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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2025

Unkonventionell!

Gamsalp
1

Gemeinsam mit dem Verlag emons: hat der Autor für Spannungsliteratur Christian Gauer den Regionalkrimi Gamsalp herausgebracht. Das Cover und der Titel passen gut zur Geschichte. Dies ist mein erster Krimi ...

Gemeinsam mit dem Verlag emons: hat der Autor für Spannungsliteratur Christian Gauer den Regionalkrimi Gamsalp herausgebracht. Das Cover und der Titel passen gut zur Geschichte. Dies ist mein erster Krimi mit dem Autor.
Der Privatermittler Elwood leidet unter dem Tod seiner Hündin Viva. Er geht auf eine Wanderung durch das Toggenburg und trifft auf eine Gruppe zwielichtiger Gestalten. Unfreiwillig muss er eine Nacht bei Ihnen verbringen. Dann trifft er auf Bänziger von der Kripo St. Gallen, der ihn um Unterstützung bittet. Es wurde ein Toter entdeckt und es gibt Zweifel, ob es ein Unglücksfall oder ein Mord gewesen ist. Elwood startet mit seinen Ermittlungen und trifft schnell wieder auf seine Peiniger…
Man sieht sich immer zweimal. Mit diesem Satz bin ich aufgewachsen und mit diesen Satz habe ich im Kopf, während ich an der Seite von Elwood durch das Toggenburg streife. Sehr gut gelungen ist es dem Autor, die Landschaft und die Atmosphäre einzufangen. Mir ist beim Lesen oft unheimlich zumute. Intensiv und einfühlsam beschreibt er Elwoods Gefühlsleben. Der Tod seiner Hündin setzt ihm zu und die Erlebnisse mit der Gruppe tragen ihren Teil dazu bei, dass es ihm nicht besser geht. Detailreich und offen zugleich beschreibt Christian Gauer die zusammengewürfelte Truppe, die ich auf keinen Fall bei einer Wanderung treffen möchte.
Nicht so einfach ist der Schreibstil des Autors für mich und so hat es drei Anläufe und einige Seiten gebraucht, bis ich mich eingelesen hatte. Dann ging es gut und gegen habe ich meinen Gefallen an der wenig konventionellen Erzählweise gefunden.
Der eigentliche Kriminalfall ist sauber gelöst, meine Fragen sind beantwortet. Leider finden die Ermittlungen eher im Hintergrund statt, hier hätte ich mir mehr Konzentration auf den Fall gewünscht.
Alles in allem hat Christian Gauer mit Gamsalp einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der für die Leser geeignet ist, die Sinn für eine unkonventionelle Erzählweise, einen unkonventionellen Ermittler und unkonventionelle Persönlichkeiten haben. Von mir bekommt der Autor 3 Lesesterne.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Mörderischer Ammersee

Mordshitze am Ammersee
1

Im Juni 2025 hat die Autorin Inga Persson gemeinsam mit dem Verlag emon: den Regionalkrimi „ Mordshitze am Ammersee“ herausgebracht. Das Cover ist wunderschön gestaltet und zeigt eine abendliche Idylle ...

Im Juni 2025 hat die Autorin Inga Persson gemeinsam mit dem Verlag emon: den Regionalkrimi „ Mordshitze am Ammersee“ herausgebracht. Das Cover ist wunderschön gestaltet und zeigt eine abendliche Idylle mit zwei Booten im Sonnenuntergang. Doch die Idylle trügt.
Im oberbayrischen Ammertal schlägt der Sommer gnadenlos zu. Es herrscht eine irre Hitze und der Wasserpegel des Ammersees sinkt. Dabei gibt der See die Leiche eines Mannes frei, der schon lange vermisst wurde. Der zuständige Kommissar Meisinger findet heraus, dass er zu Lebenszeiten Streit mit der Gemeinde um ein Grundstück hatte. Ein Grundstück, das auch heute noch für Zündstoff sorgt. Dort soll gebaut werden. Gegner und Befürworter sind fleißig am diskutieren und während Meisingers Freundin Carola versucht, eine Lösung zu finden, findet sich stattdessen ein toter Gemeinderat.
Der Krimi startet vielversprechend. Im ersten Drittel befindet sich die Autorin voll auf einem 4 Sterne Kurs. Der Einstieg in die Geschichte gelingt mir leicht. Den Schreibstil von Inga Persson empfinde ich als leicht und locker, die Beschreibungen der Landschaft gefallen mir sehr gut. Leider wendet sich mein Leseeindruck dann. Die Ermittlungen gestalten sich eher wirr als nachvollziehbar und statt einer sauberen Spannungslinie finde ich viele Schuldzuweisungen und Diskussionen. Es ist für mich beim Lesen so, als sei ich in einen Saal voller unterschiedlicher Meinungen gekommen, in dem jeder dem anderen die Schuld für alles gibt. Auch das letzte Drittel wird nicht besser. Dazu trägt die letzte Szene bei. Nachdem ich sie gelesen habe, frage ich mich, ob ich im Krimi konzentriert genug gewesen bin, oder, ob ich etwas überlesen habe. Mit der Wendung habe ich nun nicht gerechnet und sie trifft auch nicht meinen Krimigeschmack. Letztendlich bin ich froh, dass ich „Mordshitze am Ammersee“ nach ca. 256 Seiten zuschlagen darf.
Alles in allem hat Inga Persson mit „Mordshitze am Ammersee“ einen Regionalkrimi aus Oberbayern auf den Büchermarkt gebracht, der vor allem mit einem tollen Cover und wunderbaren Landschaftsbeschreibungen glänzt. Das reicht für mich nicht und somit gibt es drei Lesesterne.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Verwirrend, Solide, gute Auflösung!

