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Veröffentlicht am 17.12.2023

spannungsarmer Krimi

Taubenschlag
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Taubenschlag von Dennis Jürgensens ist der zweite Band aus der Reihe um die Ermittler Lykke Teit aus Kopenhagen und Rudi Lehmann aus Flensburg. Um die länderübergreifende Polizeiarbeit zu stärken, sollen ...

Taubenschlag von Dennis Jürgensens ist der zweite Band aus der Reihe um die Ermittler Lykke Teit aus Kopenhagen und Rudi Lehmann aus Flensburg. Um die länderübergreifende Polizeiarbeit zu stärken, sollen die beiden diesmal in Deutschland gemeinsam ermitteln. Einen Grund, der aus dem Fall resultiert, wie beim ersten Mal, gibt es diesmal also nicht.

In einem alten Bunker in Berlin werden Leichen gefunden, die dort seit Jahren gelegen haben müssen. In Norddeutschland werden ältere Menschen ermordet aufgefunden, sie alle haben eine tote Taube bei sich liegen.

Dieser Fall ist so mit der deutschen Geschichte verwoben, dass die deutsch-dänische Zusammenarbeit etwas merkwürdig erscheint.
Rudi bläst sein Alter und seine Erfahrung in jovialen Sprüchen hinaus, das es mich wundert, dass Lykke es immer mit Humor nehmen konnte.
Die Ermittlungen gehen schon bald in die richtige Richtung, wobei mir die Polizeiarbeit hier arg geschummelt vorkam. Ohne erhärtete Anhaltspunkte wurde hier stetig in eine Richtung ermittelt. Dem Leser/Hörer werden der Täter und die Hintergründe schon sehr früh mitgeteilt, so dass sich die Spannung in Grenzen hält.
Der Fall wird für Rudi schon bald sehr persönlich, dennoch darf er weiter ermitteln. Zumindest sein Trauma, das bereits im ersten Buch geschildert wurde, findet hier ein Ende. Lykke hat den gewaltsamen Tod ihrer Tochter noch immer nicht verwunden und auch ihr Exmann kann nicht mit dem Drama abschließen, weil er immer wieder meint, den Täter zu sehen. Die privaten Probleme werden regelmäßig in die Handlung mit eingewoben.

Insgesamt bleibt dieser Band sehr hinter dem Reihenauftakt zurück. Teil drei würde ich dennoch lesen, da ich gerne wissen möchte, ob die Todesumstände von Lykkes Tochter geklärt werden und was es mit diesem mysteriösen Mann auf sich hat, der Lykke immer wieder begegnet. Hoffentlich ist der nächste Fall dann wieder spannender konstruiert.

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Veröffentlicht am 15.11.2023

Unerwartet

Das Nachthaus
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Das neue Buch von Jo Nesbø kommt in einem sehr schicken Outfit daher, schwarz-gelb-weißes Cover, tolles Bild, welches zu Titel und Klappentext perfekt passt und einem gelben Farbschnitt. Da ich den Autor ...

Das neue Buch von Jo Nesbø kommt in einem sehr schicken Outfit daher, schwarz-gelb-weißes Cover, tolles Bild, welches zu Titel und Klappentext perfekt passt und einem gelben Farbschnitt. Da ich den Autor sehr mag, habe ich hier bedenkenlos zugegriffen. Nach dem Klappentext hatte ich einen Thriller oder Krimi erwartet.
Nesbø hat sich hier an einen Genremix gewagt, der mir leider nicht ganz so zugesagt hat. Das Element Thriller wurde um Horror und Fantasy erweitert.
Der erste Junge der verschwindet, wir von einem Telefon gefressen. ...

Der Erzählstil ist gewohnt kurzweilig und fesselnd, viele Wendungen machen immer wieder neugierig auf den Fortgang und die schlussendliche Erklärung der Geschehnisse. In den drei Teilen wird man durch die Geschichte geführt und immer wieder in die Irre geführt. Ab und an hatte das Buch für mich Längen, da ich die Ausflüge in das Mysteriöse und den Horror teils nicht so gelungen fand.
Man kann hier schlecht etwas erzählen ohne zu spoilern. Für Alle, die sich in allen drei Genres zu Hause fühlen, ist das ein tolles Buch, Nesbø erzählt topp, aber für Alle die lieber einen nachvollziehbaren Krimi / Thriller lesen ist es nicht ganz das Richtige.

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Veröffentlicht am 08.11.2023

Krimi mit Nebenschauplätzen

Im Herzen so kalt (Ein Fall für Maya Topelius 1)
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Im Herzen so kalt ist ein Reihenauftakt einer Schwedenkrimireihe rund um die Ermittlerin Maya Topelius. Die Polizistin Maya wird in ganz Schweden zum Einsatz kommen, ihre drei guten Freundinnen sind teilweise ...


