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Veröffentlicht am 13.11.2023

Die Geschichte der Frauen

Das Buch Eva
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Das Buch ist optisch ein echter Hingucker, wirkt irgendwie mystisch, wie ein Buch über Spiritismus oder Magie. Ich glaube ich habe mich von Cover etwas blenden lassen, denn natürlich weist schon der Klappentext ...

Das Buch ist optisch ein echter Hingucker, wirkt irgendwie mystisch, wie ein Buch über Spiritismus oder Magie. Ich glaube ich habe mich von Cover etwas blenden lassen, denn natürlich weist schon der Klappentext darauf hin, dass es nicht etwa um Magie geht, sondern eher einen historischen Roman vor kirchlicher Kulisse. Weil das Thema trotzdem spannend und mystisch anmutete, wollte ich die Geschichte trotzdem gerne lesen. Tatsächlich ist dieses kirchliche Setting, sowie Glaubensgespräche aber einfach gar nicht meins.

Zum Inhalt: Beatrice schlägt, als uneheliches Kind ihres Vaters, ein Leben als Bibliothekarin im Kloster ein. Zwischen ihren Büchern findet sie Trost und Zuflucht. Als eines Nachts zwei verletzte Frauen vor den Toren des Klosters auftauchen und um Einschluss und Schutz bitten, gelangt Beatrice in den Besitz eines besonderen Buches. Doch dessen Existenz ist nicht unbemerkt geblieben und bald schon steckt Beatrice deswegen in großen Schwierigkeiten.

Ich habe ziemliche lange gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen. Nicht weil sie so schwierig konstruiert oder anstrengend zu lesen wäre, sondern weil der Inhalt für meinen Geschmack sehr monoton daherkam. Ich kann an den Abläufen und dem Leben im Kloster halt für mich auch nichts Interessantes finden, das ist nicht die Schuld der Autorin. Besonders auch die Ränke und Machtkämpfe innerhalb der Strukturen finde ich eher mühselig als unterhaltend. Es dauert gut bis zur Hälfte des Buches, bis die Geschichte um den mysteriösen Text Spannung aufnimmt und erste Konsequenzen zeigt.

Ein Pluspunkt war für mich, wie angenehm sich das Buch lesen ließ. Die Kapitel waren kurz, schlossen mitunter handlungstechnisch nahtlos aneinander an und waren von Sprache und Satzbau her leicht verständlich und flüssig geschrieben. Besonders gefallen haben mir die Gespräche, die Beatrice mit ihrer Steifmutter aber auch mit einzelnen Schwestern führt und die bei ihr zu einem Sinnwechsel und mehr Verständnis für andere geführt haben. Generell ist die Entwicklung der Protagonistin schon gut spürbar.

Die Idee rund um das Buch selbst hat mir an sich gut gefallen und war auch interessant zu verfolgen. Generell die Rolle der Frau im Buch und in der Geschichte aus Sicht der Kirche fand ich toll rübergebracht. Gegen Ende würde es ja dann für meinen Geschmack ein bisschen wirr und war für mich einfach nicht mehr so recht glaubwürdig. Auch hier: wer an Propheten und ihre außergewöhnlichen Gaben glaubt, findet es vermutlich nicht abstrakt, aber für mich war das einfach nicht. Ich bin an den spiritistischen Kern der Story einfach überhaupt nicht rangekommen.

Ich denke, ich bin nicht der richtige Leser für dieses Buch. Da es aber durchaus viel schönes zu bieten hat, gefällt es bestimmt einigen. Für mich 2,5-3 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.11.2023

Familien-Business Mord

Die mörderischen Cunninghams (Die Cunninghams 1)
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Ich habe mir die Idee zu diesem Buch wahnsinnig witzig vorstellt. Eine Familie von unfreiwilligen Mördern, so nach dem Motto „das kann schon mal passieren“. Muss aber sagen, dass die Story schon teilweise ...

Ich habe mir die Idee zu diesem Buch wahnsinnig witzig vorstellt. Eine Familie von unfreiwilligen Mördern, so nach dem Motto „das kann schon mal passieren“. Muss aber sagen, dass die Story schon teilweise übermäßig tragisch ist und ich die Art der Verstrickungen der Familienmitglieder untereinander irgendwie anstrengend fand. Hab mir diese Geschichte irgendwie anders erhofft, irgendwie lockerer und lustiger.

Zum Inhalt: Die Cunninghams sind keine gewöhnliche Familie, sie sind eine Familie von Mördern. Und als Michael Cunningham endlich aus dem Gefängnis entlassen wird; nimmt die Familie dies zum Anlass, zusammenzukommen. Dich Earnest Cunnigham ist nicht begeistert von der Idee. Nicht nur hat er selbst Michael ins Gefängnis gebracht, er hat auch seine Frau an seinen Bruder verloren. Als dann auch noch eine Leiche auftaucht, ist das Chaos perfekt. Und Earnest sieht sich in der Pflicht, sich der Sache anzunehmen.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des Cunningham-Sohnes Ernest, der die Story als Ich-Erzähler in Form eines geschriebenen Buches wiedergibt. Das hat mich zwischendurch immer wieder stolpern lassen, weil der Protagonist quasi sein Buch niederschreibt und dabei aber den Leser adressiert. Finde ich stilistisch schwierig, weil es eine merkwürdige Mischung aus Präteritum und Präsens ist. Außerdem unterbricht er dadurch selbst den Erzählfluss.

Ich finde seine Art zu sprechen, und zu erzählen ist irgendwie schwülstig, für meinen Geschmack zu ausschweißend. Immer wieder wirkt der erzählende Protagonist fast schon überheblich in seinen Interaktionen mit anderen und gleichzeitig unbeholfen in seinen Beschreibungen von Situationen. Die Geschichte dessen, wie die einzelnen Familienmitglieder in Beziehung zueinanderstehen, macht sie mir nicht unbedingt sympathisch. Und die Art der Beschreibung, wieso jetzt jedes Familienmitglied als Mörder betrachtet werden kann, erschien mir schon sehr gewollt.

Am Ende setzt Earnest wie ein Privatdetektiv den Fall zusammen, verknüpft die einzelnen Personen und Hinweise zu einem großen Gesamtbild. Letztendlich haben alle auf irgendeine Art Schuld auf sich geladen, was schon ein bisschen an Fälle wie von Agatha Christie erinnert. Trotzdem fan dich den Ausgang irgendwie ernüchternd, ohne richtig den Finger drauf legen zu können, wieso das so ist.

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Veröffentlicht am 13.11.2023

Kein Thriller

Das Nachthaus
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Jo Nesbo kenne ich klassisch als Thriller-Autor und lese seine Bücher wirklich gern. Zu diesem Buch muss deshalb unbedingt gesagt werden: es ist kein Thriller. Es geht eher in Richtung Mystery/Horror. ...

Jo Nesbo kenne ich klassisch als Thriller-Autor und lese seine Bücher wirklich gern. Zu diesem Buch muss deshalb unbedingt gesagt werden: es ist kein Thriller. Es geht eher in Richtung Mystery/Horror. Finde ich total spannend, dass Nesbo mal was anderes versucht hat und besonders die erste Hälfte erinnert thematisch ein bisschen an Stranger Things. Gegen Ende hat mich das Buch aber ein bisschen verloren.

Zum Inhalt: nach dem Tod seiner Eltern wächst Robert in einer Kleinstadt auf. Als sein bester Freund nach eines Nachts nach einem Telefonstreich verschwand, wird Robert verdächtigt. Denn er ist der letzte, der Tom gesehen hat und erzählt zudem eine wirre Geschichte darüber, was passiert ist. Und umso intensiver sich Robert mit jener nacht beschäftigt, umso mehr Zweifel kommen ihm.

Ich war überrascht, dass dieses Buch eher eine Horror Novel ist, denn das hatte ich vom Klappentext her nicht vermutet. Die Story kommt leicht skurril daher, darauf muss man sich halt lassen. Ich glaube, wenn man schon von Beginn an die Story infrage stellt, wird man mit diesem Buch nicht glücklich. Bis zur Mitte hin fand ichs an sich auch richtig stark erzählt, dann gab es für meinen Geschmack einen ziemlich harten Cut, den ich nicht so richtig einschätzen konnte.

In der zweiten Hälfte hat mich das Buch dann ein bisschen verloren. An sich fand ich den erzählerischen Kniff und wohin sich die Storyline entwickelt gar nicht schlecht, aber im Gesamtbild hat es für mich einfach nicht funktioniert. Ich hab die Handlungsstränge einfach nicht so richtig zusammenbekommen.

Die Grundstimmung ist durchaus spannend und insgesamt düster und bedrohlich. Dass Robert kein zuverlässiger Erzähler ist, gibt dem Buch diesen Hauch Ungewissheit, der dafür sorgt, dass man unbedingt dranbleiben will. Das Buch geizt auch nicht mit Ekel und Schockermomenten- brauche ich persönlich nicht, passte hier aber gut rein.

Ingesamt mal was ganz anderes. Hat jetzt nicht völlig meinen Geschmack getroffen, war aber trotz allem ein interessantes Hörerlebnis.

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Veröffentlicht am 26.10.2023

Dublin unter dem Einfluss magischer Wesen

Flowers & Bones, Band 1 - Tag der Seelen
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Ich konnte mich erst gar nicht erinnern, schonmal ein Buch der Autorin gelesen zu haben, aber beim Hinweis auf die Querverweise und Personen aus vorangegangen Büchern ist mir dann doch aufgefallen, dass ...

Ich konnte mich erst gar nicht erinnern, schonmal ein Buch der Autorin gelesen zu haben, aber beim Hinweis auf die Querverweise und Personen aus vorangegangen Büchern ist mir dann doch aufgefallen, dass ich bereits Flame & Arrow kenne. Und gestehe hiermit, das sich damals nicht so angetan davon war und das Buch mit diesem Wissen vllt nicht in Betracht gezogen hätte. Aufgrund des Catrina-Themas war ich aber doch neugierig und gespannt darauf, wie es in dieser Fantasy Dilogie umgesetzt wird. Leider ist die Carina eher eine Randfigur und wird schnell von den anderen magischen Wesen an die Seite gedrängt.

Zum Inhalt: seit ihrer Kindheit weiß Valentina um das Erbe ihrer Familie, denn ihre Mutter ist eine Catrina, die am Tag der Toten, dem Dios des los Muertos, mit den Seelen verstorbener kommunizieren kann. Und auch Valentina wird eines Tages Catrina sein. Doch dann kommt alles anders, als Valentinas Mutter stirbt und die Familie nach Dublin zieht. Dort stellt Valentina fest, dass sie nicht das einzige übernatürliche Wesen ist.

Was mir immer wieder aufgefallen ist, ist wie oberflächlich die beiden Geschwister sind. Alle möglichen Personen auf die sie treffen sind ausgesprochen attraktiv, süß und sexy. Selbst Valentina mustert und kommentiert ungeniert die Oberweite anderer Mädchen und Emiliano hat scheinbar Gefühlsstau, denn sobald eine weibliche Person Interesse zeigt wandern seine Gedanken in eine ganz bestimmte Richtung. Ja, College ist aufregend und eine tolle Möglichkeit sich auszuprobieren, aber gefühlt haben doch alle andere Probleme. Vor allem die Szene zwischen Cassy und Emiliano fand ich genau deswegen irgendwie total daneben.

Am Anfang stand die Story rund um Valentina und ihre Fähigkeit als Catrina im Vordergrund, aber recht schnell verschiebt sich der Fokus der Handlung, sodass das ganze Catrina-Thema und auch Mexiko als Schauplatz für meinen Geschmack ein bisschen zu kurz kommen. Stattdessen geht es viel um die Auswirkungen des Krieges der Drachen und die Verstrickungen der Hexen. Es wird zu Beginn des Buches darauf hingewiesen, dass das Buch im selben Universum spielt, wie die anderen Bücher von Sandra Grauer. Ich habe tatsächlich nur Flame & Arrow Band 1 und „Clans of London“ gar nicht gelesen, hatte aber trotzdem das Gefühl auch ohne Kontext recht gut mitzukommen.

Für mich war das Buch einfach nicht so ganz das, was ich erwartet hatte. Ich fands zwar anfangs total cool, dass es auch um andere magische Wesen geht, aber irgendwie haben sich die Drachen schon ziemlich ins Zentrum der Handlung gedrängt, sodass es für mich eher wie die Fortsetzung von Flame & Arrow anfühlte statt wie eine neue Reihe. Generell wird versucht viel Handlung, Konflikte und Emotionen in dieses Buch zu pressen, wodurch es aufgrund der vielen Erklärungen für mich manchmal ein paar Längen hatte. Die Story die im Klappentext angeteasert wird, kommt erst reichlich spät und dann auch fast schon unspektakulär daher

Hat mich nicht so recht fesseln können, da was es aber flüssig und kurzweilig erzählt wird, hab ich trotzdem bis zum Schluss durchgehalten. Ob ich den Folgeband lesen werde, weiß ich allerdings nicht.

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Veröffentlicht am 26.10.2023

Zeit ist ein von Meschen gemachtes Konstrukt- und sehr magisch

Der Achte Tag
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Stell dir vor, es gibt es einen achten Tag in der Woche. Und stell dir vor, nicht jeder kann diesen Tag erleben. Für die anderen existiert dieser Tag gar nicht, aber alles was du tust hat Konsequenzen ...

Stell dir vor, es gibt es einen achten Tag in der Woche. Und stell dir vor, nicht jeder kann diesen Tag erleben. Für die anderen existiert dieser Tag gar nicht, aber alles was du tust hat Konsequenzen auf die normale Zeitachse. Klingt nach einem interessanten Konstrukt für einen Jugendroman, in dem es um Magie, Freundschaft und Mut geht. Ein spannendes Buch, das die Gesetze der Zeit aushebelt und den Leser auf eine fantasievolle Reise mitnimmt.

Zum Inhalt: nach dem Tod seines Vaters ist Jax gezwungen bei seinem Vormund Ryan zu leben, den er eigentlich gar nicht kennt und der auch nicht in der Lage scheint, sich um sich selbst, geschweige denn um Jax zu kümmern. Doch an Jax 13. Geburtstag passiert plötzlich etwas merkwürdiges- wie in einem Apokalypse-Szenario ist Jax plötzlich allein, alle anderen scheinen verschwunden zu sein. Und noch merkwürdiger: am nächsten Tag ist alles wie immer. Denn Jax ist ein Zeitwechsler und einer der wenigen, die den achten Tag durchleben können, was ihn schnell in Schwierigkeiten bringt.

Die Grundidee des Buches fand ich total spannend und war fast ein bisschen traurig darüber, wie wenig Jax das Privileg eines achten Tages ausnutzt. Ich glaube ich hätte in seinem Alter deutlich mehr Unsinn angestellt. Stattdessen findet sich Jax überraschend gut mit seiner neuen Rolle ab und kann auch bald auf seine magischen Fähigkeiten zugreifen. Und auch hier reagiert er wieder eindeutig zu reif und nutzt das überhaupt nicht aus. Bin irgendwie unschlüssig, wie authentisch ich das finde, dass Jax so dermaßen erwachsen rüberkommt. An einigen Stellen sogar deutlich reifer als sein Vormund Ryan. Denn dessen Handlungen und Entscheidungen wirkten auf mich nicht immer nachvollziehbar oder sinnvoll.

Die unterschiedlichen Sippen und Familien fand ich total interessant und auch der Ursprung des achten Tags ist sehr auf packende Art erklärt. Ich finde es ist eine gute Verstrickung von Fantasy-Elementen mit der realen Welt, wodurch man sehr leicht in die Story reinkommt und sich auch gut in ihr zurechtfindet. Das Grundkonstrukt ist der klassische Kampf von Gut gegen Böse, was der Story einen spannenden Twist gibt. Insgesamt bleibt die Story aber recht vorhersehbar und die Figuren abgesehen von Jax und der geheimnisvollen Evangeline eher blass zurück. Jax verkörpert den normalen Jungen von nebenan, der unfreiwillig zum Helden wird. Das macht ihn sehr nahbar und zu
einem Charakter, mit dem man mitfühlen kann.

Für meinen Geschmack hat das Buch sein Potential nicht voll ausgeschöpft, war aber durchaus angenehm und kurzweilig zu lesen.

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