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Veröffentlicht am 08.06.2026

Trial and error

Es war nicht anders möglich
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Das Debüt von Svenja Lisau „Es war nicht anders möglich“ hätte so toll sein können. Ich bin nicht nur ein großer Fan dieses Covers, sondern auch von der Idee eines Kneipenromans, in dem die Protagonistin ...



Das Debüt von Svenja Lisau „Es war nicht anders möglich“ hätte so toll sein können. Ich bin nicht nur ein großer Fan dieses Covers, sondern auch von der Idee eines Kneipenromans, in dem die Protagonistin nicht nur auf andere Menschen trifft und deren Geschichten erzählt, sondern auch selbst struggelt und nach einem Ausweg sucht - zwischen Schmerz, Düsternis, Sehnsucht und Hoffnung.



„Ich schreibe über dich, um dich loszuwerden. Dich aus meiner Biografie rauszuschreiben. Oder dich für immer an mich zu pressen. Mich endlich in dich reinzutippen. Reinzuhacken. Mir ist erst mal beides recht, wenn ich nur diese Unruhe nicht mehr verspüren muss. Es ist ein Versuch. Trial and error.“



Martinas Vater, den sie gar nicht mal so gut kennt, ist gestorben. Sie blättert durch Bilder, zurückgebliebene Fotos aus dem Leben eines Mannes, in dem kein Platz für sie war. Früh hat er die Familie verlassen und doch wünscht sie’s sich bis heute, dass sie ihn trifft, dass er sie rettet. 
Trotz oder gerade wegen ihrer Arbeits- und Spurlosigkeit versucht die Mitte dreißigjährige Frau in langen, Berliner Nächten wieder Trost und Halt zu finden. Eine neue Familie. Ein Glas nach dem anderen, zwischen Gesprächen, Schlager und wirren Gedanken.



„>Ich möchte mich nicht aufdrängen, aber…< - Ring frei für Klaus’ Lebens-Problem-Monolog (den ich hier ungefiltert wiedergeben werde, da wir alle da mit dranhängen, es hätte jeden von uns treffen können, nur weil ihr zufällig nicht da wart, soll euch nicht vorenthalten werden, welches Leben ganz nah neben euch durch Zeit und Raum torkelt. Ich war nur durch Zufall näher dran als ihr. Aber Klaus lebt neben euch, hört seine Stimme)...“



Was sehr rotzig, frech, Berlinerisch und mal anderes begann, nervte mich mit der Zeit wahnsinnig, ähnlich wie diese sprunghaften Wechsel zwischen Gedanken, Einschüben, Vorstellung und Realität. Ich wünschte, ich könnte zu diesem Buch und dem Plot deutlich mehr sagen, aber nach gerade einmal 68 Seiten habe ich diesen Roman genervt und teils verwirrt wieder zur Seite gelegt.

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Veröffentlicht am 06.03.2023

Ein Segeltörn, der einem wirklich vieles abverlangt.

In blaukalter Tiefe
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Caroline und Andreas Kepler sind nach außen hin ein erfolgreiches Paar, das wahrlich jede Hürde meistert, doch zwischen ihnen kriselt es schon seit Ewigkeiten. Ein lang ersehnter Traum und Urlaub soll ...

Caroline und Andreas Kepler sind nach außen hin ein erfolgreiches Paar, das wahrlich jede Hürde meistert, doch zwischen ihnen kriselt es schon seit Ewigkeiten. Ein lang ersehnter Traum und Urlaub soll ihrer Beziehung nun endlich wieder Aufwind verleihen und anfangs sieht es tatsächlich so aus, denn "Als er ihr verriet, dass er ein Segelschiff gechartert hatte und sie in die schwedischen Schären segeln würden, hatte Caroline mit ihm geschlafen, das erste Mal seit Monaten.", aber da gab es noch eine kleine Kleinigkeit. Sie würden nicht alleine fahren. Andreas hatte seinen Kollegen aus der Kanzlei Daniel Schmidt und dessen Freundin Tanja eingeladen sie neben dem Skipper und dessen Freundin zu begleiten. Doch während Daniel es als Chance sieht, seinen Chef zu beeindrucken, fragt sich Tanja bereits zu dem Zeitpunkt, ob es wirklich eine gute Idee war, die Einladung anzunehmen. Auch an Bord wird sie dieses Gefühl nicht los, denn irgendwie scheint alles anders zu laufen als geplant und sie fühlt sich nur noch verkrampft und fehl am Platz, gar ihre Beziehung stellt sie zu dem Zeitpunkt in Frage. "Ich bin nicht naiv. Es passt wohl kaum. Der Topanwalt und die Altenpflegerin, was soll denn daraus werden?". Auch dass die Freundin des Skippers sie dann doch nicht begleiten würde, macht die Situation zwischen den beiden Paaren und auch untereinander nicht angenehmer. Weitere Probleme, Gedanken und die stete Verbindung zur Kanzlei sollen sie die nächsten zehn Tage nicht loslassen und ihnen sehr viele Nerven rauben. Aber nicht nur das - Risse in ihren Beziehungen werden sichtbar, fragliche Charakterzüge und Geheimnisse werden auf engstem Raum zur Qual und auch der Skipper scheint ihnen so einiges verschwiegen zu haben. Die Wetterverhältnisse tun ihr übriges, ein Sturm bringt sie in größte Seenot und damit tun sich Gräben auf, die wirklich niemand vorher erahnt hat.

"Andreas nickte, um sich selbst Mut zu machen. Er war naiv gewesen. Hatte wirklich gedacht, er könne sich für zehn Tage von allem frei machen. Zehn lächerliche Tage. Die Zukunft der Kanzlei, die Krankheit ihrer Tochter. Isabelle in der neuen Wohnung, ihr neuer Freund. Caroline und er hatten sich eingeredet, Isas Zustand sei stabil. Vielleicht war sein Wunsch, Caroline auf diesem Boot wieder näherzukommen, ebenso naiv gewesen. Die Dinge änderten sich eben nicht von allein. Er fühlte sich von ihr nicht wahrgenommen, auch hier nicht, an Bord. Aber darüber konnte er nicht mit ihr reden. Caroline hasste Selbstzweifel."

Puh, so viel Unausgesprochenes, Versuche den anderen eifersüchtig zu machen, Übergriffe... ich glaube, ich bin für solche Romane einfach nicht gemacht. Ich habe mich auch lange gefragt, ob ich dieses Buch ohne das erste Kapitel vielleicht schöner gefunden hätte oder nicht, denn bereits nach den ersten fünf Seiten hatte ich das Gefühl, den weiteren Verlauf und den Ausgang des Buches bereits zu kennen und so war es dann tatsächlich auch. Das machte es mir neben den immer unsympathischer werdenden Protagonist*innen mit ihren fragwürdigen, unausgesprochenen Problemen immer schwieriger an diesem Buch überhaupt noch Gefallen zu finden. Abwechselnd berichten sie von ihren Ansichten, den Geschehnissen an Bord und ihren Zwischenaufenthalten an Land. Und was irgendwie als eine Art Pärchen-Segelausflugs- und Beziehungs-Rettungsaktions-Geschichte startete wurde für mich mehr und mehr zu einer schlechten Soap voller künstlicher Dramatik, Abhängigkeiten und natürlich auch neu aufflammender Liebe. Kristina Hauff alias Susanne Kliem hat mit "In blaukalter Tiefe" einen Roman geschrieben, in dem sie sehr viele Themen und Probleme, die in Partnerschaften auftauchen, gemeinsam mit fünf grundsätzlich verschiedenen Charakteren auf den begrenzten Raum eines Bootes packt und dieses 'Sozialexperiment' mit einem auf die Spitze getriebenen Spannungsroman kombiniert... als Unterhaltung ist dies sicherlich lesenswert - etwas übertrieben, mit einem steten flauen Gefühl im Magen und sehr viel Pärchendynamik, aber sobald man mehr erwartet, würde ich dann doch eher zu einem anderen Buch raten.

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Veröffentlicht am 30.05.2021

Ein vermeintlich traumhafter Sommer mit Polly Samsons neusten Roman

Sommer der Träumer
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Eine sommerliche Auszeit wäre wahrscheinlich gerade für jeden von uns eine willkommene Abwechslung. Einmal allem entfliehen können, sich treiben lassen und neue Leute kennenlernen. Ach, das wäre ein Traum...

So ...


Eine sommerliche Auszeit wäre wahrscheinlich gerade für jeden von uns eine willkommene Abwechslung. Einmal allem entfliehen können, sich treiben lassen und neue Leute kennenlernen. Ach, das wäre ein Traum...

So ähnlich dachte sich das wahrscheinlich auch die 18jährige Erica Hart in Polly Samsons Roman "Sommer der Träumer". Als ihre Mutter stirbt und zuhause zwischen ihr und ihrem Vater eine ständige Spannung herrscht, kommt die Einladung von Charmian Clift, Buchautorin und Freundin ihrer Mutter, mehr als gelegen. Gemeinsam mit ihrem Freund Jimmy Jones und ihrem Bruder Bobby macht sie sich auf den Weg nach Griechenland. Die griechische Insel Hydra ist Rückzugort für viele Künstler, Musiker, Maler und Freiheitssuchende. Dort angekommen, treffen sie neben dem kanadischen Musiker Leonard Cohen auf zahlreiche bekannte Persönlichkeiten und werden Teil der dort ansässigen Künstlergemeinschaft. Erica lernt zum ersten Mal die Unbeschwertheit des Lebens kennen, genießt die Freiheit und Gesellschaft - sie lässt sich treiben. Laue Sommernächte, Musik, Gespräche bei Mondlicht, bewundernswerte, 'neue' Freunde. Alles wirkt gerade bei dieser Kulisse traumhaft, doch der anfängliche, schillernde Schein trügt, denn Geldnöte, Gewaltausbrüche, Polygamie, Alkoholexzesse und menschliche Abgründe machen auch vor der Insel nicht Halt.

"Wir waren wie berauscht von unseren Idealen, tänzelten verträumt und hoffnungstrunken einer Zukunft entgegen, die aus ihrer Vergangenheit gelernt hatte. Als ich die Tür von Leonards Haus erreiche, ist mir ein wenig schwindelig, und ein Stöhnen entweicht mit bei dem Gedanken an den Mann im Weißen Haus, an diese Welt, die sich rückwärts dreht."

Eigentlich eine sehr spannende Ausgangslage, die gerade das Leben der Bohemians in den 60er Jahren beleuchten und 'begleiten' soll. Auch wenn es sich hierbei um einen fiktiven Roman handelt, so könnten sich einzelne Situationen auf der Insel Hydra tatsächlich ereignet haben, denn viele der erwähnten Künstler haben einen Bezug zu eben jener griechischen Insel, lebten in den 60ern dort oder gehörten der Künstlergemeinschaft an. Doch so faszinierend und gut recherchiert das vielleicht klingt, genauso überfordernd war dieser Roman für mich. Die Geschichte enthält viel, 'redet' wie ein Wasserfall ohne wirklich voran zu kommen oder Bilder entstehen zu lassen und liefert ein buntes Potpourri aus Gesprächen, Gedanken und kurzen Landschaftsbetrachtungen. Alles zieht vorbei und so hatte ich dann beim Lesen auch ständig das Gefühl, ich würde den Protagonisten nur hinterherlaufen, nur einzelne Fragmente aufschnappen, teilweise Dinge nicht verstanden oder bereits nach wenigen Zeilen wieder vergessen haben. Unter einem "Sommer der Träumer" stelle ich mir dann doch eher etwas anderes, zum Verweilen einladenderes und inspirierenderes vor. Gerade dieses wohlige Sommergefühl wurde durch die zahlreichen Dialoge, Probleme und Aufregungen unterdrückt und ich fühlte mich sehr schnell verloren. Auch sprachlich konnte Polly Samson bzw. ihr Übersetzer Bernhard Robben mich nicht begeistern, eine Frau, die sich nicht gerne als "Kleine", dafür aber gerne als "Puppe" ansprechen lässt, "Darling" hier und da, Sätze wie "Charmian weiß bestimmt, wie sehr ich sie anhimmle, trotzdem scheint sie sich jedes Mal zu freuen, wenn sie mich sieht. Ich gehe ihr mit den Kleinen zur Hand, gebe ein gutes Beispiel, indem ich mein Geschirr abräume oder den Tisch decke..." oder "Sie zieht die Augenbrauen hoch, macht auf teuflisch sexy und tippt an die Spritze." Ach, puh... vielleicht ist es für die 60er passend, aber nein es ist nichts mehr für mich. So habe ich dieses Buch dann auch recht schnell abgebrochen und der unvergessliche Sommer, durfte ohne mich hektisch, aufregend im sommerlichen Griechenland voranschreiten.

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Veröffentlicht am 20.08.2019

Das winkende Eichhörnchen aus der Koma-Comedy-Show

Wir von der anderen Seite
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Von Anika Deckers Buch "Wir von der anderen Seite" habe ich ehrlich gesagt sehr viel erwartet. Aufgrund zahlreicher prominenter Vorschusslorbeeren und ihrer eigenen Geschichte, die im wesentlichen mit ...

Von Anika Deckers Buch "Wir von der anderen Seite" habe ich ehrlich gesagt sehr viel erwartet. Aufgrund zahlreicher prominenter Vorschusslorbeeren und ihrer eigenen Geschichte, die im wesentlichen mit der, der Protagonistin des Buches übereinstimmt, sollte dies nun also ein vielseitig bewegender Roman sein... doch dem ist leider ganz und gar nicht so.
Aber zunächst: Worum geht's?

Rahel Wald ist eine recht bekannte Drehbuchautorin für Komödien aller Art. Doch von heute auf morgen sollte schlagartig alles anders sein und ihr Leben einem Drama gleichen. Sie ist im Krankenhaus. Intensivstation. Rahel erwacht aus dem Koma, umringt von Schläuchen und ihrer schrägen Familie. Seit Weihnachten liegt sie nun da, halb lebend, atmend und doch innerlich beinahe tot. Organversagen nach verklemmten Nierenstein. Und nun kämpft sie sich zurück. Schritt für Schritt ins Leben und erzählt von Hirngespinsten, winkenden Eichhörnchen, skurrilen Begegnungen, ganz viel Trauer und doch irgendwie auch Glück.

So oder so ähnlich könnte man es jetzt zumindest erzählen ohne ins Fragwürdige abzudriften, denn was sich dem Leser hier bietet ist wirklich eine mehr als fragliche Krankengeschichte. Dieses Buch gleicht einem simplen Samstagabend-Spielfilm, der kaum in die Tiefe geht. Die durchdringende Angst und Besorgnis, die die Protagonistin umtreibt, wird auf ein Minimum reduziert oder gleitet stets in äußerlich komisch unterhaltende Situationen ab. Rahel bepinkelt sich dabei nicht nur einmal. Dies scheint ihr peinlich, doch einen Blick auf ihr Innerstes lässt Decker nicht wirklich zu. Generell wechseln zahlreiche komische Situationen einander ab, es scheint, als ob krank sein eine reine Unterhaltungsshow wäre. Vielleicht stellt man sich als Nichtbetroffener die Genesung eines schwerstkranken Menschen so vor oder die Komödienvariante ist eben besonders unterhaltend, denn Selbstzweifel und Co. sind eben nicht sonderlich 'sexy'... Und das zieht dann für mich den ganzen Roman ins Lächerliche. Decker lag selbst im Koma und versucht nun anscheinend besonders witzig ihre Erlebnisse aufzuarbeiten, aber von wirklicher menschlicher Authentizität kann hier einfach keine Rede sein. Leicht und locker flockig schreiben, kann Decker und wahrscheinlich wäre es eine klasse Drehbuchgrundlage, aber inhaltlich fehlt einfach eine Menge. Meine einzigen Highlights waren tatsächlich Zitate aus Sibylle Bergs Romanen, aber ansonsten konnte ich, bis auf ein paar allgemeine Erkenntnisse kaum etwas Begeisterndes entdecken. So habe ich ihren Roman zwischenzeitlich zwei mal abgebrochen, weil ich einfach viel zu genervt war, um überhaupt noch Freude daran zu empfinden. Vielleicht ist es ein super Buch, für Menschen, die viel um die Ohren haben und etwas rein Unterhaltendes suchen, aber wer wirklich Anspruch hat, wäre hier jedenfalls äußerst schlecht beraten.

Veröffentlicht am 22.09.2017

Sehr lebensnah und doch am Thema vorbei

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam
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"Im Supermarkt sind die Armen leicht zu erkennen. Es sind die mit einer Einkaufsliste in der Hand, von der sie nicht abweichen. Die, die Waren ohne Preisschild mit dem Barcodescanner prüfen. Die, die vor ...

"Im Supermarkt sind die Armen leicht zu erkennen. Es sind die mit einer Einkaufsliste in der Hand, von der sie nicht abweichen. Die, die Waren ohne Preisschild mit dem Barcodescanner prüfen. Die, die vor den Regalen von einem Fuß auf den anderen treten. Die, die lange vor dem Überangebot an Joghurt verharren und Vergleiche anstellen [...] in der Hoffnung, die klügste Wahl zu treffen " - Willkommen im Leben von Sophie.

Das Buch "Als der Teufel aus dem Badezimmer kam" eine Art Biografie, nur anders. Sophie Divry schreibt sehr offen über ihre Gedanken und das Dasein als Arbeitslose, Schriftstellerin und von der Grundsicherung Lebende. Der Weg hinaus aus diesem Leben ist nicht einfach und gar häufig schwieriger als es aussieht - die Verlockung steckt überall und macht nicht am fehlenden Plus auf dem Konto halt. Sophie hat gerade noch 17,70 Euro für die nächsten Tage ... eine weitere Rechnung? Bingo! Überzogen.

Es wird bereits zu Beginn nur von einem "Improvisationsroman voller Unterbrechungen und ohne Anspruch auf Tiefgang" gesprochen, dennoch hätte ich mehr erwartet. Die durch den Titel erwartete Auseinandersetzung mit dem Teufel beschränkt sich auf wenige Seiten, die kaum der Rede wert sind. Es ist eine Art Collage aus Alltagsbeschreibung, lustigen Metaphern und Umschreibungen sowie Auseinandersetzungen mit dem gesellschaftlichen Problem der Arbeitslosigkeit. Der lockere Schreibstil macht es recht einfach in Sophies Leben hineinzuversetzen, dennoch denke ich, dass vieles durch die Übersetzung aus dem Französischen verloren ging. Das Besondere an diesem Buch ist die Gestaltung, bereits der minimalistische Titel macht aufgrund seiner Ausstanzung der Teufelshörner neugierig und die Innenseiten brechen häufig aus dem alltäglichen Blocksatz heraus. Ansonsten muss man leider sagen: "am Thema vorbei". Sehr schade!