne Vorkenntnisse lesen, da die Fälle inhaltlich geschlossen sind.
Wie schon im ersten Band konnte ich mit Nathalie nicht so richtig warm werden. Total sympathisch hingegen empfand ich den Kommissar Johann Axberg. Obwohl die Handlung sehr temporeich ist und die beiden Protagonisten in Arbeit versinken, bleibt immer noch ein bisschen Zeit für private Probleme, was die Handlung ein wenig auflockert.
Es gibt mehrere Verdächtige und so kann man den verschiedenen Spuren folgen ohne früh herauszufinden, wer nun tatsächlich der wahre Täter ist. Dazu gibt es noch Rückblicke in die Jahre 2005 und 2008. Doch dies sind sehr vage Hinweise und waren für mich nicht wirklich aufschlussreich. Die Idee mit den Dominosteinen fand ich originell.

Insgesamt ein solider Schwedenkrimi. Die Serie rund um Nathalie Svensson werde ich auf alle Fälle im Auge behalten.

Veröffentlicht am 27.12.2017

Krimi und Gesellschaftsstudie zugleich

Der Fall Kallmann
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Nach dem Verlust seiner Frau und Tochter tritt der Lehrer Leon Berger eine neue Stelle in einer schwedischen Kleinstadt an. Leon ist der Nachfolger für den Lehrer Kallmann, der wenige Monate zuvor unter ...

Nach dem Verlust seiner Frau und Tochter tritt der Lehrer Leon Berger eine neue Stelle in einer schwedischen Kleinstadt an. Leon ist der Nachfolger für den Lehrer Kallmann, der wenige Monate zuvor unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Doch wer war dieser Kallmann eigentlich?

Per Zufall findet Leon die Tagebücher Kallmanns und beginnt sie gemeinsam mit seiner Kollegin Ludmilla, die er noch aus Studentenzeiten kennt, zu lesen. In diesen Tagebüchern behauptet Kallmann Dinge, die einfach unglaublich sind. Zudem scheint er kurz vor seinem Tod einem ungesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. Würde Kallmann gerade deswegen vielleicht ermordet.
Auch an der Schule selbst kommt es zu Unruhen und die rassistischen Tendenzen nehmen zu. Sind die Fälle etwa miteinander verknüpft?

Die Handlung spielt in den 90er Jahren, genau genommen in der Zeit von 95 -96 und fängt die Stimmung von damals gut ein.
Der Erzählstil von Hakan Nesser ist wirklich sehr gut und besitzt einen hohen Wiedererkennungswert. Doch dieses Mal hat der Autor sich zu viel Zeit genommen, um die Geschichte zu erzählen. Fakten wiederholen sich und dies nimmt die Spannung aus dem Buch. Die Perspektiven wechseln zwar ständig zwischen den Lehrern Leon, Ludmilla und dem schon etwas älteren Lehrer Igor. Dazu kommen noch die Sichtweisen von Ulrika und deren Tochter Andrea, einer Schülerin Leons, die seiner Tochter auf fatale Weise ähnelt. All diese Menschen standen in einem besonderen Bezug zu Kallmann.

Das Buch ist nicht als Kriminalroman zu betrachten, sondern eher eine Gesellschaftsstudie der Menschen der 90er. Darin wurde sehr gut ein Krimi verpackt, der einige überraschende Momente besitzt.
Ganz klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 17.09.2017

Leider der schwächste Band der Reihe

Wildeule
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In ihrem dritten Fall bekommt es die Friedhofsgärtnerin Gesine Cordes mit einer falschen Leiche zu tun. Die ehemalige Kommissarin, die sich nach dem Tod ihres Kindes neu orientierte, entdeckt während einer ...

In ihrem dritten Fall bekommt es die Friedhofsgärtnerin Gesine Cordes mit einer falschen Leiche zu tun. Die ehemalige Kommissarin, die sich nach dem Tod ihres Kindes neu orientierte, entdeckt während einer Bestattung, dass nicht die erwartete Leiche im Sarg liegt, sondern der Bestatter Schellhorn selbst. In Verdacht gerät ausgerechnet Hannes van Deest, der Freund Gesines, der ebenfalls Bestatter ist und womöglich die ungeliebte Konkurrenz aus dem Weg geräumt hat. Gesine glaubt zwar an die Unschuld von Hannes. Doch dann ist dieser plötzlich verschwunden…

Nach „Kaninchenherz“ und „Fuchskind“ legt Annette Wieners mit „Wildeule“ also den neuen Fall für Gesine Cordes vor. Man muss die beiden Vorgänger zwar nicht zwingend gelesen haben, aber so versteht man die verschiedenen Beziehungen der Protagonisten untereinander besser. Es geht in dem Buch viel um den Tod. Selbst Bauer Josef, neben dessen Wiese Gesine ihren Wohnwagen stehen hat, will schon alles für sein Ableben organisiert haben. Die Kommissarin Marina Olbert, die schon aus den anderen Fällen vertraut ist, liefert sich mit Gesine jede Menge Geplänkel. Dies nimmt sehr viel Raum ein, ebenso wie die vielen Dialoge. Meiner Meinung nach war viel zu früh erkennbar, wer der Täter ist.
Das Cover hingegen top. Wie schon die Vorgängerbände ist es nicht nur wunderschön, sondern liefert auch einen Bezug zum Buch.
Insgesamt ein unblutiger Krimi, der mäßig viel Spannung zu bieten hat. Für mich war es der schwächste Band der Serie rund um Gesine Cordes, ich hoffe auf Besserung.

Veröffentlicht am 25.07.2017

Kein Thriller, aber gut!

Die Lieferantin
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„Die Lieferantin“ ist angesiedelt im London der nahen Zukunft. Der Brexit ist bereits vollzogen und zeigt seine Auswirkungen. Über das Darknet vertreibt Ellie Johnson Drogen von bester Qualität. Schnell, ...

„Die Lieferantin“ ist angesiedelt im London der nahen Zukunft. Der Brexit ist bereits vollzogen und zeigt seine Auswirkungen. Über das Darknet vertreibt Ellie Johnson Drogen von bester Qualität. Schnell, diskret und sicher. Angeliefert wird mittels einer Drohne. Ellie ist „die Neue“ auf dem Drogenmarkt und ihre Konkurrenz ist wenig begeistert. Die alteingesessenen Drogenbosse setzen sogar ein Kopfgeld auf Ellie aus.

Das Buch beginnt mit mehreren Handlungssträngen und Figuren, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Man lernt Mo kennen, die nicht nur drogenabhängig ist, sondern zudem noch die falsche Hautfarbe hat. Das alles in einem Land, in dem die „Rotweissblauen“ zunehmend an Zuspruch gewinnen. Den Boyce-Clan, die etablierten Drogenbosse bei denen die Zeit stehen geblieben und Fortschritt ein Fremdwort ist. Mit Ellie der Protagonistin konnte ich nicht so richtig warm werden. Alles in allem hat mir in der ersten Hälfte des Buches einfach die Spannung gefehlt. Erst als die Verbindungen zwischen den einzelnen Charakteren klarer werden, nimmt die Geschichte an Fahrt auf.
Angeschnitten werden Themen wie Rassismus und das Für und Wider der Legalisierung von Drogen.
Die Erzählweise hingegen hat mir sehr gut gefallen, erst nach und nach bekommt man die Informationen, um sich ein Gesamtbild zu erstellen. Man kommt auch beim Lesen flott durch die Seiten.
Insgesamt ein gutes Buch. Aber für einen Thriller war mir das Buch nicht spannend genug.

Veröffentlicht am 27.06.2017

Thriller mit Potenzial nach oben

Ragdoll - Dein letzter Tag (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 1)
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Eine Leiche, aber sechs Opfer, denn die Leiche wurde aus sechs verschiedenen Leichenteilen zu einer „Ragdoll“, einer Art Flickenpuppe zusammengefügt. William Oliver Layton-Fawkes, kurz Wolf steht vor einem ...

Eine Leiche, aber sechs Opfer, denn die Leiche wurde aus sechs verschiedenen Leichenteilen zu einer „Ragdoll“, einer Art Flickenpuppe zusammengefügt. William Oliver Layton-Fawkes, kurz Wolf steht vor einem seiner schwersten Fälle, seitdem er vor vier Jahren nach einem Ausraster vor Gericht wieder in den Polizeidienst zurückgekehrt ist. Hinzu kommt noch eine Art Todesliste, die der Reporterin Andrea und gleichzeitigen Ex-Frau von Wolf zugespielt wird. Angekündigt werden sechs Morde, die es zu verhindern gilt, besonders weil das letzte Opfer auf der Liste Wolf selbst ist…

„Ragdoll“ ist der Beginn einer ganzen Serie und gleichzeitig das Debüt von Daniel Cole.
Der Anfang war richtig klasse und ich begann mit Begeisterung zu lesen. Besonders der Schreibstil hat mich sehr angesprochen, denn der junge britische Autor trifft die Sprache der jungen Generation. Doch ab der Mitte war dann irgendwie die Luft raus und die Spannung ließ nach. Die Charaktere fand ich sehr eigen, aber gelungen. Wolf, der auch mal das Gesetz selbst in die Hand nimmt, wenn er glaubt, dass der Gerechtigkeit nicht genüge getan ist. Besonders gefallen hat mir der junge Edmunds. Er ist der Neue, der Grünschnabel, der vom Betrugsdezernat kommt. Doch mit seiner Hartnäckigkeit und seinem Durchhaltevermögen, trägt er entscheidend zu Lösung bei. Emily Baxter, die Kollegin von Wolf und gleichzeitig Partnerin von Edmunds fand ich nicht so sympathisch. Zu derb und einfach zu übertrieben cool.

Insgesamt ein gelungenes Debüt, das noch ausbaufähig und Potenzial nach oben hat. Da mir Wolf so sympathisch ist, freue ich mich schon auf eine Fortsetzung mit ihm.