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Veröffentlicht am 27.05.2026

Die Akte Nordsee wird wieder geöffnet

Akte Nordsee - Die letzte Predigt
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Dies ist Teil 4 der ‘Akte Nordsee’ - Reihe von Eva Almstädt. Ich meine, man kann das Buch auch eigenständig lesen, hat aber vermutlich deutlich mehr Spaß, wenn man die anderen 3 Teile bereits kennt.
Das ...

Dies ist Teil 4 der ‘Akte Nordsee’ - Reihe von Eva Almstädt. Ich meine, man kann das Buch auch eigenständig lesen, hat aber vermutlich deutlich mehr Spaß, wenn man die anderen 3 Teile bereits kennt.
Das trifft bei mir auf jeden Fall zu - ich kenne alle!. Und auch nachdem ich schon so viele Bücher von Eva Almstädt gelesen habe, muss ich einfach wieder feststellen, dass ich ihren Schreibstil unheimlich gerne mag. Selbst wenn ich an der Geschichte mal etwas auszusetzen habe, liest es sich doch immer wieder sehr flüssig und angenehm. Auch dieses Buch war da keine Ausnahme: Kaum hatte ich angefangen, war ich auch schon beinahe wieder durch.

Wer allerdings einen rasanten Thriller erwartet, wird vermutlich enttäuscht. Die Autorin bedient wie so oft ein Genre, das irgendwo zwischen Krimi und Urlaubsroman liegt. Zu Beginn geht es erst einmal recht ausführlich um Zwischenmenschliches und die üblichen privaten Problemchen rund um Fentje, Niklas und seine Katze Blofeld. Wer die ersten drei Bände kennt, weiß vermutlich, wovon ich spreche... So dauert es fast ein Drittel des Buches, bis der Fall so richtig Fahrt aufnimmt, aber was manch einen stören mag, gehört für mich bei dieser Reihe einfach dazu. Ich erwarte es mittlerweile gar nicht mehr anders und mag das gewohnte Dorf- und Familiengeplänkel.

Ein Punkt, der mir in letzter Zeit leider häufiger bei Almstädts Küstenkrimis auffällt, ist jedoch der Klappentext. Den kann man leider nur als irreführend bis schlichtweg falsch bezeichnen. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was der Verlag damit bezwecken will. Im besten Fall ignoriert man es beim Lesen, im schlimmsten Fall führt es einfach zu falschen Erwartungen und Frust beim Publikum.

Am Ende bekommt man hier einen spannenden Kriminalfall geboten, der zwar etwas Anlauf braucht, aber durch das gemütliche Drumherum getragen wird. Teil 4 fügt sich für mich nahtlos in die Reihe ein und ich freue mich schon auf Teil 5.

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Veröffentlicht am 27.06.2024

Die perfekte Urlaubslektüre

Toskanisches Verhängnis
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“Toskanisches Verhängnis” ist der vierte Band aus der Krimireihe um den ehemaligen NYPD-Ermittler Nico Doyle, der sich mittlerweile in der italienischen Toskana niedergelassen hat. Obwohl ich die ersten ...

“Toskanisches Verhängnis” ist der vierte Band aus der Krimireihe um den ehemaligen NYPD-Ermittler Nico Doyle, der sich mittlerweile in der italienischen Toskana niedergelassen hat. Obwohl ich die ersten Bände nicht gelesen habe, hatte ich keinerlei Probleme dabei, die Personen und ihre Vorgeschichten kennenzulernen.
Ich muss kurz ein paar Worte zum Cover verlieren: Mir hat es sofort sehr gut gefallen. Mit dem dezenten Landschaftsbild und der herausstechenden, glänzenden roten Schrift ist es irgendwie schön auffällig unauffällig. Nachdem ich das Buch aber eine Woche im Rucksack mit herumgetragen hatte, war von der schönen roten Schrift leider nicht mehr viel übrig. Aber gut, dem Inhalt des Buches schadet das natürlich nicht.

Wir befinden uns im kleinen Dorf Gravigna in der Toskana, wo sich Nico als Koch im Restaurant der Familie seiner verstorbenen Frau versucht. Seine Ermittlerkarriere bei der New Yorker Mordkommission hat er eigentlich hinter sich gelassen. Ein bisschen verfolgt sie ihn aber doch, denn sein Freund Perillo ist Maresciallo bei der örtlichen Polizei und bittet ihn immer mal um Hilfe. In diesem Fall braucht er einen Dolmetscher für eine völlig aufgelöste Frau, die auf Englisch zu verstehen gibt, dass sie ihre Freundin tot in ihrer Villa aufgefunden hat. Nico hilft bei der Zeugenvernehmung und beim Übersetzen und steckt damit schon wieder mitten in einem neuen Mordfall.
Hier ermittelt nicht nur die Polizei, sondern gefühlt das halbe Dorf. Das ist vielleicht etwas unrealistisch, aber dafür umso unterhaltsamer. Die Autorin - oder die Übersetzerin - hat einen sehr bildhaften Erzählstil. Wenn Perillos Assistent Daniele mal wieder rot anläuft, weil er aus Versehen etwas Selbstbewusstsein gezeigt hat, dann sieht man ihn direkt vor sich stehen.

Ich finde, das Buch ist die perfekte Urlaubslektüre. Man wird mitten unter die Bewohner des Dorfes geworfen und ermittelt mit ihnen gemeinsam den oder die Täter. Zugegebenermaßen spielt das Dorfleben eine mindestens genauso große Rolle wie der eigentliche Fall. Wer hier einen spannungsgeladenen Krimi sucht, wird vermutlich nicht fündig werden. Stattdessen bekommt man als Leserin eine ganze Menge liebenswerter Personen und ihre Geschichten präsentiert, beziehungsweise das, was sie gerade in ihrem Alltag beschäftigt. Mir hat das total gefallen und ich war fleißig am Miträtseln.

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Veröffentlicht am 20.03.2024

Die gelungene Fortsetzung der Reise durch Ffordes verrückte Farbenwelt

Rot
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Das Buch “Rot” von Jasper Fforde ist der zweite Teil seiner Farben-Reihe. Der Autor kreiert eine total verrückte und detailverliebte Welt, die uns Lesern erstmal nähergebracht werden will. Deshalb empfiehlt ...

Das Buch “Rot” von Jasper Fforde ist der zweite Teil seiner Farben-Reihe. Der Autor kreiert eine total verrückte und detailverliebte Welt, die uns Lesern erstmal nähergebracht werden will. Deshalb empfiehlt es sich wirklich sehr, dieses Buch erst anzufangen, wenn man auch den ersten Teil “Grau” kennt.

Die Handlung beginnt exakt dort, wo der erste Teil aufhört: Wir befinden uns nach wie vor in East Carmine, wo der Alltag erstmal seinen gewohnten Gang geht. Allerdings steht Eddies und Janes Anhörung unmittelbar bevor, also ist die Zukunft der beiden Protagonisten ungewiss.
Mehr möchte ich zur Handlung eigentlich gar nicht sagen: das wäre alles irgendwie aus dem Zusammenhang gerissen und bietet außerdem ein viel zu großes Spoiler-Potential.

Eddie, Jane und die anderen leben in einer Gesellschaft, die von strikten Regeln dominiert wird. Die Bewohner können jeweils nur einen Teil des Farbspektrums sehen und werden aufgrund dessen in eine Hierarchie eingeordnet. Wer mehr Farbsicht besitzt, hat eine höhere Stellung. Das vorrangige Ziel der Dorfgemeinschaft scheint es zu sein, die Vorgaben der Zentrale zu erfüllen. So gibt es zum Beispiel eine Linoleumfabrik, die nur darauf getrimmt ist, bestimmte Produktionsziele zu erreichen - ganz egal, ob die Bevölkerung das produzierte Linoleum benötigt oder nicht. Unter dem harten Regime der Gelben wird den grauen Arbeitern so auch einfach mal der komplette Urlaubsanspruch gekürzt oder sich darüber beschwert, dass sie nach mehreren 12-Stunden Schichten nicht mehr motiviert wären. An weiteren Absurditäten mangelt es nicht: Löffel sind das Wertvollste, das es gibt und werden von Generation zu Generation weitergegeben; und - eine meiner liebsten “Regeln” - Handschuhe dürfen zwar hergestellt, aber auf keinen Fall getragen werden.

