Profilbild von SteffMcFly

SteffMcFly

Lesejury Star
offline

SteffMcFly ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SteffMcFly über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2023

Miträseln

Abgrund
0

Clementine kann es noch immer nicht glauben: Ihre kleine Schwester ist tot. In einer wunderschönen und sternenklaren Nacht, soll sich Poppy von einer Klippe gestürzt haben. Die Untersuchungsergebnisse ...

Clementine kann es noch immer nicht glauben: Ihre kleine Schwester ist tot. In einer wunderschönen und sternenklaren Nacht, soll sich Poppy von einer Klippe gestürzt haben. Die Untersuchungsergebnisse der Ermittlungen lassen keinen Zweifel. Doch Clementine zweifelt. Ihre Schwester soll sich umgebracht haben? Niemals. Doch in besagter Nacht bekam Clementine einen Anruf, der ins Leere lief – von ihrer Schwester Poppy.
Während ihre Eltern gelähmt sind vor Schmerz, findet Clementine keine Ruhe und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Sie taucht ein in Poppys Leben und versucht herauszufinden, was in den letzten Monaten passiert ist. Denn sie ist sich sicher: Poppy hat sich nicht umgebracht. Sie wurde ermordet.

Ich hab die Geschichte um Clementine unwahrscheinlich gern gelesen. Clementine war so voller Selbstvorwürfe, Trauer, Schmerz und dem Willen, ihrer Schwester Gerechtigkeit zu schenken. Die Leute davon zu überzeugen, dass Poppy sich nicht das Leben nahm. Poppy wieder ins rechte Licht zu rücken. Auch wenn mir Clementine an sich nicht sonderlich sympathisch gewesen ist, war ich einfach komplett bei ihr. Ihre von Schmerz, Trauer und Ungläubigkeit getriebene Motivation war einfach mitreißend. Ich musste an ihrer Seite herausfinden, was mit Poppy passiert ist.

Und das tat ich. Und rätselte. Es wurden so viele falsche Fährten gelegt, dass ich kaum noch hinterher kam. Auf einmal waren jede:r und alle verdächtig. Manche Dinge zu offensichtlich und deswegen wieder verworfen, später wieder aufgenommen, weil sie eventuell doch wahrscheinlicher waren als zunächst angenommen. Ich kam aus dem Rätseln nicht mehr raus und hatte unwahrscheinlich Spaß daran, in Sackgassen zu laufen, falschen Menschen zu vertrauen und den richtigen zu misstrauen.

An sich zog sich die Geschichte an manchen Stellen schon sehr in die Länge, aber es machte dennoch Spaß. Besonders auch die Zerrissenheit zwischen Clementine und ihren Eltern, das zarte Band, das sich langsam wieder knüpfte, nur um dann zerrissen zu werden. Ehrliche Kommunikation ist einfach mal wieder der Schlüssel.

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, zum Miträseln einlädt und so voller Trauer ist, dass es einen teilweise zerreißt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2023

Luft nach oben

Throne of Glass – Die Erwählte
0

Celaena Sardothien ist jung, attraktiv und hat eine Todesstrafe über sich hängen. Doch dann tritt Captain Chaol Westfall auf den Plan und bietet ihr eine einzige Möglichkeit, dem Tod zu entkommen. Kronprinz ...

Celaena Sardothien ist jung, attraktiv und hat eine Todesstrafe über sich hängen. Doch dann tritt Captain Chaol Westfall auf den Plan und bietet ihr eine einzige Möglichkeit, dem Tod zu entkommen. Kronprinz Dorian hat sie ausgewählt, an einem lebensgefährlichen Turnier teilzunehmen. Wenn sie es schafft, 23 erfahrene Kämpfer für ihn zu besiegen, wird sie ihre Freiheit zurückerlangen. Während des Trainings mit Captain Westfall entwickelt sie nicht nur ihre Kampffertigkeiten, sondern auch Gefühle für ihn. Der Kronprinz weckt ebenfalls ihr Interesse. Aber die Zeit, über ihre Emotionen nachzudenken, ist knapp bemessen. Denn im Schloss lauert eine äußerst bedrohliche, mörderische Präsenz im Dunkeln.

Der Schreibstil von Sarah J. Maas ist lebendig und bildhaft. Sie schafft es, die Leser in die fantastische Welt von Erilea eintauchen zu lassen, ohne dass es künstlich wirkt. Die Beschreibungen der Orte, die Charaktere und die magischen Elemente sind gut ausgearbeitet und lassen die Welt lebendig werden.

Die Charaktere in der Geschichte sind vielschichtig und interessant. Celaena ist eine faszinierende Protagonistin, eine begnadete Kämpferin, aber auch eine verletzliche junge Frau, die mit ihrer düsteren Vergangenheit kämpft. Captain Chaol Westfall ist geheimnisvoll und loyal, während Kronprinz Dorian eine interessante Entwicklung durchläuft. Die Dialoge zwischen den Charakteren sind humorvoll und emotional, was dazu beiträgt, dass sie greifbarer und realer wirken.

Die Handlung des Buches ist voller Spannung und Action, besonders während des Wettbewerbs, bei dem Celaena gegen andere Kämpfer antreten muss. Die Prüfungen sind aufregend und gefährlich, aber leider werden einige dieser Szenen zu schnell abgehandelt, was schade ist, da sie das Potenzial für mehr Spannung und Tiefe gehabt hätten.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Celaena in manchen Momenten übermäßig selbstbewusst und gelassen erscheint, was nicht immer zur Ernsthaftigkeit der Situation passt. Man hätte sich gewünscht, dass sie sich ihrer bedrohlichen Lage bewusster ist.

Insgesamt ist "Throne of Glass" ein vielversprechender Start in die Serie, der eine faszinierende Welt, interessante Charaktere und eine spannende Handlung bietet. Obwohl es einige Längen in der Erzählung gibt und die Hauptfigur gelegentlich unrealistisch selbstsicher wirkt, gibt es definitiv Potenzial für die kommenden Bände. Die Geschichte endet mit vielen offenen Fragen, die die Neugierde der Leser wecken und Lust auf mehr machen. Sarah J. Maas hat eine fesselnde Welt geschaffen, die darauf wartet, weiter erkundet zu werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2023

Wohnungstausch

Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe
0

Leena kriecht auf dem Zahnfleisch. Ihr Alltag besteht seit Monaten aus Arbeit, nicht enden wollenden Projekten und einer Menge überstunden. Nach einer Präsentation, die ganz und gar nicht so gelaufen ist, ...

Leena kriecht auf dem Zahnfleisch. Ihr Alltag besteht seit Monaten aus Arbeit, nicht enden wollenden Projekten und einer Menge überstunden. Nach einer Präsentation, die ganz und gar nicht so gelaufen ist, wie sie sollte, wird Leena zu einer Auszeit gezwungen. Zwei Monate Sabbatical. Leena, die sich seit Monaten in Arbeit stürzte, um nicht an ihre verstorbene Schwester denken zu müssen, ist zunächst entsetzt. Doch schnell findet sie Halt bei ihrer Großmutter Eileen in Vorkshire. Eileen ist eine aktive Rentnerin Ende 70, die Lust auf eine neue Liebe hat. Die Auswahl in ihrem kleinen Dorf ist jedoch mehr als begrenzt. Die Lösung: ein Ortswechsel! So beschließen die beiden kurzerhand, ihre Wohnungen zu tauschen. Eileen wird nach London gehen und sich in die Dating-Szene stürzten wohingegen Leena in das ruhige Yorkshire ziehen und zur Ruhe kommen wird. Doch ist das wirklich so eine gute Idee?

Die Geschichte wird abwechselnd aus Leenas und Eileens Sicht geschrieben, was mir total gefallen hat. Gefühlt hörte jedes Kapital mit einer Art Cliffhanger auf, was mich jedes Mal dazu verleitete, weiterlesen zu wollen.
Mir waren aber auch die beiden Protagonistinnen einfach total sympathisch. Auch wenn ich Eileens Aufblühen in London ein kleines bisschen mehr genossen habe, weil ich das Gefühl hatte, sie lebt nochmal richtig auf und zeigt der jüngeren Generation, dass man nicht anonym nebeneinander herleben muss, aber auch Leenas Entschleunigung und dem zarten Band, das sie knüpfte, bin ich gern gefolgt.

Wie bei den meisten romantischen Komödien war mir sehr schnell klar, worauf das alles hinausläuft, dennoch hab ich die Geschichte sehr genossen und sie als kurzweilig empfunden. Und auch ein paar Längen konnten mein Lesevergnügen nicht schmälern.

Eine nette Geschichte mit authentischen und sympathischen Charakteren, die sehr gut für zwischendurch ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2023

Netter Spannungsroman

SORRY. Ich habe es nur für dich getan
1

Robyn ist eine junge und sehr ergeizigeJournalistin aus San Francisco. Als eines Tages die Polizei vor ihrer Tür steht und ihren Exfreund Julian als vermisst erklärt, scheint sie aus allen Wolken zu fallen. ...

