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Veröffentlicht am 07.03.2024

Vergeudetes Potenzial

Monster (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 11)
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Hinter einem Marienstock wird die Leiche einer 16-jährigen Schülerin gefunden. Das Mädchen wurde erdrosselt. DNA-Spuren weisen auf einen abgelehnten Asylbewerber hin. Und dann bricht die Hölle los ...

Zum ...

Hinter einem Marienstock wird die Leiche einer 16-jährigen Schülerin gefunden. Das Mädchen wurde erdrosselt. DNA-Spuren weisen auf einen abgelehnten Asylbewerber hin. Und dann bricht die Hölle los ...

Zum elften Mal lässt Neuhaus ihre Ermittler einen Mord untersuchen und ihre Leser damit miträtseln darüber, was mit der jungen Larissa passiert ist. Und dieses Mal geht es hoch her im beschaulichen RKI. Eine neue Kollegin trifft ein, jemand aus dem Team wird getötet, Bodensteins Sessel wackelt und Pias Ehemann hat die Möglichkeit, für ein Jahr nach Namibia zu gehen - natürlich mit Pia. Ach ja, und Pias Mutter leidet unter Demenz und kann nicht länger allein wohnen.

Neben all den kleinen, oder größeren, privaten Problemen nimmt sich der Mordfall als hartnäckig unlösbar heraus. Erst verschwindet der DNA-Träger, mit dem Bodenstein und Pia sprechen wollen, auf mysteriöse Weise, kurz darauf erhält die Mutter des ermordeten Mädchens einen überraschenden Besuch an ihrem Arbeitsplatz.

Während der letzten zwei, drei Romanen hatte ich das Gefühl, die Luft ist raus aus dem RKI. Der neue Plot um Pias Ex, der sich als Krimiautor einen Namen macht, wirkte auf mich abgedroschen, und tut es noch - hatten wir schon, danke. So witzig es gemeint sein könnte und sicherlich ist, es wirkte nicht, zumindest für mich. Bodenstein, dessen zweite Ehe scheiterte, Pia, die statt dessen in ihrem Zoo-Direktor einen Seelenverwandten gefunden zu haben scheint. Ja, Scheidung ist bei Polizei ein Thema, ebenso wie in einigen anderen Berufen, die scheinbar nie einen Feierabend genießen dürfen. Trotzdem wirkte das ganze etwas ... lustlos in den letzten Büchern. Der Plot war vorhersehbar, die Lösung wenig überraschend.

In "Monster" ist es anders, ganz anders. Hier überrascht wirklich, was passiert. Neuhaus scheint neue Inspiration gefunden zu haben, was dem Roman gut tut. Dennoch gerät der eigentliche Mordfall an der jungen Larissa immer und immer mehr ins Hintertreffen, während das Team sich in immer tiefere Abgründe begibt. Zu verständlich, immerhin ist es eine Person aus dem Team, das sich dieses Mal als weiteres Opfer findet. Pandoras Box wird daraufhin geöffnet und der eigentliche Mordfall gerät mehr und mehr ins Hintertreffen. Dabei ist gerade das Neuhaus' Können, die verschiedenen Charaktere der Opfer- und Täterfamilien zu beschreiben und ihnen Leben einzuhauchen. Hier wird angedeutet, dort wieder zurückgepfiffen, und die junge Nachwuchsdetektivin letzten Endes von Bodenstein aus der Trauerfeier herausgezerrt mit dem Hinweis, sie habe sich nicht zum ersten Mal geirrt.

Natürlich möchte ein Krimi-Autor seine Leser auf falsche Fährten schicken, dennoch hätte ich den Pfad, auf dem Sara da war, gern etwas näher beleuchtet gesehen. Statt dessen wird mit keinem Wort erwähnt, woher der plötzliche Stimmungswandel in Larissa gekommen ist. Es wird in den Raum gestellt, zwei Seiten später ist es wieder vergessen, weil der zweite Fall soviel mehr Aufregung und Aufmerksamkeit verdient. Irgendwie kann ich Larissas Eltern verstehen, wenn die die Polizei beschimpfen während der Trauerfeier - möchte ich an der einen oder anderen Stelle auch tun in diesem Roman.

Wo ich gerade so schön in Fahrt bin, als ex-Gerichtsangestellte (Protokollführerin in Strafsachen und Abschiebungen) darf ich zwei Dinge berichtigen: Nicht nur Richter und Staatsanwalt "verkleiden" sich bei einer Gerichtsverhandlung in Deutschland, auch die Protokollkraft trägt eine Robe und üblicherweise (es gibt Ausnahmen) auch der/die Verteidiger. Und als frühere Protokollführerin kann ich ebenfalls behaupten, dass das Herauswinken aus einem Gerichtssaal für den Protokollanten durchaus üblich ist, findet bei jeder Besprechung statt, die nicht im Richterzimmer geführt wird. Hat nix im Protokoll zu suchen, geh ins Büro, ich ruf dich an - oder - warte draußen, dauert nur ein paar Minuten. Aber das nur als kleiner Mangel am Rande.

Was mich dagegen wirklich nervte waren die vielen Fehler. Ich habe mir den Band kurz nach Veröffentlichung gekauft, sprich die 1. Auflage. Von Ullstein bin ich besseres gewohnt und wünschte mir zwischendurch wirklich den ausgestorbenen Beruf des Setzers zurück. Ehrlich, Selfpublisher haben offenbar bessere Programme als ein renommierter Verlag.

Alles in allem ist der Roman spannend, keine Frage. Und der zweite Fall ist soviel größer und bombastischer als die kleine Larissa. Besser als die letzten zwei, drei Bücher der Reihe ist "Monster", keine Frage. Aber schade um das Potenzial, einmal wieder zurückzukehren zu den Wurzeln.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

In der Welt des Morgen

2048: Die Macht des Sturms
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Caitlin ist auf dem Weg zum Sommercamp als ein massiver Sturm den Zug anhalten lässt. Als sie, wie die anderen Insassen, gezwungen sind, die Abteile zu verlassen, trifft die Macht des Sturms sie voll ...

Caitlin ist auf dem Weg zum Sommercamp als ein massiver Sturm den Zug anhalten lässt. Als sie, wie die anderen Insassen, gezwungen sind, die Abteile zu verlassen, trifft die Macht des Sturms sie voll und sie verpasst, zusammen mit vier anderen, die Weiterfahrt. Caitlin weiß es noch nicht, doch an diesem Tag und in diesem Sturm verändert sich ihr Leben, und das der vier anderen Gestrandeten.

Endzeit, oder in diesem Fall eher eine dystropische Darstellung der Zukunft, ist etwas, was mich schon sehr lange fasziniert. Nicht umsonst war ich schnell dabei, als "Die Kinder der Bombe" ausgeschrieben wurden und "Die Expedition" (schamlose Eigenwerbung hier) schrieb sich beinahe von selbst. Ich war neugierig, wie andere ein solches Thema angehen, vor allem die nächste Generation der Schreibenden, also meldete ich mich auf dieses Buch.

Die Welt, wie Christ sie hier beschreibt, ist ... anders als ich es erwartet hatte. Nach den Beschreibungen dachte ich, es wäre sehr viel präsenter, wie sehr die Erde sich in diesen 23 Jahren geändert hat, vor allem auch mit den massiven nuklearen Katastrophen, die die Autorin gleich zu Anfang ihres Werkes stellt. Ich hatte erwartet, dass die Jugendlichen sich ... ja ... naturverbundener verhalten, vor allem, weil angedeutet wurde, dass Smartphones und Internet nicht mehr wirklich viel Bestand haben (oder ich habe das vollkommen falsch verstanden).

In dieser Zukunft ist der Energieverbrauch verstaatlicht worden und jeder bekommt soviel wie die Politik ihnen zugesteht - es sei denn, man gewinnt mittels (vor allem) Solarmodulen noch mehr Strom dazu. Wie geheizt wird, war mir nicht ersichtlich, nur dass man nicht über 19°C heizen darf im Winter. Feuer und Rauchen ist verboten, gefahren wird entweder mit Fahrrädern oder gemieteten selbstfahrenden eAutos, Bussen oder Zügen. Laptops, Tablets oder gar PCs scheint es gar nicht mehr zu geben, dafür aber verfügt jeder wohl über ein Handy in Form eines Smartphone-Nachentwicklung (wenn ich das recht verstanden habe). Aufgrund von massiven Preissteigerungen wird Kleidung vor allem in Second Hand gekauft und Lebensmittel sind nur nach jeweiliger Jahreszeit aus lokalem Anbau verfügbar. Um weitere Energie zu sparen ist zudem nur das Kalt-Duschen erlaubt (womit ich schonmal eindeutig auf Solarzellen für mich setzen würde, denn das habe ich einmal in meinem Leben versucht und bin nicht willens, diesen Versuch jemals zu wiederholen). Auch sind die staatlichen Stromnetze alles andere als stabil - oder werden so beschrieben.

Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht recht, was ich von dieser Welt halten soll. Auf der einen Seite soll soviel Energie wie möglich gespart werden, auf der anderen Seite gibt es Cafes, Restaurants, Shopping Mals und Supermärkte. Aufgrund einer hohen Zuwanderung wurden gewaltige Hochhäuser errichtet und der Wohnraum wird penibel zugeteilt, auf der anderen Seite dürfen keine Wälder mehr abgeholzt werden, aber es entstehen noch immer jede Menge Windparks und Solaranlagen und sogenannte CO2-Wälder (technische Stäbe, die das CO2 aus der Luft ziehen sollen). Ich sollte dazu noch erwähnen, die Handlung spielt in England, also auf einer Insel mit begrenztem Raum. Irgendwie will mir diese Welt nicht so ganz einleuchten.

Warum sollte jemand sein Heimatland hinter sich lassen, wenn die Bezahlung in der sogenannten Dritten Welt der in der Ersten angeglichen ist und es keinen Hunger mehr gibt. Warum gibt es Obdachlose, wenn jedem Wohnraum zur Verfügung steht? Wie kommt es, dass auf einer Insel mit massiver Überbevölkerung und dem staatlichen Verbot, weiter Wälder abzuholzen, aber weiterhin Stonehenge stehen kann und nicht umgeben ist von Häusern?

Nun gut, kommen wir zu den Charakteren. Caitlin ist die Hauptfigur, die durch deren Sicht der Hauptteil der Geschichte erzählt wird. Caitlin kommt einem sympatisch vor. Sie leidet unter ihrem cholerischen Vater (kann ich sehr gut nachvollziehen, meiner war auch cholerisch. Ich weiß, wie sehr das wehtut). Geboren ist sie in Japan, das aber aufgrund von nuklearer Zwischenfälle nun verlassen und verstrahlt ist. Caitlin entdeckt eines Tages während eines Streites mit ihrem Vater, dass ihre Haare sich in Metal verwandeln können, und sie verletzt ihren Vater dabei und flieht anschließend die Wohnung, nur um in Darren hineinzulaufen, einem anderen der Fünf, die gestrandet waren im Sturm. Auch Darren ist verändert. Seine Augen schießen elektrische Blitze und er kann sich schlecht kontrollieren.

Bald findet Caitlin heraus, dass alle fünf über spezielle Kräfte verfügen: die kleine Julia kann mit einem festen Aufstampfen die Erde erbeben lassen, die homosexuelle Ariana kann mit ihrem Arm Feuer schüren und der junge Connor kann seine Hand zum Leuchten bringen. Die fünf ziehen für die nächsten Tage in das Ferienhaus von Arianas Eltern, das nur einen Spaziergang von Stonehenge entfernt liegt.

Die Superkräfte der Fünf sind also alles Einzelheiten eines Blitzes: Licht, Elektrizität, das Plasma kann so hart wie Metall werden, ein Blitz kann die Erde zum Beben bringen und setzt Dinge in Brand. Die Gruppe nennt sich fortan "die strahlenden Fünf" auf Wunsch der kleinen Julia. Doch sie verbindet noch mehr: sie alle haben Schwierigkeiten, entweder mit sich selbst, ihrer Umgebung oder in der Schule. Sie sind Außenseiter.

Außenseiter, die zu Superhelden werden, sind beiweitem nichts neues. Schon Spiderman war nicht gerade der größte in der Klasse, soweit ich weiß, traf das eher auf Superman zu, der wohl allseits beliebt war aber als schüchtern galt. Die Charaktere sind gut gezeichnet, vor allem die beiden jüngeren Julia und Connor. Ariana bleibt leider bis zum Ende des Romans etwas blass, da die Handlung sich vor allem auf Caitlin und Darren konzentriert. Dass zumindest Darren an mehr als nur Freundschaft interessiert ist wird sehr schnell klar. So ganz allerdings verstehe ich die Beziehung der beiden am Ende aber nicht. Haben sie beschlossen, doch nur Freunde zu bleiben oder ist Caitlin hin- und hergerissen, denn ganz uninteressiert an Ariana scheint sie auch nicht zu sein.

Das Problem des Romans ist, dass er nicht der Welt treu bleibt, die beschrieben wird. Was Stromnetz bleibt stabil, auch wenn es immer wieder als überlastet und labil dargestellt wird, bis Christ einen Plottwist einsetzt - und plötzlich gibt es einen Stromausfall. Offenes Feuer ist aufgrund des CO2-Ausstoßes verboten, trotzdem grillen die Jugendlichen mehrfach am offenen Feuer. Internet und Smartphones werden nicht mehr weiter entwickelt, woraus unbedarfte Leser (ich) schlossen, dass sie nur noch selten auftauchen, trotzdem sitzt die Gruppe ganze Nachmittage an ihren Handys und trägt Informationen zusammen. Die Außenluft ist schlecht vertragbar, aber es gibt noch Eichhörnchen und Vögel und die Asthmakranke Ariana rennt einen ganzen Tag herum, ohne ihren Inhaler benutzen zu müssen. Dann aber, plötzlich, nach Tagen an der frischen Luft, verzieht die Gruppe sich plötzlich ins Haus und seine Luftfilter, weil sie die schlechte Luft draußen nicht vertragen. Caitlin und Darren gehen jeden Morgen joggen - ohne Atemgerät oder Maske.

Mit der Gefahr ist es ähnlich. Die Gruppe nimmt Kontakt zu einem Mann auf, der auch über außergewöhnliche Kräfte verfügen soll. Dieser warnt sie dann vor einer unheimlichen Gefahr, was die Kiddies verständlicherweise erst einmal in Panik versetzt. Tage vergehen, die Gefahr wird nicht greifbarer, während die Fünf versuchen sich vorzustellen, wie sie handeln würden, würden sie von dieser Gefahr überwältigt. Und als die Gefahr sich dann endlich zeigt ... sagen wir, ich habe schon kreativere Folter gelesen als diese hier. Sagen wir, da Wasser doch wohl ebenfalls zu den raren Ressourcen gehört, wäre Waterboarding umweltfreundlicher gewesen als jemand eimerweise zu übergießen. Zumal das Wasser offensichtlich noch erhitzt gewesen ist, was zusätzlich eine Umweltsünde mit sich bringt. Wir können uns jetzt über die Verletzungen streiten. Die alte Physikerin in mir ist mit dem Ergebnis des Romans nicht ganz zufrieden.

Mit einem hatte Christ mich quasi von Anfang an auf die falsche Spur geführt: dem Hintergrund dieser Klimakonferenz, auf die sich Connors Vater vorbereitet. Ich dachte wirklich den ganzen Roman hindurch, dass das die Aufgabe der Fünf werden würde und nicht, Connor zu helfen, nicht mehr gemobbt zu werden.

Was mich persönlich ebenfalls immer wieder aus dem Lesefluss riss war die kreative Worteinbindung der Autorin. Wie so oft, auch hier lege ich das gute alte Synonymlexikon (neben einem, das die Begriffe erklärt) nahe. Ich war in der Danksagung wirklich überrascht, dass es offensichtlich ein Lektorat gegeben hat, jedenfalls wurde sich bei einem Lektor bedankt. Wie auch immer, derjenige hat in meinen Augen sein Geld alles andere als verdient. Ich denke da nur an die zwei Schlafräume, die in eine Esszimmer führen. Im Haus gibt es offensichtlich keine Küche, trotzdem kocht Julia in einer - bei den Nachbarn vielleicht?

Alles in allem ein eher durchschnittlicher Roman. Sicherlich wird er seine Fans bekommen, die dann auch vermutlich auf Teil 2 harren. Ich gehöre leider nicht dazu.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Zu viele Details

Der Aufstieg Thions
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Das Multiniversum Yi wurde von Göttern erschaffen. In diesem Multiversum existiert der blau-grüne Planet namens Ithrum. Und auf diesem Planeten lebt ein Mann namens Thion. Ein Krieger, ein ehemaliger ...

Das Multiniversum Yi wurde von Göttern erschaffen. In diesem Multiversum existiert der blau-grüne Planet namens Ithrum. Und auf diesem Planeten lebt ein Mann namens Thion. Ein Krieger, ein ehemaliger Paladin, dem die Pflicht durch und durch geht. Als er mit einer wichtigen Botschaft unterwegs ist, wird er von seinen Gefährten getrennt durch den Kampf gegen Symgymlion. Nach diesem Kampf beginnt seine wahre Odyssee ...

Als ich damals vor langer, langer Zeit entschied, dass ich Geschichten schreiben wollte, ging es mir eben darum: Geschichten erzählen. Erzählen von den Helden und Schurken, was mit ihnen passiert und wie. In fremde Welten eintauchen und sie entdecken. Nie ging es mir darum, besonders wortgewandt zu sein oder sprachliche Kunst in einen Text zu setzen.

Es ist nichts falsches daran, andere zu imitieren. Ich kenne einige wahre Meister darin, u.a. den von mir vielgelobten Markus K. Korb, der es wie kein anderer versteht, Poes Stimme wieder auferstehen zu lassen in senen Geschichten. Und imitiert haben alle Autoren irgendwann einmal, und sei es nur ganz zu Beginn ihres schreiberischen Lebens. Da war dieses eine Werk, diese eine Geschichte oder dieser eine Roman, der einfach perfekt war. Nein, ich rede nicht von Fanfiktion, ich rede davon, diese anderen Autoren zu imitieren, sie nachzumachen. Wie gesagt, daran ist nichts schlechtes, jeder, den ich kenne, hat so begonnen. Das besondere ist, die eigene Stimme zu finden, den eigenen Stil zu entwickeln - aus dem, was man vorher imitiert hat heraus.

Natürlich schwankt so eine Stimme je nachdem, was man schreibt. Meine Wortwahl in "Die Expedition" (ich weiß, schamlose Eigenwerbung) ist eine komplett andere als die, die ich im Moment für den Fantasy-Roman benutze. Warum? Weil es zwei unterschiedliche Themen sind, zwei unterschiedliche Welten und andere Charaktere.

Wie ich schon oft geschrieben habe, wer schreiben will, der sollte auch viel lesen. Zum einen, um den "Tank" aufzufüllen, zum anderen aber auch zur Erholung und dazu, sich selbst weiterzubilden. Ich habe in meinem Leben viele, tausende Bücher gelesen und werde hoffentlich noch weitere tausende lesen bis zu meinem Ende (zumindest meine Büchersammlung versucht mich davon zu überzeugen). Was ich gelesen habe? So ziemlich alles vom "Gilgamesh-Epos", über Homers "Ilias" und "Odyssee" bis hin zu modernen Klassikern wie Tolkiens "Der kleine Hobbit" und "Der Herr der Ringe" oder Robin Hobbs' "Weitseher"-Zyklus oder Robert Jordans "Das Rad der Zeit". Ich lese fast alle Genres von Krimi bis Science Fiction, wie man ja auch in diesem Blog sieht. Und in vielen Büchern finde ich noch immer Dinge, die ich dann versuche, in meine eigene Schreibe einzuarbeiten.

Warum ich hier soviel über mich selbst schreibe? Die Antwort kommt, sie fängt jetzt an.

Das größte Problem, was ich mit Thion hatte war schlicht die Wortwahl. Wie Fleischhauer selbst schrieb ging es ihm weniger um das Erzählen als vielmehr um die sprachliche Kunst. Dass man von Anfang an an Werke wie die "Odyssee" erinnert wird, ist also geplant. Die Sache ist die: Imitation will gelernt sein. Und der Vergleich ist ein schlechter an dieser Stelle. Etwas wie Homers Werke zu imitieren ohne über den Wortschatz zu verfügen kann nicht gelingen. So kommt es immer wieder zu eigenartigen Vergleichen, die so gar nicht passen wollen in der altertümlichen Sprachsetzung, und Wortwiederholungen. Oh, die Wortwiederholungen! Eine der ersten Regeln, die ich in der Grundschule lernte, war es, Wortwiederholungen zu vermeiden, es sei denn, ich wollte eine Aussage verstärken. Aber diese hier, viele davon wären mit einem einfachen Griff zum Synonym-Lexikon vermieden worden.

Der nächste Punkt sind die Charakter, vor allem Thion. Er ist der Held, derjenige, dem man durch das Buch folgt. Er sollte wachsen und sympatisch werden an irgendeiner Stelle. Dass er zwischen Ordnung und Chaos balanciert, das hat der Leser schnell heraus. Dass es etwas mit dem zu tun hat, was er bei Synkymlion findet, wird ebenfalls klar. Doch Thion bewegt sich nicht. Er wächst nicht, sondern bleibt gleich. Seine "Opferbereitschaft" MUSS am Ende eingefordert werden, er selbst denkt entweder nicht daran oder er will nicht. Es ist keine Bewegung in dem Charakter selbst. Er hinterfragt nicht, er erschreckt nicht darüber, was mit ihm passiert. Er handelt, teils angetrieben, zwar moralisch konform, aber das wirkt alles sehr steif.

Den anderen Charakteren ergeht es nicht viel besser: Bitor hat einen kurzen Moment, in dem etwas in ihm aufblitzt, ehe er wieder zum Sidekick verkommt, seine Ehefrau Fanyr ist die archetypische Hausfrau und Mutter (abgesehen von der Tatsache, dass die Autoren sich nicht einigen können, wie viele Kinder da eigentlich herumspringen), der aber ein kriegerischer Instinkt bescheinigt wird. Von dem konnte ich allerdings nicht einmal einen Funken finden. Die Zauberin Pextagonia bleibt sogar noch blasser.

Dazu kommt, dass es meiner Ansicht nach Ungereimtheiten gibt, was die Ursache für die Handlung generell betrifft. Ja, der Gott/Göttin des Chaos Oth säte die Samen und kreierte die "intelligenten" Lebewesen. Aber schon im Prolog bleibt der Leser ratlos zurück (zumindest ich tat das), als eine vorgeschlagene Allianz nicht einmal einen Keim erlebt im Angesicht von Gefahr, weil kein Stamm dem anderen traut. Warum keiner dem anderen traut wird nicht erwähnt, und auch aus dem Codex konnte ich mir keinen anderen Grund zusammenreimen, als dass es Oths Schuld war, weil er/sie Dunkelheit in die Seelen säte. Aber selbst Misstrauen sollte irgendeinen Ursprung haben, und sei der noch so weit hergeholt.

Ich gebe zu, die Autoren haben eine Menge Arbeit in ihr Werk gesteckt und nicht nur versucht, eine Welt zu schaffen, aber Abermillionen. Nur war das vielleicht ein bisschen zuviel. Soweit ich das einsehen konnte, spielt zumindest die Handlung der geplanten Trilogie, deren Auftakt dieses Buch darstellt, auf einem Planeten. Möglicherweise kommt da noch mehr, ich weiß es nicht. Wie gesagt, es ist eine Menge Hintergrundmaterial vorhanden, in dem einiges an Arbeit und Zeit steckt. Die Frage ist da eher, hätte man die Zeit nicht sinnvoller nutzen können in Charakterentwicklung und erst einmal der Festlegung nach Hintergründen. Chaos allein ist zumindest mir nicht genug und hinterlässt nur ein riesiges Fragezeichen in meinem Kopf.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an den ungewöhnlichen Stil, zugegeben. Dass oder die Autoren wurden flüssiger darin, ihn zu verwenden. Wo mir dann wieder die Frage kommt, ob der Roman überhaupt jemals beta-gelesen wurde oder ob es ein Lektorat gab. Irgendwie drängt sich mir da eine andere Vermutung auf, aber ich möchte keine Gerüchte in die Welt setzen.

Es ist schade, wie viel Potenzial dieser Roman verschenkt. Und ich rede jetzt nicht vom Stil, sondern davon, die Idee besser umzusetzen, ein klares Motiv zu schaffen. Wenn wir bei Tolkien sind: Motiv im "kleinen Hobbit" war das Abenteuer, Motiv im "Herrn der Ringe" war klar der Ring und was er anrichten konnte. Tolkien arbeitete den Großteil seines Lebens an der Erschaffung und Gestaltung Mittelerdes und der dort gesprochenen Sprachen. Er war Professor für Literatur und Sprachen in seinem Hauptberuf. Insofern liegt die Entwicklung nicht zu weit fort von dem, was er ohnehin tat, um sein Geld zu verdienen.

Ich will diesen Roman damit nicht verreißen, er wird sicherlich seine Fans finden, diejenigen, die ihn mögen und es kaum erwarten können, die anderen Bücher der Reihe in die Hand zu bekommen. Nur leider gehöre ich selbst nicht dazu. Es wurde zu viel auf unnötige Details geachtet und zu wenig auf die Handlung. Das ist schade, denn im großen gesehen könnte "Der Aufstieg Thions" sicherlich ein solider Roman sein - wenn auch nicht für mich.

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Veröffentlicht am 14.11.2023

Damals nach dem Krieg

Die Legende der Götter
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Während der Hochzeitsfeierlichkeiten der Prinzessin wird die Stadt Sueben angegriffen und in Schutt und Asche gelegt. Ein unbekannter Feind zieht weiter durch das Reich Lindao und hinterlässt eine Spur ...

Während der Hochzeitsfeierlichkeiten der Prinzessin wird die Stadt Sueben angegriffen und in Schutt und Asche gelegt. Ein unbekannter Feind zieht weiter durch das Reich Lindao und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Und selbst als diese unbekannte Armee sich zurückzieht, bleibt das Reich im Chaos versunken: Der König ist in seiner Burg verschwunden und scheint sich nicht darum zu kümmern, was mit den einfachen Bürgern passiert. Diese hungern und werden von marodierenden Truppen getötet, weitere Städte verbrannt. Da kommt Ole der Gedanke, den Schiffsbau zu erlernen und Fischer zu werden, um seine Wahlheimat mit den nötigen Lebensmitteln für das Überleben zu versorgen ... Die Welt, die Modd hier schildert, ist durchaus komplex und eine der besseren, wenn es um Weltenbau geht. Das Reich Lindao, in dem die Geschichte spielt, ist unterteilt in verschiedene Bereiche eines vermutlich größeren Erdteils, zu dem noch mindestens ein anderes Reich zählt. Ein drittes dagegen liegt weit entfernt im Ozean, ist aber mit Lindao verbńndet. Dieses spielt über lange Zeit in der Handlung keine Rolle, bis sich eine Gesandte von dort zeigt und den König aufklärt über das wahre Geschehen in seinem Land. Interessant finde ich das Götterkonzept, das hier Anwendung findet. Vier Elemente, vier Götter, wobei drei sich gegen den vierten gestellt und ihn verbannt haben. Nun aber, in Zeiten der Not, haben die Menschen Lindaos keinen Glauben mehr. Sie sind von den Göttern abgefallen, die dies scheinbar auch klaglos hinnehmen. Magiebegabte sind in diesem Konzept übrigens von den Göttern Erwählte, die die jeweilige Kraft als besonders starke Gabe maniüulieren können. Die Handlung ist aufgeteilt in verschiedene Erzähler und deren Sicht - oder doch zumindest meist. Einige Brüche und Charaktersprünge sind leider vorhanden. Man sollte als Leser also sehr aufmerksam sein, was sich nicht immer als einfach erweist. Damit kommen wir dann zu einem der größten Mankos des Romans: Er ist sehr langatmig. Handlungen werden immer und immer wieder beschrieben aus verschiedener Sicht, je nachdem welcher Protag gerade die Erzählebene inne hat. Man hat das Gefühl, statt voran- immer wieder zurückzugehen, weil Seiten und Seiten immer wieder das gleiche erzählt wird. Für mich vollkommen an den Haaren herbeigezogen ist allerdings der vollkommen abgehende Überlebenswillen der Bevölkerung. Oh, wir haben Angst, dass Räuber uns überfallen, also verhungern wir lieber in unserer Stadt/unserem Dorf, das dann aber auch von marodierenden Kriegern geplündert wird. Das ist schlichtweg gegen die menschliche Natur. Es gibt keine Massen-Depression, die plötzlich 90 % einer überlebenden Bevölkerung erwischt. Nach Kriegen, wenn die Nahrung knapp und das Leben unsicher ist, hat die Menschheit sich als äußerst kreativ erwiesen, wenn es darum geht zu überleben. Da scheint dieser irrwitzige Mangel an Eigeninitiave vollkommen unglaubwürdig. Zweifel an den Göttern, ja, Zweifel am eigenen Glauben, JA! Aber sich einfach hinlegen und verhungern? NEIN! Verhungern ist ein sehr schmerzhafter Tod, bei dem der Körper sich selbst kannibalisiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die breite Masse einen solchen Tod sterben möchte. Dann besser bis zum Winter überleben irgendwie und sich in den Schnee setzen, um zu sterben. Zudem besteht die menschliche Nahrung nicht nur aus Fleisch und/oder Fisch, sondern auch aus Pflanzen und Gemüsen. Ja, die Felder sind niedergebrannt, aber es wachsen durchaus noch Wildkräuter, Pilze, Früchte, etc. Scheinbar hat plötzlich jeder Amnesie und der Weizen und die Kartoffeln sind das einzige, was noch vor dem Hungertod retten kann ... lassen wir das jetzt besser. Auf der positiven Seite kann Modd durchaus auch einen verwobenen Handlungspfad zur Zufriedenheit auflösen. Lange Zeit rätselte ich über die Identität des Mannes mit dem Ring, und die Auflösung konnte mich tatsächlich erstaunen. Damit hatte ich nicht gerechnet, da diese Figur scheinbar die ganze Zeit in der Hauptstadt anwesend war. Auch viel der Actionszenen waren gut geschrieben (wie immer, ich gucke auf so etwas). Der Schlachtverlauf am Höhepunkt allerdings hatte einige Schwächen, die ich zum Großteil entschuldbar finde (wer macht sich schon die Mühe, wahre Schlachtpläne zu studieren, es sei denn, es ist ein Hobby oder gar der Beruf?). Wo Modd mich allerdings komplett verlor, war dieser irrige Wahn, den König zu ermorden. Abdanken, ins Exil gehen, okay. Aber ehrlich gesagt habe ich bis jetzt nicht verstanden, warum es so wichtig war, ihn zu töten (abgesehen von der großen Intrige meine ich hier, die habe ich durchaus verstanden). Es wird ständig behauptet, er sei ein schwacher König, nur um im selben Wortlaut nur einige Zeilen weiter dann klar zu stellen, was für ein großer König er doch vor dem Krieg gewesen sei. Das ließ mich etwas ratlos zurück, aber vielleicht billige ich dem Normalbürger auch zu viel Intelligenz zu. ich meine, wir reden hier von einer suizidalen Masse ... So gut am Ende die Auflösung war, so unglaubwürdig war sie auch. Im vorletzten Kapitel schnauzt der König selbst seine Untergebenen an mit dem Hinweis, ob er denn nicht in den Krieg geritten sei und gekämpft habe. Ob er nicht Schlachten gewonnen und Freunde und Verwandte verloren habe im Krieg. Ein Kapitel weiter findet dann die große Enthüllung statt und ich saß, ehrlich gesagt, einmal mehr ratlos über dem Buch und fragte mich, ob ich jetzt an einer Form der Amnesie leiden würde oder der König unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung. Die Auflösung war gut, keine Frage, und ich applaudiere Modd auch dafür. Aber im Hinblick auf das vorhergehende Kapitel stimmt da was nicht. Alles in allem ein guter Roman, der besser sein könnte als er im Moment ist. Wer verschlungene Handlungsstränge mag und verwirrende Intrigen, der ist hier bestens aufgehoben. In meinen Augen allerdings fehlt das letzte Quentchen und eine grundsätzliche Überarbeitung, um das Buch wirklich gut zu machen.

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Veröffentlicht am 08.11.2023

Blau und Grün

Sturmsucherin
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Cerala sollte glücklich sein, immerhin ist sie die Thronerbin. Doch so einfach ist das alles nicht. Cerala lebt in einem streng patriachischem Land, nicht sie wird eines Tages die Geschicke des Reiches ...

Cerala sollte glücklich sein, immerhin ist sie die Thronerbin. Doch so einfach ist das alles nicht. Cerala lebt in einem streng patriachischem Land, nicht sie wird eines Tages die Geschicke des Reiches führen, sondern ihr zukünftiger Ehemann. Und gerade als sie dabei ist, sich in den bedächtigen Souzouke zu verlieben, erklärt ihr Vater öffentlich, dass sie den Kronprinzen des Nachbarstaates ehelichen soll - in den ihre jüngere Schwester unsterblich verliebt ist. Als dann auch noch Krieg ausbricht, ist in Ceralas Welt nichts mehr, wie es scheint ...

Ich wuchs noch in einer Zeit auf, in der Fantasy an sich als ein Untergenre der Phantastik gehandelt wurde und es nicht noch diverse Unterkategorien gab, in die das und das Werk hineingestopft werden konnte (okay, zu der Zeit gehörten Werwölfe und Vampire auch noch in das Horror-Schubfach und durften selten bis gar nicht in der Fantasy wildern, erst recht nicht mit ihren eigenen Untergenres). Viel hat sich geändert in den letzten vierzig Jahren ...

Der Roman ist nicht schlecht geschrieben, beileibe nicht. Aber der Stil wirkt sehr langatmig durch die zahlreichen Ausschmückungen und überflutenden Beschreibungen. Noch nicht zu lange her, dass ich genau das Gegenteil schrieb, gelle? Hier wirken die Bilder überdeutlich beschrieben, man rückt dem Bild nicht nur mit der Lupe, sondern teilweise mit dem Mikroskop zu Leibe. Das wirkt auf Dauer etwas ermüdend für mich als Leser.

Ich bin ein Freund innerer Monologe, ich schreibe sie gern, kann ich auf diese Weise meine Figuren besser verstehen und ändere dadurch vielleicht einen Handlungsstrang, weil es ihnen sonst zu viel werden könnte. Innerer Monolog für den Autor ist gut. In diesem Roman habe ich gelernt, er ist nicht immer gut für den Leser. Ceralas ständiges Selbstmitleid und -vorwürfe gingen mit mit der Zeit auf die Nerven und ich hätte sie am liebsten in die Wirklichkeit geschüttelt.

Überhaupt ... es war irgendwie eigenartig, dass alle, allen voran Cerala selbst, ihr Egoismus und Verzogenheit vorwarfen, es aber im Roman nicht einmal ansatzweise gezeigt wurde. Im Gegenteil dachte ich nach dem ersten Kapitel an etwas, was man in der Fanfiction eine "Mary Sue" nennt. Cerala kam zu intelligent, zu mitfühlend, zu aufsässig, zu perfekt rüber. Als Leser war ich wirklich froh, als dann Souzouke auftauchte, dessen Gedankengängen ich eher folgen konnte und die gradliniger waren. Allerdings blieb es bis zum Ende bei einer gewissen Abneigung Cerala gegenüber, gerade nachdem sie ihre besondere Gabe entdeckt. Ja, auch zu viele Anläufe können wieder zur Mary Sue führen, sorry.

Den Namen nach zu schließen war ich verwirrt, denn die meisten schienen mir mehr aus dem asiatischen Raum zu stammen. Was nicht schlimm wäre, allerdings spielt der Roman für mich in einer Welt, die nichts asiatisches hat, sondern eher die typische Mittelalterwelt ist. Kein Fehler der Autorin hier, keine Frage. Es war nur eben verwirrend, da viele der Namen so oder doch sehr ähnlich tatsächlich gerade im japanischen Raum vorkommen.

Was die Handlung angeht ... Sagen wir, in der Einleitung habe ich schon das halbe Buch erzählt. Über dreihundert Seiten innere Monologe und überbordernde Beschreibungen für eine Handlung, die vielleicht knapp die Hälfte der Seiten benötigt hätte. Das rechnet sich nicht wirklich.

Die meisten Figuren bleiben sehr blass und wirken eindimensional und wie Stereotypen. Leider fällt da auch der gute Souzouke drunter, der als der erdende Loveinterest leider auch kaum etwas anderes bleibt, taucht er auch kaum auf später (logisch, es herrscht Krieg und er ist an der Front), sondern wird zusammengeknautscht zu einigen Briefen, die dann aber auch so abgefasst werden, dass sie jeder geschrieben haben könnte - eine Finte, auf die Cerala auch prompt hereinfällt.

Wer Romantasy mag mit mit sich selbst ringenden Charakteren und blumigen Beschreibungen, der mag sich hier richtig gut angekommen fühlen. Der Roman hat Potenzial, keine Frage. Schlecht geschrieben ist er nicht. Wer Romane wie von Jane Austin mag, der wird diesen sicher sogar lieben.

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