Profilbild von readingmakesmefeellike

readingmakesmefeellike

Lesejury Star
offline

readingmakesmefeellike ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit readingmakesmefeellike über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.02.2018

Viel Drama, aber rund!

Crushed - Verborgene Berührung
0

Worum geht's?
"Elf Jahre ist es her, dass Savannah Grady Kite Kane das letzte Mal gesehen hatte. Damals in der High-School hielt man sich besser fern von Kite. Er war Furcht einflößend, aggressiv, ein ...

Worum geht's?
"Elf Jahre ist es her, dass Savannah Grady Kite Kane das letzte Mal gesehen hatte. Damals in der High-School hielt man sich besser fern von Kite. Er war Furcht einflößend, aggressiv, ein Kämpfer. Und er tat alles, damit ihm niemand zu nahe kam. Savvy ging ihm aus dem Weg, mied seinen durchdringenden Blick. Bis auf einen einzigen Moment, einen einzigen Kuss, der ihr den Atem raubte und sie in die Hölle blicken ließ. Denn Kite schwor ihr, wenn sie ihn noch einmal berührte, würde er sie niemals wieder gehen lassen. Doch das ist lange her und auf der Suche nach einem Job ist Savvy sich sicher, dass Kite, der weltberühmte Rockstar, sie längst vergessen hat. Bis sie merkt, dass es zu spät ist und er sich an sie erinnert ..."

Warum hab ich es gelesen?
Nun ja... im Klappentext war von einem Rockstar die Rede - das reicht aktuell ja bereits um mein Interesse zu wecken. Vielen Dank, Jamie Shaw!

Wie war's?
Erstmal muss ich gestehen: Es ist mir schon wieder passiert. Crushed - Verborgene Berührung ist der bereits vierte Teil einer Reihe, was mir allerdings erst nach der Hälfte des Buches bewusst wurde. Ich hatte keine Probleme damit, allerdings lernt man natürlich schon einiges über die Pärchen und deren Hintergründe der vorangegangenen Teile.
Also rückwirkend betrachtet ist dieses Buch eigentlich so gar nichts für mich. Viel zu viel Drama, viel zu viel Vergangenheit, und auch, wenn ich in diesem Genre gerne ein Auge zudrücke: Viel zu viel absolut unrealistische Begebenheiten und Zusammenhänge. Aber was soll ich sagen? Das Lesen hat mir trotzdem Spaß gemacht. Aber der Reihe nach:
Killian, genannt Kite, und Savvy haben es beide nicht gerade einfach. Obwohl sie in der Highschool nicht wirklich was miteinander zu tun haben, erleben sie einen glücklichen Moment - aber eben nur kurz. Nach elf Jahren begegnen sie sich nun also wieder und müssen erneut zueinander finden.
Beide Protagonisten mochte ich eigentlich sehr gerne. Ich konnte mich in beide, trotz ihren wirklich zum Teil recht abstrusen Hintergründen gut einfühlen und ihre Handlungen nachvollziehen. Naja, zumindest zum Großteil, denn was mir so gar nicht getaugt hat, war die quasi nach dreiviertel des Buches plötzlich thematisierte BDSM-Neigung Killians. Seriously, musste das noch sein? Nur weil der Kerl absolut vieles durchlebt hat, was jedem Soapfigur-Lebenslauf Konkurrenz macht, heißt das noch lange nicht, dass er zwingend darauf stehen muss. Noch dazu wurde es dann in den heißeren Szenen nicht mal wirklich 'ausgereizt'. Diese ganze Geschichte wirkte auf mich leider ein wenig halbgar und nicht so wirklich durchdacht wie der Rest.
Was mich hingegen wirklich überrascht hat war die Tiefe, die beide Charaktere gewannen. Die Autorin hat sich am Anfang Zeit gelassen, eine Basis für die Beziehung der beiden zu schaffen, bevor der Zeitsprung erfolgt.

Was war besonders?
Wie gesagt: Trotz einiger No-Gos fühlte sich diese Geschichte für mich rund an.

Reading Crushed - Verborgene Berührung makes me feel like...
Weniger wäre für mich zwar mehr gewesen, doch trotzdem hatte ich einige interessante Lesestunden mit Kite und Savvy. Für alle die nichts gegen eine geballte Dosis Drama haben zu empfehlen!


Mit herzlichem Dank an Netgallery.de und den Verlag für das Rezensionsexemplar

Veröffentlicht am 13.11.2017

Perfekt für die dunkle Jahreszeit!

Echo einer Winternacht
0

Worum geht's?

"Eine eisige Winternacht, 1978. In dem schottischen Universitätsstädtchen St. Andrews machen Alex Gilbey und seine Freunde auf dem alten keltischen Friedhof eine grausige Entdeckung: den ...

Worum geht's?

"Eine eisige Winternacht, 1978. In dem schottischen Universitätsstädtchen St. Andrews machen Alex Gilbey und seine Freunde auf dem alten keltischen Friedhof eine grausige Entdeckung: den blutüberströmten Körper der jungen Rosie Duff. Jede Hilfe kommt zu spät. Auch wenn die Polizei ihnen nichts nachweisen kann, geraten die Studenten unter Verdacht. Fünfundzwanzig Jahre später rollt die Polizei ungelöste Mordfälle wieder auf. Auch den Mord an Rosie. Und es scheint jemanden zu geben, der seine eigene Vorstellung von Gerechtigkeit hat: Einer der vier Freunde von damals kommt auf mysteriöse Weise ums Leben, kurz darauf ein zweiter. Alex Gilbey muss herausfinden, wer es auf das Quartett abgesehen hat, bevor er selbst das nächste Opfer wird. Ein Alptraum nimmt seinen Lauf …"


Warum hab ich es gelesen?

Im Herbst erwacht immer meine Krimilaune. Als ich über den Klappentext von Echo einer Winternacht stolperte war mein Interesse sofort geweckt. Ich liebe Kriminalfälle, die ihren Ursprung in der Vergangenheit haben oder sich mit einem Cold Case befassen. Also nichts wie los nach Schottland!


Wie war's?

Zuallererst ist zu erklären, dass die Geschichte auf zwei Zeitebenen spielt (der Krimi ist aber in sich abgeschlossen). Wir starten in Schottland, 1978, und lernen Alex und seine Freunde kennen, die in dem etwas verschlafenen St.Andrews studieren. Am Anfang geht alles sehr schnell und ich hatte keinerlei Schwierigkeiten, in die Geschichte hinein zu finden. Schon nach dem ersten Kapitel war der Leichenfund abgehandelt und ich bereits in der atmosphärischen Spannung gefangen.

Natürlich werden auch die vier Jungs verdächtigt, was ihr Leben weiterhin verfolgt und nachhaltig beeinflusst. Die Ermittlungen kommen nicht wirklich voran und doch bekommt man als Leser immer wieder Informationshäppchen, welche die Spannung erhalten. So wurde ich am Ende des ersten Teils mit ganz vielen Fragen und einem unglaublichen Bedürfnis, ganz schnell weiterzulesen, zurückgelassen.

Im zweiten Teil,, 25 Jahre später, ist der Mord an Rosie immer noch ungeklärt, woraufhin der Fall nochmal mithilfe der mittlerweile neuen Technologien durchleuchtet werden soll. Natürlich war ich ganz gespannt, was die Ermittlungen nun ans Licht bringen und natürlich wie sich unsere vier Freunde entwickelt haben. Dann geschehen plötzlich neue Morde und hach, ich möchte ja nicht zu viel verraten. Gegenüber dem ersten Teil des Buches hat der zweite einige erzählerische Längen, wo man irgendwie nicht wirklich vorwärts kommt. Da hätten es 100 Seiten weniger vielleicht auch getan. Am Ende werden dann aber schließlich alle Fragen beantwortet und man bekommt doch noch so einige spannende Enthüllungen präsentiert.

Val McDermid schreibt sehr flüssig und atmosphärisch, verliert sich aber auch gerne mal zu sehr in den Details. Nichtsdestotrotz ist ihr Schreibstil sehr angenehm und der Lesefluss hatte sich bei mir ganz schnell eingestellt.


Was war besonders?

Dass sich dieser Kriminalfall über zwei Zeitebenen erstreckt und man die Entwicklung der Charaktere sowie der Ermittlungen quasi hautnah mitverfolgen kann hat mir besonders gut gefallen.


Reading Echo einer Winternacht makes me feel like...

...ein solider, atmosphärischer Krimi, dem man seine Längen verzeiht - perfekt für die dunkle Jahreszeit!


Mit herzlichem Dank den Verlag für das Rezensionsexemplar

Veröffentlicht am 05.11.2017

Amüsante Beste-Freunde-Geschichte mit einer realistischen Protagonistin!

Jamaica Lane - Heimliche Liebe (Deutsche Ausgabe)
0

Worum geht's?
"Er ist ein notorischer Bad Boy. Bis er mit ihr die Liebe entdeckt. Olivia Holloway hat es satt, Single zu sein. Warum muss sie auch immer gleich Reißaus nehmen, wenn ein attraktiver Mann ...

Worum geht's?
"Er ist ein notorischer Bad Boy. Bis er mit ihr die Liebe entdeckt. Olivia Holloway hat es satt, Single zu sein. Warum muss sie auch immer gleich Reißaus nehmen, wenn ein attraktiver Mann nur in ihre Nähe kommt? Die hübsche Amerikanerin ist notorisch schüchtern. Ihr bester Freund Nate Sawyer flirtet dagegen für sein Leben gern. Deshalb sagt er auch sofort zu, als Olivia ihn bittet, ihr Nachhilfe im Flirten zu geben. Zuerst ist es nur ein Spiel, leidenschaftlich und sexy. Dann merkt Olivia, dass da mehr ist. Viel mehr. Doch Nate ist kein Mann für feste Beziehungen. Und plötzlich steht alles in Frage: ihre Freundschaft, ihr Vertrauen, ihre Liebe."

Warum hab ich es gelesen?
Daran sind die Mädels meiner Bookboyfriendcrew Schuld - ewig haben sie mir von Nate vorgeschwärmt und mich schließlich (trotz des doch recht platten Untertitels) überzeugt, ihn mir mal genauer anzusehen. Noch dazu ist Samantha Young eine derart bekannte Autorin, dass ich mich wirklich geschämt habe, noch keines ihrer Bücher gelesen zu haben. Es wurde also Zeit.

Wie war's?
Bei den Edinburgh Love Stories handelt es sich zwar um eine Reihe, jedoch behandelt jeder einzelne Teil eine eigene Pärchenkonstellation. Von daher sollte es eigentlich kein Problem sein, mit Teil drei einzusteigen. Schwer ist es mir von der Story her tatsächlich nicht gefallen, allerdings gibt es doch einige, z.T. auch sehr ausschweifende Verweise auf die anderen Figuren, die ich sicher mehr genossen hätte, wenn sie mir schon vorher bekannt gewesen wären. Auch die Rückblicke empfand ich z.T. als etwas zäh. Nichtsdestotrotz hat mir der eigentliche Schreibstil der Autorin recht gut gefallen und ich konnte den Großteil der Geschichte recht flott lesen.
Liv ist eine recht unsichere und schüchterne Protagonistin, die jedoch das Herz am rechten Fleck hat und mich schnell für sich begeistert hat. Ihr bester Freund Nate ist im Prinzip das genaue Gegenteil: Extrovertiert, impulsiv - und natürlich übt er eine geradezu magische Anziehung auf das andere Geschlecht aus. Für einen 'Bad Boy' wie im Klappentext angekündigt war er mir definitiv von vornherein zu nett, aber seine Wirkung auf Frauen und sein selbstbewusstes Wesen wurden von der Autorin sehr schön eingefangen.
Durch gewisse Umstände kommt es nun dazu, dass Nate Liv Nachhilfe der besonderen Art gibt. Die erotischen Szenen fügen sich hierbei angenehm in die Geschichte ein und sind keinesfalls erdrückend oder zu zahlreich. Man konnte sehr schön beobachten, wie sich Liv nach und nach ihrer Gefühle für Nate bewusst wird und...hach. Natürlich ist die Geschichte vorhersehbar und das Rad wurde von Samantha Young nicht neu erfunden, aber das Lesen hat mir trotzdem viel Freude bereitet.

Was war besonders?
Livs Entwicklung empfand ich als besonders angenehm und nachvollziehbar. Sie wird nicht über Nacht vom schüchternen Mädchen von Nebenan zum absoluten sexy Vamp, sondern sie findet ihre eigene Stärke und kann diese nun auch nach außen zeigen.

Reading Jamaica Lane - Heimliche Liebe makes me feel like...
Eine amüsante Beste-Freunde-Geschichte mit einer realistischen Protagonistin - Danke für die Leseempfehlung Mädels!

Veröffentlicht am 22.10.2017

Gehemmtes Erzähltempo, dafür die geballte Ladung historischer Atmosphäre!

Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel
0


Worum geht's?

"Paris, 1761: Als ein Polizeibeamter der Korruption verdächtig wird, betreut man den jungen Nicolas Le Floch mit dem Fall. Was als Bagatelle beginnt, wird schon bald zum Mordfall, da der ...


Worum geht's?

"Paris, 1761: Als ein Polizeibeamter der Korruption verdächtig wird, betreut man den jungen Nicolas Le Floch mit dem Fall. Was als Bagatelle beginnt, wird schon bald zum Mordfall, da der verdächtigte Beamte verschwindet, und zu einem Skandal, der auch König Ludwig XV und seinen Hofstaat treffen könnte. Während die Pariser Gesellschaft sich dem wilden Treiben des Karnevals hingibt, führen Nachforschungen Nicolas Le Floch in Spielhöllen, Abdeckereien, Edelbordelle und die Verliese der Bastille. Wird er das Geheimnis lüften und den König retten?"


Warum hab ich es gelesen?

Ich bin ja bekanntlich ein Fan historischer Krimis - am liebsten viktorianisch, aber Paris am Vorabend der französischen Revolution nehme ich auch gerne. Noch dazu handelt es sich hierbei um den Beginn einer Reihe, was für mich definitiv immer ein Grund ist, dem Buch mal eine Chance zu geben.


Wie war's?

Ehrlich gesagt hatte ich zu Beginn des Buches ein bisschen zu kämpfen. Es passiert quasi nichts, außer dass ganz kleinschrittig Nicholas le Flochs Weg zur Polizei beschrieben wird. Dabei driften so einige Erzählpassagen sehr detailliert ab (was gab es zu essen, welcher Wein wurde dazu getrunken), was zwar den Spannungsbogen und die Geschichte nicht wirklich vorwärts bringt, allerdings eine ungemein dichte Atmosphäre schafft.

Diese ist auch fraglos die große Stärke des Buches. Man fühlt sich ganz schnell in die damalige Zeit versetzt, während man Le Floch durch die dunklen Gassen von Paris folgt. Heraufbeschworen wird dieses Gefühl nicht nur durch eine sehr bildhafte Sprache, sondern eben auch eine recht zeitgemäße Erzählweise.

Irgendwann nimmt die Geschichte dann auch endlich ein wenig mehr Fahrt auf und man darf sich an einem äußerst geschickt konstruierten Kriminalfall erfreuen, bei dem nicht unbedingt alles so ist, wie es zu Beginn den Anschein hat. Zum Fall an sich möchte ich gar nicht so viel erzählen, außer dass er uns ermöglicht, ein durchaus breites Bild der damaligen Zeit und der Pariser Gesellschaft zu gewinnen.

Ein weiterer großer Pluspunkt waren für mich sowohl die Karte von Paris, welche zu Beginn des Buches abgedruckt wurde, sowie das Personenverzeichnis. Bei den vielen, zum Teil ähnlichen französischen Namen und Begriffen war dies eine echte Hilfe.


Was war besonders?

Ganz klar: Die überaus gut recherchierte und detaillierte historische Einbindung. Um noch mehr in dieses Feeling eintauchen zu können, erschien beim Verlag zusätzlich das kostenlose Ebook Die Welt des Commissaire Le Floch - Leben und Sterben im Paris des 18. Jahrhunderts. Neben Hintergrundinformationen zur Romanreihe gibt es auch Interviews mit dem Autor.


Reading Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel makes me feel like...

Ein besonderer Krimi mit geballter, historischer Atmosphäre, aber eben auch einem etwas gehemmten Erzähltempo. Wer die dunklen Ecken von Paris kennenlernen will, ist hier aber definitiv sehr gut aufgehoben!

Band 2 der Reihe, Commissaire Le Floch und der Brunnen der Toten, wird voraussichtlich im März 2018 erscheinen.


Mit herzlichem Dank an das Bloggerportal und den Blessing Verlag für das Rezensionsexemplar

Veröffentlicht am 24.09.2017

Ein besonders spannendes Leseerlebnis!

Palast der Finsternis
0

Worum geht's?

"Die Außenseiterin Anouk ist mit vier anderen Kandidaten nach Paris gekommen, um einen lange verschütteten unterirdischen Palast zu erforschen, den ein verrückter Adliger zur Zeit der Französischen ...

Worum geht's?

"Die Außenseiterin Anouk ist mit vier anderen Kandidaten nach Paris gekommen, um einen lange verschütteten unterirdischen Palast zu erforschen, den ein verrückter Adliger zur Zeit der Französischen Revolution als Versteck für seine Familie erbauen ließ. Doch nachdem die Jugendlichen einmal durch die Tür mit dem Schmetterlingswappen getreten sind, erwartet sie in jedem weiteren Raum ein neuer Abgrund, den sie nur gemeinsam bezwingen können."


Warum hab ich es gelesen?

Ich bin ein großer Fan von Marie Antoinette und Romanen, die in dieser Zeit spielen oder sich auf sie beziehen. Noch dazu liebe ich Geschichten, die etwas mysteriöses beinhalten - der Klappentext von Palast der Finsternis klang also für mich äußerst interessant.


Wie war's?

Wenn man das Buch in den Händen hält, erfreut man sich erst mal an den schimmernden Effekten des Covers, die bereits sehr schön die mysteriöse Stimmung des Buches einfangen. Im Prolog lernen wir die Ich-Erzählerin Aurélie du Bessancourt kennen, die sich 1789 in den Unruhen der französischen Revolution wiederfindet. Ihr Vater hat unter dem Familienanwesen einen Palast errichtet, den sie allerdings nie betreten durfte - zumindest bisher...

Weiter geht es in der heutigen Zeit, welche wir durch die Augen der 17-jährigen Anouk erleben. Anouk ist definitiv eine recht spezielle Protagonistin: Überdiemaßen intelligent, eher antisozial eingestellt, melancholisch und mit einem herrlichen Sinn für Sarkasmus, entspricht sie nicht unbedingt dem Typ Romanfigur, den man gleich ins Herz schließt. Nichtsdestotrotz stellt man schnell fest, dass in diesem Mädchen noch viel mehr steckt, und so war sie mir trotz ihrer Eigenarten sehr schnell sympathisch.

Anouk ist eine von fünf ausgewählten Jugendlichen, die nach Frankreich kommen und sich dort der Untersuchung des erst vor kurzem entdeckten, unterirdischen Palasts der Familie Bessancourt widmen sollen. Natürlich geht es hier nicht mit rechten Dingen zu und schnell wird klar: In diesem Palast lauert mehr als nur eine Gefahr.

Nun erleben wir die Zeit im Palast auf zwei Zeit- bzw. Erzählebenen durch Aurélie und Anouk. Natürlich hängen die Erlebnisse beider Figuren auf irgendeine Art zusammen, vor allem da wir durch Aurélie einige Hinweise erhalten. Diese Zweiteilung der Erzählung hat mir unglaublich gut gefallen, da sie sehr stimmig miteinander verflochten sind und sich auf beiden Ebenen die Spannung immer mehr aufbaut.
Die Stimmung in diesem unterirdischen Palast wurde vom Autor wunderbar eingefangen: klaustrophobisch, düster und einfach beängstigend. Man hält bei jedem Raumwechsel den Atem an und hat keine Ahnung, was die Figuren als nächstes erwartet. Besonders amüsant fand ich übrigens, dass Anouk und die anderen beginnen, alle möglichen Szenarien und Überlegungen durchzuspielen, weil es mir als Leser natürlich genauso ging.

Die letztliche Auflösung, wie alles zusammenhängt und warum Anouk und die anderen im Palast gelandet sind, war für mich dann doch etwas zu fantastisch und nicht so ganz nachvollziehbar. Am Ende hatte ich dann doch noch einige Fragen, die für mich nicht ganz zufriedenstellend beantwortet wurden.

Stefan Bachmanns Schreibstil ist zwar einfach, aber herrlich packend. Er verliert sich nicht in zahllosen Ausschmückungen, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche, wodurch die relativ kurzen Kapitel mit ihren zum Teil gemeinen Cliffhangern nur so dahin fliegen. Ab dem Augenblick, in dem sich die Jugendlichen im Palast wiederfinden, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.


Was war besonders?

Dieses Buch lässt sich definitiv nicht einfach einem Genre zuordnen - es ist eine Mischung aus Thriller-, Fantasy-, Abenteuer-, Horror- und Mysteryelementen, die aber funktioniert.


Reading Palast der Finsternis makes me feel like...

...ein ganz besonderes Leseerlebnis, dass mir trotz kleiner Schwächen definitiv in Erinnerung bleiben wird!

Mit herzlichem Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar