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Veröffentlicht am 10.02.2024

Gute Idee, die Umsetzung lässt zu wünschen übrig

Die Kommissarin und der Teufel
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„Die Kommissarin und der Teufel“ ist ein Mystery-Thriller aus der Feder von Peter Eckmann.
Der Verbrecher Frank Torborg weiß die Fähigkeit eines psychisch labilen Mannes auszunutzen, der sich für den Teufel ...

„Die Kommissarin und der Teufel“ ist ein Mystery-Thriller aus der Feder von Peter Eckmann.
Der Verbrecher Frank Torborg weiß die Fähigkeit eines psychisch labilen Mannes auszunutzen, der sich für den Teufel höchstpersönlich hält und Namen von Personen nennt, die bald sterben werden. Torborg macht daraus ein besonders perfides Geschäftsmodell der räuberischen Erpressung, welches schon bald große Kreise zieht.
Die Kommissarin Christine Hansen begegnet eher zufällig dem personifizierten Teufel höchstpersönlich, welcher sie für einen Engel hält und Angst bekommt. Das ganze Geschäftsmodell droht in Schieflage zu geraten. Kein Zweifel, die Kommissarin muss weg, doch wie kann das gelingen, ohne dass die Polizei Frank Torborg auf die Schliche kommt?
Kann Christine Hansen den Fall aufklären, bevor sie selbst zum Opfer wird?
Der Schreibstil von Peter Eckmann ist leicht verständlich und gut zu lesen. An manchen Stellen ist die Sprache jedoch etwas zu einfach und wirkt dadurch plump.
Die handelnden Personen bedienen in ihrem Aussehen und ihren Handlungen leider ziemlich viele Klischees. Auch das Frauenbild in der Gesellschaft, welches eigentlich überwunden scheint, wird gerade im Polizeiapparat hier wieder und wieder bedient, was beim Lesen eher nervig ist.
Die Protagonisten widersprechen sich in ihrem Tun, sodass die eigentlich als sehr kompetent aufgebaute Kommissarin Christine Hansen teilweise sehr unprofessionell handelt oder der skrupellose Verbrecher Frank Torborg ohne jeden Grund plötzlich seine weiche Seite entdeckt.
Auch logische Fehler sind im Buch zu häufig zu finden, sodass das Verfolgen der Handlung im Laufe des Lesens nicht mehr so viel Spaß macht.
Die versprochene Spannung und die Mystery-Aspekte habe ich leider komplett vermisst.
Die Idee, die hinter der Geschichte steckt, ist auf jeden Fall gut. Es benötigt jedoch auf jeden Fall noch einiger Feinarbeit, um eine runde Geschichte daraus zu machen, die einen fesselt und bis zur letzten Seite begeistert.
Daher kann ich das Buch momentan leider nicht weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2024

Gefährliche kleine Biester

Der Stich
9

Mücken sind nicht nur nervige kleine Biester, sondern können auch zahlreiche Krankheiten übertragen. Doch was ist, wenn diese zur tödlichen Bedrohung für eine ganze Region werden?
In seinem neuen Thriller ...

Mücken sind nicht nur nervige kleine Biester, sondern können auch zahlreiche Krankheiten übertragen. Doch was ist, wenn diese zur tödlichen Bedrohung für eine ganze Region werden?
In seinem neuen Thriller „Der Stich“ beschreibt Thilo Winter ein Szenario, in dem genau das passiert.

Der Student für Meeresbiologie Quito Mantezza scheint gefährliche Ungereimtheiten bei einem Freilandversuch mit gentechnisch veränderten Moskitos entdeckt zu haben. Aufgrund seiner Sabotageaktionen entzieht man ihm sein Stipendium, doch das hält Quito nicht davon ab, weiter gegen die große Firma DNArtists zu kämpfen, die in seinen Augen für die plötzlich auftretenden Krankheits- und Todesfälle auf Key West verantwortlich ist.
Während es zu großen Tumulten auf der Insel kommt, trifft er auf die geflüchtete Kubanerin Inéz. Zusammen begeben sie sich auf die Suche nach der Ursache und die Möglichkeit der Bekämpfung der rätselhaften Krankheitsfälle.

Das Cover ist sehr gelungen mit seiner abwärts gerichteten Schrift und den zahlreich umherschwirrenden Mücken wie in einem kleinen Schwarm, der einen umkreist.

Der Thriller beginnt sehr rasant und anschaulich. Ein jeder kennt die sommerlichen Abende, an denen man von Mücken gestochen wird und im Anschluss tagelang juckende Andenken davonträgt. Der Thriller ist so glaubhaft, da diese kleinen Tierchen tatsächlich auch jetzt schon für zahlreiche tödlich verlaufende Krankheiten auf dieser Welt verantwortlich sind und das gezeichnete Szenario durchaus vorstellbar ist.

Die Protagonisten sind teilweise authentisch gezeichnet und ich war von Beginn an sofort in der Handlung drin. Diese steigerte sich in ihrer Spannung, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Leider driftete das Geschehen ab der Mitte des Buches ein wenig ins Unglaubwürdige ab. So wird ein wahnhafter ehemaliger US-Flieger erschaffen, der die Mückenplage auf seine ganz eigene Art bekämpfen will und dem Dinge auf so einfache Art gelingen, die in meinen Augen weder nachvollziehbar noch sinnhaft waren.
Die Charaktere bleiben im Allgemeinen eher klischeehaft und oberflächlich, was für die Handlung schade ist.

Die angenehmen Kapitellängen und -wechsel zu Beginn wurden zum Ende hin immer schneller und dadurch auch leider etwas zu verwirrend, sodass es für mich nicht die Spannung gesteigert hat, sondern eher dazu führte, dass ich den Faden verloren habe.
Sehr lobend muss ich das Nachwort mit seinen interessanten Fakten rund um die wissenschaftlichen Aspekte dieser kleinen unscheinbaren Tiere erwähnen.

Alles in allem bin ich leider etwas enttäuscht von einem sehr guten Start, den der Autor leider nicht bis zum Schluss durchhalten konnte.

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  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 26.12.2023

Klimathriller ohne viel Spannung

White Zero
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Eiszeit in Europa. Seit Monaten herrschen in Deutschland eisige Temperaturen. Die Menschen leiden. Infrastruktur und Wirtschaft brechen zusammen. Wo liegt die Ursache für die plötzlich langanhaltende Kälte? ...

Eiszeit in Europa. Seit Monaten herrschen in Deutschland eisige Temperaturen. Die Menschen leiden. Infrastruktur und Wirtschaft brechen zusammen. Wo liegt die Ursache für die plötzlich langanhaltende Kälte? Die Geophysikerin Dr. Jana Hollmer wird Teil eines interdisziplinären Krisenstabs der Bundesregierung, doch erst zusammen mit ihrem Partner Clemens Bach sowie einem internationalen Geschäftsmann kommt sie der wahren Ursache für den plötzlichen Klimawandel auf die Spur und begibt sich dabei in große Gefahr.
Der Klimathriller „White Zero – Die Kälte ist dein Tod“ vom Autor Thilo Falk kommt seinem starken Cover und seiner insgesamt tollen Aufmachung leider nicht hinterher. Man erwartet als Leser einen spannungsgeladenen Thriller, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, bekommt jedoch eher einen seichten Roman, der nur an der Oberfläche der Thematik kratzt und einige Ungereimtheiten aufweist.
So waren mir einige Themen etwas schleierhaft – so z.B. dass Europa vor immense Probleme gestellt sein soll, nur weil es ein paar Monate ein bisschen kälter ist? Dass eine riesige Flüchtlingswelle entsteht, nur weil der Winter mal etwas intensiver und länger andauert?
Die Kapiteleinteilung hat mir von Beginn an zunächst gut gefallen. Die Überschriften mit den Temperaturangaben machen sofort klar, in welch eisigen Zeiten man sich befindet, wohingegen in anderen Teilen der Welt furchtbare Hitze herrscht. Ein Ungleichgewicht, wie es durchaus in naher Zukunft vorstellbar scheint.
Die eingeführten Personen waren mir jedoch zu viele an der Zahl und deren einzelne Geschichten waren mir teilweise zu dramatisch und intensiv aufbereitet, sodass diese zu sehr vom eigentlichen Thema ablenken und somit auch die Spannung aus dem Thriller genommen haben.
Ich muss hier leider gestehen, dass ich zu keinem Zeitpunkt wirklich mitgefiebert habe, wie das Ganze am Ende ausgeht, was für einen Thriller wirklich sehr schade ist.
Positiv habe ich jedoch den mitschwingenden Humor und die erkennbaren Parallelen zu real existierenden Politikern und Floskeln empfunden, die einen beim Lesen durchaus immer wieder zum Schmunzeln bringen.
Die Auflösung war mir am Ende zu leicht und zu einfach gelöst.
Die Thematik des Buches finde ich grundsätzlich wichtig – jeder sollte für sich selber schauen, welchen klimatischen Fußabdruck er hinterlässt. Als Klimathriller habe ich jedoch von der Story wesentlich mehr erwartet und bin daher etwas enttäuscht.

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Veröffentlicht am 10.12.2023

Zwei Frauen auf neuen Wegen

Aufs Meer hinaus
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Hanna Brummenaes und Bertha Torgersen waren Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten Reederinnen in Europa. Um genau diese beiden starken Frauen dreht sich die Geschichte im Roman „Aufs Meer hinaus“ von ...

Hanna Brummenaes und Bertha Torgersen waren Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten Reederinnen in Europa. Um genau diese beiden starken Frauen dreht sich die Geschichte im Roman „Aufs Meer hinaus“ von Cecilie Enger.
Bertha wächst in einer streng puritanischen Familie auf, doch sie merkt schon als kleines Mädchen, dass das Leben als wohlsorgende Mutter und Ehefrau vielleicht nicht die wahre Erfüllung für sie bringt. Als sie Hanna begegnet, die sich ganz anders kleidet und verhält als die Frauen der damaligen Zeit, wächst ihr Wunsch nach Freiheit und Selbständigkeit.
Gemeinsam gelingt es den Frauen sich auf eigene Füße zu stellen und sogar in die Welt der Schifffahrt einzusteigen, sodass sie in einem bis dahin von Männern dominierten Metier bestehen.
Doch ihre wahre Beziehung zueinander halten sie vor der Außenwelt Zeit ihres Lebens geheim.
Das Cover des Buches spiegelt in meinen Augen nicht den Inhalt wider. Der Klappentext hingegen verrät so gut wie alles und lässt daher kaum mehr Überraschungen zu.
Der Schreibstil hat mich leider nicht packen können. Er ist zwar leicht verständlich, jedoch fehlte mir der Spannungsbogen, sodass sich der Roman an einigen Stellen gezogen hat.
Bertha ist eine Frau, deren persönliche und emotionale Entwicklung mich sehr interessiert hat, welche jedoch nie ganz greifbar war.
Hanna wurde mir zu männlich und stur dargestellt.
Die Beziehung der beiden hatte für mich nie wirklich etwas liebevolles, sondern ich hatte eher das Gefühl, dass Bertha in Hanna ein Vorbild für Freiheit und Selbständigkeit gefunden hat, dem sie folgen konnte und sich am Ende untergeordnet hat. An einigen Stellen habe ich mich gefragt, ob sie wirklich glücklich war. Eine wahre Liebesbeziehung wurde für mich nicht rüber gebracht.
Die Zeitspanne der Geschichte durchläuft die Jahre 1873 – 1945, in denen so viel passiert ist. Der Fortschritt ist zwar spürbar, aber man kann es als Leser kaum emotional erfassen. Auch die traurigen Ereignisse im 1. und 2. Weltkrieg werden zu knapp und emotionslos geschildert.
Die damals wichtigen Themen der Frauenbewegung rund um Gleichberechtigung, aber auch der Stand der Homosexualität in der Gesellschaft werden angesprochen, jedoch kaum vertieft.
Mir blieben sowohl die Protagonistinnen als auch die Handlung daher leider während des gesamten Romans fremd.
Da es sich um eine wahre Begebenheit handelt, ist es umso interessanter diesen Teil der norwegischen Geschichte zu lesen. Dieses Buch hätte so viel mehr Potential gehabt, hat mich jedoch leider nicht abholen können.

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Veröffentlicht am 16.11.2023

Make Amt great again kam leider kaum vor!

Da bin ick nicht zuständig, Mausi
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Conny, Beamtin im öffentlichen Dienst, nimmt im Buch „Da bin ick nicht zuständig, Mausi“ auf sehr humorvolle überspitzte Art und Weise das Leben und Arbeiten auf einem deutschen Amt auf die Schippe.
Die ...

Conny, Beamtin im öffentlichen Dienst, nimmt im Buch „Da bin ick nicht zuständig, Mausi“ auf sehr humorvolle überspitzte Art und Weise das Leben und Arbeiten auf einem deutschen Amt auf die Schippe.
Die Autorin, auch aus ihren Instagram-Auftritten bekannt als Conny from the block, arbeitete Jahrzehnte in einer Behörde und hat so einige Anekdoten zu erzählen. So ist dieses Buch auch kein klassischer Roman, sondern eher eine Aneinanderreihung einzelner Episoden aus dem Beamtenalltag sowie kurzer Einblicke in das Privatleben von Conny.
Die einzelnen Kolleginnen werden dabei gut dargestellt, sodass man von jeder einzelnen eine sehr gute Vorstellung bekommt. Eine sehr unterschiedliche Truppe hat sich da in den Amtszimmern zusammengefunden – jede auf ihre eigene Art skurril, aber als Stereotypen sicher auch in der freien Wirtschaft zu finden.
Der Berliner Dialekt, der sich konsequent durch das Buch zieht, hat mir am Anfang noch ein paar Probleme bereitet, passt aber einfach perfekt zum Ambiente.

Da ich selber schon etliche Jahre als Beamtin in einer Behörde tätig bin, konnte ich über viele Episoden herzhaft lachen und habe auch einige Stereotypen wieder erkannt. Natürlich ist hier vieles stark übertrieben dargestellt, doch ein Fünkchen Wahrheit steckt in allem.
Oft musste ich herzhaft lachen.
Schade fand ich jedoch, dass die Erzählungen über das Beamtentum zwischenzeitlich zu negativ wurden und mir nur noch ein Kopfschütteln entlockt haben.
Das Motto „Make Amt great again“ konnte ich somit leider nicht wiederfinden. Im Gegenteil. Eigentlich wurden alle negativen Vorurteile, die man über deutsche Beamte so finden kann, nur bestätigt, was ich eigentlich sehr schade finde. Natürlich wird es diese Beamten in den deutschen Behörden geben, aber es macht eben kein Gesamtbild.
Das offene Ende lässt eine baldige Fortsetzung vermuten und Zuwachs im Kreise des Amtszimmers in Form eines neuen Azubis.
Das Glossar am Ende des Buches war mein persönliches Highlight – die Erklärung trockener amtsdeutscher Begriffe so lustig rüberzubringen, muss erstmal gelingen.

Fazit: Es war ein kurzweiliges Buch, welches mich oft zum Schmunzeln, aber fast genauso oft zum Stirnrunzeln gebracht hat. Eine Fortsetzung werde ich wohl leider nicht lesen.

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