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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2023

Die Perspektive steuert den Inhalt.

Der Jahrestag
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J.B. Blackwood, erfolgreiche Autorin, Ende 30, steht kurz davor einen Preis für ihr Werk zu bekommen. Verheiratet mit dem 20 Jahre älteren Patrick. Kennengelernt an der Uni, der Klassiker: Er der schon ...

J.B. Blackwood, erfolgreiche Autorin, Ende 30, steht kurz davor einen Preis für ihr Werk zu bekommen. Verheiratet mit dem 20 Jahre älteren Patrick. Kennengelernt an der Uni, der Klassiker: Er der schon charismatische Professor, sie die junge Frau mit Ambitionen. Nun dreht sich der Wind. Sie, wie erwähnt, steht in der Blüte ihrer Karriere und seine beginnt zu schwinden. Die Ehe kriselt, also wird ihr Jahrestag zum Versuch zur Rettung. Und diese kommt dann auf der gemeinsamen Kreuzfahrt für ihn leider nicht, denn er geht über Board. (Keine Sorge, steht sogar auf dem Klappentext, daher nicht zu weit gespoilert…). Was nun?
Dieser Roman aus der Feder der australischen Autorin Stephanie Bishop, ist großartig erzählt und das ausschließlich aus der Perspektive der Protagonistin und ist dadurch ambivalent, sehr subjektiv und gibt dadurch auch nicht den vollen Einblick in die Gegebenheiten. Sehr geschickt macht die Autorin Stephanie Bishop dieses Spiel mit uns Leser:innen. Die Zweifel, wie sehr sie Opfer ist, wie stark sie unter seinem Verlust leidet, ihre wahren Umstände, machen sich beim Lesen immer wieder bemerkbar. Auch wie sie Dinge meinen könnte, da hochgradig interpretierbar.
Spannend und eine gute Unterhaltung. Ich hatte das Gefühl am Ende einen sehr stringenten Spannungsbogen und Aufbau zu erkennen. Sicherlich auch dem Fakt geschuldet, dass die Autorin auch Literaturwissenschaftlerin ist.
Ich mochte den Roman sehr gerne lesen und kann ihn einer Leserschaft empfehlen, die sich nicht scheut auch gerne mal hinter die Kulissen einer äußerlich gelungenen Ehe zu schauen.

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Veröffentlicht am 23.12.2023

Spazieren in der heiligen Nacht

Weihnachten in Prag
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„Sie wissen, dass Prag selbst ein Wunder ist. Ein Wunder im Nebel der Geschichte. Nicht nur zu Weihnachten.“ (S. 87)
Eigentlich wollte er den 24. Dezember mit Freunden in Prag verbringen, doch die gehen ...

„Sie wissen, dass Prag selbst ein Wunder ist. Ein Wunder im Nebel der Geschichte. Nicht nur zu Weihnachten.“ (S. 87)
Eigentlich wollte er den 24. Dezember mit Freunden in Prag verbringen, doch die gehen nach seiner Ankunft nicht ans Telefon. Es beginnt das Warten und zum Glück gibt es genügend Bier auf der Zoorunde zur Überbrückung.
„Im Leben geht‘s nur um Geheimnisse.“ (S. 41)
Schwermütig ist dieser Spaziergang am Heiligen Abend, den der Ich-Erzähler durch Prag erlebt. Nach und nach trifft er auf andere, die durch die Nacht wandern. Kavka, der König von Prag und eine Italienerin.
„Liebe ist nichts als Betrug“ (S. 76)
‚Weihnachten in Prag‘ von Jaroslav Rudiš ist mit seinen knapp 90 Seiten und großartigen Illustrationen von Jaromír 99 eine unaufgeregte Geschichte, die trotz seines Humors und Melancholie eine wunderbare weihnachtliche Lektüre über Randfiguren, Orte der Begegnung und ein unkompliziertes Miteinander.
Fazit: Für alle die 4 Bier als böhmischen Adventskranz identifizieren und sich gerne dem Weihnachtstrubel entziehen, aber doch die Magie der heiligen Nacht wahrnehme.

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Veröffentlicht am 21.12.2023

Schlittschuhe in der der Adventszeit, besser geht nicht!

Stella auf Eis
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Was verbindet ihr mit einem schönen Winter? Wir auf jeden Fall auch die Eisbahn und die vielen Runden, die man mal im gemütlichen und mal im überschwänglichen Tempo zieht. Na ja, und wie das so als Fast-Teenie ...

Was verbindet ihr mit einem schönen Winter? Wir auf jeden Fall auch die Eisbahn und die vielen Runden, die man mal im gemütlichen und mal im überschwänglichen Tempo zieht. Na ja, und wie das so als Fast-Teenie ist, dass erinnern viele von uns sicher noch. Was im Sommer das Freibad ist, ist im Winter die Eisbahn.
Umso mehr hat es mich gefreut, dass im dritten Band um Stella und ihrer Gang nun von den Rollschuhen auf Schlittschuhen umgestiegen wird. Wir kennen die beiden rivalisierenden Gruppen der Rolling Angels und der Skating Devils schon aus den beiden Vorgänger-Bänden.
Die Rolling Angels sind Mädchen, die sonst auf Rollschuhen unterwegs sind (Stella, Lou und Nelly) und die Skating Devils sind Jungs auf Inlineskates (Eric, Ronni und Mo). Interessante Dynamiken unter den befreundeten Rivalen kennen und lieben wir schon, nun geht es in die dritte Runde.
Die Adventszeit steht an und hier kommt sofort weihnachtliche Stimmung auf mit den Kindern aus der 6. Klasse, denn sie wollen das ganze Programm von Kekse backen, bis weihnachtlicher Rollerdisko. Und dann kommt noch ein Highlight hinzu, denn im Ort ist eine professionelle Eiskunstläuferin, die eine weihnachtliche Show on ice in diesem Jahr bietet, aber nicht nur das. Sie gibt auch noch Trainingseinheiten und das finden die drei Mädels natürlich mega und sind wieder mit Herz und Ehrgeiz dabei!
Das Buch ist ein wirklich gutes Kinderbuch. Ich war mal wieder erstaunt wie lebensnahe die Kinder gezeigt werden. Meine Tochter ist wie Gang auch in der 6. Klasse und es passt wie die Faust aufs Auge.
Das Buch hat eine sehr große Schrift und hat super nette Illustrationen passend zum Text. Das könnte abschreckend wirken für Ältere. Aber es erhöht einfach nur die Attraktivität für jüngere Leser:innen aus meiner Sicht. Es kann gut schon in der Grundschule gelesen werden, um sich den coolen Älteren fiktional zu nähern. Es ist aber auch genauso spannend und super nett für Kinder in Klasse 5-7. Daher bitte davon nicht beeinflussen lassen. Ohnehin fand ich den größerer Text als Lesebrillenträgerin gut! ;0)
Eine absolute Leseempfehlung für die Adventszeit und auch für winterlichen Ferien. Für alle, die spannende Geschichten lesen wollen, die viel Wert auf gute Freundschaften legen, Ansporn finden bei Herausforderungen und dazu gemütliches Beisammensein lieben. Eine runde Mischung und das auch noch mit viel Pepp und Witz geschrieben!

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Veröffentlicht am 21.12.2023

Schmerz der zur Enthüllung führt

24 Wege nach Hause
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Weihnachten lädt geradezu ein Wolldecken-Bücher zu lesen, die einen gewissen Wohlfühlfaktor haben. Ich habe dieses Jahr sehr bewusst zu Jenny Fagerlund gegriffen. Denn diesen Sommer waren wir in Schweden ...

Weihnachten lädt geradezu ein Wolldecken-Bücher zu lesen, die einen gewissen Wohlfühlfaktor haben. Ich habe dieses Jahr sehr bewusst zu Jenny Fagerlund gegriffen. Denn diesen Sommer waren wir in Schweden und unter anderem auch in Stockholm, wo ich „Briefe an Moa“ las von dieser Autorin.
Sie schafft es herzerwärmende Geschichten zu schreiben, ohne dass es seicht wird, ohne dass die Protagonistinnen in mir den Wunsch erwecken sie mal ordentlich durchzuschütteln. Ich kann mich mit den Charakteren empathisch verbinden und vor allem gibt es auch Zwischentöne. Jeder Mensch ist facettenreich und Jenny Fagerlund schafft solche zu erschaffen.
Dieses Mal begleiten wir Petra, nachdem Verlust ihrer Schwester, sind nur noch sie und ihre Teenager-Nichte aus der Familie übrig. Petra war so vereinnahmt von der Erkrankung ihrer Schwester, dass sie ihren selbstständig aufgebauten Friseursalon in die Insolvenz trieb und ihr irischer Freund Nick scheint auch nicht so unterstützend zu sein, wie sie dachte. Als dann noch die Wohnung weg ist, flieht sie mit ihrer Nichte Charly aufs Land, wo noch eine Wohnung im Besitz ihrer Familie ist auf einem Hof mit Gärtnerei und Café.
Das Setting könnte nach triefenden Taschentüchern schreien, aber tut es nicht. Es gibt natürlich überraschende Elemente und weihnachtliches Ambiente, aber sehr sehr angenehm! Ich kann dieses tolle weihnachtliches Buch allen nur wärmstens empfehlen. Mich hat es eingenommen!

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Veröffentlicht am 12.12.2023

Wie möchte ich auf andere einwirken?

Good Inside - Das Gute sehen
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Ich weiß, dass viele Eltern-Ratgeber für verschwendet halten, sei es das Papier auf denen sie gedruckt sind oder die Zeit, die das lesen in Anspruch nimmt. Aber bitte, einige sind herausragend, auch wenn ...

Ich weiß, dass viele Eltern-Ratgeber für verschwendet halten, sei es das Papier auf denen sie gedruckt sind oder die Zeit, die das lesen in Anspruch nimmt. Aber bitte, einige sind herausragend, auch wenn sie oft das offensichtliche transportieren. Auch ich habe so einiges schon gelesen, wo ich hinter eher mehr verwirrt war als vorher oder wo ich nichts mitgenommen habe.
Anders bei Dr. Becky Kennedy! Sie hat mit ihrem Ratgeber ‚Good Inside‘ ein Buch geschrieben, dass nicht nur Eltern weiterhilft. Meine Kinder sind schon vergleichsweise groß und daher war ich skeptisch, ob ich für mich hier noch was rausziehen kann. Und ja, kann ich!
Im Grunde geht es ihr um die Sicht auf die Dinge und was passiert. Der Untertitel des Buches lautet: Das Gute sehen. Und genau das ist aus meiner Sicht ihre Kernbotschaft: Entkoppelt das WAS eure Kinder tun mit dem WER ist euer Kind kombiniert es mit konsequenter Erziehung.
Zunächst lernen wir die 10 Grundprinzipien der guten Erziehung kennen um dann das erworbene Wissen anzuwenden in der Sektion Verbundenheit aufbauen und Verhaltensweisen angehen. Klar, hier könnte man weniger kategorisch titulieren, 10 Grundprinzipien, aber der Inhalt ist wirklich gut.
Becky Kennedy beschreibt alles so kurzweilig und macht sehr gute Beispiele in ihrem Buch, dass man dem Inhalt gut folgen kann. In mir hat es lange nachgearbeitet und ich zerre vor allem vom ersten Teil des Buches, dass ich nicht nur auf den Umgang mit meinen Kindern versuche anzuwenden. Es bietet sich übrigens an, dass Buch von Cover zu Cover zu lesen, da es aufeinander aufbaut und auch auf Vorangegangenes Bezug nimmt. Psychologisch beispielsweise gut gemacht, dass erst ein Kapitel „Die ersten Jahre sind entscheidet“ gefolgt wird von „Es ist nie zu spät“. Gut strukturiert, einfach zu lesen und randvoll mit Beispielen.
Fazit: Ein Buch, dass eine positive Reflektion in Gang setzt.

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