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Veröffentlicht am 25.03.2018

Von und nach Graceland

Das Glück kurz hinter Graceland
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Die Geschichte von Mutter und Tochter, vom Suchen und Finden. Cory findet einige Zeit nach dem Tod ihrer Mutter einen komplett in Plastik eingewickelten Stutz Blackhawk im Schuppen ihres Vaters. Die 37-jährige ...

Die Geschichte von Mutter und Tochter, vom Suchen und Finden. Cory findet einige Zeit nach dem Tod ihrer Mutter einen komplett in Plastik eingewickelten Stutz Blackhawk im Schuppen ihres Vaters. Die 37-jährige macht sich auf einen Roadtrip nach Graceland. Um ihren wahren Vater zu finden und um vielleicht einen Teil ihrer Mutter besser zu verstehen. Laura war als Honey Bear Backgroundsängerin bei Elvis Presley, bis er starb.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Honey‘s Zeit in Graceland und deren Ge-schichte bis sie zurück in ihre Heimat kommt. Corys Weg nach Graceland und ihre Erkennt-nisse über ihren leiblichen Vater.
Honey‘s Zeit als Sängerin bei Elvis und deren Geschichte empfand ich als wesentlich inte-ressanter. Natürlich ist das alles fiktiv, bringt einem aber dennoch die Person Elvis und das ganze Drumherum um einiges näher.
Cory erscheint trotz ihres Alters bisher etwas planlos und dass der Wagen dann nach den ganzen Jahren einfach mal fahrbereit ist, wirkt ein wenig unrealistisch. Unterschwellig ist da die Idee, dass Elvis ihr biologischer Vater ist. Es besteht die Hoffnung, dass sie zum Ende des Buches dann endlich ihren Weg gefunden hat, wenigstens kurzfristig.
Der Schreibstil ist gut, die Geschichte gerade im Elvis-Bereich gut und unterhaltsam. Hier entstanden mehr Bilder im Kopf. Cory kam ich nicht so nahe, sie hat auf ihrer Reise recht spezielle Leute getroffen.
Eine interessante Geschichte um Elvis, die für Fans vielleicht noch etwas bedeutungsvoller ist. Und die Beschreibung eines Roadtrips durch den Süden Amerikas, der durchaus auch unterhaltsam ist. Alles in einem gut lesbaren und darstellenden Schreibstil.
Das Cover ist pastellfarben gehalten, das abgebildete Scherenschnittauto wohl nur im Ansatz etwas mit einem Blackhawk zu tun und das Schild der Route 66 wohl auch.
In der Mischung würde ich zu 3,5 Sternen tendieren.

Veröffentlicht am 03.02.2018

Ein Stück Geschichte Portugals

Nelkenliebe
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Ziemlich überstürzt reist Katharina nach Portugal, denn ihr Vater ist erkrankt und hat als Wunsch geäußert, dass seine frühere große Liebe doch noch gefunden wird. Katharina wird von ihrem Partner Arne ...

Ziemlich überstürzt reist Katharina nach Portugal, denn ihr Vater ist erkrankt und hat als Wunsch geäußert, dass seine frühere große Liebe doch noch gefunden wird. Katharina wird von ihrem Partner Arne begleitet, aber eher unter Protest.
Portugal und Lissabon konnte ich mir beim Lesen recht gut vorstellen, gerade wenn man wenigstens schon einige Bilder von der Stadt, der Umgebung gesehen hat fällt es durch den Text leicht. Die Suche nach der einstigen großen Liebe nimmt einen durch Rückblenden mit in das Portugal der Siebzigerjahre, als dort ein Regime herrschte und die Bevölkerung sehr darunter zu leiden hatte. Diese Zeit wird gut dargestellt und war mir bis dahin gar nicht so bekannt. Hier wird dem Leser ein geschichtlicher Bereich gut näher gebracht.
Die Geschichte um Katharina und ihrem Freund Arne wirkt recht vorhersehbar und der ande-re Mann, der dort ins Spiel kommt als komplettes Gegenteil.
Der hat mir gut gefallen, ich konnte mir die beschriebenen Orte ganz gut vorstellen und auch die Gefühle der verschiedenen Leute sind gut dargestellt. Einige Dinge werden dem Leser überlassen. Die Mischung zwischen Portugals Geschichte und der heutigen Zeit gefällt mir.
Das Coverbild ist absolut passend zur Geschichte, die portugiesischen Fliesen, den Nelken und den kleinen Kuchen.
Hier bin ich mir bei der Beurteilung absolut nicht sicher, ob ich drei oder vier Sterne verge-ben soll, es schwankt stellenweise. Doch es ist ein interessanter Roman über Gefühle, das Leben und halt auch der Nelkenrevulotion.

