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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2023

Nachkriegszeit aus Sicht der Frauen

Die Postbotin
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Elke Schneefuss nimmt uns mit nach Berlin kurz nach dem 1. Weltkrieg und schildert uns an Beispielen die Situation der Frauen zur damaligen Zeit. Der Fokus liegt dabei auf der Reichspost, bei der viele ...

Elke Schneefuss nimmt uns mit nach Berlin kurz nach dem 1. Weltkrieg und schildert uns an Beispielen die Situation der Frauen zur damaligen Zeit. Der Fokus liegt dabei auf der Reichspost, bei der viele Frauen während der Kriegsjahre die Arbeit der Männer als Aushilfen übernommen haben.

Regine, die als Postbotin bei der Reichspost als Aushilfe beschäftigt ist und macht sich stark dafür, dass sie und ihre Kolleginnen nicht für die Kriegsrückkehrer weichen müssen. Ihre Freundin Evi arbeitet als Fräulein vom Amt und ist genau wie Regine auf ihre Arbeit angewiesen. Ohne den Lohn der Frauen könnten ihre Familien nicht überleben.

Elke Schneefuss‘ Schreibstil sorgt für einen guten Lesefluss. Sie beschreibt sehr anschaulich das Leben in der Nachkriegszeit, besonders aus der Sicht von Frauen. Diese haben in den Kriegsjahren vielfach die Arbeit der Männer übernommen und sind nun nicht bereit, sich wieder in die Rolle des Heimchens am Herd zurückdrängen zu lassen. Hinzu kommt, dass viele auf diesen Verdienst angewiesen sind, weil z. B. ihre Männer nicht aus dem Krieg heimgekehrt sind.

Ein sehr anschaulicher und unterhaltsamer historischer Roman, der aufgrund der noch offenen Fragen am Ende förmlich nach einer Fortsetzung verlangt. Mir hat diese besondere Thematik gut gefallen und daher vergebe ich gerne vier Sterne.

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Veröffentlicht am 12.11.2023

Kurzweiliger Krimispaß

Der Tod spielt auf der Luisenburg
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Bei den Luisenburg-Festspielen bricht der „Boandlkramer“ auf der Freilichtbühne tot zusammen. Kriminalkommissarin Stern, die zufällig im Publikum sitzt, ist sich sicher, dass es sich nicht um einen natürlichen ...

Bei den Luisenburg-Festspielen bricht der „Boandlkramer“ auf der Freilichtbühne tot zusammen. Kriminalkommissarin Stern, die zufällig im Publikum sitzt, ist sich sicher, dass es sich nicht um einen natürlichen Tod handelt und ruft sofort ihren Kollegen Johann Kranzfelder hinzu.

Dies ist bereits Band zwei der Reihe aus Yvette Ecksteins Feder, kann aber meiner Meinung nach auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Wenn Vorkenntnisse erforderlich waren, halfen geschickt eingeflochtene Rückblicke.

Das Konkurrenzverhalten unter den vier ermittelnden Kommissaren aus zwei unterschiedlichen Gebieten sorgte bei mir für jede Menge Spaß. Aber auch ihr Privatleben sorgte für einige amüsante Momente. Mein Lieblingscharakter ist eindeutig der mürrische Johann Kranzfelder.

Neben dem Spaß konnte ich aber auch fleißig miträtseln, denn die Autorin hat so manche falsche Fährte eingebaut. Und ich habe natürlich den einen oder anderen Irrweg beschritten, denn es ergaben sich immer wieder neue Motive und somit Verdächtige. Im Schauspielermilieu zu ermitteln, ist wahrlich kein Spaß für unsere Ermittler, denn auch im realen Leben wird gerne geschauspielert.

Yvette Eckstein schreibt sehr bildhaft mit viel Herz und Humor, ohne die Spannung aus den Augen zu verlieren. Die teilweise im Dialekt vorgetragenen Wortbeiträge einiger Charaktere ließen meinen Lesefluss ein wenig verlangsamen, machten die Geschichte aber authentischer. Für mich als Ortsfremde war der Kartenausschnitt am Ende des Buches sehr hilfreich und die Informationen über die älteste Freilichtbühne Deutschlands habe ich mit Interesse gelesen.

Für diesen für mich sehr kurzweiligen Krimispaß vergebe ich gerne vier wohlverdiente Sterne und ich werde Kranzfelder und Co. gerne auch in Zukunft begleiten.

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Veröffentlicht am 07.11.2023

Mittelalterliche Köstlichkeiten

Bittermandeln aus Byzanz
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Im Jahr 1189 plündert und brandschatzt das Kreuzritterheer Barbarossas auf dem Weg nach Jerusalem. Als sie Adrianopel besetzen, wird die Köchin Alkmene Ritter Diethelm als Zeltmagd zugeteilt. Ihre Kochkünste ...

