Profilbild von Schnuppe

Schnuppe

Lesejury Star
offline

Schnuppe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Schnuppe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2024

warmherzige Geschichte

Der Schacherzähler
0

Judith Pinnow hat hier eine sehr warmherzige Geschichte über eine generationenübergreifende Freundschaft geschrieben. Dies geht schon aus dem Cover hervor. Ein alter Mann und ein Junge gehen einträchtig ...

Judith Pinnow hat hier eine sehr warmherzige Geschichte über eine generationenübergreifende Freundschaft geschrieben. Dies geht schon aus dem Cover hervor. Ein alter Mann und ein Junge gehen einträchtig nebeneinander her. Die rote Kleidung und die rote Schrift heben sich gut von den Grüntönen des Hintergrunds ab, der mit seinen Motiven sehr gut zur Geschichte passt. Auch im Buch finden sich ab und an kleine sehr passende Illustrationen.

Der 9-jährige Janne ist ein unruhiges aber freundliches Kind. In der Schule eckt er mit seiner Art an, aber zu dem alten schachspielenden Mann im Park bekommt er Zugang. Walter ist Witwer, vermisst seine Frau, hängt an Ritualen, um den Tag zu überstehen und nennt sich Oldman. Über das Spiel kommen sie ins Gespräch und schnell entwickelt sich mehr daraus. Es wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, was die Geschichte leicht macht und auch die Neugier auf den Fortgang hoch hält. Neben Janne und Oldman kommen auch seine Mutter und deren Freundin und Chef zu Wort. Diese Vielfalt an Erzählern ist abwechslungsreich, leider geht es aber bei ca 300 Seiten auch zu Lasten der Tiefe der Charaktere und der Geschichte, weil die unterschiedlichen Personen sehr vielfältige Themen bzw. Probleme präsentieren. Das ist aber nur ein kleiner Wermutstropfen in dieser schönen Wohlfühlgeschichte. Die unterschiedlichen Probleme können gelöst werden, da alle warmherzig miteinander umgehen, bei allen ist eine Entwicklung zu erkennen. Trotz der Vorhersehbarkeit einiger Handlungsstränge habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Am Ende gibt es noch eine überraschende Wendung.

Was mir gut gefällt ist die Wirkung der Freundschaft zwischen dem Kind und dem Rentner. Das Kind entwickelt sich gut mit der Förderung und der Zuwendung, aber auch der Ältere profitiert durch die Aufgabe und die gemeinsame Zeit. Die gegenseitige Hilfe und das entgegengebrachte Vertrauen wirken hier nachvollziehbar und positiv auf die Charaktere.Die Chancen, die das Leben bietet, kann man in jedem Alter ergreifen, man muss nur den Mut dazu haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2024

plötzlich Agentin

Bevor die Welt sich weiterdreht
0

Der Roman zeigt einen Teil der Ränkespiele auf, die sich in Davos, in der neutralen Schweiz, zur Zeit des ersten Weltkriegs abspielen. Diese Konstellation hat mich neugierig gemacht, denn bisher wußte ...

Der Roman zeigt einen Teil der Ränkespiele auf, die sich in Davos, in der neutralen Schweiz, zur Zeit des ersten Weltkriegs abspielen. Diese Konstellation hat mich neugierig gemacht, denn bisher wußte ich nicht, was sich dort zu dieser Zeit abgespielt hat.

Der Hauptschauplatz ist eine Kurklinik in Davos. Die Krankenschwester Johanna, die Tochter des Klinikleiters, kommt schwanger von der Front zurück, der deutsche Geliebte ist tot. Um den Skandal zu vertuschen wird das Kind, eine kleine Tochter, gleich nach der Geburt weggegeben. Johanna soll einen reichen Mann heiraten und so die notwendige Finanzspritze für die Klinik beschaffen. Johannas Bestreben ist es ihr Kind wiederzufinden und den ihr vorbestimmten Verhältnissen zu entkommen. Eine Spionin, die sich dort zur Kur aufhält, bringt sie zur Spionage, als Gegenleistung erhält sie Informationen über ihr Kind. Johanna gerät immer tiefer in die Agentenkreise, unglaublich viele Personen mischen hier mit.

Johanna ist eine interessante Protagonistin, die über erstaunliche Fähigkeiten verfügt. Ihr Können und Nerven sind etwas unglaubwürdig überzogen, wenn man dies hintenanstellt, hat man aber einen interessanten unterhaltsamen Roman, der mit vielen kurzen Kapiteln und Wendungen das Tempo hoch hält und spannend ist. Johannas Hoffnung mit der Tochter ein neues gemeinsames Leben zu beginnen, ist sehr berührend dargestellt. Dieser emotionale Gegenpol zu ihrer Familie ist gut herausgearbeitet.
Mich hat der Roman sehr gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2024

Respekt für alle

Ich bin genug
0

"Und letztlich sind wir hier genau deswegen, um ein Leben der Liebe, nicht der Angst zu leben ..."

In diesem Kinderbilderbuch geht es um die Botschaft, das jedes Kind genau so wie es ist, sein soll und ...

"Und letztlich sind wir hier genau deswegen, um ein Leben der Liebe, nicht der Angst zu leben ..."

In diesem Kinderbilderbuch geht es um die Botschaft, das jedes Kind genau so wie es ist, sein soll und darf. Egal wie jemand aussieht, wo er herkommt und ob er Einschränkungen hat, er ist ein liebenswerter Mensch.

Das Buch richtet sich an Kindergartenkinder, sehr einfache kurze Sätze werden von passenden wunderschönen Bildern begleitet. Es werden verschiedenste Mädchen in unterschiedlichen Szenen gezeigt, oft sind nur ein oder zwei Kinder zu sehen. Die Zeichnungen stellen die Diversität ganz wunderschön dar, das Betrachten der Bilder bereitet Freude. Nicht alle Sätze sind für Kinder verständlich, da muss man etwas erklären, aber die Botschaft, das jeder genug ist, die Ode an die Liebe zu dem, was man ist, wird sehr gut transportiert.

Ein sehr schönes Buch, zum gemeinsamen Lesen, Erzählen und Nachdenken für Kinder und Erwachsene.Die stärkende Botschaft tut den Kindern gut und die Eltern werden erinnert, das man solche Dinge gar nicht oft genug sagen, zeigen und leben kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2023

Wer ist das Monster?

Monster (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 11)
0

Im 11. Fall für Pia und Oliver geht es recht vertrackt zu, die Fälle sind verschachtelt und auch die persönlichen Erfahrungen und Entscheidungen sind nicht so ohne. Zum Glück gelingt es den Profis meist ...

Im 11. Fall für Pia und Oliver geht es recht vertrackt zu, die Fälle sind verschachtelt und auch die persönlichen Erfahrungen und Entscheidungen sind nicht so ohne. Zum Glück gelingt es den Profis meist einen klaren Kopf zu behalten.
Die Leiche einer 16-Jährigen Schülerin wird hinter einem kleinen Altar unter einer Schneeschicht gefunden. Aufgrund einer DNA Analyse rät ein junger Asylbewerber unter Verdacht, der bereits einschlägig vorbestraft ist.
Kurz darauf wird ein Mann überfahren, der vermutlich zuvor gefoltert wurde.
Die Fälle scheinen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben und doch gibt es Verbindungen. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Öffentlichkeit ist jedoch schnell mit Urteilen zur Hand. Die beste Freundin der Toten scheint etwas zu verschweigen und auch Zeugen legen nicht alles auf den Tisch.
Nele Neuhaus hat wieder einen spannenden Krimi geschrieben, der sich toll lesen lässt und immer wieder mit spannenden Wendungen überrascht. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten. Einziger Kritikpunkt ist, dass es am Ende etwas überfrachtet ist. Die Geschichte hinter dem ersten Mord ist tragisch, doch hätte gründliche Polizeiarbeit hier nicht schneller zum Ergebnis führen müssen? Es ging wohl um die Thematik rund um die Flüchtlinge, deren prekäre Situationen, aber auch gesellschaftliche Zwänge, die nicht ohne weiteres abgelegt werden können. Der zweite Fall ist etwas an den Haaren herbeigezogen, hinsichtlich der Größe der Gruppe, die dahinter steht, aber insgesamt bleibt alles doch noch Nachvollziehbar.
Die privaten Geschichten, die hier nicht zu sehr dominieren, entwickeln sich konstant weiter.
Toller Krimi mit guten Hintergrundgedanken, lesenswert und auch ohne Kenntnisse der Vorgänger gut verständlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.12.2023

Guter Genremix

Der Spurenfinder
0

Der Spurenfinder Elos von Bergen hat sich mit seinen zwölfjährigen Zwillingen Ada und Naru nach Friedhofen in Dreibrücken zurückgezogen. Nach einem Anschlag wähnt er sich und vor allem seine Kinder in ...

Der Spurenfinder Elos von Bergen hat sich mit seinen zwölfjährigen Zwillingen Ada und Naru nach Friedhofen in Dreibrücken zurückgezogen. Nach einem Anschlag wähnt er sich und vor allem seine Kinder in dem überaus verschlafenen Provinznest in Sicherheit. Die Kinder träumen hingegen vom aufregenden Leben, dass der Vater früher führte.
„Selbst mein Traum heute Nacht war langweilig. Ich habe ernsthaft geträumt, dass ich schlafe. Kann man sich etwas Öderes vorstellen?“
Als ein merkwürdiger Mord geschieht und schnelle Verdächtigungen die Runde machen, nimmt der Spurenfinder die Arbeit auf, mit seinen Kindern als Gehilfen. Die Ermittlungen führen sie in das Nachbarland und es sind einige Gefahren und Abenteuer zu bestehen.
Das Buch vereint Krimi, Fantasy, Jugendbuch und Humor sehr gekonnt, der Genre-Mix konnte mich gut unterhalten und überzeugen. Es brauchte ein paar Seiten, bis ich in der fremden Welt angekommen war, aber dann gefiel es mir gut. Die Zusammenarbeit in der Familie klappt und der liebevoller Umgang miteinander ist sehr schön zu beobachten. Der Fall klärt sich auf eine ungeahnte Weise, die nach Klärung der Fragen aber sehr schlüssig passt. Das Buch endet mit einer Episode, die auf eine Fortsetzung hinweisen könnte. Das wäre ich dann wieder mit von der Partie.
Für Fans des Autors, Liebhaber von skurrilen Geschichten und Freunde humorvoller Krimis mit Fantasyanteilen sehr empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere