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Veröffentlicht am 03.06.2024

Erwachsenwerden, finden und verlieren

Man sieht sich
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Rezension zu „Man sieht sich“ von Julia Karnick
Julia Karnick erzählt in ruhigem, gut lesbaren Ton die Geschichte von Friederika und Robert. Erzählt wird die Geschichte auf knapp 480 Seiten, die sich aber ...

Rezension zu „Man sieht sich“ von Julia Karnick
Julia Karnick erzählt in ruhigem, gut lesbaren Ton die Geschichte von Friederika und Robert. Erzählt wird die Geschichte auf knapp 480 Seiten, die sich aber nach deutlich weniger anfühlen. Kein Wunder- verfolgen wir die Protagonisten doch von Ihrer Jugend in den 90ern bis ins Erwachsensein im Heute. Der Figurenkreis bleibt dabei größtenteils gleich, abgesehen von kleinen Nebenfiguren, die hier in das Leben von Frie und Robert schlüpfen. Langweilig wird es nicht, auch weil Julia Karnick die Geschichte sehr geschickt erzählt. Immer wieder treffen und verlieren Robert und Frie sich. Dabei treibt die Autorin die Geschichte immer wieder aus Fries oder Roberts Sicht im Wechsel voran. Dadurch schlüpft man in doch recht unterschiedliche Leben. Außerdem wird durch die längeren Lebensphasen der Trennung so viel Abwechslung in die Geschichte gebracht, dass die Tatsache, dass die zwei sich immer wieder treffen und wieder verlieren, zu keinem nervigen hin und her wird. Ihnen kommt einfach das Leben dazwischen, was die Geschichte so authentisch macht. Wer nach einer Geschichte sucht, bei der man die Protagonisten beim Erwachsenwerden begleiten kann und außerdem Familie und Freundschaft eine Rolle spielen, der sollte zu diesem Buch greifen.

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Veröffentlicht am 17.05.2024

guter Fall, tolle Charaktere

Südlich von Porto wartet die Schuld
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Rezension zu „Südlich von Porto wartet die Schuld“ von Mariana da Silva
In dem zweiten Band der „Sündlich von Porto“-Reihe bringt uns Mariana da Silva wieder zurück nach Torreira. Die Protagonistin Ria ...

Rezension zu „Südlich von Porto wartet die Schuld“ von Mariana da Silva
In dem zweiten Band der „Sündlich von Porto“-Reihe bringt uns Mariana da Silva wieder zurück nach Torreira. Die Protagonistin Ria ist nach Portugal umgezogen und richtet sich langsam ein. Währenddessen wird ein Mann tot in den Dünen gefunden. Der Einstieg in das Buch ist wieder sehr gelungen. Der Leser hat kurz die Gelegenheit in dem Setting anzukommen, dann beginnt der Fall. Durch die angenehme, leicht zu lesende Sprache fliegen die Seiten nur so dahin. Der Krimi besticht durch einen interessanten Fall, bei dem man immer wieder eine Ahnung hat, was passiert sein könnte, ohne dass die Lösung zu sehr auf der Hand liegt.
Das Besondere an diesem Band sind aber, wie auch schon beim ersten Fall, die Figuren. Natürlich steht der Fall an sich im Vordergrund, aber die Figuren und ihr Privatleben spielen immer wieder eine Rolle und werden als weiterer Handlungsstrang vorangetrieben. Die Deutsch-Portugiesin Ria ist wieder mitten drin in den Ermittlungen und muss eng mit dem Kommissar Baptista zusammenarbeiten, da ihr Kollege und Schwager Pinto seine Hochschwangere Frau kaum aus den Augen lässt. Baptista und Ria verstehen sich dabei mal mehr und mal weniger gut. Die Kabbeleien sind unterhaltsam, auch weil die Charaktere insgesamt unterschiedlich sind und schön herausgearbeitet sind. Schön ist auch, dass es ein Wiedersehen mit allen Charaktere aus Band 1 gibt, wie Rias Tante und Onkel, ihren Eltern und Nuno. Das Beziehungsgeflecht birgt insgesamt einen tollen Handlungsstrang der zusätzlich Interesse weckt.
Insgesamt ist der Krimi gelungen. Es kommt sofort ein gewisses Fernweh auf, der Fall ist interessant gestaltet und die Figuren reißen mit. Sollte jemand einen Krimi erwarten, der vor lauter Spannung nachts wachhält, der wird wohl eher enttäuscht sein. Er sei aber jedem empfohlen, der im Nebenstrang wert darauf legt, etwas über die Figuren zu erfahren und der das Setting fühlen möchte. Außerdem bin ich sicher, dass der Krimi jedem gefällt, der auch die Lost in Fuseta Reihe von Gil Ribeiro mag.

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Veröffentlicht am 03.12.2023

durchdacht und sympathisch

Im Herzen so kalt (Ein Fall für Maya Topelius 1)
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Rezension zu „Im Herzen so kalt“ von Sandra Aslund
Sandra Aslund hat mit „Im Herzen so kalt“ eine unterhaltsame Reihe begonnen. Der Krimi findet hauptsächlich in Ostersund statt, allerdings kommend ei ...

Rezension zu „Im Herzen so kalt“ von Sandra Aslund
Sandra Aslund hat mit „Im Herzen so kalt“ eine unterhaltsame Reihe begonnen. Der Krimi findet hauptsächlich in Ostersund statt, allerdings kommend ei Ermittler aus Stockholm, sodass ein schöner Kontrast zwischen der Stadt und dem eher dunkel und kalt wirkenden Tatort entsteht.
Der Mordfall ist von Beginn an rätselhaft, was relativ lange anhält. Auch das Mordmotiv ist lange nicht klar. Inhaltlich wird sowohl die Abholzung von Wald als auch stark übergriffiges Verhalten gegenüber Frauen. Beides ist geschickt in den Krimi eingewebt.
Neben der Spannung, die der Fall an sich mitbringt, besticht der Krimi aber vor allem durch seine Figuren. Das Ermittlerteam Par und Maya ist sehr sympathisch. Der ältere, erfahrene Par und die junge, motivierte und hier und da leichtsinnige Maya ergänzen sich gut. Richtig interessant sind sie im Zusammenspiel mit den Kollegen aus Ostersund, die verschlossen und, im Vergleich zu den Stockholmern, unprofessionell mit dem Fall umgehen. Die Dynamik der Kollegen macht Spaß und ist unterhaltsam.
Wichtig sind außerdem Mayas Freundinnen aus Stockholm, die immer wieder eine Rolle spielen, sei es thematisch oder als Unterstützung mit guten Ratschlägen. Die Freundinnen sind eine nette Begleitung durch die Reihe.
Insgesamt weiß der Krimi zu unterhalten und katapultiert mit passenden Beschreibungen und schwedischen Begriffen in das ländliche Schweden. Perfekt für diese Jahreszeit. Der Krimi ist bis zur letzten Seite durchdacht.

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Veröffentlicht am 05.07.2023

Gefühlvoll

Vom Ende der Nacht
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Rezension zu „Vom Ende der Nacht“ von Claire Daverley
Claire Daverley beschreibt mitreißend die Liebe zwischen Will und Rosie. In einem sanften Erzählton begleiten wir die beiden von ihrer Jugend bis ins ...

Rezension zu „Vom Ende der Nacht“ von Claire Daverley
Claire Daverley beschreibt mitreißend die Liebe zwischen Will und Rosie. In einem sanften Erzählton begleiten wir die beiden von ihrer Jugend bis ins Erwachsenenalter. Die Autorin erzählt gefühlvoll vom Leben der beiden, ihren Entscheidungen, Fehlern und Glücksmomenten. Obwohl Will und Rosie sehr unterschiedlich sind, spürt man schnell die besondere Verbindung zwischen den beiden. Der Klappentext verrät schon, dass den beiden Geschehnisse im Weg stehen, die schnell erahnbar sind. Das tut der Spannung aber keinen Abbruch. In diesem Roman kann man sich ein Happy End vorstellen, aber auch ein Ende, in dem die zwei ihre Liebe verlieren. Im Fokus steht aber auch eher die Beziehung an sich und die Familien der beiden. Rosie ist vernünftig, zielstrebig und vom Elternhaus so erzogen, dass sie sich und ihre Bedürfnisse zurückstellt. Das Elternhaus wirkt kühl und diszipliniert. Will ist eher ein Freigeist, der gemeinsam mit seiner Schwester bei seiner Großmutter aufwächst, die sehr liebevoll ist. Diese Unterschiede zwischen den beiden machen den zusätzlichen Reiz aus. Thematisiert werden neben der Liebe der beiden also auch die Familie und der Zusammenhalt und Dynamik in der Familie, Freundschaft, und Zusammenhalt und Füreinander Dasein allgemein.
Wer Lust auf eine gefühlvoll erzählte Liebesgeschichte hat, in der die Charaktere die Höhen und Tiefen des Lebens durchleben, der sollte unbedingt zu diesem Buch greifen.

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Veröffentlicht am 17.06.2023

berührend, leise

Unsere Stimmen bei Nacht
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Rezension zu „Unsere Stimmen bei Nacht“ von Franziska Fischer
[…] denn ankommen, das sollte man mit zwanzig oder maximal noch dreißig an einem Ort, bei einem Menschen, danach gab es kein Ankommen mehr, ...

Rezension zu „Unsere Stimmen bei Nacht“ von Franziska Fischer
[…] denn ankommen, das sollte man mit zwanzig oder maximal noch dreißig an einem Ort, bei einem Menschen, danach gab es kein Ankommen mehr, nur ein Weitergehen.“ (S.41)
Franziska Fischer schlägt in ihrem Roman leise Töne an.
Eine WG in Berlin, darin lebend das Vermieter-Ehepaar (Gloria und Herbert), ein Vater mit seiner 15-jährigen Tochter (Gregor und Alissa), der Student Jay und Lou. Die Charaktere sind fein herausgearbeitet und alle auf ihre Art und mit ihren Fehlern sympathisch. Wir lernen Gloria als mütterlich und liebevoll, Herbert als etwas grummelig, Gregor als eigenbrötlerisch, Alissa als verloren, Jay als planlos und Lou als energiebündel, kreativ und Suchende kennen. Diese Vielfalt macht Spaß. Die Figuren Suchen und Finden und Suchen, sie öffnen sich und finden zusammen. Begleitet wird die Geschichte vom Winter bis in den Sommer und das passt wundervoll zusammen. Der trübe Winter, der alles zum ergrünen bringende Frühling und der Sommer mit seinen lauen Abenden begleitet die Figuren sehr harmonisch und natürlich. Alles fügt sich. Die Geschichte ist ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben dieser Figuren, das Ende fügt sich perfekt ein. Wie die Geschichte, so mitten aus dem Leben gegriffen, ist auch das Ende offen und lässt den Leser doch mit einem entspannten Gefühl zurück. Sie bietet interessante Inneneinsichten in unterschiedlichste Leben.
Neben den Charaktere besticht das Buch auch durch seine Unaufgeregtheit und ist doch niemals langweilig. Im Gegenteil, die Schöne Atmosphäre und die Tiefgründigkeit wird hervorgehoben und sorgt für ein tolles Leseerlebnis. Große Empfehlung also für „Unsere Stimmen bei Nacht“.
Und am Ende stellt man vielleicht wie eine der Figuren fest: […] doch manche Tage wurden größer, wenn sie sie mit den richtigen Menschen teilte […].“ (S.148)

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