Und mittendrin die Limmat
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Im April 2025 hat Kiara Kern gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Und mittendrin die Limmat“ herausgebracht. Das farbenprächtige Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre. Dies ist ...

Im April 2025 hat Kiara Kern gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Und mittendrin die Limmat“ herausgebracht. Das farbenprächtige Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre. Dies ist mein erster Krimi mit Kiara Kern und so bin ich sehr gespannt auf das, was mich erwartet.
Porträt einer Mörderin. Der schlimmstmögliche Fall tritt ein. Auf einer Klassenreise stirbt eine Schülerin. Die Lehrerin Elaine macht sich schwere Vorwürfe. Sie denkt, es war Mord. Da sie keine Beweise hat, behält sie ihre Meinung für sich. Jahre später schreibt sie einen Kriminalroman, der genau diese Vermutung aufnimmt. Vierzehn Jahre später stirbt eine zweite, ehemalige Schülerin. Und es sieht aus. Als hätte Elaines Kriminalfall die Vorlage dafür geliefert.
Hammer, was für eine Geschichte, denke ich und starte in das Buch. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich in den Schreibstil von Kiara Kern eingelesen habe. Sie nutzt die modernen Worte, erzählt bildhaft und spielt mit den Wörtern. Das ist eigentlich genau mein Ding, doch in diesem Krimi springt der Funke nicht so richtig über.
Wie in einem Kaleidoskop erzählt die Autorin Stück für Stück in verschiedenen Zeiten, was damals passiert ist. Immer wieder und immer mehr und aus unterschiedlichen Perspektiven. Schnell wird mir klar, hier spielen psychische Ängste, Psychosen oder psychische Erkrankungen eine Rolle. Und gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, was ich von dem was ich lese, glauben kann oder glauben will. Normalerweise liebe ich das Spiel mit der Wahrheit. Zumindest in einem Krimi. Hier verwirrt es mich eher, als das es mich fesselt.
Das letzte Drittel versöhnt mich. Hier führt die Autorin die Erzählungen zusammen und die Hinweise aus den ersten beiden Dritteln ergeben für mich einen Sinn. Die Auflösung gefällt mir hervorragend und ich bleibe nachdenklich zurück. Die Macht der Worte liefern ein gelungenes KreuzMORDrätsel.
Alles in allem hat Kiara Kern mit „Und mittendrin die Limmat“ einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der sich mit der aktuellen Thematik Mobbing beschäftigt. Die zentrale Frage, die den Leser beschäftigt, ist die, ob es die Wahrheit überhaupt gibt. Wer Lust auf ein raffiniertes Verwirrspiel hat, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 3 Lesesterne.

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Veröffentlicht am 05.07.2024

Enttäuschend!

Alpstein
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Den Regionalkrimi “Alpstein” hat Silvia Götschi am 24. Juni 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Ein Blick auf das Cover versetzt mich augenblicklich in Urlaubsstimmung. Ich liebe die Berge ...

Den Regionalkrimi “Alpstein” hat Silvia Götschi am 24. Juni 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Ein Blick auf das Cover versetzt mich augenblicklich in Urlaubsstimmung. Ich liebe die Berge und das Panorama mit der berggewaltigen Kulisse und dem Ruderboot ist ein Traum. Es passt in das Genre und zur Geschichte. Das Cover bekommt von mir verdiente 5 Sterne.
Den Klappentext finde ich toll, er passt hervorragend in mein Beuteschema. Die Autorin startet ihre Geschichte mit dem schönsten Tag im Leben. Einer Hochzeit vor romantischer Bergkulisse. Doch leider stürzt der Bräutigam kurz nach der Trauung in den Tod. Er ist 40 Jahre älter als die Braut Aurora, die bereits 3-fache Witwe ist und einen Hang zu älteren und wohlhabenden Männern hat. Unglück oder Mord? Immerhin war der Bräutigam bergerfahren. Eine spannende Ausgangssituation für einen Kriminalfall.
Gerne lerne ich neue Autoren kennen und so habe ich mich gefreut, eine Geschichte von Silvia Götschi zu lesen. Auf dem Titelbild klebt der Button “Bestseller” und so dachte ich, da kann nix schiefgehen. Leider kam es anders. Es hat einige Sätze gedauert bis ich Zugang in den Schreibstil von Silvia Götschi gefunden habe und in den Lesefluss gekommen bin. Die erste Hälfte der Geschichte habe ich mit der notwendigen Konzentration gut geschafft. Im zweiten Teil wurde es dann für mich schwieriger. Die erste Hälfte des zweiten Teils habe ich als verwirrend empfunden und zweimal gelesen. Hier ist mein Eindruck, die Autorin verzettelt sich mit vielen Hinweisen zur Geschichte. Die zweite Hälfte war denn etwas besser bis die Auflösung meine Fragen geklärt hat. Für den Lesefluss und die Spannung in der Geschichte bekommt die Autorin von mir 2 Sterne.
Ihre Haupt- und Nebenpersonen hat Silvia Götschi entsprechend ihrer Rollen unterschiedlich und ausreichend gezeichnet. Milagros hat Ecken und Kanten. Normalerweise mag ich das. In diesem Fall ging das leider schief und je mehr ich von ihr gelesen habe, desto weniger sympathisch wurde sie mir. Auch Max von Wirth und Fede haben es nicht in mein Herz geschafft. Ich lese lieber Geschichten, in denen mir die Figuren sympathisch sind. Dafür bekommt die Autorin von mir 2 Sterne.
Hervorzuheben sind die traumhaften Landschaftsbeschreibungen, die mich an meine eigenen Bergreisen in die Schweiz erinnert haben.
Alles in allem hat die Autorin mit “Alpstein” einen Regionalkrimi aus der Schweiz auf den Büchermarkt gebracht, den ich mit 3 Sternen bewerten möchte. Eine Leseempfehlung möchte ich nicht aussprechen.

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Veröffentlicht am 11.11.2023

Längelt winterlich!

Winterwünsche im Ferienhaus Talblick
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Den Roman “Winterwünsche im Ferienhaus Talblick” hat Janka Friedrich am 9. November 2023 gemeinsam mit dem Verlag Feuerwerke herausgebracht. Sein winterlich romantisches Cover lässt mich schmunzeln und ...

Den Roman “Winterwünsche im Ferienhaus Talblick” hat Janka Friedrich am 9. November 2023 gemeinsam mit dem Verlag Feuerwerke herausgebracht. Sein winterlich romantisches Cover lässt mich schmunzeln und versetzt mich unverzüglich in Winterstimmung.
Sonntag war mir nach einer Leseauszeit von meinem Alltag. Da kam mir das Buch von Janka Friedrich gerade recht. Ein winterlich romantisches Cover brachte mich gleich in Lesestimmung. Schnell habe ich mich in den Schreibstil der Autorin eingelesen, den ich als locker, leicht und bildhaft beschreiben möchte. Die Landschaft, das Dorf und die Protagonisten sind schön beschrieben. Ich konnte sie mir beim Lesen gut vorstellen.
Tina und Marc sind entsprechend ihren Rollen feingezeichnet. Buchstabe für Buchstabe entwickeln sie mehr Persönlichkeit. Während sich ihre Geschichte in der ersten Hälfte gut liest, schien es mir im zweiten Teil, als hätte ich alles schon einmal gelesen. Tina hadert mit sich, ihrem Job und der angehenden Beziehung zu Marc. Mehrmals lässt sie ihn in sehr persönlichen Situationen allein stehen und stößt ihn in einer Art und Weise vor den Kopf, die sich meiner Meinung nach kaum jemand gefallen lässt. Schon gar kein Arzt. Mir war das zu viel und ich fand den zweiten Teil weder lesenswert noch amüsant.
Janka Friedrich hat mit dem Liebesroman “Winterwünsche im Ferienhaus Talblick” einen winterlichen Liebesroman auf den Büchermarkt gebracht, den ich nicht weiterempfehlen möchte.

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