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Veröffentlicht am 21.01.2024

Atmosphärischer Schweden-Krimi

Im Herzen so kalt (Ein Fall für Maya Topelius 1)
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Inhalt:

Maya Topelius und ihrer Partner Pär Stenqvist von der Stockholmer Kriminalinspektion werden zu einem Leichenfund in Nordschweden gerufen. In einem Wald hat die 9-jährige Frida auf dem Nachhauseweg ...

Inhalt:

Maya Topelius und ihrer Partner Pär Stenqvist von der Stockholmer Kriminalinspektion werden zu einem Leichenfund in Nordschweden gerufen. In einem Wald hat die 9-jährige Frida auf dem Nachhauseweg die Leiche des bekannten Umweltaktivisten Mats Anderberg gefunden. Er wurde augenscheinlich aus nächster Nähe erschossen. Die Polizisten vor Ort sind nicht sonderlich begeistert vom Auftauchen der Stockholmer Kollegen, wollen sie den Fall doch schnellstmöglichst als Jagdunfall ad acta legen. Doch Maya und Pär sind anderer Meinung: sie gehen von Mord aus. Bei ihren Nachforschungen stoßen die Ermittler schnell auf Verdächtige, denn der Tote hat sich (nicht nur) bei den hiesigen Forstwirten nicht gerade beliebt gemacht...
Zeitgleich wird Sanna in Stockholm Opfer sexueller Übergriffe und benötigt Mayas Hilfe. Keine leichte Situation, denn Maya will ihrer Jungendfreundin trotz der zeitraubenden Ermittlungen unbedingt beistehen.

Meine Meinung:
"Im Herzen so kalt" ist der Auftakt zur schwedischen Krimireihe um die junge Ermittlerin Maya Topelius. Maya war mir auf Anhieb sympathisch, ebenso wie ihr älterer Kollege Pär Stenqvist. Während Maya eher impulsiv und zu (gefährlichen) Alleingängen neigt, aber auch sehr herzlich ist, ist Pär der überlegtere und erfahrene der beiden. Es macht sehr viel Spaß, die beiden bei den Ermittlungen zu begleiten. Nicht zuletzt, da sie dabei von den beiden hiesigen Polizisten Hilding und Sonny unterstützt werden, die zwar ein wenig klischeehaft, aber auch unterhaltsam und auf ihre Art sympathisch sind.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen. Die Beschreibung insbesondere der schwedischen Natur sind bildhaft und erzeugen eine tolle und authentische Atmosphäre. Gleichzeitig merkt man, dass der Autorin Umweltthemen wie bspw. das (zum Teil illegale) Abholzen der schwedischen Wälder sehr am Herzen liegen. So spart sie im Laufe des Buches nicht an Kritik am Vorgehen und der großen Lobby der Forstindustrie.

Der Plot des Buches ist spannend und fesselnd. Neben der Ermittlern begleitet der Leser auch Sanna, Mayas Freundin aus Schulzeiten, sowie die kleine Frida, die die Leiche im Wald gefunden hat. Ihre jeweiligen Geschichten spielen eine größere Rolle im Buch und bereichern es, das Hauptaugenmerk liegt aber dennoch auf dem aufzuklärenden Mord und den damit verbundenen Ermittlungen. Diese gestalten sich spannend und bleiben dank ungeahnter Wendungen und Erkenntnisse im Ermittlungsverlauf durchweg kurzweilig. Es macht Spaß, als Leser mitzurätseln und eigene Theorien aufzustellen. Und obwohl ich relativ schnell einen Verdacht hatte und damit tatsächlich richtig lag, hält das aktionreiche Ende des Buches weitere Überraschungen und Nervenkitzel bereit.

Fazit:
Atmosphärischer und spannender Schweden-Krimi, der mit authentischen Charakteren, bildhaften Beschreibungen und einer stimmigen Auflösung besticht. Freu mich schon auf Band 2 der Reihe!

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Veröffentlicht am 19.01.2024

Gelungener Reihenauftakt

Der Mentor
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Inhalt:

Heidelberg. Im Wald werden zwei vergrabene Frauenleichen entdeckt. Im Nacken haben beide eine römische Zahl eingeritzt: I und III. Kurze Zeit später wird eine weitere Leiche gefunden, die wie ...

Inhalt:

Heidelberg. Im Wald werden zwei vergrabene Frauenleichen entdeckt. Im Nacken haben beide eine römische Zahl eingeritzt: I und III. Kurze Zeit später wird eine weitere Leiche gefunden, die wie ein Vogel in die Bäume gehängt wurde und mit IV im Nacken gekennzeichnet ist. Von Nr. II fehlt jedoch jede Spur. Jakob Krohn und seine Kollegin Yeliz vom Dezernat für Kapitalverbrechen der Heidelberger Kriminaldirektion werden mit den Ermittlungen betraut. Unterstützung bekommen sie dabei von Fallanalytikerin Nova Winter und ihrem Chef Magnus Herzberg vom LKA München. Schon die Identifikation der toten Frauen gestaltet sich schwierig, zu allem Überfluss kursiert schon nach kurzer Zeit ein Foto von den Leichen im Internet. Darüber hinaus haben Krohn und WInter unterschiedliche Vorstellungen vom Vorgehen im Rahmen der Ermittlungen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten raufen die Ermittler sich jedoch zusammen und folgen einer Spur, der sie zu einem angeblichen studentischen Geheimbund führt.

Meine Meinung:

"Der Mentor" ist der Auftakt der Thrillerreihe um die junge BKA-Fallanalytikerin Nova Winter und gleichzeitig der Debüt-Roman der deutschen Autorin Svenja Diel. Der Schreibstil des Autorin ist temporeich und sehr angenehm zu lesen. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was für viel Dynamik und Spannung sorgt. Neben den Ermittlern (insbesondere Jakob Krohn und Nova Winter) begleitet der Leser beispielsweise auch die Studentin Lena, deren Verbindung zu den Opfern erst nach und nach klar wird. Dadurch bekommt der Leser zum einen einen recht umfassenden Einblick in die Geschehnisse, darüber hinaus besitzt er den Ermittlern gegenüber zum Teil einen Wissensvorsprung.

Die Ermittler des Buches haben mir sehr gut gefallen. Mit Nova habe ich mich aufgrund ihrer sehr direkten, teils etwas schroffen Art zu Beginn etwas schwer getan, im Laufe des Buches sind mir aber sowohl die Heidelberger Ermittler als auch die LKA-Ermittler zunehmend sympathisch geworden. Neben den Ermittlungen steht auch ihr Privatleben im Fokus, insbesondere Jakob Krohn und Nova Winter tragen selbst einige Päckchen mit sich herum. Ich fand es spannend, so mehr über die Charaktere zu erfahren, ohne dass ihr jeweiliges Privatleben und ihre Vergangenheit eine zu goße Rolle in der Handlung einnimmt.

Der Plot an sich ist spannend und fesselnd. Sowohl die Idee, als auch die Umsetzung haben mir gut gefallen. Der Klappentext des Buches suggeriert dem Leser bereits, dass er es hier ggf. nicht mit einem Einzeltäter zu tun hat. Insbesondere im letzten Drittel hält das Buch einige überraschende Wendungen bereit und die Lage spitzt sich zu, sodass man das Buch spätestens dann nicht mehr aus der Hand legen kann. Die schlussendliche Auflösung ist stimmig und kann (zum Teil) überraschen.

Fazit:

Spannender Thriller mit überraschender Auflösung und tollen Ermittlern. Insgesamt ein gelungener Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 05.01.2024

Unfall oder Mord?

Mrs Potts' Mordclub und der tote Bräutigam
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Inhalt:

Sir Peter, der reichste Mann Marlows, lädt Judith Potts kurzfristig zu einer Feier am Tag vor seiner Hochzeit ein. Judith sagt zu, da sie das Gefühl hat, Sir Peter hätte Angst um sein Leben. Und ...

Inhalt:

Sir Peter, der reichste Mann Marlows, lädt Judith Potts kurzfristig zu einer Feier am Tag vor seiner Hochzeit ein. Judith sagt zu, da sie das Gefühl hat, Sir Peter hätte Angst um sein Leben. Und tatsächlich: Noch während die Gäste im Garten feiern, wird Sir Peter in seinem Arbeitszimmer von einem Schrank erschlagen. Da das Arbeitszimmer von innen verschlossen war und sich der einzige Schlüssel in den Taschen des Toten befand, geht die Polizei von einem tragischen Unfall aus. Doch Judith ist anderer Meinung: sie wittert einen Mord. Kurzerhand machen sie und ihre beiden Freundinnen Suzie und Becks sich selbst auf die Suche nach dem Mörder.

Meine Meinung:

"Mrs. Potts Mordclub und der tote Bräutigam" ist der zweite Teil der britischen Cosy-Crime-Reihe, in deren Zentrum die 77-jährige Judith Potts und ihr neu gegründeter Detektivclub stehen. Da die Handlung in sich abgeschlossen ist, kann man das Buch problemlos ohne Vorkenntnisse lesen, auch wenn sich die drei Freundinnen und ihre Beziehung im Laufe der Zeit natürlich weiterentwickeln.

Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen und schon nach wenigen Seiten ist man als Leser mittendrin im Geschehen. Die Geschichte ist mit viel Humor und Spannung gespickt, wodurch man durchweg auf ihren Fortgang gespannt ist.

Judith Potts, die Protagonistin der Reihe, ist eine extravagante, etwas kauzige Frau, die man einfach ins Herz schließen muss! Obwohl sie bereits 77 Jahre alt ist, ist sie keinesfalls zu unterschätzen. Sie ist schlau, hat eine gute Beobachtungsgabe und kann vorallem sehr beharrlich und direkt sein. Das kommt ihr und ihren beiden Freundinnen Suzie und Becks während ihrer auf eigene Faust angestellten Nachforschungen mehr als einmal zu Gute. Aber auch Suzie und Becks sind sehr sympathisch, wenngleich nicht weniger skurril, und stehen Judith mit Rat und Tat bei Seite.

Der Plot des Buches ist spannend. Ein Mord in einem verschlossenen Raum – das schreit gerade so nach einem Fall für Judith und ihre Freundinnen. Denn die Polizei hält sich sehr bedeckt, geht sie doch von einem Unfall aus. Doch Judith, Suzie und Becks lassen sich nicht beirren, stellen eigene Nachforschungen an und befragen Familie und Freunde des Toten. Es macht Spaß, die Freundinnen bei ihren Ermittlungen zu begleiten, nicht zuletzt, weil es immer mal wieder zu skurrilen Situationen kommt. Zudem wird man als Leser dazu animiert, selbst eigene Vermutung zum Täter und seinem Motiv anzustellen – Verdächtige gibt es nämlich so einige. Einige ungeahnte Wendungen sorgen dafür, dass das Buch bis ganz zum Schluss spannend bleibt. Die schlussendliche Auflösung ist stimmig und bildet einen gelungenen Abschluss dieses unterhaltsamen Krimis.

Fazit:

Unterhaltsamer und spannender britischer Krimi, der vorallem durch seine facettenreichen Charaktere besticht.

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Veröffentlicht am 09.12.2023

Eine folgenschwere Nacht

Tristan Mortalis
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Inhalt:

Alice, Claire, Bene, Damian und Michael, der seit ihrem Theaterstück von allen nur noch Tristan genannt wird, freunden sich in der Theater-AG ihrer Schule an. Als sie gemeinsam ihren Abschluss ...

Inhalt:

Alice, Claire, Bene, Damian und Michael, der seit ihrem Theaterstück von allen nur noch Tristan genannt wird, freunden sich in der Theater-AG ihrer Schule an. Als sie gemeinsam ihren Abschluss machen, feiern sie mit ihren Schulkameraden eine Feier am Bootshaus von Claires Eltern. Am nächsten Tag geht jeder seiner Wege. So scheint es zumindest. Bis im Moor nahe des Boothauses eine Leiche gefunden wird, die Tristans Kostüm trägt. Was ist in jener Partynacht wirklich geschehen?

Meine Meinung:

Das düstere, bedrohliche Cover des Buches hat mich ebenso wie der Klappentext auf Anhieb angesprochen. Der Schreibstil der Autorinnen ist angenehm zu lesen und schon nach wenigen Seiten ist man als Leser so eingetaucht in die Geschichte, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann und mag. Die Handlung wird abwechselnd aus Sicht der vier Jugendlichen Alice, Claire, Bene und Damian erzählt. Dadurch lernt der Leser sie alle sehr gut kennen und bekommt einen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Mir waren die vier sehr sympathisch, insbesondere Alice und Bene, weshalb ich im Laufe des Buches mit ihnen mitgefühlt und -gebangt habe.

Der Plot des Buches ist spannend, verzwickt und sehr gut konstruiert. Jeder der vier Freunde scheint Geheimnisse zu haben, die größtenteils mit dem Abend der Abiturfeier zu tun haben. Entsprechend ist zwischenzeitlich jeder aus der Clique irgendwie verdächtig. Nach und nach kommt - teils durch Erinnerungen der Jugendlichen an besagten Abend, teils aufgrund der Ermittlungen der Polizei oder der Freunde selbst - immer mehr über den Abend ans Licht, das zum Teil überrascht und neue Fragen aufwirft. Oder gar alles wieder auf den Kopf stellt. Dadurch macht es auch als Leser sehr viel Spaß, mitzurätseln und eigene Theorien über die Geschehnisse aufzustellen. Die schlussendliche Auflösung ist stimmig und ein gelungener Abschluss des Buches.

Fazit:

Spannender (Jugend-)Thriller, der so einige Wendungen für den Leser bereithält. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen!

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Veröffentlicht am 08.12.2023

Spannender und atmosphärischer Islandkrimi

Verlogen
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Inhalt:

Island. Maríanna wird bereits seit sieben Monaten vermisst, als ihre Leiche in einem Lavafeld im Westen der Insel gefunden wird. Schnell stellt sich heraus, dass die alleinerziehende Mutter, die ...

Inhalt:

Island. Maríanna wird bereits seit sieben Monaten vermisst, als ihre Leiche in einem Lavafeld im Westen der Insel gefunden wird. Schnell stellt sich heraus, dass die alleinerziehende Mutter, die alkoholabhängig war und mehrfach in den Fokus des Jugendamts geraten ist, ermordet wurde. Elma und ihr Kollege Saevar von der Kripo Akranes, die aufgrund eines Abschiedbriefs von einem Selbstmord ausgegangen waren, nehmen die Ermittlungen wieder auf. Und je länger sie nachforschen, umso mehr bringen sie auch über Maríannas Vergangenheit ans Tageslicht.

Meine Meinung:

"Verlogen" ist der zweite Teil der Island-Krimireihe um die sympathische Ermittlerin Elma. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, ist das Buch jedoch auch ohne Vorkenntnisse sehr gut lesbar.

Der Schreibstil der Autorin ist - wie schon im Vorgängerband - sehr angenehm. Die bildhaften und atmosphärischen Beschreibungen von der wunderschönen, aber auch rechten rauen Natur Island und der in dort lebenden Leute haben mit gut gefallen. Der Leser begleitet die Ermittler in der Gegenwart bei ihren Nachforschungen. Darüber hinaus gibt es aber auch immer wieder Rückblicke aus Sicht einer jungen Mutter, die sich schwer tut, eine Verbindung zu ihrem Kind aufzubauen. Diese sorgen für Auflockerung, aber auch für zusätzliche Spannung.

Polizistin Elma, die Protagonistin der Reihe, hat mir bereits im ersten Band der Reihe gut gefallen. In diesem erfährt der Leser nun auch noch mehr Privates über sie, was mir im Vorgängerband ein wenig gefehlt hat. Dadurch bekommt Elma mehr Tiefe und Persönlichkeit. Auch ihr Kollege Saevar ist mir sehr sympathisch und gemeinsam bilden sie ein fähiges und - obwohl sie noch nicht so lange zusammenarbeiten - eingespieltes Team.

Der Kriminalfall, mit dem Elma und ihre Kollegen dieses Mal zu tun bekommen, ist spannend und fesselnd. Mir persönlich hat es Spaß gemacht, die Ermittler bei ihren Nachforschungen und Spurensuche zu begleiten. Zwar gibt es auch immer mal wieder Passagen, wo die Ermittler auf den Stelle treten oder notwendige, aber vielleicht nicht ganz so spannende Arbeiten erledigen, die diesen Krimi realistisch machen. Langweilig wurde es mir aber im Laufe des Buches nie. Denn die Autorin lenkt den Leser mehrfach auf falsche Fährten, zudem hält der Plot einige Wendungen bereits. Wie beispielsweise auch zum Ende, denn das ist durchaus überraschend und hat mir sehr gut gefallen.

Fazit:

Spannender und atmosphärischer zweiter Band dieser Island-Krimireihe, der mir noch besser gefallen hat als der Vorgänger. Ich hoffe sehr auf weitere Bände der Reihe.

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