Nachdem ich Aprils Geschichte im ersten Band als Hörbuch verfolgte, war ich gespannt, wie es an der „Ballet School“ weitergeht. Leider konnte mich Gina Mayer stilistisch nicht überzeugen, liest sich der ...
Nachdem ich Aprils Geschichte im ersten Band als Hörbuch verfolgte, war ich gespannt, wie es an der „Ballet School“ weitergeht. Leider konnte mich Gina Mayer stilistisch nicht überzeugen, liest sich der Roman lediglich einfach, fad, ohne bildliche Ausschmückungen. Obgleich es sich um ein Kinderbuch handelt, erwartete ich zumindest einen Hauch Raffinesse. Hinzu kommt eine recht langweilige Handlung, die mehr Aprils Alltag und ihre Gefühle als das Ballett umreißt. Umreißt? Genau. Denn eine wirkliche Ausarbeitung der Geschichte fand in meinen Augen nicht statt. Selbst wichtige Themen, wie Rassismus und die festgefahrenen Vorstellungen des Ballett-Metiers, werden nur oberflächlich betrachtet. Auch Authentizität fehlte mir, nicht nur in den Dialogen, sondern vorrangig bei den Charakteren, die um einiges älter wirken, als sie sein sollten.
„Ballet School: Der vierte Schwan“ — konnte mich nicht überzeugen.
Nachdem ich den Besuch auf der „Supernatural Academy“ hauptsächlich interessant und unterhaltsam fand, war ich sehr gespannt auf die neue außergewöhnliche Universität, die Jaymin Eve erschaffen hat. Leider ...
Nachdem ich den Besuch auf der „Supernatural Academy“ hauptsächlich interessant und unterhaltsam fand, war ich sehr gespannt auf die neue außergewöhnliche Universität, die Jaymin Eve erschaffen hat. Leider war mein Aufenthalt am „Weatherstone College“ pure Zeitverschwendung.
Wie ihre Eltern und ihre vier Geschwister hat es auch Paisley geschafft, einen Platz am renommiertesten College Amerikas zu ergattern, in der Hoffnung, hier schnell ihre bisher verborgene magische Affinität zu entdecken und das komplette Potenzial ihrer Fähigkeiten auszuschöpfen. Mithilfe ihrer Ausbildung sieht das Nesthäkchen der Hallistars einer vielversprechenden Zukunft in einem einflussreichen Zirkel entgegen. Doch schnell wird ihr erstes Schuljahr von Schwierigkeiten überschattet: Nicht nur hat sich Logan Kingston – der Sohn jenes Mannes, der ihre Familie seit einem verheerenden Ereignis abgrundtief hasst – an das Weatherstone versetzen lassen, er bekleidet auch einen Posten als Professor und gilt als einer der mächtigsten Spellcaster – selten und beängstigend – der Welt. Weitaus bedrohlicher schätzt Pais jedoch die Angriffe auf ihr Leben ein, die Monster, die nicht existieren dürften und sie im Fokus zu haben scheinen, und das beständige Gefühl, in Gefahr zu sein, welches an ihr haftet, seit sie am College ist.
