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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2023

Man muss das Leben leben

Dieses schöne Leben
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Die Mittdreißigerin Clover ist schon seit Kindesbeinen an eine Einzelgängerin. Aufgezogen von ihrem Großvater umgibt sie sich lieber mit Büchern als mit Menschen.
Als dieser alleine stirbt, als sie sich ...

Die Mittdreißigerin Clover ist schon seit Kindesbeinen an eine Einzelgängerin. Aufgezogen von ihrem Großvater umgibt sie sich lieber mit Büchern als mit Menschen.
Als dieser alleine stirbt, als sie sich auf einer Reise befindet, fühlt sie sich schuldig und beschließt, Sterbebegleiterin zu werden, um einsame Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten.
Ein einsamer Mensch ist Clover aber auch selbst, denn außer zu einem alten Freund ihres Großvaters pflegt sie kaum Sozialkontakte, bis die neue Nachbarin Sylvie einzieht und Clover beginnt, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Sehr gut gefallen haben mir hierbei auch die Rückblenden in Clovers Vergangenheit.
Obwohl das Thema Tod und Sterben einen großen Raum im Roman einnehmen, ist die Geschichte trotzdem nicht deprimierend. Ganz im Gegenteil: sie macht zwar nachdenklich, gibt aber auch Denkanstöße, über das eigene Leben zu reflektieren, so wie es Clover im Laufe der Handlung selbst tut. Es hat Spaß gemacht, sie dabei zu begleiten, denn auch für Clover gibt es noch einige Überraschungen.

Lediglich mit dem Cover kann ich mich nicht so recht anfreunden, das ist mir zu unruhig. Dafür entschädigt aber diese zauberhafte Geschichte der leisen Töne.

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Veröffentlicht am 29.10.2023

Nervenkitzel und Gänsehaut

Die eiskalte Kammer: Thriller
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Mit „Die eisige Kammer“ hat Catherine Shepherd einen weiteren hochspannenden Thriller geschrieben, der mir einen Gänsehautschauer nach dem anderen beschert hat.
Die Leiche einer dunkelhaarigen Frau wird ...

Mit „Die eisige Kammer“ hat Catherine Shepherd einen weiteren hochspannenden Thriller geschrieben, der mir einen Gänsehautschauer nach dem anderen beschert hat.
Die Leiche einer dunkelhaarigen Frau wird aufgefunden und schnell erkennt die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz, dass die junge Frau über längere Zeit tiefgekühlt war.
Im Laufe der Ermittlungen zeigt sich dann, dass dieser Fall kein Einzelfall war. Zusammen mit ihrem Partner Florian Kessler jagt Julia den Serientäter, der seine Opfer perfide zur Schau stellt, bevor er sie tötet und in Szene setzt.
Wie immer ist es ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die nächste entführte Frau befindet sich bereits in seiner Gewalt. Julia und Florian haben es nicht leicht, einzelne Puzzleteilchen richtig zusammenzusetzen und begeben sich oft selbst in Gefahr.
Die Handlung ist durch die Perspektivwechsel durchgehend spannend und fesselnd und es fällt schwer, das Buch zwischendurch aus er Hand zu legen.
Wie ich es bereits von anderen Thrillern der Autorin gewohnt bin gibt es zwar viele Verdächtige, aber durch immer neue Wendungen bleibt es bis kurz vor Schluss unklar, wer der Psychopath ist.
Auch die private Seite des Paares Julia und Florian wird nicht vernachlässigt. Inzwischen Eltern eines Kleinkindes zeigt sich gerade bei Julia der Spagat, den sie zwischen Kinderbetreuung und Beruf hinlegen muss, sehr realistisch sowie ihre innere Zerrissenheit, weder der einen noch der anderen Seite gerecht werden zu können.
Dieser rundherum superspannende Thriller hat wieder einmal für Nervenkitzel gesorgt und mit spannende Lesestunden geschenkt.

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Veröffentlicht am 11.10.2023

Ein wahrer Lesegenuss

Der späte Ruhm der Mrs. Quinn
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Es gibt Bücher, die entwickeln gleich zu Beginn einen ganz eigenen Zauber und umhüllen einen wie eine warme Kuscheldecke. Olivia Fords Roman „Der späte Ruhm der Mrs. Quinn“ gehört definitiv auch dazu.
Im ...

Es gibt Bücher, die entwickeln gleich zu Beginn einen ganz eigenen Zauber und umhüllen einen wie eine warme Kuscheldecke. Olivia Fords Roman „Der späte Ruhm der Mrs. Quinn“ gehört definitiv auch dazu.
Im Mittelpunkt dieses berührenden Romans steht Jennifer Quinn, 70+, leidenschaftliche Bäckerin und seit fast 6 Jahrzehnten mit Bernard verheiratet. Dieses Paar ist einfach so zauberhaft, dass es mein Herz im Sturm erobert hat und selbst das tägliche Einerlei war bei den beiden unterhaltsam. Jennifer könnte eigentlich mit ihrem Leben rundherum zufrieden sein und doch stellt sich ihr die Frage, ob das nun schon alles gewesen sein soll. Nach dem Motto „Wenn nicht jetzt, wann dann“ bewirbt sie sich erfolgreich um die Teilnahme in einer bekannten Backshow. Aber es gibt noch ein dunkles Geheimnis in ihrer Vergangenheit, das sie noch nicht einmal Bernard offenbart hat.
Die Autorin hat einen sehr angenehmen und ruhigen Schreibstil, der mir sehr schnell die passenden Bilder im Kopf hat entstehen lassen. Mit Jennifers Kuchen- und Tortenträume vor Augen ist mir das Wasser im Munde zusammengelaufen und ich fand es sehr schade, dass gar kein einziges Rezept im Anhang zu finden war.
Obwohl der Backwettbewerb als solcher schon recht spannend war gibt es noch einen weiteren Handlungsstrang in der Vergangenheit zu Jennifers Geheimnis. Beide Zeitebenen sind aber perfekt aufeinander abgestimmt und bringen langsam Licht ins Dunkel.
Nicht nur der tollen Backkreationen wegen war das Lesen dieses Buches ein wahrer Genuss. Auch die Botschaft, dass es nie zu spät ist, sich seine Träume zu verwirklichen, wird hier glaubhaft dargestellt.
Für mich ein Lesehighlight in diesem Jahr.

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Veröffentlicht am 03.09.2023

Ein warmherziger Wohlfühlroman

Die Butterbrotbriefe
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Seitdem ich „Der Buchspazierer“ gelesen habe, gehört Carsten Henn zu meinen bevorzugten Autoren und ich war schon sehr gespannt auf sein neustes Werk „Die Butterbrotbriefe“.
Die Enddreißigerin Kati steht ...

Seitdem ich „Der Buchspazierer“ gelesen habe, gehört Carsten Henn zu meinen bevorzugten Autoren und ich war schon sehr gespannt auf sein neustes Werk „Die Butterbrotbriefe“.
Die Enddreißigerin Kati steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie will ihrer Heimatstadt den Rücken kehren, um ein neues Leben zu beginnen. Bei einer dieser „Abschiedstouren“ trifft sie auf einen scheinbar wohnungslosen Mann, der nicht spricht, aber mehr und mehr Raum in ihrem Leben einnehmen wird.
Kati Waldstein ist nicht nur eine äußerst sympathische Protagonistin sondern auch ein ganz besonderer Mensch, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Sie will sich von allen Menschen verabschieden, die in ihrem Leben eine Rolle – egal ob positiv oder negativ - gespielt haben. Und das tut sie in Form von Briefen auf Butterbrotpapier, die sie manchen Empfängern auch vorliest. Manche dieser Briefe haben mir schon einen Kloß im Hals beschert, als so nach und nach für Kati doch zum Teil sehr unschöne Neuigkeiten (ich möchte hier nicht zu viel verraten…) ans Tageslicht gekommen sind. Und während Kati mit ihrem bisherigen Leben hadert bahnt sich doch eine zarte Romanze mit dem Vagabunden an, der dank ihr nicht nur seine Sprache wiedergefunden hat. Hat das Schicksal beide zusammengebracht oder war es eine glückliche Fügung?
Das Buch hat aber auch noch weitere liebenswerte Charaktere, die der Geschichte ihren Charme verleihen, von Elch und Rentier ganz zu schweigen. Carsten Henn hat hier wieder einmal ein absolutes Wohlfühlbuch geschrieben mit einer Geschichte, die mich wie eine Kuscheldecke umhüllt hat. Ein Lesehighlight in diesem Jahr, das ich sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Abschied nehmen

Und wir tanzen, und wir fallen
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Edi und Ash sind beste Freundinnen seit Kindertagen und haben sich schon gegenseitig durch schwere Zeiten begleitet. Doch der schwerste Weg liegt noch vor ihnen, denn Edi ist unheilbar erkrankt ...

Edi und Ash sind beste Freundinnen seit Kindertagen und haben sich schon gegenseitig durch schwere Zeiten begleitet. Doch der schwerste Weg liegt noch vor ihnen, denn Edi ist unheilbar erkrankt und Ash wird sie natürlich auch während ihrer letzten Lebenstage im Hospiz begleiten.
Trotz des traurigen Hintergrundes lässt sich die Geschichte flüssig lesen und hat auch durchaus humorvolle Stellen. Natürlich ist das Thema Tod und Abschied nehmen allgegenwärtig, aber es bleibt auch Raum für das Leben und vor allem das Schwelgen in Erinnerungen, dabei wird jede noch so große Peinlichkeit von Ash und Edi fast gefeiert.
Gut gefallen hat mir auch, dass nicht nur die Wut, das Hadern mit ihrem Schicksal und das Abschied nehmen der sterbenden Edi von ihrer Familie und Freunden beschrieben wird, sondern auch die Hilf- und Sprachlosigkeit, die Trauer und den Umgang mit dem Verlust auf der Seite all der Menschen, die sie auf ihrem letzten Weg begleiten.
Lachen und Weinen liegen in diesem Buch sehr dicht beieinander. Mir sind an vielen sehr emotionalen Stellen die Tränen über die Wangen gelaufen und trotzdem hatte ich ein Lächeln im Gesicht.
Und auch das Cover, das mich zunächst nicht sehr angesprochen hat, ist perfekt auf den Inhalt abgestimmt.
5 Sterne für ein sehr bewegendes Buch, das noch lange nachhallen wird.

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