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Veröffentlicht am 14.05.2021

Manchmal braucht es Katastrophen um die Wahrheit zuzugeben

Fly & Forget
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Der New-Adult-Roman Fly & forget von Nena Tramountani ist ein wunderschönes Buch das zeigt, dass es eben manchmal Katastrophen bedarf um die Wahrheit endlich zuzugeben. Es ist gleichzeitig eine Hommage ...

Der New-Adult-Roman Fly & forget von Nena Tramountani ist ein wunderschönes Buch das zeigt, dass es eben manchmal Katastrophen bedarf um die Wahrheit endlich zuzugeben. Es ist gleichzeitig eine Hommage an die Freundschaft und ein Stups dahingehend, dass es manchmal besser ist, das Gewöhnte, Geschätzte, die Komfortzone zu verlassen, eben damit es noch besser werden kann.

Normalerweise schreibe ich erstmal etwas über den Inhalt des entsprechenden Buches. Das möchte ich hier aber mal ganz bewusst weglassen, denn mit jedem Wort, dass ich schreiben würde, verriete ich zu viel von der Geschichte. Man befindet sich sobald man das Buch aufschlägt und anfängt zu lesen direkt in der Geschichte mit ihren ganzen Emotionen. Liv, die Hauptfigur studiert Journalismus in London und man taucht ganz und gar in ihre Lebensgeschichte ein. Als Leser darf man nicht nur an ihrem Jetzt mit an allen ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben, sondern nach und nach ihre ganze Geschichte erfahren. Zu Anfang wirkt es noch sehr chaotisch und man weiß nicht so recht, was man mit den ganzen Figuren anfangen soll, die so nebenbei erwähnt werden. Doch immer wieder tauchen neue Details auf und man reimt sich etwas zusammen. In meinem Fall haben meine Fantasien meist mit den kommenden Erzählungen der Buches übereingestimmt, doch es gab auch einige Überraschungen...

Auch in Noahs Sichtweise darf man eintauchen. Er studiert Literatur in London und seine und Livs Wege verlaufen immer parallel ohne sich je zu berühren und sind gleichzeitig komplett miteinander verwoben. Aber lest selbst, es lohnt sich auf alle Fälle!

Wie ihr lest, bin ich echt begeistert von Fly & forget. Das Buch spiegelt so viele Emotionen wieder und ist ein Wachrüttler dafür, dass man um jeden Moment, den man auf Erden erleben darf dankbar sein soll und das bestmögliche aus seinem Leben machen soll. Man sollte sich nicht hinter dem eigenen Stolz oder vorgeschobenen Ängsten verstecken, sondern für das, was man wirklich will kämpfen auch wenn man dafür so einiges riskiert..

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Mysterium oder Grundlage unseres Handelns

Ein Date mit deinem Gehirn
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Das Sachbuch "Ein Date mit deinem Gehirn" von Dr. Dr. Damir del Monte nimmt den Leser mit in die Welt unseres Gehirn mit dem Versuch unser Handeln zu erklären und das Wissen mit dem bisher Unerforschten ...

Das Sachbuch "Ein Date mit deinem Gehirn" von Dr. Dr. Damir del Monte nimmt den Leser mit in die Welt unseres Gehirn mit dem Versuch unser Handeln zu erklären und das Wissen mit dem bisher Unerforschten in Beziehung zu setzen. Das Buch ist aufgeteilt in mehrere größere Abschnitte, die jeweils nochmals in kleine Kapitel unterteilt sind. Dadurch kann man auch immer ein bisschen lesen, ohne besonders viel Zeit investieren zu müssen. Der Schreibstil ist nicht unbedingt für ungeübte Leser geeignet, aber für meine Begriffe perfekt passend und vor allem spannend. Der Autor beschreibt eines unserer wichtigsten Organe auf humorvolle, kurzweilige und gleichzeitig informative und wissenschaftlich fundierte, aber verständliche Art und Weise, sodass das Lesen wirklich Freude bereitet und man so einiges über unseren Körper lernt. Auf jeden Fall beginnt man über so manche Dinge nachzudenken und auch sich selbst zu beobachten im Alltag.

Insgesamt ein gelungenes Sachbuch über unser Gehirn und alles, was damit in Zusammenhang steht. Hier zum Abschluss noch meine drei Lieblingszitate:

"Nicht der moralische Appellmacht uns menschlich, sondern die Fähigkeit, im eigenen Inneren das Echo des anderen zu vernehmen."
"Vielleicht ist es an der Zeit, die Vorstellung von Perfektion loszulassen, selbst in der größten Liebe. [...] Selbst die innigste Verbindung wird niemals alles geben können und doch ist sie vielleicht das wertvollste Geschenk, das das Leben zu bieten hat."
"Das erste Zeichen von Zivilisation sah diese große Forscherin also nicht in einem ausgefeilten Werkzeug oder einer raffiniert gefertigten Waffe, sondern in dem Hinweis auf unsere Fähigkeit, füreinander da zu sein."

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Zwischen Kontrolle und Wahrheit

Coldhart - Strong & Weak
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Den Auftakt der YA-Trilogie ColdHart von Lena Kiefer bildet der Roman Strong & Weak. Wer bereits WestWell gelesen hat, der kennt einige der Protagonisten; wer diese Trilogie noch nicht gelesen hat, der ...

Den Auftakt der YA-Trilogie ColdHart von Lena Kiefer bildet der Roman Strong & Weak. Wer bereits WestWell gelesen hat, der kennt einige der Protagonisten; wer diese Trilogie noch nicht gelesen hat, der sollte das nachholen wenn ihm dieses Buch gefällt, es lohnt sich!

Thematisiert wird Elijah Coldwells Geschichte, wobei seine Entführung bereits einige Jahre in der Vergangenheit liegt und er mittlerweile neben seinem Studium ins Familienunternehmen eingestiegen ist. Doch auch heute kämpft er noch mit den Dämonen, welche die damaligen Erfahrungen in ihm geweckt haben. Was passiert, wenn plötzlich eine Frau auftaucht, die ihm mehr bedeuten könnte, als er jemals geplant hat, als er jemals wollte? Felicity kommt zum Studieren in die Stadt und lernt dabei erst ihren Vater kennen, von dessen Existenz sie zwar wusste, jedoch nie Kontakt bestand.

Eine Geschichte voller versteckter Hinweise, Geheimnisse und Gefühl! Die Kapitel sind abwechselnd aus Elijahs und Felicitys Perspektiven erzählt und man wird als Leser vom ersten Wort an in die Geschichte hineingezogen. Ich weiß nicht, wie es die Autorin immer wieder schafft, solche Gesamtkunstwerke zu erschaffen, aber die Geschichte bleibt nicht auf dem Papier, sondern nimmt Gestalt an vor meinem geistigen Auge. Bei diesem ganzen Lob müsste es eigentlich fünf Sterne geben, aber ich bleibe hier mal bei vieren. Richtig begründen kann ich das gar nicht; dieser Roman ist brillant, aber irgendetwas hat mir noch gefehlt, um es perfekt werden zu lassen. Ich konnte mich sehr gut in die Personen hineindenken und dennoch habe ich an ein paar Stellen gezweifelt oder etwas war für meine Begriffe zu offensichtlich gestaltet, sodass das Überraschungsmoment ein wenig verloren gegangen ist...

Hier zum Abschluss noch meine Lieblingszitate aus diesem berührenden Roman:

"Im Grunde tat gerade alles mehr oder weniger weh, aber vielleicht gehörte das dazu, wenn man seinen eigenen Weg finden wollte."
"Sie hatte sich nicht darum geschert, was man über mich redete, sondern hatte mich gesehen, und in dem Moment, als mir das bewusst geworden war, hatte ich mich in sie verliebt."
" "Ich fühle mich nirgendwo sicherer als bei dir." Der Gedanke war da, ohne dass ich ihn aktiv dazu eingeladen hatte."
"Sie brachte mich dazu, mich zu öffnen. Nein, falsch, sie brachte mich dazu, mich öffnen zu wollen. Das war viel riskanter."
"Keiner von uns regte sich, keiner sagte ein Wort. Aber es war auch nicht nötig. Das hier war einer dieser Momente, in denen nicht gesprochen werden musste, um einander zu verstehen."

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Veröffentlicht am 13.11.2023

"Der Junge zwischen zwei Welten"

Nur ein Wort mit sieben Buchstaben
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Der Jugendroman Nur ein Wort mit sieben Buchstaben von Ava Reed ist ein in sich abgeschlossener Roman, der die Geschichte von Mika erzählt. Er lebt bei seinen drogen- und alkoholabhängigen Eltern und versucht, ...

Der Jugendroman Nur ein Wort mit sieben Buchstaben von Ava Reed ist ein in sich abgeschlossener Roman, der die Geschichte von Mika erzählt. Er lebt bei seinen drogen- und alkoholabhängigen Eltern und versucht, sich selbst und seine Mutter irgendwie über Wasser zu halten. Doch kann er das alles alleine meistern?! Nach einem Vorfall in der Schule kommt er zu einer Pflegefamilie und erlebt das genaue Gegenteil. Wird er sich öffnen können, oder hängt er zu sehr in seiner Vergangenheit fest?

Der Roman ist abwechselnd aus den Perspektiven von Mika und Jo, der Tochter aus der Pflegefamilie verfasst, sodass man als Leser gute Einblicke in beide Welten erhält und die Kluft zwischen den beiden Familien noch stärker in den Vordergrund gestellt wird. Die Einblicke in für mich völlig fremde Familienstrukturen kann einen ganz schön mitnehmen, da die Begebenheiten eindrücklich beschrieben sind, jedoch ohne zu brutal zu wirken. Dieser Mittelweg zwischen sehr ernsten Thematiken und Hoffnungsschimmern ist für meine Begriffe nahezu perfekt umgesetzt. Am Ende des Buches ist für mich allerdings ein Vorfall nicht ausreichend aufgearbeitet, um auf die Gefahr dessen hinzuweisen.

Der Roman schließt mit einem recht offenen Ende, was mir normalerweise nicht so gut gefällt. In diesem Fall hätte ich es aber gar nicht anders gewollt, denn diese Gestaltung lässt den Leser mit einem guten Gefühl zurück, aber dennoch bleibt genug Raum für Fantasie. Der Weg für Mika ist nun geebnet und er muss ihn einfach selbst für sich beschreiten.

Insgesamt ein sehr ehrlicher und anderer Jugendroman, der ernste Thematiken aufgreift und gut und altersgerecht aufbereitet. Von mir gibt es gute 4,5 Sterne.



Zum Abschluss noch mein Lieblingszitat, das zeigt, wie sehr Mika sich öffnen und seine Vergangenheit hinter sich lassen will, ohne zu vergessen:

"Mein erster Impuls ist, einfach loszulassen. [...] So zu tun, als wäre es ein Versehen gewesen. Mein zweiter ist, nicht mehr davonzurennen. Nicht vor meinem Leben, meinen Handlungen, Wünschen und auch nicht vor den Reaktionen anderer."

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Veröffentlicht am 03.11.2023

Behutsam

Solang du lieben kannst
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Der Roman Solang die lieben kannst von Hanne Benden handelt von der Studentin Lene, die nach einem unschönen Ende ihrer Beziehung erst sich selbst und ihren eigenen Weg wiederfinden muss. Dabei begegnet ...

Der Roman Solang die lieben kannst von Hanne Benden handelt von der Studentin Lene, die nach einem unschönen Ende ihrer Beziehung erst sich selbst und ihren eigenen Weg wiederfinden muss. Dabei begegnet sie immer wieder dem Medizinstudenten Julius, der sie auf eine ganz eigene Weise berührt. Doch er ist manchmal sehr geheimnisvoll, da auch er einiges zu tragen hat.

Der Beginn der Geschichte hat mich ehrlich gesagt nicht sonderlich begeistert; den Schreibstil fand ich eher mittelmäßig und die Geschichte an sich nichts neues, sondern ziemlich klischeemäßig. Doch im Verlaufe des Romans hat sich dieser Eindruck komplett gewandelt. Ich bin beeindruckt von der Weise, wie tief mich die Gespräche berührt haben und wie sehr ich die Gefühle beim Lesen gespürt habe. Es wird so viel mehr erzählt als ein klassische Liebesgeschichte und auch der Spannungsbogen bleibt konstant hoch, da immer wieder Andeutungen gemacht werden, in die man einiges hineininterpretieren kann. Doch nicht alles löst sich im ersten Band auf, ich persönlich bin also schon sehr gespannt auf Band 2.

Insgesamt (nach den ersten 50 Seiten) eine wundervoll berührende und langsame, behutsame Geschichte, die ich nur jedem weiterempfehlen kann. Von mir gibt's verdiente 4,5 Sterne.

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