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Veröffentlicht am 20.11.2023

Nudeln!

Asiatische Nudelküche
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Obwohl ich gern, viel und wie man mir sagt auch gut koche, habe ich kein glückliches Händchen bei der asiatischen Küche. Daher wächst gerade in diesem Bereich meine Kochbuchsammlung stetig an. Ich gebe ...

Obwohl ich gern, viel und wie man mir sagt auch gut koche, habe ich kein glückliches Händchen bei der asiatischen Küche. Daher wächst gerade in diesem Bereich meine Kochbuchsammlung stetig an. Ich gebe die Hoffnung einfach nicht auf, dass ich das doch noch lerne.

Dieses Buch widmet sich speziell der asiatischen Nudelküche. Ganz viele Gerichte bestelle ich mir so oder so ähnlich gern im asiatischen Restaurant. Die Rezepte sind ausführlich und gut verständlich erklärt. Jeder Schritt wird genau beschrieben. Zu jedem Gericht findet sich hier auch ein appetitanregendes Foto. Nährwerte und Kalorien werden nicht aufgeführt, dafür aber die Portionsmengen und der Zeitaufwand. Bei letzterem muss ich jedoch immer ein wenig mehr einrechnen. Entweder ist Dennis Yen zu schnell oder ich zu langsam. Das Buch ist für Omnivoren, da Fleisch und andere tierische Produkte verwendet werden.

Die Bezeichnungen der Gerichte sind quasi eine Mischung aus dem originalen Namen und Deutsch. Dennis Yen hat zu jedem Rezept noch ein paar Zeilen geschrieben. So lernt man ihn, Asien, Traditionen und die Speisen noch besser kennen. Natürlich benötigt man für exotisches Essen auch exotische Zutaten. Ich stelle fest, dass Dennis Yen hier einige davon benutzt, die mir bisher noch gar nicht begegnet sind. Also hieß es auch hier wieder, erst einmal Listen schreiben und einen mittleren Großeinkauf starten. Im Asia-Shop wurde ich fündig.

Der Theorieteil am Anfang und die Texte zwischen den Kapiteln sind anregend und informativ. Obwohl der Autor sehr viel von sich selbst erzählt, ist das nicht so selbstdarstellerisch, wie man annehmen könnte. Es geht um das Essen und die Philosophie von Dennis Yen dazu. Wer weinen muss, weil ein Gericht so köstlich ist, ehrt das Essen und schätzt es wert. Genau so sind auch die Rezepte.

Für mich nach wie vor nahezu unbezwingbar, genau wie Sauerteig. Ich esse so gern asiatisch, werde wohl aber auch mit so toller Anleitung kein Gericht so hinbekommen, dass ich selbst zufrieden bin. Liegt an mir, nicht am Buch! Ich gehe weiter ins Restaurant, gebe Dennis Yen und seinem Buch aber die verdienten vier Sterne!

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Veröffentlicht am 16.11.2023

Nix für Anfänger

Japan
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Dieses Buch folgt dem aktuellen Trend, nicht nur einfach Rezepte zu präsentieren, sondern auch noch einen ausführlichen Theorieteil mitzubringen. Hier erfahren wir so einiges über Japan, die Traditionen, ...

Dieses Buch folgt dem aktuellen Trend, nicht nur einfach Rezepte zu präsentieren, sondern auch noch einen ausführlichen Theorieteil mitzubringen. Hier erfahren wir so einiges über Japan, die Traditionen, die Küchenphilosophie und die Menschen. Es ist insgesamt eher ein toller Bildband, denn ein Kochbuch, das immer wieder genutzt wird.

Das Buch ist in die Jahreszeiten aufgeteilt. Die Speisen werden mitsamt den entsprechenden japanischen Schriftzeichen präsentiert. Zutatenlisten gesellen sich zu Zubereitungsschritten und unfassbar schönen Fotos. Nein, so werde ich wohl niemals kochen können! Japanische Gerichte, selbst so gut erklärt, bekomme ich nicht authentisch hin. Aber die Gerichte auf meine Art mit japanischem Touch, das schaffe ich. Den Rest esse ich dann im Restaurant, ebenso schön angerichtet und umwerfend lecker. Das heißt nicht, dass das Buch nicht gut wäre! Es ist einzig mein Unvermögen. Ich koche gern und viel und wohl auch recht gut, dennoch gibt es einiges, das ich einfach nicht hinbekomme. Dazu gehören die asiatische Küche und der schnöde Sauerteig!

Zugegeben, die Zutaten sind etwas ausgefallen und natürlich exotisch. Da muss man zunächst mit gut gefülltem Portemonnaie zum guten Asia-Shop und einen Großeinkauf starten. Das eine oder andere Gericht wirkt eher europäisch, nicht asiatisch oder japanisch. Da sei hier als Beispiel der Spargel-Erdbeer-Salat genannt.

Es finden sich die Angaben zu Portionszahl und Zubereitungszeiten, jedoch keine Nährwerte. Dafür ist fast jedes Gericht noch mit einem Info-Kästchen oder Tipp versehen. Das ist hilfreich und informativ. Am Ende findet sich ein Überblick über die wichtigsten Zutaten in der japanischen Küche und Informationen dazu. Auch Bezugsquellen werden geliefert. Dennoch ist für mich dieses Buch eher eines jener Kochbücher, die man gern durchblättert, nach denen man aber selten bis gar nicht kocht. Außer natürlich, man ist ein kleiner Kochkünstler und fast schon Profi. Das bin ich jedoch in keiner Weise. Daher gebe ich vier Sterne.

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Veröffentlicht am 15.11.2023

Der Titel ist Programm – und die Rezepte sind lecker!

Sizilien vegetarisch
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Das Bewusstsein für gesunde und fleischlose Ernährung wächst immer mehr. Was liegt da näher, als traditionelle Rezepte der vegetarischen und veganen Ernährung anzupassen? Genau das hat Francesca Maugeri ...

Das Bewusstsein für gesunde und fleischlose Ernährung wächst immer mehr. Was liegt da näher, als traditionelle Rezepte der vegetarischen und veganen Ernährung anzupassen? Genau das hat Francesca Maugeri Holström, die aus einer sizilianischen Familie stammt und 2005 nach Malmö gezogen ist, um mit ihrem Sohn echtes sizilianisches Eis nach Familienrezept herzustellen und zu verkaufen. Und nun stellt sie die runderneuerten Rezepte in diesem Buch vor. Man muss kein Vegetarier oder Veganer sein, um hier fündig zu werden und genießerisch die Augen zu schließen. Dieses Buch zeigt, dass Fleisch nicht nötig ist, um den Gaumen zu verwöhnen.

Neben den Rezepten erfährt man hier viel über Francesca, ihre Wurzeln in Sizilien und die zehn Zutaten, die für die Sizilianer und Francesca die größte Rolle spielen: Mehl, Zitrusfrüchte, Tomaten, Artischocken, Auberginen, Fenchel, Kohl, Nüsse und Kerne, Zucchini, Spargel. Darum drehen sich auch entsprechend die Kapitel und Rezepte, doch zuvor kommt erst noch ein kleiner Sprachführer rund um die Kulinarik.

Die Rezepte folgen dem klassischen Aufbau, auf einer Seite untereinander die Zutaten, daneben die Zubereitungsschritte, die kurz, aber klar verständlich gehalten sind. Angaben zu Nährwerten und Kalorien findet man hier nicht. Wer schon öfter italienisch gekocht hat, wird schnell feststellen, dass die sizilianische Küche eine ganz eigene ist. Somit ist geklärt, warum man mehr als ein Kochbuch mit Pizza, Pasta und all den anderen typisch italienischen Gerichten griffbereit haben sollte.

Auch wenn Francesca die vegane Ernährung für sich entdeckt hat, werden fast alle Rezepte, wie der Titel schon verdeutlicht, vegetarisch gekocht. Ersatzprodukte fand ich auf Anhieb nur die Mandelmilch beim Mandel-Zitronen-Pudding. Das gefällt mir wirklich sehr, denn ich esse gerne ohne Fleisch, finde Tofu und ähnliche Produkte aber einfach ungenießbar.

Die eingestreuten Texte lockern das Buch auf und machen es sehr persönlich. Ebenso die Fotos von Land und Leuten. Die Bilder zu den Gerichten sind sehr ansprechend. Fast alle Rezepte sind mit Foto. Bei ein paar wenigen wurde darauf verzichtet. Das finde ich schade, denn ich lasse mich tatsächlich ausschließlich über Fotos der Gerichte zum Nachkochen inspirieren.

Insgesamt ein schönes Buch, mit dem man sich selbst, Italienfans und Vegetariern gleichermaßen eine Freude machen kann. Vier Sterne!

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Veröffentlicht am 11.11.2023

Auch zu einer Region geht die Liebe durch den Magen

Schwaben. Meine kulinarische Heimat
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Dieses Buch bietet eine Menge zu lesen, denn hier geht es zu gleichen Teilen um die Liebe zum Schwabenländle, wie zum schwäbischen Essen und damit den Rezepten. Und so finden sich in Wort und Bild Portraits ...

Dieses Buch bietet eine Menge zu lesen, denn hier geht es zu gleichen Teilen um die Liebe zum Schwabenländle, wie zum schwäbischen Essen und damit den Rezepten. Und so finden sich in Wort und Bild Portraits der Hauptdarsteller. Der Ausdruck gefällt mir, denn er trifft es so gut, wie er überraschend kommt. Die Rezepte sind dagegen quasi nur Beiwerk, wie zufällig eingestreut. Sie sind typisch für die Region, aber nicht altbacken, sondern wenn machbar zeitgemäß verändert. Trotzdem verlieren sie nicht ihren Charakter. Auch das begeistert mich sehr! Wie auf dem Titelbild gut sichtbar, geht es hier um Menschen, Geschichten und Rezepte. Eine tolle Mischung! Im Grunde hat man hier einen kulinarischen Roadtrip vor sich, einen Reiseführer durch Schwaben, dessen Ziele am Ende des Buches mit Adressen aufgelistet sind, sodass man sie in die eigenen Reisepläne einbeziehen kann. Also auch nicht so ganz werbefrei.



Die Rezepte kommen ohne Angaben von Nährwerten daher. Der Zeitaufwand wird mehr oder weniger treffend angegeben. Da ist manchmal etwas geschönt worden, was aber verziehen sei. Meist sind die Rezepte auf vier Personen ausgelegt. Neben der Zutatenliste ist die Schritt-für-Schritt-Zubereitung erklärt. Diese ist gut verständlich gehalten und weder zu ausführlich, noch zu knapp. Die Mischung ist für Flexitarier. Veganer werden hier nicht glücklich, Vegetarier finden auch fleischlose Rezepte oder können sie relativ leicht umbauen.



Die Fotos zu den Rezepten sind wie gemalt! So möchte man die Gerichte serviert bekommen. Ob man sie selbst so wunderschön hinbekommt, sei dahingestellt. Auch die anderen Fotos bringen ihre Aussage klar rüber. Bis auf die Portraits sind alle Fotos farbig. Das mag seltsam anmuten, dass ausgerechnet die Hauptdarsteller Schwarzweiß sind, ist man ja gewohnt, dass das zumeist bei Verstorbenen genutzt wird. Hier sind aber alle quicklebendig!



Lesen, genießen, kochen, genießen – ein schönes Buch, das Land, Leute und Gerichte vorstellt. Vier Sterne!

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Veröffentlicht am 08.11.2023

Was für eine Familie!

Die mörderischen Cunninghams (Die Cunninghams 1)
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Die Cunninghams sind eine sehr spezielle Familie. Hat doch jeder im wahrsten Sinne des Wortes eine Leiche auf dem Gewissen oder im Keller. Und da ist es dann nicht verwunderlich, dass beim ersten Familientreffen ...

Die Cunninghams sind eine sehr spezielle Familie. Hat doch jeder im wahrsten Sinne des Wortes eine Leiche auf dem Gewissen oder im Keller. Und da ist es dann nicht verwunderlich, dass beim ersten Familientreffen seit Jahren auch eine Leiche auftaucht – und dazu alle eingeschneit und von der Außenwelt abgeschlossen sind. Ernie, der ein ganz spezielles Verhältnis zu Krimis hat, bleibt nichts anderes übrig, als die Ermittlungen zu übernehmen.

Diese Familie ist wirklich außergewöhnlich und Ernie Cunningham muss man einfach mögen. Nicht, weil er seinen eigenen Bruder wegen Mordes angezeigt und ins Gefängnis gebracht hat, sondern weil er eine charmante Art hat, die Geschichte zu erzählen. Dabei nimmt er nicht nur andere, sondern auch sich selbst auf die Schippe. Seine Kombinationsgabe ist erfrischend und teils urkomisch.

Die Verwirrungen und daraus entstehenden Entwicklungen, die Wendungen und neuen Ansätze sind so vielzählig, dass es eigentlich anstrengend sein müsste, der Story zu folgen. Aber das Gegenteil ist der Fall! Das Ganze ist amüsant, unterhaltsam, spannend und super kurzweilig. Dazu trägt nicht zuletzt bei, dass Benjamin Stevenson sehr bewusst mit einem alten Erfolgskonzept arbeitet. In bester Agatha-Christie-Manier und mit modernem Anstrich serviert er uns hier einen tollen Cozy Crime. Er nutzt dazu den aktuellen Trend und schwimmt mit dem Donnerstagsmordclub, Mrs. Potts Mordclub, den Büchern von Colleen Camebridge und einigen mehr auf einer Welle. Das kann ich aber nicht verurteilen, denn er macht es großartig! Er legt ein rasantes Tempo vor, das die vielen Ereignisse ein wenig verworren erscheinen lässt. Allerdings mag ich das – sofern eine Auflösung folgt – an Krimis doch sehr gern. Zu klar und durchschaubar ist doch nur langweilig!

Auch gefällt mir, dass der Leser direkt angesprochen wird und Ernie Cunningham gelegentlich über das Schreiben referiert. Das finde ich amüsant und auch interessant. Er nimmt damit sich selbst und die Zunft der Schreibenden gleichermaßen ein bisschen auf die Schippe.

Insgesamt finden die vielen Stränge am Ende doch gut zusammen, allerdings bleibt nicht allzu viel wirklich hängen, sodass man auch mal einen der Stränge vergessen hat, bis er aufgelöst wird. Darum gebe ich vier Sterne.

Simon Jäger schafft es wie immer, dem Erzähler einen erkennbaren Charakter zu geben. Seine ironische Art beim Erzählen, die nie gemein ist, aber den Finger in die Wunde legt, ist sehr gelungen. Dabei werden auch die anderen Figuren sehr schön und passend getroffen. Es macht sehr viel Spaß, der Story zu lauschen!

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