Zwar sorgen diese Vorkommnisse allmählich dafür, dass die magische Gesellschaft in Aufruhr gerät und sich die Schulleitung gezwungen sieht, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, aber wer oder was auch immer der Ursprung der Monsterattacken ist, lässt sich weder abhalten noch aussperren … Währenddessen ist es gerade Logan, der seiner ehemaligen besten Freundin auf verschiedene Arten hilft …
Wir erleben das dürftig ausgearbeitete Geschehen einzig durch Paisleys Augen, und bereits das kommt der Entfaltung der Story nicht zugute. Einmal bleibt Logan trotz seiner Relevanz ein Schemen, jemand, der nur da ist, wenn die 22-jährige Rettung braucht. Andererseits fehlt es der kompletten Geschichte durch ihre naive, eindimensionale und durchweg kindliche Sicht an Ernst, Fakten, etwas Greifbarem. Wer hier eine New-Adult-Romance erwartet, wird enttäuscht werden:
„Spellcaster“ liest sich wie klischeehafte Young-Adult, dies wird durch den Ausdruck und die Gesprächsinhalte von Pais und ihren Freundinnen, den familiären Aspekt, der nur so vor Kitsch und Überdramatisierung strotzt, und die impulsiven, unverhältnismäßigen und trotzigen Reaktionen der Protagonistin bestärkt. Das Worldbuilding mutet interessant an, gar vielversprechend, doch weder die magischen Gegebenheiten, die Vielfalt der Magie noch das – oder der Unterricht am – Weatherstone College erhalten tiefergehende Betrachtung, Details und Logik. Jaymin Eve hat tatsächlich jede charakterliche und zwischenmenschliche Entwicklung übersprungen, hingegen zwar jede Recherche zu den aktuellen Ungereimtheiten und aufgeworfene Theorien angesprochen, aber nur, um diese zu übergehen und direkt zu Paisleys Monologen zu driften. Und diese wiederholen sich, drehen sich hauptsächlich um ihre Selbstzweifel, ihre herzige (in Wahrheit bevormundende und echt aufdringliche) Familie und Logan, darum, wie heiß er aussieht und wie sehr sie ihn (aus Gründen, die Paisley übrigens selbst nicht weiß!) verabscheut. Ach, und sie braucht dringend Sex.
Es war frustrierend, es war nervig, es gab keinen strigenten Plot, nichts Echtes, nichts Nachvollziehbares. Kein System, keine Aufregung. Selbst die Monster-Momente brachten keinerlei Spannung und wer auch immer diese Dilogie als „Dark-Academia“ bezeichnet hat, hat diesen Trope nicht verstanden. Die einfachen, laschen Worte standen der Erzeugung einer Atmosphäre, von Neugier, Unbehagen im Weg, konnten weder düstere Bilder malen noch die Spicy-Szenen mit Leidenschaft füllen oder gar eine feurige Dynamik wecken. „Kleines“, „Bestie“ und der inflationäre Gebrauch von „Arschloch“ passten übrigens auch nicht so richtig in das Gesamte.
Soll heißen: Stilistisch war das Ganze schwach. Wie erwähnt gab es inhaltliche, neben diesen aber auch ständige Wiederholungen von Worten und ich bezweifle stark, dass der Goldmann-Verlag die Romantasy nach der Übersetzung überhaupt an eine/n LektorIn übergab.
Die Handlung tritt, obgleich Zeit vergeht, auf der Stelle, die Nebenfiguren inklusive Logan sind nicht der Rede wert, die Familienbande so … tooomuch … und am Ende – da gab's abrupte, teilweise überraschende, nicht ganz schlüssige Entwicklungen und eine Paisley, die alles mit viel wohlwollendem Verständnis hingenommen hat.
Also: ein Flop, der seinesgleichen sucht.
Die Magie von Weihnachten, die Freude, wurde gestohlen, dabei brauchen die Clausens jeden Funken, um ihre Schulden bei den anderen Feiertagen zu tilgen. Diese Nachricht würde nach dem ...
𝐆𝐨 𝐥𝐮𝐜𝐤 𝐲𝐨𝐮𝐫𝐬𝐞𝐥𝐟
Die Magie von Weihnachten, die Freude, wurde gestohlen, dabei brauchen die Clausens jeden Funken, um ihre Schulden bei den anderen Feiertagen zu tilgen. Diese Nachricht würde nach dem kürzlich aufgedeckten Skandal um die mächtige Winterfamilie nicht gut ankommen und so beschließen die Erben der Weihnacht, dem einzigen Hinweis, den sie am Tatort gefunden haben, nachzugehen. Da Coal mit politischen Verhandlungen, diplomatischem Kram und der Planung seiner baldigen Krönung beschäftigt ist, stürzt sich Kris in die Aufklärung der … Rache? Vergeltung? Oder des Karmaschlags?