Veröffentlicht am 26.01.2018

Überleben in den Anfängen der Menschheit

Der andere Mensch
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Die Anfänge der Menschheit, ein harter Kampf ums Überleben. Das Leben besteht aus der Jagd, der Suche nach Unterkünften und dem Zusammenhalt in der Gruppe. Letzteres scheint auch schon damals in der Steinzeit ...

Die Anfänge der Menschheit, ein harter Kampf ums Überleben. Das Leben besteht aus der Jagd, der Suche nach Unterkünften und dem Zusammenhalt in der Gruppe. Letzteres scheint auch schon damals in der Steinzeit das Schwierigste gewesen zu sein.
Patuh erlebt das eigentlich schlimmste, er muss sich allein durch schlage und einige Jahre ganz auf sich gestellt überleben. Er schlägt sich durch und schafft es, findet sogar eine neue Gruppe von Menschen in der er eine Familie gründet. Patuh erlebt die ganze Band-breite von Erlebnissen zu der Zeit. Tod, Liebe, Geburt, Jagd, Gefahr, Freundschaft, Neid.
Eine interessante Geschichte, die sich gut lesen lässt und ganz viel abdeckt. Mir fehlte für die tiefere Vorstellung vielleicht eine Karte in welchem Gebiet Patuh unterwegs ist. Inte-ressant fand ich auch, dass die Sommer während der Geschichte immer kürzer geworden sind. Und die Gruppendynamik, die Unterschiede in Bezug auf den Anführer der alten und neuen Gruppe. Auch der unterschiedliche Körperbau wird erwähnt als Patuh auf die neue Gruppe trifft und scheinbar war der Mensch auch damals schon rassistisch. Der Eine mehr, der Andere weniger.
Die Lebensumstände kommen gut bei mir an, Fellbekleidung und extremes Wetter. Das könnten wir heutzutage nicht mehr überleben. Es wird ganz viel angesprochen. Mir selber haben halt eine Zeit- und Ortsangaben gefehlt. Patuhs Gedanken werden geschildert, doch mir selber hat da noch etwas gefehlt. Ich habe seine Geschichte gerne gelesen, sein Leben verfolgt, doch mir fehlt da noch etwas, was mich mehr mit dem Protagonisten mit-fühlen lässt. Das hat es mir ein wenig schwer gemacht.
Wobei es für die empfohlene Altersgruppe dann von der Geschichte her vielleicht auch ausreicht und ich als Ü45 das einfach anders empfinde.
Auf jeden Fall eine gute Geschichte, unter dem Aspekt historischer Roman mal eine ganz andere Zeit gewählt, in der die Zeit und die Leute unter heutigen Gesichtspunkten gut beschrieben werden.
Teilweise würde ich zu 3,5 Sternen tendieren

Veröffentlicht am 02.10.2017

Verrat der Gefühle

Verrat
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Sieben Kurzgeschichten über Beziehungen die mit Liebe begannen und aus unterschiedli-chen Gründen mit Verrat an der Liebe enden. Meist haben die Charaktere einiges an psy-chischen Störungen, tuen so ihren ...

Sieben Kurzgeschichten über Beziehungen die mit Liebe begannen und aus unterschiedli-chen Gründen mit Verrat an der Liebe enden. Meist haben die Charaktere einiges an psy-chischen Störungen, tuen so ihren Partnern weh, ziehen sie runter, zerstören vielleicht auch den anderen. Oder es treffen zwei aufeinander, die sich ergänzen.
Diese sieben Geschichten sind eine Auswahl von sechzehn, die die Autorin in persönli-chen Gesprächen recherchiert hat. Durch den Verrat an der Liebe werden bei den Leuten emotionale Defizite befriedig, oder sie geraten durch diese in die gefühlsmäßige Abhän-gigkeit, die sie droht zu zerstören.
Die sieben Erzählungen sind ausgesprochen emotionslos geschildert, halt aus der Sicht eines nicht urteilenden Menschen sondern von jemanden, der nur aufschreibt und nicht wertet.
Ich fand es erschreckend, was alles passieren kann, was Menschen anderen antun unter dem Vorwand der Liebe, was dann so zerstörerisch wirkt. Wobei es in einigen Fällen für den Verräter ein anfälliges Opfer geben muss.
Ein interessantes Thema, was in verschiedenen Facetten dargestellt wird. Mir fehlte ein wenig das Emotionale, oder irgendwie tiefer gehende. Wobei ich einfach nur froh bin nicht in so einer Situation zu stecken. Insofern interessant, was es für Abgründe gibt.

Veröffentlicht am 20.09.2017

Sinn und Sinnlosigkeit

Kleins Große Sache
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Mit einem Philosophiestudium bewirbt sich Harald Klein bei einem Schweizer Großkon-zern. Er wird gegen seine Erwartung eingestellt und darf sich Global Communication Mana-ger nennen. Ohne eine Ahnung von ...

Mit einem Philosophiestudium bewirbt sich Harald Klein bei einem Schweizer Großkon-zern. Er wird gegen seine Erwartung eingestellt und darf sich Global Communication Mana-ger nennen. Ohne eine Ahnung von den internen Abläufen laviert er sich so durch, voller Elan und Blick fürs Wesentliche.
Doch die Geschehnisse im Konzern sind recht oft nicht nachvollziehbar, dafür gibt es Stuhl-kreise für das große Ganze! Geplantes, sinnvolles arbeiten habe ich nicht oft entdeckt. Die Business-Sprache war für mich schon immer von unglaublich, völlig überzogen und einfach nur daneben. Deutsch wäre in einem deutschsprachigen Unternehmen erstmal die erste Wahl, auch bei Beschreibungen vom Arbeitsplatz.
Eine interessante Darstellung vom Leben in wohl vielen austauschbaren Großkonzernen, der alltägliche Wahnwitz, oftmals ohne sinnvollen Hintergrund, der einen schon verzweifeln lassen kann.
Mir ist klar was die Autorin dem Leser zeigen will, es kommt in dem Roman auch zur Gel-tung. Der Schreibstil ist schon besonders, stellt die Situation gut dar, mir sog. hochtrabenden Wörtern und daneben kurz und treffend. Die Misere des Harald Klein kommt gut rüber. Doch in der guten Beschreibung bleibt dann doch etwas der Lesegenuss auf der Strecke, größtenteils wiederholte sich vieles im Ablauf, nur an anderen Orten, mit anderen Personen. Das ist halt das Elend des Alltags, der Suche nach dem Sinn der Arbeit, vielleicht des Da-seins? Diese Suche bringt eher wenig, der „normale“ Mensch arbeitet für seinen Lebensun-terhalt, der Manager mit reichlich Geld in der Tasche dann der Macht wegen, oder aus ande-ren Gründen.
Dort fehlte mir dann etwas packendes, was ein wenig Lesespaß brachte. Aber vielleicht ist das auch beabsichtigt, um dem Leser das ganze Elend vor Augen zu führen. Da hatte ich die Idee, dass die tägliche Arbeit im Haushalt des Öfteren mehr Sinn macht als in einigen Ma-nagerbüros, nur das die Hausarbeit gar nicht bezahlt wird, wo man dann doch wieder ir-gendwie beim Thema ist. Etwas kürzer gefasst hätte mehr Spaß beim Lesen gebracht.
Am Ende dann noch etwas philosophisch und überraschend.