Im Herzen so kalt ist ein Reihenauftakt einer Schwedenkrimireihe rund um die Ermittlerin Maya Topelius. Die Polizistin Maya wird in ganz Schweden zum Einsatz kommen, ihre drei guten Freundinnen sind teilweise mit in die Fälle involviert.
In diesem Band ermitteln Maya und ihr älterer Kollege Pär im kalten Östersund. Hier wurde ein Umweltaktivist hinterrücks erschossen. Die Bevölkerung gilt als eher wortkarg und die einheimischen Polizisten sind nicht erfreut über die Einmischung aus Stockholm. Es dauert eine Weile bis sich alle als Team zusammenfinden und an einem Strang ziehen.
Der Fall ist in diesem Buch in sich abgeschlossen, im Privatbereich gibt es Cliffhanger.

Die Ermittlungsarbeit tritt teils sehr in den Hintergrund, es geht oft um private Angelegenheiten Mayas oder die ihrer Freundinnen. Über eine dieser Geschichten hat die Autorin einen Bogen zum aktuellen Fall gestrickt, der leicht konstruiert wirkt. Die Hinweise der guten Freundin hätte es eigentlich nicht brauchen sollen, wenn von Beginn an ergebnisoffen in alle Richtungen ermittelt worden wäre. Hier liegt auch ein besonderer Kritikpunkt: die Polizeiarbeit erfolgte teilweise nicht professionell, es gab Personen, die anfangs aus unbekannten Gründen gar nicht zu den Verdächtigen gezählt wurden, Kollege Zufall und illegale Aktionen führen zur Lösung.
Über Pär erfahren wir in diesem Band nicht viel, der Fokus liegt auf Maya.
Die Autorin bringt diverse Brennpunktthemen (sexuelle Übergriffe, illegale Baumrodungen u.a.) mit in die Handlung, die aufgrund der Masse zu Lasten der Spannung gehen.
Der Erzählstil, auch die unterschiedlichen Perspektiven und kleinen Cliffhanger in den Kapiteln sind generell gut gemacht.
Der nächste Band ist für den 31.10.24 angekündigt, ich weiß nicht, ob ich mich dann noch an die Protagonisten erinnern werde. Für mich ist es ein Reihenauftakt mit reichlich Luft nach oben, für Cosy Crime Leser*innen aber sicherlich eine schöner Krimi, der gut in den Winter passt.

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Veröffentlicht am 25.10.2023

Wirklich frei?

Endlich frei
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Den autobiografischen Roman von Betty Mahmoody „Nicht ohne meine Tochter“ fand ich vor vielen Jahren sehr spannend. Hier erzählt die Tochter Mahtob nun von ihrem Leben. Ich war gespannt, wie es ihr ergangen ...

Den autobiografischen Roman von Betty Mahmoody „Nicht ohne meine Tochter“ fand ich vor vielen Jahren sehr spannend. Hier erzählt die Tochter Mahtob nun von ihrem Leben. Ich war gespannt, wie es ihr ergangen ist, was aus ihr geworden ist und wie sie die schrecklichen Erlebnisse verarbeitet hat.

Sie erinnert sich an ihrer gemeinsame Familienzeit in den USA und die Reise nach Teheran, die ihr Leben so entscheidend veränderte. Das Leben dort war gänzlich anders, eine völlig andere Kultur, dazu die Bombenangriffe durch den Iran und die strengen Vorschriften, die durch die Islamische Revolution eingeführt und überwacht wurden. Für ein Kind auch ohne die drastische Veränderung des Vaters in einen gewalttätigen Despoten sicher traumatisch.

Nach der geglückten Flucht lebte sie einige Zeit unter einem anderen Namen, um einer befürchteten Entführung durch den Vater oder dessen Familie zu entgehen. Die Veröffentlichung des Buches der Mutter machte die Familie berühmt und sorgt auf diese Weise für einen gewissen öffentlichen Schutz. Sie wurde von der Mutter zu vielen offiziellen Veranstaltungen mitgenommen und führte ein privilegiertes Leben. Später erkrankte sie an Lupus, einer Autoimmunerkrankung, die sie in München behandeln ließ. Sie machte den Bachelor in Psychologie und interessierte sich hier besonders für Resilienz, weil sie diese bei sich auch sehr stark sieht.

Kontaktaufnahmen des Vaters hat sie stets verweigert, ihre persischen Wurzeln lebt sie aber nach eigenen Angaben mit typischen Festen.

Mathob ist tief gläubig, was sehr stark in dem Buch mitschwingt, ihr Glaube hat ihr stets Kraft gegeben.

Der erste Teil war aufgrund der Handlung spannend, obwohl dieser Teil bekannt war. Danach erzählt sie sehr selektiv, verschweigt Vieles, bzw. deutet nur an. Das Buch bekommt hier viele Längen, da sie sich sehr um sich selbst dreht, dabei beweihräuchert sie sich und ihre Mutter sehr.


Einiges erschien mir nicht glaubwürdig, u.a: Kinder erinnern i.d.R. nicht so genau so viele frühe Kindheitsbegebenheiten doch Mahtob schildert detaillierte Erlebnisse vor der Reise in den Iran. Dass sie als Fünfjährige, die von der Mutter isoliert und vom Vater bedroht wurde aus dem christlichen Glauben, den sie verheimlichen musste, so immense Kraft schöpfen konnte, erscheint wenig kindlich. Auch dass sie nach der Flucht in den USA soviel Interviews als Acht- und Neunjährige gab ohne von einer Bezugsperson begleitet zu werden, kam mir komisch vor. Sonst wurde sie überbehütet. Dass sie den vielen intensiven Nachfragen nach den Namen der Helfer nicht nachgab, ist wirklich ein Wunder.

Auf mich macht die Autorin keinen gefestigten sicheren Eindruck, sie scheint die Erlebnisse im Iran, aber auch die anschließenden in den USA nicht richtig verarbeitet zu haben. Sie scheint sich Vieles schön zu reden, kreist um sich selbst und ergötzt sich auch an ihrer eigenen Person. Andere Meinungen kann sie nicht gut akzeptieren. Einem Nennonkel, der ihre Situation und ihr Verhalten anders einschätzt und hinterfragt, schneidet sie jahrelang. Als sie ihre Meinung später ändert beschönigt sie wieder alles. Diese Superlative sind in der Wiederholung ohne Handlung am Ende etwas anstrengend.

Dennoch fand ich das Buch im Nachgang schon interessant, es zeigt wie es von einem Elternteil entführten Kindern geht und was sie für Ängste mit sich tragen bzw, verarbeiten müssen. Dass der Glaube eine Stütze und Hilfe sein kann, glaube ich, aber hier schlug es mir sehr ins Extreme um.
Die Einblicke in das Leben im Iran im Krieg aus der Sicht eines Kindes aber auch die Jugendzeit in den USA wurden gut geschildert. Insgesamt dreht sich die Autorin aber zu viel um sich selbst und verrennt sich oft, da sie nach eigenen Angaben Wissenschaftlerin ist, passt dies nicht richtig zueinander.

Aufgrund der genannten Kritikpunkte gibt es von mir nur drei Sterne

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Veröffentlicht am 13.10.2023

Durchwachsen

Helle Tage, dunkle Schuld
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Eva Völlers neuer Roman ist ein Genremix aus historischem Roman, Liebesgeschichte und Krimi. Wie immer erzählt die Autorin ihre Geschichte unterhaltsam, wobei sie die Zeit der Handlung lebendig und authentisch ...

Eva Völlers neuer Roman ist ein Genremix aus historischem Roman, Liebesgeschichte und Krimi. Wie immer erzählt die Autorin ihre Geschichte unterhaltsam, wobei sie die Zeit der Handlung lebendig und authentisch darstellt. Die Nachkriegsjahre in Essen sind schwer für den Großteil der Bevölkerung, zerbombte Häuser, Kälte im Winter und Hunger sind schwer zu ertragen. Der Schwarzmarkt blüht, obwohl er auch viele Gefahren birgt.

Der Inspektor Carl Bruns soll den Tod einer alten Frau aufklären, die vermutlich nicht von allein aus dem Fenster fiel. Im Zuge der Ermittlungsarbeiten trifft er seine erste große Liebe wieder, die schnell wieder auflebt. Anne sorgt sich um ihre Schwestern und den kleinen Neffen, ein Geheimnis belastet die aufkeimende Beziehung zu Carl. Es geschehen weitere Morde und ein Verbrechen der Nazis an einer Gruppe Polen scheint auch eine wichtige Rolle zu spielen.
Der Fall mit seinen Verstrickungen und Wendungen hätte spannend sein können, wenn er nicht aufgrund der anderen zahlreichen Handlungsstränge immer wieder in den Hintergrund getreten wäre. Echte Polizeiarbeit habe ich hier leider vermisst. Carl konnte sich die Zusammenhänge teils denken oder erahnen und diese haben sich letztlich bestätigt.
Die Liebesgeschichte zwischen Carl und Anne, aber auch die der Schwestern haben unnötige Längen geschaffen, ebenso wie die Freundschaft zu seiner Exfrau und einem Nachbarsmädchen.
Besonders gut fand ich die Darstellung der Nachkriegszeit, die Nöte der Menschen wurden greifbar.
Der moralische Konflikt Carls hätte noch deutlicher herausgearbeitet werden können. Aufgrund seiner Vergangenheit lehnt er Naziseilschaften ab, die den falschen Männern den Weg in Amt und Würden ebnen. Für ihn gibt es hier keine Grauzonen, in anderer Hinsicht fälscht er aber Beweise, wie es ihm zupass kommt.
Für mich war dieser Roman einfach zu überladen, es gab zu viel Stränge, so dass die Spannung auf der Strecke blieb. Schade, denn die Person Carl Bruns war interessant und empathisch.

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