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Veröffentlicht am 20.12.2023

Inspirierendes Kochbuch mit kreativen Rezepten frisch aus dem Bauerngarten

Cucina e giardino
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MEINE MEINUNG

In ihrem neuen Selbstversorger-Kochbuch „Cucina e giardino. 80 Rezepte aus meinem italienischen Bauerngarten“ bringt uns die äußerst sympathische Vea Carpi nicht nur ihre regionale, bodenständige ...

MEINE MEINUNG

In ihrem neuen Selbstversorger-Kochbuch „Cucina e giardino. 80 Rezepte aus meinem italienischen Bauerngarten“ bringt uns die äußerst sympathische Vea Carpi nicht nur ihre regionale, bodenständige und saisonale Küche näher, sondern gibt uns zudem authentische und sehr persönliche Einblicke in ihre Familiengeschichte und ihr einfaches, naturnahes, aber spannendes Leben als Bergbäuerin auf dem Hof Mas del Saro im Fersental im Trentino. Es ist ein interessantes und rundum überzeugendes Buch mit tollen schnörkellosen, bodenständigen Rezepten, das ich jedem sehr ans Herz legen kann. Zu Recht ist es beim Deutschen Kochbuchpreis 2023 in der Kategorie „Saisonale Küche“ mit der Bronzemedaille ausgezeichnet worden.

Bevor wir uns also im eigentlichen Rezeptteil auf eine kulinarische Reise begeben und Vea Carpis ganz persönliche Interpretation von Gerichten verschiedener Herkunft kennen lernen werden, gibt es zunächst einen interessanten einleitenden Teil. Der Autorin, die in ihrem früheren Leben Politikwissenschaften studierte bevor sie der Liebe wegen auf den Bergbauernhof zog, liegt es am Herzen, dass wir unsere Kochgewohnheiten im Sinne der Einfachheit zu überdenken lernen und uns für bewussteren Konsum zu sensibilisieren. Entsprechend sind ihre Rezepte einfach gehalten, so dass sie mit wenigen saisonalen, aber qualitativ hochwertigen Zutaten leicht nachgekocht werden können. Direkt vom Garten auf den Tisch – doch keine Sorge, man muss nicht zwingend Selbstversorger sein, denn alles lässt sich auch auf dem Bauernmarkt oder in der Gemüsekiste je nach Jahreszeit finden. Ich finde es schön, dass die Rezepte in einfacher bäuerlicher Tradition stehen und auch der Aspekt der Vorratshaltung behandelt wird.

In den einleitenden Kapiteln nimmt uns Vea Carpi mit auf eine spannende Entdeckungstour rund um ihren Berghof. Sie zeigt uns ihren Gemüse- und Obstgarten und stellt uns den Hühnerstall aber auch die Schweine und Schafe vor. Doch auch die Exkursionen in die umliegenden Wiesen und Wälder überraschen mit Köstlichkeiten und wahren Schätzen. Äußerst spannend fand ich auch ihre interessanten Schilderungen zu ihrer Familiengeschichte, ihrer jahreszeitlich geprägten Arbeit auf dem Feld und in der Küche. Zudem sie gewährt uns spannende Einblicke in das Herz des Bauernhofs, der Vorratskammer, die für sie den absoluten Mittelpunkt der Gefühlswelt als wesentlicher Bestandteil des bäuerlichen Überlebens darstellt.

Der eigentliche Rezeptteil ist nicht nach klassischem Vorbild aufgebaut, sondern nach den vier „produktiven“ Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter mit interessanten Anregungen zu köstlichen Gerichten, die sich in der Küche ohne großen Aufwand zaubern lassen. Vorangestellt ist jeder Jahreszeit der Abschnitt „Vorratskammer“, in dem man einfache und authentische Zubereitungen zum Haltbarmachen und der späteren Verwendung der frischen Produkte der Saison findet. Zu den genialen Vorratsideen zählen beispielsweise Schnittlauchkapern, verschiedene Pestos, Kimchi oder auch Kompott. Im Winter finden wir Basisrezepte wie beispielsweise für Brot sowie eine ausführliche Anleitung zur Herstellung von Eierteignudeln oder der regionalen Pastaspezialität Pici.

Ob nun deftige Gerichte wie vegetarisches Ragout, Tortelli mit Ricotta und Fichtenwipfelpesto und winterliche Suppen, oder leckere Süßspeisen wie Erdbeer-Rhabarber-Crumble oder der urtypischen Trentiner Pinza de lat mit Äpfeln – die Auswahl an kreativen, wie authentischen Rezepten ist äußerst vielfältig, die Zubereitung unkompliziert und die Resultate sind zudem absolut köstlich! Inspiriert sind die Carpis Rezepte von traditionellen Familiengerichten und den bodenständigen Gerichten ihrer norditalienischen Selbstversorgerküche für den Agriturismo.

Insgesamt findet sich eine spannende Zusammenstellung von 80 alltagstauglichen, rein vegetarischen Rezepten, deren Zubereitung sehr verständlich und Schritt für Schritt nachvollziehbar beschrieben wird. Zu jedem Rezept findet sich eine übersichtliche, für 4 Personen ausgelegte Zutatenliste. Die Zubereitungen erfordern keine allzu große Kocherfahrung und sind trotz ihrer Raffinesse sehr einfach und schlicht gehalten, so dass auch Hobbyköche keine Probleme beim Nachkochen haben dürften. Den eigentlichen Rezepten ist jeweils eine kurze Einleitung vorangestellt, in der die Zutaten vorgestellt werden sowie regionale Hintergrundinformationen, persönliche Anmerkungen oder kleine unterhaltsame Anekdoten zu lesen sind. Zudem finden sich am Ende hilfreiche Tipps zum Aufbewahren und Servieren. 

Abgerundet wird das Ganze mit einem ganzseitigen Foto, das die jeweils sehr ansprechend angerichteten Gerichte im rustikalen Ambiente zeigt - wundervoll in Szene gesetzt vom Fotografen Matteo Pavana.

Am Ende des Buchs findet sich noch ein übersichtliches alphabetisches Register und Glossar sowie Abkürzungen zum Nachschlagen. Hervorragend hat mir auch die übersichtliche und ansprechende Gestaltung des Buchs gefallen sowie die stimmungsvolle Bebilderung des einleitenden Teils und die natürlich wirkenden, Appetit-anregenden Fotos der einzelnen Gerichte, so dass man es gar nicht abwarten kann, die tollen Rezepte auszuprobieren.

FAZIT
Ein inspirierendes und rundum gelungenes Kochbuch, das uns eine regionale, bodenständige und saisonale Selbstversorger-Küche mit unkomplizierten, kreativen und absolut köstlichen Rezepten näherbringt!

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Veröffentlicht am 14.12.2023

Wundervoll herzerwärmender Roman

Kein guter Mann
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MEINE MEINUNG
Mit seinem neuen Werk „Kein guter Mann“ ist dem deutschen Schriftsteller und Drehbuch-Autor Andreas Izquierdo ein humorvoller aber zugleich auch berührender und nachdenklich stimmender Roman ...

MEINE MEINUNG
Mit seinem neuen Werk „Kein guter Mann“ ist dem deutschen Schriftsteller und Drehbuch-Autor Andreas Izquierdo ein humorvoller aber zugleich auch berührender und nachdenklich stimmender Roman gelungen.
Im Mittelpunkt seiner unterhaltsamen Geschichte steht der knapp 60jährige Postbote Walter, dem es mit seiner mürrischen, pedantischen Art gelingt sich bei jedem unbeliebt zu machen. Nach einem höchst unerquicklichen Vorfall mit einem Kunden wird der alte Grantler schließlich in die Christkindlfiliale in Engelskirchen strafversetzt, wo er möglichst wenig Schaden anrichten kann.
Mit seinem lebendigen Schreibstil versteht es Izquierdo hervorragend, in uns eine ganze Bandbreite an Gefühlen zu wecken und uns immer tiefer in die abwechslungsreiche, emotionsgeladene Geschichte rund um Walter hineinzuziehen.
Während der Beginn noch überwiegend humorvoll und amüsant erzählt wird, wechselt die Handlung allmählich zu einer tiefgründigen Geschichte, in der auch viele ernstere, zu Herzen gehende Themen angeschnitten werden.
Dem Autor gelingt es aber hervorragend, die oft etwas traurige und beklemmende Stimmung mit der unterhaltsamen Email-Korrespondenz zwischen Ben und Walter als liebem Gott sowie einigen herrlich witzigen Episoden aufzulockern.
Izquierdo hat einfach ein Händchen dafür, bemerkenswerte Charaktere zu schaffen. Seine Hauptfigur Walter hat er vielschichtig und mit seiner schwierigen Persönlichkeit interessant ausgearbeitet. Während man anfangs einige seiner Verhaltensweisen sehr verschroben und ihn nicht allzu sympathisch findet, beginnt man Walter bei besserem Kennenlernen immer mehr zu mögen und ihn in sein Herz zu schließen.
Schrittweise erfahren wir in Rückblicken mehr über sein Leben und seine verwickelte Familiengeschichte. So erkennt man bald, dass hinter dem vermeintlichen Ekelpaket eigentlich ein sehr einsamer und rundum herzensguter, empathischer Mensch steckt, dem von seiner Familie und dem Schicksal teilweise sehr übel mitgespielt wurde. Die vielen schlechten Erfahrungen prägten Walter nachhaltig und haben ihn schließlich zu dem verschrobenen Menschen gemacht, der er heute ist.
Sehr nachdenklich und traurig stimmt auch das Schicksal vom kleinen Ben und seiner alleinerziehenden depressiven Mutter, der sich an in seiner Not mit einem Brief an den lieben Gott persönlich wendet und um Hilfe bittet
Sehr glaubhaft und gefühlvoll zeichnet der Autor, wie sich ein zartes Band der Freundschaft, des Vertrauens und der Hoffnung zwischen den beiden entwickelt und sie erfahren, dass das Leben nicht nur Enttäuschung, Kummer und Perspektivlosigkeit für sie bereithält. Wie schön ist es mitzuerleben, wie Ben und Walter sich gegenseitig dabei geholfen haben, einander den richtigen Weg zu weisen.
Auch wenn ich die Verhaltensweisen einiger Figuren nicht ganz nachvollziehen und als etwas zu überspitzt dargestellt empfand, konnte mich diese, herzerwärmende Geschichte sehr begeistern.
Eine wundervolle Geschichte, die anschaulich aufzeigt, dass in jedem Mensch etwas Gutes steckt.
Ein äußerst gelungener Einblick in eine Gesellschaft des vorschnellen Verurteilens, der oberflächlichen Betrachtung und deren Folgen am Beispiel eines zerstörten Lebens.
FAZIT
Ein humorvoller und berührender Roman mit einer unvergesslichen, herzerwärmenden Geschichte und viel Tiefgang. Ein ganz besonderes, sehr empfehlenswertes Leseerlebnis!

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Veröffentlicht am 06.12.2023

Opulenter historischer Roman

Die Erfindung des Lächelns
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MEINE MEINUNG
Mit „Die Erfindung des Lächelns“ hat der deutsche Autor Tom Hillenbrand ein großartigen, äußerst opulenten historischen Roman zu Papier gebracht, der mit akribisch recherchierten historischen ...

MEINE MEINUNG
Mit „Die Erfindung des Lächelns“ hat der deutsche Autor Tom Hillenbrand ein großartigen, äußerst opulenten historischen Roman zu Papier gebracht, der mit akribisch recherchierten historischen Details, überbordender Farbenpracht, Ideenreichtum und spannenden Verwicklungen für beste Unterhaltung sorgt. Ausgangspunkt für den fesselnden und atmosphärisch dichten Roman ist eine wahre Begebenheit – der spektakuläre Diebstahl von Leonardo da Vincis berühmten Gemälde „Mona Lisa“ aus dem Pariser Louvre am 22. August 1911.
Aufgrund der überbordenden Beschreibungen und des etwas ungewohnt antiquierten Sprachstils sowie der Vielzahl an Figuren fiel es mir anfangs leider etwas schwer in die vielschichtige Handlung einzutauchen.
Der lebendige, bildhafte Erzählstils und die rasante, atmosphärisch dichte Geschichte hatte mich dann aber doch irgendwann richtig gepackt, so dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Gebannt verfolgte ich den Fortgang der Geschehnisse und Commissaire Lenoirs aufregende Jagd nach der verschwundenen Mona Lisa.
Hillenbrand hat ein faszinierendes, facettenreiches und sehr stimmiges Zeit- und Sittengemälde der ausgehenden Belle Epoche in Paris geschaffen und lässt uns dank detaillierter Beschreibung der Schauplätze und dichter Atmosphäre mühelos in die damalige Zeit eintauchen. Gekonnt lässt uns Hillenbrand die fesselnde Geschichte in den jeweiligen Handlungssträngen aus Sicht verschiedener, für die Handlung bedeutsamer Figuren erleben. Wir begeben uns an Seite verschiedener interessanter Figuren auf eine aufregende und lehrreiche Reise in die Vergangenheit und begegnen unzähligen historischen Persönlichkeiten, die der Autor absolut gelungen in seine äußerst spannende fiktive Handlung eingebettet hat. Vor einem authentischen historischen Kontext erleben wir eine hochinteressante Welt der Kunst und Kultur sowie unterschiedlichster politischer Strömungen und technologischen Wandels, eine Welt der Kontraste voller Ausschweifungen, Dekadenz, extremer Ideologien, Armut und Intrigen.
Die wendungsreiche Geschichte lebt neben einer Atmosphäre vor allem von einer Vielzahl von facettenreich und lebendig angelegten Figuren, die sehr lebensnah wirken und. für so manche Überraschung sorgen. Nach einer Fülle von fesselnden Verwicklungen und unerwarteten Wendungen findet die höchst erstaunliche Geschichte um den Diebstahl der berühmten La Joconde mit einer absolut stimmigen und gelungenen Auflösung der Ereignisse ihren Abschluss und zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Ja, so oder so ähnlich hätte sich damals tatsächlich alles zutragen können…

FAZIT
Ein faszinierender, mitreißend erzählter historischer Roman über das Schicksal der aus dem Louvre gestohlenen Mona Lisa – ein fesselnder Detektivroman und ein opulentes Sittengemälde der Belle Epoche voller spannendender historischer Fakten und atmosphärischer Dichte.
Ein beeindruckendes und sehr empfehlenswertes Leseerlebnis trotz des sehr anspruchsvollen Schreibstils!

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Veröffentlicht am 18.11.2023

Rundum gelungene Fortsetzung

Der Cocktailmörderclub
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MEINE MEINUNG
Nach ihrem äußerst unterhaltsamen Auftaktband „Die Dreitagemordgesellschaft“ hat die britische Autorin Colleen Cambridge mit „Der Cocktailmörderclub” eine rundum gelungene Fortsetzung ihrer ...

MEINE MEINUNG
Nach ihrem äußerst unterhaltsamen Auftaktband „Die Dreitagemordgesellschaft“ hat die britische Autorin Colleen Cambridge mit „Der Cocktailmörderclub” eine rundum gelungene Fortsetzung ihrer neuen Wohlfühl-Krimi-Reihe rund um die vorwitzige Phyllida Bright vorgelegt.
Der originelle, in den 1930er Jahren angesiedelte Cosy-Crime ist als typisch britischer Whodunit ganz im Stil der klassischen Kriminalromane der Queen of crime angelegt. Auch der zweite Fall für die gewitzte Haushälterin der berühmten Krimiautorin Agatha Christie, die sich neben ihren vielfältigen Aufgaben im stattlichen englischen Landsitz Mallowan Hall gerne auch als Hobbydetektivin betätigt, hat es wahrlich in sich und sorgt für ein fesselndes und abwechslungsreiches Lesevergnügen.
Der lebendige Schreibstil, die netten humorvollen Episoden, die amüsanten Wortgefechte sowie der höchst verzwickte Mordfall, bei dem man hervorragend miträtseln kann, konnten mich wieder sehr begeistern. Hinzu kommen die geschickt eingestreuten Anspielungen aus alten Christie-Klassikern und aufschlussreiche Einblicke hinter die Kulissen insbesondere in das elitäre Leben der britischen Upper Class und dem Lebensalltag der Dienerschaft.
Die Autorin hat sich erneut eine brillante Ausgangskonstellation und ein wundervoll atmosphärisch dichtes Setting einfallen lassen. Ein Mord geschieht ausgerechnet während eines im Pfarrgarten stattfindenden Cocktailempfangs anlässlich des Listleigher Mordbasars inmitten einer Ansammlung von ausgesprochenen Experten in Sachen Mord und Totschlag. Im Laufe dieser Wohltätigkeitsveranstaltung sollte nämlich eigentlich die beste, von hoffnungsvollen Nachwuchsautoren eingereichte Detektivgeschichte durch eine Jury aus erfolgreichen Schriftstellern gekürt werden – darunter neben Agatha Christie so bekannte Namen wie Dorothy Sayers und G.K. Chesterton. Mit ihrer hervorragenden Beobachtungsgabe und ihrem grandiosen Spürsinn ist Phyllida ganz in ihrem Element und beginnt sogleich auf eigene Faust zu ermitteln.
Dank der anschaulichen, stimmungsvollen Beschreibungen konnte ich mühelos in die damalige Zeit abtauchen und mich unter die illustre Gästeschar des Listleigher Mordbasars mischen. Die Vielzahl der Figuren bereitet zwar anfangs etwas Schwierigkeiten, doch durch die Zusammenstellung der Personen der Handlung gelingt eine Zuordnung der Gäste und der Bediensteten nach einer Weile ohne Probleme.
Ein besonderes Highlight sind wieder die liebenswerten bis schrulligen Figuren, die mit ihren verschiedenen Eigenheiten bisweilen einige Klischees bedienen, aber sehr lebensnah und glaubwürdig gezeichnet sind. Ob nun die emsige Köchin Mrs Puffley, der steife, überkorrekte Mr. Dobble oder der neue unkonventionelle Chauffeur Joshua Bradford, der Phyllida gern zur Weißglut bringt – sie alle sind wundervolle, vielschichtige Charaktere, die man schon im ersten Band ins Herz geschlossen hat. Getoppt werden diese noch von der unnachahmlichen Haushälterin Phyllida Bright, die als clevere Hobby-Ermittlerin, ausgesprochener Hercule Poirot-Fan und langjährige Vertraute von Agatha mit ihrer Neugier, Cleverness und unerschütterlichen Hartnäckigkeit eine absolut brillante Besetzung für diesen Wohlfühl-Krimi ist. Auch wenn sie sich bisweilen verrennt und durch leichtsinnige Aktionen sogar in große Gefahr begibt, gelingt es ihr auch diesmal den Ermittlern der Polizei bei der Aufklärung des Falls eine Nasenlänge voraus zu sein.
Die Autorin versteht es hervorragend, die Spannung in diesem komplexen Mordfall durch etliche falsche Fährten und unvorhersehbare Wendungen bis zum gelungenen Finale immer weiter ansteigen zu lassen. Dank Phyllidas guter Beobachtungsgabe und messerscharfen Schlussfolgerungen gelingt es ihr schließlich den äußerst cleveren Täter zu überführen. Ganz wie in Agatha Christie-Werken wird die überraschende Auflösung von Phyllida vor allen versammelten Beteiligten präsentiert und der Fall mit allen Hintergründen und dem Tatmotiv sehr schlüssig zum Abschluss gebracht.
Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit der cleveren Phyllida und Bradford weitergehen wird und freue mich schon sehr auf einen weiteren fesselnden Fall!

FAZIT
Eine sehr unterhaltsame und fesselnde Fortsetzung - mit liebenswerten Charakteren, einem richtig verzwickten Kriminalfall zum Miträtseln, tollem britischen Landhaus-Flair und und herrlich humorvollen Episoden!
Für Fans von anspruchsvollem Cosy-Crime und Christie-Klassikern genau das Richtige!

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Veröffentlicht am 14.11.2023

Eine herausragende Biografie

Eine wie sie fehlt in dieser Zeit
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MEINE MEINUNG
Mit ihrem kurzweiligen und informativen Sachbuch „Eine wie sie fehlt in dieser Zeit – Erinnerungen an Astrid Lindgren“ ist der deutschen ZEIT-Journalistin Katrin Hörnlein ein sehr interessantes ...

MEINE MEINUNG
Mit ihrem kurzweiligen und informativen Sachbuch „Eine wie sie fehlt in dieser Zeit – Erinnerungen an Astrid Lindgren“ ist der deutschen ZEIT-Journalistin Katrin Hörnlein ein sehr interessantes Portrait der weltberühmten schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren gelungen, das sich sehr zu lesen lohnt und nicht nur Lindgren–Fans begeistern wird.
Obwohl ihr Tod schon mehr als 20 Jahre zurückliegt, ist ihre enorme Popularität ungebrochen und so lebt sie in ihren einzigartigen Werken und in den Herzen ihrer Fans weiter.
Mehrere Biografien habe ich bereits über Astrid Lindgren, ihr Leben und Schaffen gelesen, und doch reizt es mich immer wieder Neues über diesen ganz besonderen, allseits geschätzten Menschen und ihr persönliches Umfeld zu erfahren sowie einige bislang unbekannte Facetten ihrer Persönlichkeit zu entdecken.
Wie die Autorin in ihrem Vorwort betont, wollte sie nicht eine weitere Lindgren-Biografie schreiben, sondern den Versuch wagen, „ihr aus der Distanz nahezukommen“ und dies insbesondere „durch Schilderungen der Menschen, die ihr nahestanden.“
Dies ist ihr wie ich finde auch sehr gut gelungen, indem sie die vielfältigen Erinnerungen, humorvolle Anekdoten, Zitate und bewegende Erlebnisse von Familienmitgliedern, Freunden, Zeitzeugen und Weggefährten Astrid Lindgrens höchst unterhaltsam und abwechslungsreich zusammengestellt hat. Aus einem äußerst geschickt gewählten, eher Reportage-artigen und persönlich geprägten Blickwinkel vermittelt sie uns nach und nach ein lebendiges Bild dieser beeindruckenden und facettenreichen Frau.
Katrin Hörnlein nimmt uns in ihrem Buch mit auf eine faszinierende Spurensuche nach Schweden und in die Vergangenheit. Auf ihren aufschlussreichen Recherchereisen hat sich die Autorin mit Lindgrens Nachkommen getroffen und einigen Menschen, die sie früher persönlich kennenlernen durften - darunter beispielsweise ihre Tochter Karin, ihren Urenkel Johan oder Pippi Langstrumpf-Darstellerin Inger Nilsson. Durch die wiedergegebenen Erzählungen kommt man der faszinierenden Persönlichkeit allmählich immer näher, entdeckt zudem in vielen aufschlussreichen Episoden wenig bis unbekannte, private Seiten und kann bisweilen einen kurzen Blick auf den wahren Menschen mit seinen Zweifeln und Schwächen hinter der großen, allseits verehrten und geliebten Schriftstellerin erhaschen.
Darüber hinaus hat Hörnlein auch viele Orte bereist und aufgesucht, die in Lindgrens Leben eine wichtige Rolle gespielt haben, wie der Geburtsort Vimmerby, die von ihr so geliebte smaländische Landschaft oder ihre Wohnung in Stockholm. Untermalt werden die interessanten Impressionen durch zahlreiche, sehr stimmungsvolle Fotografien, die Lindgren in all ihren Facetten zeigen. Eine selbstbewusste und eigenwillige Frau, die an das Gute im Menschen glaubte und sich nicht nur zeitlebens für Kinderrechte und gewaltfreie Erziehung einsetzte sondern im Alter auch politisch engagierte! Wie schön, dass sie auch einige Geheimnisse vor der Öffentlichkeit und ihrer Familie bewahren konnte!
Mir hat es großen Spaß bereitet, mich gemeinsam mit der Journalistin Hörnlein auf diese kleine Entdeckungsreise zu begeben. Ob nun der Ausflug mit Astrids Tochter Karin in das Sommerhaus nach Furusund, ein winterlicher Besuch des „Astrid Lindgren Värld“-Freizeitparks, berührende Treffen mit Lindgrens ehemaliger Privatsekretärin und Freundin Kerstin Kvint und ihrem Mann Lennart, die aufregende Entschlüsselung der kryptischen Kringel aus den Original-Stenoblöcken mit Lindgrens Enkelin Annika in der Königlichen Bibliothek oder der hochinteressante Besuch bei den Kindern des „Michel“-Illustrators Björn Berg – all diese sehr unterhaltsam und lebendig geschilderten Begegnungen gewähren uns höchst einzigartige Einblicke in Lindgrens Leben und Persönlichkeit. Äußerst spannend ist zudem der Bericht über die von Lindgrens Tochter und Enkel*innen geführte „Astrid Lindgren Company“, durch die sich darum bemühen, dass das geistige Erbe ihrer Großmutter geschützt bleibt und zugleich ihre wundervollen Geschichten auch von kommenden Generationen gelesen werden.
Abgerundet wird das Sachbuch durch einen Anhang mit Quellenangaben, einer umfangreichen Bibliografie, Hinweisen zu den Recherchen der Autorin sowie einem Bildnachweis.
FAZIT
Eine sehr unterhaltsame und lesenswerte Biografie, die ein einfühlsames, vielschichtiges Portrait von Astrid Lindgren aufzeigt – mit bewegenden Erinnerungen, interessanten Eindrücken und vielen humorvollen Anekdoten.
Für alle, die Astrid Lindgren und ihre Bücher lieben und tiefer in ihre Welt eintauchen möchten, ein absolutes Must Read.

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