Profilbild von Stardust

Stardust

Lesejury Star
offline

Stardust ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Stardust über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.11.2023

Sie ist dann mal weg

Zeiten der Langeweile
0

"Zeiten der Langeweile" von Jennifer Becker ist ein Roman, in dem mehr steckt, als man auf den ersten Blick vermutet.
Mia ist Anfang 30, lebt in Berlin und beschließt offline zu gehen, mit allen Konsequenzen. ...

"Zeiten der Langeweile" von Jennifer Becker ist ein Roman, in dem mehr steckt, als man auf den ersten Blick vermutet.
Mia ist Anfang 30, lebt in Berlin und beschließt offline zu gehen, mit allen Konsequenzen. Die Protagonistin beschreibt ihre Gedanken und Gefühle, was die Medien mit ihr machen und auch, wie es ihr ohne die Medien geht.
Das ist sehr gut aufgebaut, einfühlsam, langsam, sozusagen zum mitfühlen.
Es ist ein langsames Buch, es gibt nicht viel äußere Handlung, aber es hat aktuelle Bezüge. Das Buch ist trotz des Titels gar nicht langweilig, es regt zum denken, zum nachdenken an.
Mia fühlt sich einsam, ja, sie entwickelt Ängste und das wird hier schön zum Ausdruck gebracht.
Erschreckend, wie abhängig wir und unser Gefühlsleben von den sozialen Medien sind, Mia hat hier einen radikalen Bruch gemacht, aber schon ein kleinerer würde viel verändern.
Ein Buch, dass nachdenklich machen soll und das auch tut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.11.2023

Ein Buch wie ein Computerspiel

Prophet
0

"Prophet" von Sin Blaché und Helen Macdonald ist ein Thriller, der aber auch viele andere Elemente enthält.
Hier sind nicht nur die beiden gegensätzlichen Protagonisten außergewöhnlich, das ganze Buch ...

"Prophet" von Sin Blaché und Helen Macdonald ist ein Thriller, der aber auch viele andere Elemente enthält.
Hier sind nicht nur die beiden gegensätzlichen Protagonisten außergewöhnlich, das ganze Buch folgt einem sehr spannenden, mal ganz anderem Ansatz. Die Spannung ist von Beginn an vorhanden und bleibt auch erhalten. Der Schreibstil ist überzeugend, alles ist sehr anschaulich und bildlich beschrieben, ich habe mich damit leichtgetan.
Es geht hier um ein Forschungsprojekt mit ungeahnten und unvorhersehbare Folgen, hier kann man der Fantasie freien Lauf lassen und das haben die Autorinnen auch reichlich genutzt.
Vielleicht ist bei diesem Buch wichtig, keine Erwartungen zu haben, unvoreingenommen zu sein und sich einfach auf die Geschichte einzulassen. Was teilweise übertrieben erscheint, ist wohl nötig, um das Problem aufzuzeigen. Auf jeden Fall ein Buch, dass im Gedächtnis bleiben wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2023

Und alles war hin

Eigentum
0

"Eigentum" von Wolf Haas ist ein ungewöhnlicher kleiner Roman, in dessen Sprache ich mich erstmal einfinden musste.
Wolf Haas erzählt hier nach und nach in kurzen Rückblicken die Geschichte seiner Mutter, ...

"Eigentum" von Wolf Haas ist ein ungewöhnlicher kleiner Roman, in dessen Sprache ich mich erstmal einfinden musste.
Wolf Haas erzählt hier nach und nach in kurzen Rückblicken die Geschichte seiner Mutter, sozusagen an ihrem Sterbebett sitzen.
Das ganze Leben der Mutter besteht hier aus Arbeit, Arbeit, Arbeit um zu sparen, sparen, sparen. Ihr größter Traum, eigener Grund und Boden, soll sich trotzdem in ihrer Lebenszeit von fast 95 Jahren nicht erfüllen.
Erst mit dem eigenen Grab hat sie Grund in Anspruch nehmen können.
Trotz dem Hintergrund des Todes ist es kein trauriges Buch, die Mutter kommt zu Wort und erzählt aus ihrem Leben und auch der Sohn hat da einiges dazu beizutragen, wie er es erlebte und empfand. Auch eine Abrechnung ist es aber nicht geworden, die beiden sind gut miteinander.
Die Erzählweise, ich kannte den Autor noch nicht, hat trotz des Themas eine gewisse Leichtigkeit, eine Art Humor, auch wenn es schwer wird.
Viele Aspekte der Lebensgeschichte fand ich interessant, manches machte nachdenklich und zwingt dazu das eigene Handeln und Streben zu überdenken. Zu überlegen, was man selber anstelle der Mutter später mal zu sagen hat. Ein kluges kleines Buch, dass sich trotzdem nicht schnell mal nebenbei weglesen lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2023

Gutes und wichtiges Buch

Kontur eines Lebens
0

"Kontur eines Lebens" von Jaap Robben ist ein sehr emotionaler Roman, der uns eine Menge zu sagen hat.
Die einundachtzigjährige Frieda lebt heute in einem Pflegeheim. Ihr Mann ist verstorben und außer ...

"Kontur eines Lebens" von Jaap Robben ist ein sehr emotionaler Roman, der uns eine Menge zu sagen hat.
Die einundachtzigjährige Frieda lebt heute in einem Pflegeheim. Ihr Mann ist verstorben und außer dem Sohn bleiben ihr nicht viele Kontakte in die Außenwelt. Man könnte sie als einsam bezeichnen. Natürlich hält sie da Rückschau auf ihr Leben und so im Nachhinein sieht man beim Lesen sehr genau diese Kontur, auf die der Titel abspielt.
Egal ob in der Vergangenheit, die hier aufgearbeitet wird, mit allen Problemen der damaligen Zeit oder aber in der Gegenwart, die Figuren wirken unglaublich echt und authentisch. Manchmal möchte man am liebsten korrigierend eingreifen.
Neben bei entsteht hier auch ein Abbild der damaligen Zeit und ihrer Konventionen, in den sie genauso gefangen ist, wie in denen der heutigen Zeit.
Gerade die Teile, die sich mit der jetzigen Frieda beschäftigen, mit ihren Gefühlen und Gedanken, mochte ich sehr, obwohl das komplette Buch sehr fesselnd und gut geschrieben ist. Ein Frauenschicksal, dass ganz sicher kein Einzelschicksal war.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2023

Kleines, feines Buch

3 Sekunden
0

"3 Sekunden: Notizen aus der Gegenwart" von Karl-Theodor zu Guttenberg ist ein kleines Buch, welches Gedanken und Überlegungen sammelt.
Man muss hier nicht mal allen seine Gedanken zustimmen, aber es sind ...

"3 Sekunden: Notizen aus der Gegenwart" von Karl-Theodor zu Guttenberg ist ein kleines Buch, welches Gedanken und Überlegungen sammelt.
Man muss hier nicht mal allen seine Gedanken zustimmen, aber es sind kluge Überlegungen, die zum nachdenken und reflektieren anregen.
Es ist kein Buch, um es schnell mal so wegzulesen, nein, es lohnt sich schon über einige Aussagen nachzudenken. Sehr gut gefällt mir hier auch der Humor dahinter, gerade der gegen sich selbst.
Es geht um den Menschen im Allgemeinen, um den Autor als Mensch im Besonderen, um Politik, einfach um das Leben. Vieles ist aktuell und klug betrachtet, anderes wird mir nicht verständlich.
Ein Buch, welches sich zu lesen lohnt und von dem auch einiges an Inhalt bei mir bleiben wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere