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Veröffentlicht am 28.01.2024

Eine Reise durch die 70iger Jahre

Club Paradies - Im Licht der Freiheit
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Eine Reise durch die 70iger mit starken Frauen und einem Mann, der in den Bann des Terrors gezogen wird. In der Geschichte geht es um Maria Borchardt und ihre Kinder Hanna und Holger. Diesen bleibt Vorbehalten ...

Eine Reise durch die 70iger mit starken Frauen und einem Mann, der in den Bann des Terrors gezogen wird. In der Geschichte geht es um Maria Borchardt und ihre Kinder Hanna und Holger. Diesen bleibt Vorbehalten die Scherben ihres Ehemanns bzw. Vaters aufräumen. Gerade Maria und Hanna müssen sich entscheiden, wie ihr Leben zukünftig weitergehen soll. Holger ist weiterhin fasziniert von seiner Freundin Monika, die sich im Geflecht der RAF befindet und keine Kompromisse einzugehen scheint. Maria wirkt sehr verzweifelt und doch scheint sie Hoffnung hegen zu dürfen. Werden es Maria und ihre Kinder schaffen die Schatten der Vergangenheit abzuschütteln oder werden sie untergehen?

Maria hat mich in diesem Roman am stärksten fasziniert. Sie wirkte im ersten Band noch sehr unsicher und zurückhaltend und zeigt nun, was in ihr steckt. Ihre Charakterentwicklung hat mir sehr gut gefallen und ist das fulminante Gegenteil aus dem ersten Band der Story. Die Handlung ist im Berlin des Jahres 1977 angesiedelt und demnach gut historisch nachvollziehbar. Das Flair der 70iger wie man es von vielen Aufzeichnungen und Unterredungen kennt wird gut durch den Roman transportiert. Eine große Stärke ist die Einbindung des Terrors durch die RAF in diesem Roman. Gerade die vielen kleinen Feinheiten über die Abläufe und das Verhalten des Staatsschutzes und anderer Organisationen hat die Autorin hervorragend in die Geschichte integriert. Ich hätte nur mehr Konflikte zwischen den einzelnen Personenkonstellationen gewünscht. Manches war mir etwas zu eindimensional und glatt dargestellt. Dies ist aber der einzige kleine Kritikpunkt an dem ansonsten sehr gut recherchierten und gut erzählten Roman. Ich danke der Autorin für die schön erzählte Geschichte aus den 70iger Jahren und gebe eine Leseempfehlung für den Roman aus.

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Veröffentlicht am 06.11.2023

Die große Liebe in der Mitte des Lebens

Die Liebe an miesen Tagen
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Von Ewald Arenz hatte ich schon öfters was gehört und viele waren immer sehr begeistert von diesem Autor, sodass ich neugierig auf sein neustes Buch geworden bin.

Das Buch beginnt sehr gemächlich und ...

Von Ewald Arenz hatte ich schon öfters was gehört und viele waren immer sehr begeistert von diesem Autor, sodass ich neugierig auf sein neustes Buch geworden bin.

Das Buch beginnt sehr gemächlich und konnte mich am Anfang nicht direkt abholen, ab der Hälfte der Geschichte wurde es dann aber besser und ich konnte den Roman förmlich nicht mehr aus der Hand legen.
Im Mittelpunkt der Erzählung stehen Clara und Elias, sie haben beide schon Beziehungen hinter sich als sie sich zum ersten Mal begegnen. Aber ihr erstes Aufeinandertreffen macht klar, das ist Liebe auf den ersten Blick. Doch dann kommt den beiden das Leben dazwischen und sie stellen ihre Liebe in Frage. Hat die Liebe von Clara und Elias trotz zahlreicher Rückschläge eine Chance?

In dem Roman geht neben der großen Liebe in der Mitte des Lebens noch um die Themen Demenz, Arbeitslosigkeit, Krankheit bis hin zum nahenden Tod. Wenn man also eine Abneigung gegen Krankenhäuser oder Altenheime hat, sollte man vielleicht zu einem anderen Buch greifen.
Mich hat dieser Roman sehr bewegt und ich bin von dem Autor sehr mitgenommen worden, zum Ende hin, musste ich das eine oder andere Mal schlucken und mich würde es nicht wundern, wenn man auch Tränen bei dem Ende verdrücken könnte. Kurzum ein emotionaler und bewegender Roman.

Besonders ist der Erzählstil des Autors, mit einer feinen gehobenen Sprache zieht er den Leser in seinen Bann. Die Bilder, die er kreiert sind, sehr emotional und gehen unter die Haut. Er hat ein sehr feines Gespür für die Nuancen unserer Sprache und schafft es trotz schwieriger Themen einen angenehmen Humor in seinem Buch zu verarbeiten.

Ein Buch für alle die gerne tiefgründige Geschichten lieben, es ist kein klassischer Liebesroman, wo alles heile Welt ist. Es ist ein Roman, der das wahre Leben widerspiegelt und mit den ich mich sehr gut identifizieren konnte. Deshalb gibt es von mit eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.11.2023

Düstere Alice-Saga neu interpretiert

Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland
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Sehr düster und mit gruseligen sowie schaurigen Elementen bestückt ist diese Erzählung eine Neuinterpretation von Alice im Wunderland. Mystisch und spannend wird die Geschichte von Alice erzählt. Die Handlung ...

Sehr düster und mit gruseligen sowie schaurigen Elementen bestückt ist diese Erzählung eine Neuinterpretation von Alice im Wunderland. Mystisch und spannend wird die Geschichte von Alice erzählt. Die Handlung beginnt in einem düsteren Hospital wo Alice aufgrund ihrer angeblichen Verrücktheit seit 10 Jahren gefangen gehalten wird. Sie hat einen Freund im Nachbarraum namens Hatcher, mit dem sie über ein Mauseloch kommuniziert. Eines Tages bricht ein Feuer aus und Alice gelingt zusammen mit Hatcher die Flucht. Ein dunkles Wesen soll sein Unwesen treiben. Doch Alice hat eine Vergangenheit, welche ihr nachts den Schlaf raubt. Werden ihre Albträume war?

Alice wirkt relativ abgehärtet gegenüber den schlimmen Dingen des Lebens. Ihr Charakter ist gekennzeichnet durch schlimme Erlebnisse in ihrer Vergangenheit. Doch zeigt sich im Laufe der Erzählung das mehr hinter ihren Handlungen als Verdamnis und Gewalt stecken. Hatcher ist ein dubioser Mensch, der alles versucht um Böses von Alice fernzuhalten. Der Schreibstil der Autorin ist sehr fesselnd und gut verständlich in das deutsche Übersetzt worden. Spannend und drastisch schildert die Autorin diese Geschichte und man ist gewillt das Buch nicht aus der Hand zu legen. Einzig und allein manche Handlungen wirkten für mich etwas gleichmäßig erzählt. Ich hätte mir mehr Abwechslung bei den Begegnungen mit „Feinden“ bzw. sonderbaren Geschöpfen gewünscht. An der ein oder anderen Stelle wirkte die Erzählung dabei für mich wiederholend und monoton bzw. eine Reproduktion von bereits Geschehenem. Dies ist aber meine einzige kleine Kritik an diesem Roman. Schaurig und gruselig passend zu Halloween kann ich diesen „Dark Fantasy“ Roman allen Leserinnen und Leser empfehlen, welche sich ein wenig schauern möchten.

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Veröffentlicht am 01.11.2023

Der beeindruckende Weg einer Frau am Ende des 19. Jahrhunderts

Der Milchhof – Das Rauschen der Brandung
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Mit “Der Milchhof – Das Rauschen der Brandung” legt Regine Kölpin den ersten Teil ihrer neuen Saga vor. Sie entführt uns wieder an die raue und stürmische Nordsee, diesmal von 1890 bis 1914. Im Mittelpunkt ...

Mit “Der Milchhof – Das Rauschen der Brandung” legt Regine Kölpin den ersten Teil ihrer neuen Saga vor. Sie entführt uns wieder an die raue und stürmische Nordsee, diesmal von 1890 bis 1914. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Lina, eine junge Frau, die sich leider in dem Mann ihrer Träume täuscht und letztlich um den Hof ihres Vaters bangen muss.

Thees entpuppt sich als sehr berechnend und herrschsüchtig, er schreckt vor nichts zurück und möchte seine Frau am liebsten nur als schmückendes Beiwerk. Doch Lina versteht viel mehr von der Käseherstellung und allem, was zum Milchbetrieb gehört.

In dem Roman geht es vor allen Dingen um die Entstehung von privaten Molkereien, aber auch um die Milchgenossenschaften und ihre Arbeit. Die Rolle von Mägden und Angestellten ist ebenso Thema wie die Rolle der Frau in einer Gesellschaft, die sich im Umbruch befindet.

Mit Talke und Derk haben Lina und Thees zwei starke Gegenspieler. Beide Ehepaare konkurrieren auf unterschiedlichen Ebenen miteinander. Am Anfang konnte ich sowohl für Lina als auch für Derk Sympathie empfinden, leider hat Derk sich in meinen Augen nicht gut entwickelt.

Der Roman gliedert sich in zwei große Teile, die Autorin bedient sich sowohl Zeitraffungen als auch Zeitsprüngen, dies hat natürlich zur Folge, dass wir nicht allen Ereignissen beiwohnen können und einiges nacherzählt wird. Dies tut aber der Spannung keinen Abbruch. Die Perspektiven wechseln in dem Roman immer wieder, sodass das Tempo gut ist und man verschiedene Sichtweisen kennen lernt.

Ich habe viel über die Käseherstellung und die Molkerei im Allgemeinen gelernt. Der Schreibstil der Autorin ist locker und leicht zu lesen. Sehr gut hat mir die mundartliche Sprachfärbung in den Dialogen gefallen. Ich mag diesen Zungenschlag einfach und es macht den Roman zudem sehr authentisch. Ein Personenverzeichnis, Dankesworte und ein Literaturverzeichnis runden den Roman ab. Ein Roman für alle die gerne Familiensagas lesen, die Nordsee lieben und mehr über die Herstellung von Käse erfahren wollen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ich bin sehr gespannt, wie sich die Geschichte nun innerhalb des ersten Weltkrieges weiterentwickeln wird

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Veröffentlicht am 01.11.2023

Kann die Liebe aufgrund einer Lüge bestehen?

Die Kathedrale des Königs
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Ein Roman über eine der geschichtsträchtigsten Kirchen Englands, dies interessierte mich sofort, hat man doch immer mal wieder über Westminster Abbey gelesen.

Claudius Crönert erzählt vom Bau der Kathedrale ...

Ein Roman über eine der geschichtsträchtigsten Kirchen Englands, dies interessierte mich sofort, hat man doch immer mal wieder über Westminster Abbey gelesen.

Claudius Crönert erzählt vom Bau der Kathedrale und verwebt damit das Schicksal mehrerer Menschen. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Henri, eigentlich Maurer, wird aber durch eine Verwechslung als Baumeister gehalten. Ihm zur Seite steht der Mönch Archie, der ihm ein guter Freund wird, ebenso wie seiner Vermieterin Maud.

Auf der anderen Seite stehen die beiden Geschwister Carol und Oliver als Kinder eines einflussreichen Barons, gerade Oliver lehnt sich zusammen mit Simon de Montfort und einigen anderen Adeligen gegen den König auf. Oliver will seine Schwester “missbrauchen”, um noch engere Bande an den Montfort-Clan zu knüpfen, doch diese verliebt sich ausgerechnet in Henri.

Wird die Verwechslung Henri zum Verhängnis und hat seine Liebe zu Carol eine Chance?

Der Roman wird chronologisch aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass wir zu den wichtigsten Figuren einen guten Bezug aufbauen können. Der Schreibstil des Autors ist gut lesbar und der Zeit in Teilen angemessen. Durch die Dialoge lässt sich der Roman zügig lesen und man hat so relativ viele aktive Charaktere in dem Roman.

Eine Karte von London, sowie ein Nachwort und ein Glossar runden den Roman ab. Als Zielgruppe kommen Fans von mittelalterlichen Romanen in Frage, aber sicherlich ist dieser Romane auch für London-Liebhaber spannend.

Das Ende des Romans ist leider vorhersehbar, hier hätte ich mir gerne einen Turn bzw. Eine Überraschung gewünscht, gerade was die “Verwechslung” und Liebesgeschichte zwischen Carol und Henri angeht.

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