Der Autor beschreibt seine Welt ausführlich und mit Liebe zum Detail. Das kann zuweilen verwirrend sein, ist aber irgendwie genau das, was dieses Buch ausmacht. Die Handlung hat zwar ein Ziel, aber der Weg dorthin ist mitunter ziemlich verschlungen. Einzelne Ereignisse werden ausführlich beschrieben, obwohl sie gar nichts mit dem hauptsächlichen Erzählstrang zu tun haben (oder es zumindest so aussieht). Wenn man sich darauf einlässt, taucht man mit in die schräge Welt der Protagonisten ein und erlebt den Alltag mit ihnen.
Der Schreibstil ist irgendwie zugleich durcheinander und auf den Punkt gebracht. Wenn sich die Figuren im Buch Wortgefechte über - völlig unsinnige - Regeln liefern, fühlt man sich, als wäre man in einem Slapstick-Film gelandet.

Fazit: Wenn dir “Grau” gefallen hat, dann musst du “Rot” auf jeden Fall lesen. Wenn du gerne zusammen mit den Figuren in eine neue Welt eintauchst und nicht auf eine geradlinige Handlung Wert legst, dann fang auf jeden Fall mit dem ersten Band der Reihe an!

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Veröffentlicht am 20.11.2023

Sofa, Decke, Tee und los geht's

Crosston Creek - Was dein Blick mir sagt
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Holly hat auf der Bristlecone Pine Ranch im Bundesstaat Colorado ein zweites Zuhause gefunden, nachdem sie Hals über Kopf vor ihrem gewalttätigen Stiefvater aus New York geflüchtet ist. Die Ranch betreibt ...

Holly hat auf der Bristlecone Pine Ranch im Bundesstaat Colorado ein zweites Zuhause gefunden, nachdem sie Hals über Kopf vor ihrem gewalttätigen Stiefvater aus New York geflüchtet ist. Die Ranch betreibt eine Pferdezucht und Holly, die zunächst als Haushaltshilfe für den brummigen Besitzer anfing, wurde in den letzten 5 Jahren zum Mädchen für alles auf der Ranch und kann sich ein Leben ohne Pferde nicht mehr vorstellen.
Brian, Hollys Chef, trauert noch immer um seine Frau, die vor 10 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam und hat deshalb den Kontakt zu seinem Sohn Callen abgebrochen. Dass er dabei auch den Fokus auf das Wohlergehen der Ranch aus den Augen verloren hat, wird Holly erst klar, als es schon zu spät ist: Die Ranch soll verkauft werden und das ausgerechnet an einen groben, skrupellosen Geschäftsmann, den nur sein Profit interessiert.
Aber eben der verlorene Sohn könnte die Rettung sein: angeblich steht im Testament seiner verstorbenen Mutter, dass er einem Verkauf zustimmen müsse. Holly kratzt ihr ganzes Geld und ihren ganzen Mut zusammen, um nach New York zurückzukehren und Callen davon zu überzeugen, dass er dem Verkauf nicht zustimmen darf.
Callen kann Hollys Entschlossenheit nicht widerstehen und es wäre ja auch kein Liebesroman, wenn es nicht ordentlich zwischen den beiden knistern würde…


Ich mochte die Hauptfigur Holly von Beginn an und fand auch alle anderen Figuren angenehm detailliert beschrieben. Diverse Nebenfiguren aus dem Örtchen Crosston Creek lassen weitere Teile dieser Reihe erahnen. Die Chemie zwischen Holly und Callen stimmt und wirkt meiner Meinung nach auch nicht übertrieben. Besonders wichtig fand ich, dass die Motivation der einzelnen Figuren begründet wird und ich ihre Handlungen und Gefühle somit gut nachvollziehen kann. Auch der düstere Aspekt um Hollys Stiefvater und ihre Flucht aus New York bekommt genügend Raum, um nachvollziehbar zu sein. Einzig das große Finale fand ich im Detail zu übertrieben - das hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht. Wenn ihr das Buch lest, wisst ihr vielleicht, was ich meine.
Apropos Finale: Das ist, zugegebenermaßen, vorhersehbar, aber wen stört das schon?! Die Tatsache, dass ich für das Buch ein paar Stunden Schlaf opfern musste, spricht meiner Meinung nach für sich. Der Weg zum Ziel ist durchaus abwechslungsreich und nicht vorhersehbar. Und durch die angenehm flüssige Erzählweise der Autorin fühlt man sich fast wie ein Teil der kleinen Dorfgemeinschaft im winterlichen Crosston Creek.

Fazit
Das ist eines dieser perfekten Bücher für einen kuscheligen Wintertag auf dem Sofa. Es befördert einen in eine kalt-verzauberte Welt des verschneiten Colorados und hinterlässt ein heimeliges Gefühl und eine gemütliche Weihnachtsstimmung.
Die Tatsache, dass der Ausgang der Geschichte sehr vorhersehbar ist, hat mich dabei nicht im Geringsten gestört. Die Chemie zwischen den Hauptfiguren stimmt und die Handlung ist kurzweilig und flüssig.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Sports-Romance mit ernstem Thema

Chasing Hearts
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Ich lese wirklich gerne Sports Romance Stories, unter einer Voraussetzung: Der Sport-Teil darf nicht zu kurz kommen und muss sich realistisch anfühlen. Bei „Chasing Hearts“ hat das für mich super funktioniert. ...

Ich lese wirklich gerne Sports Romance Stories, unter einer Voraussetzung: Der Sport-Teil darf nicht zu kurz kommen und muss sich realistisch anfühlen. Bei „Chasing Hearts“ hat das für mich super funktioniert. Ich bin zwar kein Formel-1-Profi, aber die Atmosphäre und die Hintergründe rund um die Rennstrecke klangen für mich absolut glaubwürdig.
Gut gefallen hat mir, dass es nicht nur eine Lovestory ist, sondern ebenso das etwas ernstere Thema männlicher Dominanz im Spitzensport betrachtet. Grace Newman hat das Thema „Frauen im Männersport“ gut rübergebracht, ohne dass es sich gezwungen anfühlt. Es ist einfach Teil der Geschichte und der Lovestory, ohne alles andere zu erschlagen.

Grundsätzlich mag ich die „Enemies-to-Lovers“-Trope sehr, vor allem wegen der eigentlich schon vorprogrammierten Schlagabtausche. Die Chemie zwischen Georgia und Luca hat für mich gestimmt. Luca wird zwar erst als der typische Posterboy und Sohn eines berühmten Vaters eingeführt, ist aber – wie man es sich für eine gute Story wünscht – natürlich nicht so oberflächlich, wie es scheint. Was ich dabei wirklich mochte: Luca ist eigentlich ein „Netter“. Ich kann es nicht leiden, wenn die Frau in solchen Geschichten nur dazu da ist, ihr männliches Pendant anzuschmachten. Das hätte hier auch wirklich gar nicht zu Georgias starker Persönlichkeit gepasst. Beide Figuren begegnen sich auf Augenhöhe und Luca kann akzeptieren, dass Georgia manche Dinge einfach besser macht.
Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist Georgias extreme Reaktion auf ein geplatztes Date von früher. Luca ist damals nicht aufgetaucht, und dass sie ihn deshalb jahrelang regelrecht hasst, fand ich etwas drüber. Aber okay, sie war da Anfang 20 und steckte voller Träume – und irgendwie muss der „Hass“-Teil der Geschichte ja begründet werden, damit die Trope am Ende funktioniert.

Fazit:
Insgesamt ein echt schönes Buch für zwischendurch. Wer Lust auf eine Lovestory mit echtem Rennsport-Feeling und Charakteren hat, die sich nicht nur gegenseitig anschmachten, sondern sich wirklich was zu sagen haben, macht hier nichts falsch.

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