Im Jahr 1189 plündert und brandschatzt das Kreuzritterheer Barbarossas auf dem Weg nach Jerusalem. Als sie Adrianopel besetzen, wird die Köchin Alkmene Ritter Diethelm als Zeltmagd zugeteilt. Ihre Kochkünste sprechen sich schnell rum und sie kann dadurch ihre Situation verbessern.

Alkmene ist nicht nur eine hervorragende Köchin, die mit wenigen und teilweise minderwertigen Zutaten und wenigen Gewürzen wohlschmeckende Köstlichkeiten zubereiten kann, sondern auch eine mutige und starke Frau. Bei den Köstlichkeiten handelt es sich wohlgemerkt um welche nach damaligem Gusto.

Weitere Hauptfiguren neben Alkmene sind der Ritter Diethelm und der Eunuch Pares. Auch diese Protagonisten wurden ebenso facettenreich beschrieben und es entwickelt sich eine interessante Dreiecksbeziehung zwischen ihnen.

Dorothe Zürcher schreibt flüssig, sehr bildhaft und bildreich. Die Idee einen historischen Roman rund um mittelalterliche Gerichte aufzubauen, war für mich eine ganz neue Erfahrung in diesem Genre. Auch wenn vor jedem Kapitel ein Rezept aufgeführt ist, werde ich mich an keinem versuchen. Auch wenn mich das Wissen der Autorin zu diesem Gebiet beeindruckt hat.

Interessant fand ich die Einblicke in das Leben der Teilnehmer von Kreuzzügen und die Auswirkungen auf die Bevölkerung. Zusätzlich sorgen Intrigen und einige Wendungen für Spannung.

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Veröffentlicht am 23.10.2023

Die Magie von Weihnachten macht auch vor den Tieren nicht halt

Tierische Vorfreude auf Weihnachten
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Schon das hübsch illustrierte Cover deutet an, worum es in diesem Büchlein geht. Mit 9 kurzen Weihnachtsgeschichten hat Paul Reinker anhand von den unterschiedlichsten Waldtieren die Magie und den Sinn ...

Schon das hübsch illustrierte Cover deutet an, worum es in diesem Büchlein geht. Mit 9 kurzen Weihnachtsgeschichten hat Paul Reinker anhand von den unterschiedlichsten Waldtieren die Magie und den Sinn von Weihnachten dargestellt. Werte wie Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Freundschaft oder mit anderen Teilen werden in kindgerechter Form vermittelt.

Gefallen hat mir, dass der Autor sein Vorwort direkt an die Kinder richtet. Auch die weihnachtlichen Motive, mit denen jede Seite im Inneren geschmückt ist, finde ich klasse. Hinzu kommen die zur jeweiligen Geschichte passenden Illustrationen, die den Text schön ergänzen.

Ein schönes Vorlesebuch für Kinder ab ca. 3 Jahre, das wichtige Werte vermittelt, die natürlich nicht nur für die Weihnachtszeit gelten sollten.

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Veröffentlicht am 17.10.2023

Alles Zufall?

Elbschatz
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Auf der Reise nach Sylt strandet eine Reisegruppe aufgrund einer Panne in Kophusen und ein Kastenwagen fällt auf. Gleichzeitig finden Geocacher eine Leiche in einem Cache. Alles Zufall oder steckt mehr ...

Auf der Reise nach Sylt strandet eine Reisegruppe aufgrund einer Panne in Kophusen und ein Kastenwagen fällt auf. Gleichzeitig finden Geocacher eine Leiche in einem Cache. Alles Zufall oder steckt mehr dahinter? In unserem Ermittlertrio werden beide Meinungen vertreten und auch ich konnte da keinen Zusammenhang erkennen.

Auch wenn ich nicht alle sieben Vorgänger gelesen habe, war es für mich ein Wiedersehen mit bekannten Charakteren. Die Ermittler sind sehr unterschiedlich und authentisch gezeichnet. Mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten ergänzen sie sich gut und so ist es keine Wunder, dass sie auch diesen achten Fall aufklären können obwohl es lange nicht danach aussah.

Ich mag den leichten und flüssigen Schreibstil von Nicole Wollschlaeger. Aber noch mehr mag ich, dass ich wirklich sehr lange im Dunkeln tappte und miträtseln konnte. Die Autorin nahm mich dieses Mal in die mir unbekannte Welt der Geocacher mit und ich fand die Informationen dazu ganz interessant.

Elbschatz ist wieder ein lesenswerter Krimi aus der Feder von Nicole Wollschlaeger, der auch außerhalb der Reihe gelesen werden kann. Mehr Spaß macht es natürlich, wenn man die Entwicklung von Kommissar Goldberg und seinen Mitstreitern von Beginn an verfolgt.

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