Was der vermeintliche „Ersatzprinz“ nicht weiß: 𝗟𝗼𝗰𝗵𝗹𝗮𝗻𝗻 𝗣𝗮𝘁𝗿𝗶𝗰𝗸 ist nicht nur der Kronprinz des St. Patrick’s Days, sondern auch der arrogante Student, mit dem er erst kürzlich eine in einem Lamettastrom ausartende Konfrontation ausgetragen hat …
𝑬𝒎𝒐𝒕𝒊𝒐𝒏𝒂𝒍 𝑺𝒄𝒂𝒓𝒔 𝒙 𝑯𝒂𝒕𝒆𝒓𝒔 𝒕𝒐 𝑳𝒐𝒗𝒆𝒓𝒔
Positiv vorweg: Ich mag die originelle Idee der „𝗥𝗼𝘆𝗮𝗹𝘀 𝗮𝗻𝗱 𝗥𝗼𝗺𝗮𝗻𝗰𝗲“-Reihe, in der Sara Raasch den Feiertagen ein Gesicht gibt und Liebe über den eigenen Horizont hinaus erschafft. Dass die sensiblen Themen, die in die Geschichten einfließen, mehr sind als Beiwerk, sondern tragend für die Entwicklung der Figuren, der Beziehungen und der Storyline, sorgt für überraschend viel emotionale Tiefe.
Jedoch fehlt es beiden Teilen an der angepriesenen Gemütlichkeit sowie dem Witz.
Erzählt wird aus der Sicht von 𝗞𝗿𝗶𝘀𝘁𝗼𝗽𝗵𝗲𝗿 𝗖𝗹𝗮𝘂𝘀, der seine Energie und Fürsorge seit Jahren aufwendet, um den Menschen um sich herum zu gefallen, ihnen zu helfen – es einfach allen recht zu machen, mit der Intention, einem weiteren Verlust entgegenzuwirken. Kris schreibt über Happy Ends, wagt es aber nicht, von seinem eigenen zu träumen.
Nun, da sein Bruder das Weihnachtsimperium führt und mit dem Prinzen von Halloween auf Wolke sieben schwebt, er nicht für eine Koalition mit Ostern Sorge tragen kann und ihn auch sein eingeschlagenes Studium nicht erfüllt, driftet der Christmas-Prinz in einen Strudel aus sich verstärkenden Selbstzweifeln und dem Gefühl, nutzlos zu sein. Und seine Eltern? Die machen ihm sein Dasein nur noch schwerer.
Somit kommt die neue Aufgabe Kristopher nur recht. Getarnt als diplomatisches Friedensangebot und Publicity-Session reist er – angriffslustig und siegesgewiss – nach Irland. Aber schnell fällt ihm die unverhältnismäßige Lebenssituation der hiesigen Royals auf: keine Bediensteten, kein Prunk, keine Magie. Und wo ist eigentlich der König?
Obwohl Kris weder seinen Ärger ob der Dreistigkeit noch sein Misstrauen loswird, lässt er sich auf die St.-Patrick's-Day-Family, die so gar nicht in glückstrunkener Feierlaune zu sein scheint, ein. Zwischen saftigen Schlagabtauschen, unangenehmen Fragen und zu viel Whiskey, Wohltätigkeitsveranstaltungen, heimlicher Spionage und subtiler Provokation kommen sich die Royals näher, offenbaren einander ihre Bürde, ihren Schmerz. Der Weihnachtsprinz sieht hin, zu Loch, dem arroganten Künstler, der kalt wie Eis ist und für schlechte Presse sorgt. Der im Hintergrund die Strippen zieht, organisiert und arrangiert und alles versucht, um den grünen Feiertag am Leben zu halten. Dabei hat Kris nicht vor, sich von seinen unangebrachten Gefühlen ablenken zu lassen und mit seinem Versagen Coal zu enttäuschen … Denn irgendjemand stiehlt die unabdingbare Freude und Weihnachten muss wissen, wieso.
Stilistisch erleben wir die verzwickte Situation in einem direkten und modernen, oft lockeren Ton, der in einem starken Kontrast zu den aufgegriffenen Themen und der vorherrschenden tristen, melancholischen Stimmung steht. Im Verlauf werden wir mit der Suche nach der eigenen Identität konfrontiert, mit der Angst vor dem Scheitern und Verlassenwerden, mit manipulativen und toxischen Beziehungen und dem harten Schritt, endlich loszulassen. Zwar verstreut die Autorin hier und da Informationen, die dem politischen und magischen Verständnis zugutekommen, aber ein großer Teil der Handlung besteht aus Kristophers kreisenden Überlegungen, seinem Abwägen und ausgedehnten Monologen, was den Schwung der Urban-Fantasy ausbremst und auch den Auftrag, mehr über die Familie von St. Patrick heraus- und ggf. den Dieb zu finden, in den Hintergrund drängt. Die Autorin versucht mit Lochlanns Bemühungen, dem St. Patrick's Day Gewichtung abseits des Klischees zu verleihen, schafft dies jedoch nur bedingt, da es dem Aspekt an Tiefe fehlte. Ebenfalls schade war, dass Loch hinten runterfällt. Dabei hätte sein gesamtes, von der Presse und seinem Onkel klein gehaltenes Wesen definitiv für Abwechslung sorgen können.
Wie schon in „Nightmare before Kissmas“ erhielt der familiäre und freundschaftliche Strang hingegen ausreichend Raum – mit Hex, Iris, Fionnuala, Siobhán, Coal und Wren (…) bekam die Handlung einige warmherzige Momente, die von Zusammenhalt und Witz geprägt waren. Ich mochte die Figuren, ihre Eigenheiten, Rollen und ihre Unverblümtheit wieder sehr gern.
Bis Loch und Kris über ihre Rivalitäten und den Argwohn springen, vergeht viel Zeit. Ihr aufeinanderzubewegen verläuft holprig, nicht ohne spritzige Neckereien und erkenntnisreiche Gespräche, nicht ohne Lügen und Enttäuschungen. Nicht ohne Geheimnisse, die vielleicht jeden persönlichen und zwischenmenschlichen Fortschritt zunichtemachen könnten … Kurz: im angemessenen Slow-Burn-Modus. Aber: Die Spicy-Szenen empfand ich in Relation zu dem (eigentlichen/vorherigen) Plot als zu ausschweifend – wären diese Intimitäten das i-Tüpfelchen einer ereignisreichen und lebendigen Storyline, hätten sie sicher gut funktioniert, aber da der Roman trotz Deep Thoughts, berührenden Sequenzen und Überraschungen größtenteils unspektakulär und seicht dahin schreitet, hat mich die Aufmerksamkeit an dieser Stelle genervt. Ob wir dem Dieb der Feiertagsmagie auf die Schliche kommen? Das findet ihr heraus, wenn ihr euch in „Go luck yourself“ stürzt.
Aller Kritik zum Trotz: Aufgrund der Originalität und der relevanten, nahbaren Probleme sowie der charmanten Figuren empfehle ich die Royal und Romance Reihe allen, die nicht vor mit Ernst gesprenkelten Urban-Fantasy Geschichten zurückschrecken.
„Sxy Rich Vampires“ – klang nach heißen Bltsaugern, Dekadenz und Gefahren.
EnemiesToLovers meets FakeDating, herrschaftlich-märchenhaft trifft auf Dunkelheit. …
„20 Chicken McNuggets zum Schleuderpreis“ ...
„Sxy Rich Vampires“ – klang nach heißen Bltsaugern, Dekadenz und Gefahren.
EnemiesToLovers meets FakeDating, herrschaftlich-märchenhaft trifft auf Dunkelheit. …
„20 Chicken McNuggets zum Schleuderpreis“ klingt, oberflächlich betrachtet, ja auch gut. Ist es übrigens nicht.
Obwohl 2023 die Vampire zurückkamen, gab es doch nur sehr wenige Storys, vor allem aus Publikumsverlagen, die mich wirklich überzeugen konnten – Spoiler „Bl*tige Versuchung“ gehört nicht dazu.
Meine Güte — die erste Hälfte ist von fragwürdigen, nicht nachvollziehbaren und unrealistischen Reaktionen wie Entscheidungen, von Naivität geprägt. Thea sieht und erfährt Dinge, unglaublicher, grausamer Natur, und — hinterfragt nichts, keine Zeit für Skepsis oder den eigenen, naturgegebenen Überlebensinstinkt. Nein, die junge Frau glaubt sofort, fügt sich und — passt auf, passt auf! — spürt augenblicklich eine Anziehung, ebenso wie Julian. Eine langsame Annäherung, eine greifbare emotionale Entwicklung blieb aus, dafür stolpert man öfter über „Jungfrau“ und den unbändigen Willen der zwanzig Jährigen, diese durch einen altertümlichen Vampir zu verlieren. Julians Ausdrucksweise war seinem Dasein und Stand angemessen, und damit schenkte die Autorin der Geschichte zumindest einen Hauch Ernsthaftigkeit.
Der komplette erste Teil der, nennen wir es einfach „Handlung“, drehte sich im Kreis, streifte sämtliche Teenie-Klischees, war unglaubwürdig und bot nichts Neues. In der zweiten Hälfte nahm das Tempo zumindest etwas Fahrt auf, brachte actionreiche, gefühlvolle und spannende Momente hervor, Fragen, die einer Antwort bedurften und eine Atmosphäre, in der Mystik und Verlangen knisterte. Der bildhafte, lockere Stil von Geneva Lee konnte mich jedoch, trotz der Einfachheit, ebenso überzeugen, wie die hier schlummernde Idee und so werde ich mir ältere Bücher der Autorin genauer anschauen.
„Der Horror der frühen Chirurgie“ meint vorrangig die plastische Chirurgie, die sich nennenswert ab Anfang des 20. Jahrhunderts und verstärkt inmitten des Ersten Weltkriegs entwickelt hat. Im Fokus steht ...
„Der Horror der frühen Chirurgie“ meint vorrangig die plastische Chirurgie, die sich nennenswert ab Anfang des 20. Jahrhunderts und verstärkt inmitten des Ersten Weltkriegs entwickelt hat. Im Fokus steht der Mediziner
Harold Gillies, der mit Ehrgeiz und Präzession diesen Fachbereich signifikant voran brachte. Aufgrund realer und bildhafter Schilderungen, den detaillierten Beschreibungen des Schreckens, den der Erste Weltkrieg mit sich brachte und hinterließ, benötigt dieses Sachbuch meiner Meinung nach keine Bilder.
Lindsey Fitzharris legt ihre Recherche samt Fachbegriffen trotz ihrer weitreichenden Kenntnisse auch für LeserInnen, die wenig Wissen auf dem Gebiet vorweisen können, verständlich dar. Zudem werden in diesem Werk, neben einem authentischen Eindruck des Kriegsszenarios, weitere interessante, bedeutungsvolle und übergreifende Themen angeschnitten oder zumindest erwähnt, beispielsweise Bluttransfusion, Zahnmedizin, Influenzapandemie und Anästhesie, aber auch die Entwicklung von Waffen und Schutz an der Front.
Stilistisch empfand ich das Gelesene, unabhängig der Thematik, als sehr einfach dargelegt, trotz vieler Längen ging das Interesse nie verloren. Verzweiflung und Angst der Kriegsjahre lagen düster und schwer auf den Informationen.
Neben dem historischen und medizinischen Wissen, den Einblicken in die Versorgung während der damaligen Umstände, brachte die Autorin auch einige Beispiele von durchgeführten Operationen und deren Verläufen ein.
Harold Gillies, der sein Augenmerk auf die Gesichtsrekonstruktion, welche nicht nur den Funktionsverlust korrigieren, sondern auch im aparten Bereich überzeugen soll, legte, trieb die ästhetische-plastische Chirurgie innovativ voran. Trotz des anfänglich mangelhaften Wissens, den eingeschränkten Möglichkeiten, dem hohen Infektionsrisiko, dem Argwohn und dem Druck von der Front hat dieser Mann unumstritten die Gelegenheit, die aus der Not des verheerenden Kriegs geboren wurde, genutzt, dieses Gebiet weiterzuentwickeln.
„Der Horror der frühen Chirurgie“ ein informatives, authentisches und erschreckendes Sachbuch.