Langatmig
Die VerborgenenDie Hoffmanns scheinen alles im Leben richtig gemacht zu haben: ein Haus an der Küste, gute Jobs, eine wunderbare 17-jährige Tochter.
Doch da ist jemand, der weiß, dass hinter der perfekten Fassade Geheimnisse ...
Die Hoffmanns scheinen alles im Leben richtig gemacht zu haben: ein Haus an der Küste, gute Jobs, eine wunderbare 17-jährige Tochter.
Doch da ist jemand, der weiß, dass hinter der perfekten Fassade Geheimnisse lauern. Geheimnisse, die gelüftet werden sollen.
Und dieser Jemand nistet sich im Haus der Hoffmanns ein; isst und trinkt von deren Vorräten, durchsucht ihre Sachen, sät Zwist zwischen den Eheleuten …
Linus Geschke widmet sich in seinem Thriller “Die Verborgenen” einem Thema, das ich bisher nicht kannte, welches aber viel Grusel-Potential bietet: Phrogging. Menschen, die heimlich in fremden Häusern leben. Leider wurde dieses Potential meiner Meinung nach verspielt.
Auf den knapp 400 Seiten kommt kaum Spannung auf, die Story plätschert vor sich hin und der Schreibstil packt einen einfach nicht.
Auch die Charaktere sind nicht wirklich nahbar, zu keinem einzigen baut man eine Beziehung auf oder empfindet Empathie. Besonders unangenehm fand ich die Kapitel aus der Sicht der Tochter, ihre Jugendsprache liest sich absolut aufgesetzt und gekünstelt. Ganz gut gelungen hingegen sind die Kapitel aus der Sicht des Phroggers, welche ungewöhnlicherweise in der zweiten Person Singular geschrieben sind (“Du”).
Selbst der große Showdown zum Schluss birgt keine große Spannung und das Ende überzeugt nicht.
Laut Nachwort möchte der Autor mit seinem Werk darauf hinweisen, dass hinter jeder schönen Fassade eine Seite steckt, die man der Öffentlichkeit nicht zeigt. Dafür wurden die Familiengeheimnisse aber zu früh aufgedeckt und sind nicht erschreckend oder brisant. Und für einen Thriller reichen sie schon gar nicht.
Zwei Sterne gebe ich dem Buch wegen des interessanten Themas, der Rest konnte mich nicht überzeugen. ⭐️2/5⭐️