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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2023

Toll!

Solartopia – Am Anfang der Welt
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Victoria Hume war mir bislang aus anderen Kontexten bekannt. Ihr Debütroman ist der Auftakt zu einer feinen Reihe für Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene. Sehr ökologisch, mit Geheimnissen, nur ...

Victoria Hume war mir bislang aus anderen Kontexten bekannt. Ihr Debütroman ist der Auftakt zu einer feinen Reihe für Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene. Sehr ökologisch, mit Geheimnissen, nur noch wenigen Menschen, weil das Überlegen wegen giftigen Smogs schwierig geworden ist.
Dabei ist es keine Dystopie, die erzählt wird, sondern ein Zukunftsroman mit gutem Blick nach vorne. Es kann nur besser werden mit Sonnenenergie, Pflanzen und einigem mehr! Spannend erzählt, lockerer Schreibstil und so, dass man dran bleiben möchte. Das Ganze endet mit einem gewaltigen Cliffhanger. Bin gespannt auf den zweiten Band!

Veröffentlicht am 31.10.2023

Verzwickt - guter Auftakt!

Wasserfallsturz
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Franzi war jahrelang Ermittlerin beim Landeskriminalamt in Wien bevor sie sich von ihrem Mann und Kollegen scheiden ließ und samt ihrer beiden Kinder in das Heimatdorf zog. Um als Polizistin dort zu arbeiten. ...

Franzi war jahrelang Ermittlerin beim Landeskriminalamt in Wien bevor sie sich von ihrem Mann und Kollegen scheiden ließ und samt ihrer beiden Kinder in das Heimatdorf zog. Um als Polizistin dort zu arbeiten. Dort angekommen, ist vieles beim Alten und manches ganz anders. Und ein neuer Fall bereitet ihr und ihrem Kollegen Kopfzerbrechen.

Etwas oder jemand Blutdürstiges war unterwegs und tötete viele Schafe. Kein Wolf. Und dabei bleibt es nicht. Zwar wird in diesem Buch nicht gemördert, aber es ist dennoch zum Miträtseln angelegt und spannend. Franzis Vater, ein neureicher Piefke und eine anscheinend vom Wasserfall gefallene Lehrerin – wie hängen diese Leute und diese komischen Ereignisse miteinander zusammen?
Manches wird den Lesern eher klar als den Ermittlern. Aber manches ist nicht so einfach, wie es den Anschein hat. Und manches hat sich dann doch etwas anders zugetragen als vorher gedacht. Verzwickt, mit der Vergangenheit verbunden und ziemlich verknotet das Ganze.

Ich hoffe sehr, dass dies der Auftakt zu einer neuen Serie ist. Denn die Geschichten und Fälle im Roman sind sehr verschachtelt und werden am Ende hervorragend aufgedröselt. Dazu lernt man Franzi, ihre Kinder und ihren Jugendschwarm Max kennen und einschätzen. Alles spielt sich im Dorf und der näheren Umgebung ab. Ein locker-flockiger Schreibstil gepaart mit Finesse, perfekt gesetzten Spannungsbögen und amüsanten Pausen. Schmöker!

Veröffentlicht am 27.10.2023

Episoden - Lesenswert!

Gute Nacht, Tokio
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Yoshida bringt Episoden ins Buch, die fast alle nur gemeinsam zu haben scheinen, dass sie mit Matsui nachts unterwegs sind und sich von A nach B bringen lassen, Er gibt Einblicke in unterschiedliche Lebensarten ...

Yoshida bringt Episoden ins Buch, die fast alle nur gemeinsam zu haben scheinen, dass sie mit Matsui nachts unterwegs sind und sich von A nach B bringen lassen, Er gibt Einblicke in unterschiedliche Lebensarten und -stile. Die Requisiteurin, die für eine Filmgesellschaft unterwegs ist und bis morgens merkwürdige Sachen auftreiben muss. Dabei lernt sie eine Obstdiebin kennen, die für die Telefonseelsorge arbeitet. Ein Detektiv, der die alten Filme seines Vaters anguckt, um ihn anders kennenzulernen. Und noch mehr Personen, die für einige Minuten immer mal wieder ihre Träume und Wünsche offenbaren. Deren Wege sich in Tokio nachts kreuzen und die mehr miteinander gemeinsam haben als man denkt oder erwartet. Jede Geschichte für sich ist irgendwie skurril und doch anheimelnd. Dabei ist der Schreibstil etwas abgehackt, aber immer findet man schnell wieder in die nächste Episode hinein. Sehr lesenswert!


Veröffentlicht am 27.10.2023

Friedrichstadt erleben

Die Weihnachtsliste
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Ben lebt noch in Amsterdam und wird bald nach Singapur ziehen, für seine Firma. Doch dann erhält er einen Brief vom Notar seines kürzlich verstorbenen Onkels und leiht sich den Ferrari seines Kollegen,

um ...

Ben lebt noch in Amsterdam und wird bald nach Singapur ziehen, für seine Firma. Doch dann erhält er einen Brief vom Notar seines kürzlich verstorbenen Onkels und leiht sich den Ferrari seines Kollegen,

um nach Friedrichstadt zu brausen. Das Erbe wird er selbstredend ablehnen! Doch, es kommt – man ahnt es, anders. Denn der Onkel hatte nicht nur einen bezaubernden Spielzeugladen und spezielle Arrangements, die Friedrichstädter warten darauf, dass er dessen weihnachtlichen Verpflichtungen nachkommt. Von denen Ben nichts ahnt, denn die Beziehung zu seinem Onkel ließ er einschlafen.
Es ist ein Weihnachtsroman, leicht seicht, sehr warm und wunderbar. Die Schreibe von Mommsen ist flüssig, sie zieht von der ersten Seite in den Roman hinein. Sehr interessant fand ich die Beschreibungen des Eislaufens auf den Grachten und das es statt Hausnummern Symbole für jedes Haus der Altstadt gibt. Die Geschichte ist in sich rund und wartet immer mal wieder mit kleinen Überraschungen auf. Für Ben, aber auch für Leser:innen.

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Veröffentlicht am 27.10.2023

Zwischen Ibbenbüren und Osnabrück

Gut Friesenhain - Zwischen Traum und Freiheit
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Der Roman ist im Prinzip eine Art Familien-Pferde-Roman für Erwachsene 🙂 Vieles dreht sich um die Zucht und das Reiten von Friesen und Hannoveranern für den Eigenbedarf und das Dragonerregiment in Oldenburg.

Der ...

Der Roman ist im Prinzip eine Art Familien-Pferde-Roman für Erwachsene 🙂 Vieles dreht sich um die Zucht und das Reiten von Friesen und Hannoveranern für den Eigenbedarf und das Dragonerregiment in Oldenburg.

Der verträumte Erstgeborene liest gerne und hat insgeheim Angst vor Pferden, wird jedoch das Gestüt erben. Clara ist seine jüngere Schwester, akribisch von klein auf interessiert an allem das Gestüt und die Tiere betreffende. Sie würde gerne alles einmal führen und weiß, dass es ihr verwehrt werden wird. Aber sie bekommt eventuell eine andere Chance. In diesem ersten Band dreht es sich vornehmlich um die Älteste, Louise. Sie ist ungestüm, macht, was sie will und setzt letztendlich ihren Kopf durch. Dies jedoch nie, wenn andere zu Schaden kommen könnten. Das Ganze spielt sich in der Nähe von Ibbenbüren kurz vor der vorletzten Jahrhundertwende ab. Dampfmaschinen sind erfunden, es gibt eine Zugverbindung von Hannover nach Osnabrück, die Soziale Arbeiterpartei hat sich gegründet. All dies bekommt man so nebenbei mit und Louise steckt ihre Nase wissbegierig überall hinein. Und nimmt Lesende mit.

Man bekommt viel mit. Sowohl von der Art der Erziehung von Pferden, Hunden und Kindern als auch vom Umgang untereinander. Louise soll heiraten, jemanden aus der mütterlichen, niederländischen Linie der Gräfin. Es gibt mehrere „Aber“ und manche davon sind sehr berechtigt.

Eine gefällige Schreibweise, die Gegebenheiten vor Ort könnten ein bisschen besser beschrieben und recherchiert sein. Auch wäre es interessant zu erfahren, wo sich die Frauenbewegung in Osnabrück traf (ich lebe in der Stadt an der Hase) und so ein wenig mehr vom Ibbenbürener Leben um die Zeit zu erfahren. Dies jedoch ist ziemlich oberflächlich beschrieben. Es ist eine wunderbare historische Familiengeschichte mit einem guten Anteil „Pferd“ und ich freue mich tatsächlich auf den zweiten Band! Es ist ein idealer Schmöker.

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