Robyn ist eine junge und sehr ergeizigeJournalistin aus San Francisco. Als eines Tages die Polizei vor ihrer Tür steht und ihren Exfreund Julian als vermisst erklärt, scheint sie aus allen Wolken zu fallen. Die Vergangenheit, mit der sie eigentlich abschließen wollte, stürzt mit einem Mal auf sie ein, obwohl sie alles dafür getan hat, um zu vergessen. Auf der Suche nach möglichen Gründen für Julians Verschwinden, findet sie Zuflucht bei ihrem besten Freund Cooper. Als dieser unter Verdacht gerät, etwas mit Julians Verschwinden zu tun zu haben, weiß Robyn langsam nicht mehr weiter. Ihre Gefühle fahren Achterbahn, Liebe, Verlust, Schmerz, Sehnsucht und eine allgegenwärtige Angst, scheinen sie in ihren Klauen zu haben.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, wodurch sich Gegenwart und Vergangenheit langsam ineinander verweben und ein vollständiges Bild ergeben. Ich fand's super spannend, rauszufinden, warum der anfangs von Robyn so geliebte Julian inzwischen ihr Exfreund ist.
Der Schreibstil hat mir dabei wirklich sehr gefallen. Die Autorin baute Spannung auf, würzte mit Spice und behandelte sensible Themen äußerst vorsichtig.

Die Charaktere waren für mich authentisch und erfüllten ihren Zweck als Sympathie- bzw. Antipathieträger. Ich war gern an Robyns Seite und mochte auch Cooper echt gern.

Ich war auf einen wahnsinnigen Plotttwist eingestellt und fühlte mich ein wenig verloren, als dieser bei mir so gar nicht anzukommen schien. Ich weiß, es ist immer falsch, sich an einem Hype zu orientieren, aber für mich passierte absolut nichts Unerwartetes. Ich rechnete bereits mit vielen Szenen und war lediglich über deren Ausführung „überrascht“.

Die Geschichte an sich fand ich okay spannend, wenn man bedenkt, dass es lediglich ein Roman und kein Thriller ist. Bis auf ein paar Längen war sie für mich auch gut nachverfolgbar und konnte mich unterhalten.

Ein nettes Buch für zwischendurch, das gegen Ende ein wenig anzieht, auch wenn man das für meinen Geschmack ruhig noch ein wenig hätte ausführen können, denn gerade am Ende hätte ich gerne noch ein wenig mehr gehabt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2023

Wer ist das Opfer?

Stigma (Milosevic und Frey ermitteln 1)
0

Ein äußerst brutaler Killer geht um. Seine Opfer: Männer, die eine nicht ganz so reine Weste haben. Wie unrein sie jedoch ist, wird erst bei den Ermittlungen klar. Sexuelle Übergriffe auf Frauen scheinen ...

Ein äußerst brutaler Killer geht um. Seine Opfer: Männer, die eine nicht ganz so reine Weste haben. Wie unrein sie jedoch ist, wird erst bei den Ermittlungen klar. Sexuelle Übergriffe auf Frauen scheinen der gemeinsame Nenner zu sein. Wer ist das Opfer und wer der:die Täter:in?

Die Leser:innen werden sofort ins Geschehen geschmissen und direkt mit der vollen Härte der Thematik konfrontiert. In Rückblenden werden Übergriffe der Opfer sehr anschaulich und ungeschönt beschrieben. Die Leser:innen sehen sich bereits zu Beginn der Frage gegenübergestellt, wer hier das Opfer und wer die Täter:innen sind. Eine spannende Frage, die bis zum Ende allgegenwärtig ist.

Am besten haben mir die beiden Ermittler:innen gefallen. Ich mochte Milo und Vince sofort, auch wenn sie sehr lange das Bild aufrechterhalten wollten, dass sie nicht das perfekte Ermittlerduo sind. Milo ist nach außen hin tough, weist Vince ein wenig öfter als nötig in die Schranken und hat einige Geheimnisse, die sie zu verbergen versucht. Vince hingegen ist lustig ungezwungen, lebt sein Leben in vollen Zügen und bringt genau die richtige Menge an Humor mit, um sympathisch zu sein. Die Sticheleien der beiden sind anfangs nett zu lesen, werden hin und wieder aber auch anstrengend, weil Milo unbedingt die unnahbare Fassade aufrechterhalten will.

Die heftige Thematik, die in "Stigma" behandelt wird, ist in meinen Augen authentisch umgesetzt, schockt durch die ungeschönte Schreibweise und bleibt dadurch noch lange im Kopf. Durch die kurzen Kapitel ist das Buch trotz des harten Tobaks gut konsumierbar.

Das Ende war an sich schlüssig, aber irgendwie hat es mich nicht ganz befriedigt. Da ich aber nicht greifen kann, warum es nicht ganz meinen Geschmack traf, ist der Thriller dennoch eine klare Empfehlung. Nicht nur wegen der wichtigen Thematik, die er mit sich bringt, sondern auch, weil ich das Buch gerne gelesen und sowohl den sympathischen Vince als auch die hin und wieder kratzbürstige Milo als sehr angenehme Protagonisten empfunden hab.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere