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Veröffentlicht am 24.12.2017

Deutsche Weihnachten in England

Mission Mistelzweig
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Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber das Cover ist irgendwie nicht meins. Ich bin einfach nicht der Fan von Glitzer und Glänzend, zumindest nicht bei Buchcovern, obwohl es in diesem Fall ...

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber das Cover ist irgendwie nicht meins. Ich bin einfach nicht der Fan von Glitzer und Glänzend, zumindest nicht bei Buchcovern, obwohl es in diesem Fall zum Thema schon passt. Der Klappentext ist kurz und knapp gehalten und verrät zum Glück nicht zu viel, sodass trotz des geringen Umfangs des Buches (204 Seiten) es im Laufe des Romans nicht langweilig wird.
Ein deutscher Weihnachtsmarkt in England ist sicherlich ein ungewöhnliches Thema, auf das man erst einmal kommen muss und dann noch die Aktion, den sexiest Weihnachtsmann zu versteigern, ist schon so skurril, dass es einem gefallen muss.
Der Roman zieht seine Spannung aus der Liebesgeschichte, die sich zwischen Lilly und Tom anbahnt, aber auch aus dem Geheimnis welches Tom um seine Person und Herkunft macht.
Der Roman wird chronologisch erzählt, wobei die Blickwinkel der Personen wechseln, Hauptfigur ist aber unbestritten Lilly und sie ist es auch, die wir als Leser die meiste Zeit begleiten.
Eine wundervolle romantische Weihnachtsgeschichte. Ein modernes Märchen, für alles Fans von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ oder „Sissi“, denn hier schlagen die Herzen höher und eine Happy-Ende-Garantie haben wir Leserinnen bei Kathryn Taylor ja eigentlich immer, so auch in diesem Fall.
Der Schreibstil ist wie immer wunderbar leicht und eingehend, witzige Dialoge sind das Salz in der Suppe dieses Romans. Teilweise hätte ich mir noch ein paar mehr Ausführungen und Beschreibungen gewünscht, um mir das Eine oder Andere auf dem Weihnachtsmarkt noch vorstellen zu können. Auch sind die Personen meiner Meinung nach etwas sehr stereotypisch gezeichnet, was ich aber im Fall des modernen Märchens verzeihe, da wir auch in den klassischen Märchens die Schwarz-Weiß-Zeichnung haben.
Ein wunderbares modernes Weihnachtsmärchen was ich allen Leserinnen ans Herz legen kann. Perfekt für einen gemütlichen Tag auf der Couch, mit einer guten Tasse Tee oder Kakao, sowie einer Kuscheldecke, um den ganzen Weihnachtsstress hinter sich zu lassen und der Realität wenigstens für ein paar Stunden zu entfliehen.
Ich bedanke mich bei Kathryn Taylor, die dieses Buch verlost hat und der Glücksfee, die mir hold war! Die nächste Story aus der Feder der Autorin hüpft ganz gewiss auch wieder auf meinen Wunschzettel.

Veröffentlicht am 27.09.2017

Familienbande

Portugiesische Rache
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Dass was die Fans vom ersten Portugal-Krimi geliebt haben, bekommen sie von Luis Sellano auch im zweiten Teil seiner Reihe serviert.
Der Wiedererkennungswert zum ersten Band ist super, zwar versprühte ...

Dass was die Fans vom ersten Portugal-Krimi geliebt haben, bekommen sie von Luis Sellano auch im zweiten Teil seiner Reihe serviert.
Der Wiedererkennungswert zum ersten Band ist super, zwar versprühte das erste Cover ein wenig mehr Flair, aber jedem Leser ist sofort klar, dass diese beiden Bücher zueinander gehören. Der Klappentext verrät zwar leider schon einiges, dennoch ist die Spannung gut dosiert. Denn dieser Roman ist mehr als nur ein Krimi, für mich ist er in erster Linie ein Roman der in Portugal spielt, der Mordfall und die Entführung kommen für mich erst an zweiter Stelle.
Luis Sellano schafft es sehr gekonnt das Flair, das Lebensgefühl und die eigentümliche Lebensweise der Portugiesen einzufangen, ob es der Fado ist, der Tejo, der die Quelle der Stadt ist, die Cafés, die Touristen, alles schafft ein herrliche und vor allen Dingen stimmiges Bild dieser Stadt.
Zudem hat der Autor mit Henrik Falkner eine Figur geschaffen, die äußerst facettenreich und damit authentisch wirkt. Er ist ein Mann der Wiedersprüche und Gegensätze, dennoch verrät er seine hohen und idealistischen Werte als Polizist nicht. Er ist ein Mann der gezeichnet ist vom Schicksal, der versucht neu anzufangen und dennoch nicht die Konsequenz zu 100% aufbringen kann.
Da der Roman zum größten Teil aus seiner Perspektive erzählt wird, bekommen wir als Leser auch sehr viel vom „Innenleben“ des Henrik Falkner mit. Beim Lesen haben mir besonders die guten und abwechslungsreichen Dialoge gefallen. Mit Helena hat Henrik eine Gegenspielerin und Partnerin, die dem Leser eben so viel Freude bereitet. Sie hat viele Gemeinsamkeiten mit Henrik und ein Happy End ist bei den Beiden hoffentlich nicht ausgeschlossen.
Für Krimi-Fans, die sich vor allen Dingen einen spannenden Kriminalfall erhoffen, mag dieses Buch nichts sein. Denn der Fall ist ein verworrenes Konstrukt, welches der Autor zwar schlussendlich aufdröselt, welches aber nicht unbedingt sehr überzeugend und spannend daherkommt. Wer fesselnde Unterhaltung sucht, wird mit diesem Roman sicherlich nicht allzu glücklich sein.
Diesen Portugal-Roman kann ich aber allen nur ans Herz legen, die in diese Stadt eintauchen wollen, die in Lissabon Urlaub im Kopf machen wollen. Ein absolut solider und atmosphärischer Portugal-Roman, der einen wunderbar auf den nächsten Urlaub in Lissabon einstimmt. Der Kriminalfall ist etwas schwächer als noch im ersten Band, dennoch löst der Autor das Rätsel und den Fall sehr geschickt und zum Schluss auch dramatisch auf.
Der Roman kann meiner Ansicht nach unabhängig vom ersten Teil gelesen werden, dennoch ist es gerade bei den zwischenmenschlichen Beziehungen von Vorteil die Story und die Hintergründe aus Band 1 zu kennen.

Veröffentlicht am 25.05.2026

Roman mit vielen Fakten, Abenteuer und einem unvorstellbarem Betrug

Poyais. Ein Land, das es nie gab
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Eine Geschichte über eine große Betrügerei, die viele Träume, aber auch zahlreiche Schicksale besiegelt hat. Die Handlung ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt und erzählt vom Schicksal der Menschen, die ...

Eine Geschichte über eine große Betrügerei, die viele Träume, aber auch zahlreiche Schicksale besiegelt hat. Die Handlung ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt und erzählt vom Schicksal der Menschen, die auf unterschiedliche Weise mit dem Hochstapler Gregor MacGregor konfrontiert werden.

Im einen Erzählstrang geht es um die junge Frankfurter Kaufmannstochter Julie, die sich gegen die gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Eltern auflehnt und lieber ihren eigenen Weg gehen möchte. Sie verliebt sich in den Stallburschen Carl und träumt davon, mit ihm in der neuen Welt ein neues Leben zu beginnen. Doch aus diesem Traum wird ein Abenteuer, das sie persönlich stark verändern wird.

Im anderen Erzählstrang steht der irische Söldner Liam im Mittelpunkt, der in Mittelamerika vieles erlebt, das oft alles andere als schön ist. Beide Handlungsstränge finden später zusammen und ergeben eine in sich geschlossene Geschichte.

Julie ist eine selbstbewusste Frau, die für ihre Zeit sehr modern wirkt. Besonders gefallen hat mir ihre im zweiten Blick erkennbare Feinfühligkeit. Hinter ihr steckt deutlich mehr als nur das „trotzige, verwöhnte Mädchen“. Liam hat mir ebenfalls gut gefallen, auch wenn er für meinen Geschmack etwas eindimensional dargestellt wurde.

Sehr gelungen fand ich die detailreichen Schilderungen der damaligen Lebensumstände und der damit verbundenen Strapazen. Die Autorin hat viel Detailtiefe in ihre Erzählung eingebaut. Leider wirkten einige Passagen stellenweise etwas abgehackt und ich hätte mir an manchen Stellen fließender Übergänge gewünscht. Was mir persönlich ebenfalls gefehlt hat, war eine stärkere Rolle von Gregor MacGregor selbst. Zwar taucht er immer wieder in der Handlung auf, bleibt jedoch eher eine Randfigur.

Vor allem der zweite Teil des Romans entwickelt sich zu einem historischen Abenteuerroman, der besonders von seinem Setting und den eindrucksvollen Schilderungen lebt. Ich konnte mich sehr gut in das Schicksal der vielen Menschen hineinversetzen, die statt eines versprochenen Paradieses eher ein dschungelartiges Naturerlebnis vorfinden und plötzlich nur noch ums Überleben kämpfen müssen.

Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar und man kann der Geschichte problemlos folgen. Das Ende des Romans orientiert sich an den historischen Fakten und fällt deshalb letztlich so aus, wie es ausfallen musste.

Eine Erzählung mit kleinen Schwächen, die ich dennoch gerne weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Gute Story mit wenig Krimianteil

Diva del Garda
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Leider lässt mich diese Geschichte etwas gespalten zurück, aber eines nach dem anderen.

Im Mittelpunkt des Romans stehen Rosina und Mario, die Restauratorin und der Ex-Kardinal. Das klingt nicht nur ...

Leider lässt mich diese Geschichte etwas gespalten zurück, aber eines nach dem anderen.

Im Mittelpunkt des Romans stehen Rosina und Mario, die Restauratorin und der Ex-Kardinal. Das klingt nicht nur nach einer sehr eigenwilligen Kombination, sondern ist es auch. Die Figuren sind besonders und gut ausgearbeitet. Auf die Idee, eine Restauratorin und einen tätowierten Ex-Kardinal gemeinsame Sache machen zu lassen, muss man erst einmal kommen.

Auch das Flair am Gardasee, die italienische Lebensart sowie die Küche kommen hervorragend zur Geltung. Man sollte das Buch also am besten nicht hungrig lesen, sonst könnte einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn Rosina zum Kochlöffel greift.

Am Anfang musste ich mich etwas an die eigenwillige Erzählweise gewöhnen. Die Ich-Erzählerin, Rosinas beste Freundin, bleibt lange namenslos, und zu Beginn jedes Kapitels findet man eine Zusammenfassung besonderer Art. Mit diesen Zusammenfassungen konnte ich nicht so recht etwas anfangen. Zum einen hatte ich Angst, mich selbst zu spoilern, zum anderen waren sie recht nichtssagend und trugen kaum etwas zur Geschichte bei.

Die Geschichte ist sehr humorvoll und stellenweise auch cozy angelegt. Sehr interessant fand ich die kunstgeschichtlichen Passagen und die kulturellen Aspekte des Romans, allerdings sind diese sicherlich nicht für jede Leserin und jeden Leser gleichermaßen spannend.

Was mir etwas gefehlt hat, war der Krimi-Anteil und der damit verbundene rote Faden. Dieser hätte stärker herausgearbeitet werden können, damit der Untertitel des Buches „Ein Gardasee-Krimi“ besser zutrifft. Die Ermittlungsarbeit basiert größtenteils auf Zufällen und kommt erst sehr spät in Gang. Auch dass im gesamten Roman keine Polizei auftaucht, ist zwar nachvollziehbar, bleibt aber dennoch gewöhnungsbedürftig.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Kurzgeschichten in Romanform

Der Wörterschmuggler
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Ein Roman, der eher als Kurzgeschichtensammlung funktioniert. Der Autor verbindet poetisch-verschnörkelte Sprache mit kleinen Episoden, die lose in eine größere Handlung eingebaut sind.

Die Charaktere ...

Ein Roman, der eher als Kurzgeschichtensammlung funktioniert. Der Autor verbindet poetisch-verschnörkelte Sprache mit kleinen Episoden, die lose in eine größere Handlung eingebaut sind.

Die Charaktere sind interessant skizziert, bleiben jedoch vage und schwer greifbar. Besonders der Hauptcharakter Bruno Labastide wirkte für mich zu einfältig dargestellt. Zwar entwickelt sich dieser kleine Ganove im Laufe der Erzählung weiter, doch ein überzeugendes Gesamtbild seiner Wandlung bleibt der Roman schuldig. Die Handlung selbst ist teilweise nachvollziehbar, verliert sich jedoch stellenweise in Details, die mir überflüssig erschienen. Nicht alles hat sich mir beim Lesen erschlossen, was die Lektüre mitunter zäh machte. Statt einer stringenten Entwicklung ist das Werk eher eine lose Aneinanderreihung von Kurzgeschichten, die die Kommerzialisierung von Sprache und das unstete Leben des Taugenichts Bruno Labastide beleuchten.

Das große Plus des Romans liegt jedoch eindeutig in der Sprache. Poetisch, kunstvoll und verspielt fließen die Sätze dahin. Für Leserinnen und Leser, die sich an sprachlicher Virtuosität erfreuen, ist das ein Genuss. Wer jedoch eine tiefgründige Geschichte und vielschichtige Figuren erwartet, könnte enttäuscht werden.

Ein schön geschriebener Roman mit Schwächen in der Story und bei den Nebencharakteren – in diesem Sinne eher ein Werk für Sprachliebhaber als für Storyfans.

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