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Veröffentlicht am 10.02.2024

Emporium Arcana

Das Labyrinth von London
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So heißt der Laden von Alex Verus. Was wäre London ohne Magie? Ohne das kleine Geschäft, in dem Alex seine Leistungen und Waren feilbietet. Doch so ruhig ist das Leben von Alex nicht. Gerade wieder ist ...

So heißt der Laden von Alex Verus. Was wäre London ohne Magie? Ohne das kleine Geschäft, in dem Alex seine Leistungen und Waren feilbietet. Doch so ruhig ist das Leben von Alex nicht. Gerade wieder ist er ins Visier von gegnerischen Magiern gekommen. Und um Luna macht er sich auch Sorgen. Sie wurde mit einem Fluch belegt und ihr Leben ist dadurch sehr eingeschränkt. Leider kann Alex ihr nicht helfen. Luna hat magische Kräfte, weiß aber nicht wirklich etwas davon. Tja, und plötzlich scheint Alex bei allen auf der Liste zu stehen, bei den richtigen Feinden und bei denen, wo das nicht so genau feststeht.

Mit diesem Start der Reihe um den Magier Alex Verus bekommt Groß Britannien eine Zaubergestalt wie sie im Buche steht. Mit Luna kann er nicht befreundet sein. Aus seiner Magierausbildung ist er geflohen. Noch immer hat er Albträume aus dieser Zeit. Und die Stränge der Zukunft, die sich vor Alex entfalten, zeigen manchmal keine schönen Aussichten. Im Moment scheinen etliche mehr oder weniger gute Magier hinter einem Artefakt her zu sein und sie glauben, dass Alex derjenige ist, den sie brauchen, um daran zu kommen. Und Luna hat mal wieder eine Sache vorbeigebracht.

Sieht man die Reihe im Regal eines Buchladens, wird man neugierig. Die auffälligen Farben, die ansprechende Gestaltung, die Bücher fallen auf. Zu Beginn wird der Roman den geweckten Erwartungen nicht ganz gerecht. Man fängt an Alex mit anderen Magiern zu vergleichen und vermutet einige Ähnlichkeiten. Erst beim Weiterlesen werden die Unterschiede sehr deutlich und die Handlung gewinnt zusätzlich an Fahrt. Die Jagd nach dem Artefakt ist ausgesprochen spannend. Zwar handelt Alex hin und wieder etwas brutal, aber schließlich bleibt er doch ein Magier, der seinen Freunden zugeneigt ist. Die Bezüge zur Vergangenheit bleiben noch vage, doch das wird möglicherweise in den Folgebänden noch weiter bearbeitet. Zwar entsteht der Eindruck, hier ist noch Luft nach oben, aber dennoch ist der Reihenstart gelungen und unterhaltsam.

Veröffentlicht am 27.12.2023

Das liebe Vieh

Delikatessen
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Im Leben des Stadtpolizisten Bruno geht es mal wieder turbulent zu. Beruflich muss er sich mit Tierschützern herumplagen, die sich gegen die Haltungsbedingungen für Enten und Gänse wenden. Dabei ist die ...

Im Leben des Stadtpolizisten Bruno geht es mal wieder turbulent zu. Beruflich muss er sich mit Tierschützern herumplagen, die sich gegen die Haltungsbedingungen für Enten und Gänse wenden. Dabei ist die Leberpastete doch eine Art Nationalheiligtum. Und dann soll in St. Denis eine Treffen zwischen dem französischen und dem spanischen Minister stattfinden, wodurch die höchste Sicherheitsstufe ausgelöst wird. Da gerät die Grabung des Archäologen Horst mit seinen spektakulären Funden fast schon zur Nebensache. Allerdings hat einer der Grabungsteilnehmer menschliche Überreste gefunden, die garantiert noch nicht alt genug sind, um archäologisch genannt zu werden. Und alles deutet auf einen Mord hin.

Und das ist nicht alles, was Bruno, Chef de Police, in seinem vierten Fall begegnet. Privat kann er sich seinen Kochkünsten widmen, den Spaziergängen mit Gigi, seinem Hund, und er hat begonnen Reiten zu lernen. Seine Arbeit geht er auf die übliche Weise heran. Zum Wohle der Stadt St. Denis und seiner Bewohner, die ihn wohlwollend aufgenommen haben, biegt er die Ereignisse manchmal etwas zurecht. Diesmal gerät er jedoch in einige Schwierigkeiten. Dennoch steht Bruno zu seinen Ansichten. Er schafft es mit seiner bedächtigen Art gewissermaßen die Spreu vom Weizen zu trennen und dafür zu sorgen, dass kleinere Probleme nicht an die große Glocke gehängt werden.

Wie ein kleiner Urlaub wirken die Romane von Martin Walker. Man fühlt sich nach Frankreich versetzt. Vielleicht möchte man nicht gleich die Gänseleber probieren, aber Verständnis für die Bedeutung dieser nationalen Delikatesse wird geweckt. Und mal wieder kann man den Menschen nur vor den Kopf schauen. Ihre Vergangenheit ist manchmal ganz anderes als man vermuten könnte. Aus den Geheimnissen der Menschen, ihrer Vergangenheit entspinnt sich eine spannende Geschichte, in der es auch Opfer gibt, über die man nicht so erfreut ist. Burnos Privatleben gerät durcheinander, da Isabelle für einen kurzen beruflichen Aufenthalt wieder da ist. Dies und viele andere Begebenheiten gibt es zu entdecken. Obwohl ein paar herbe Momente zu bestehen sind, insgesamt ein freundlicher und lesenswerter Krimi.

Veröffentlicht am 23.12.2023

Bumble Bee

Amberlough – Stadt der Sünde
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In Amberlough lebt es sich eigentlich sehr gut. Die Menschen dürfen sein wie sie wollen, sie dürfen die Unterhaltung genießen, die sie wollen, und auch wenn sie nicht reich sind, so erscheint die Welt ...

In Amberlough lebt es sich eigentlich sehr gut. Die Menschen dürfen sein wie sie wollen, sie dürfen die Unterhaltung genießen, die sie wollen, und auch wenn sie nicht reich sind, so erscheint die Welt doch einigermaßen geordnet. Allerdings möchten Einige den Status Quo ändern. Eine Art Einheitsregierung will den Bürgern eine andere Lebensweise aufzwingen. Cyril DePaul war als Geheimagent im Außendienst tätig bis ein Auftrag gefährlich schief ging. Nun schiebt er eine eher ruhige und langweilige Kugel im Innendienst. Bis seine Chefin in wieder losschickt, Kann das gutgehen? Sein Freund Aristide ist Moderator im Bumble Bee, einem freizügigen Theater, in dem Cordelia Lehne als Tänzerin auftritt.

Bei diesem Roman handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie, die in einer Art 1930er Jahr Steampunk-Welt angesiedelt ist. Zu Beginn läuft das Leben in Amberlough noch relativ normal. Freiheitliche Grundsätze gelten. Egal wie jemand lebt, es ist grundsätzlich akzeptiert. Doch es stehen Wahlen an und man befürchtet eine Art Einheitspartei könnte den Sieg erringen. Ursprünglich wollen Aristide und seine Freunde versuchen genau dieses zu verhindern, auch um ihren Lebensstil und das Bumble Bee zu erhalten. Warum Cyril dann doch wieder in den Außendienst soll, ist ihm nicht ganz erklärlich. Schließlich lief ja schon der vorherige Außenauftrag schief.

Vielleicht erinnert sich ja jeder bei diesem Setting an eine 1930er Großstadt seiner Wahl. So mag man möglicherweise an Berlin denken oder auch New York, London oder an welche Stadt auch immer. Sie tanzen dort ein wenig auf dem Vulkan und es besteht die Gefahr, dass der Vulkan explodiert. Sollten diese Einheitsparteiler an die Macht kommen, ist es wahrscheinlich vorbei mit dem freien Leben. Eine Beziehung wie zwischen Cyril und Aristide wäre möglicherweise nicht mehr erlaubt. Auch wenn einige Schilderungen etwas distanziert und manchmal auch eher berichtend wirken, kann man ab einem gewissen Zeitpunkt doch die wachsende Beklemmung nachfühlen. Der schleichende Niedergang, immer größere Repressalien - es wird unheimlich und gefährlich. Welche Entscheidung trifft man, bleiben oder gehen? Und gibt es einen richtigen Zeitpunkt? Ist noch was zu retten oder wird es garnicht so schlimm? Parallelen sind wohl in der Geschichte zu finden und man fühlt sich gewarnt und man hofft, nie eine Warnung zu brauchen.

Veröffentlicht am 17.12.2023

Aurora

Daisy Jones & The Six
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Die Eltern von Daisy sind wohlhabend und Künstler, aber viel Zeit für Daisy nehmen sie sich nicht. Armes reiches Kind. Doch Daisy hat Talent, gutes Aussehen und eine tolle Stimme. Was kann man in Los Angeles ...

Die Eltern von Daisy sind wohlhabend und Künstler, aber viel Zeit für Daisy nehmen sie sich nicht. Armes reiches Kind. Doch Daisy hat Talent, gutes Aussehen und eine tolle Stimme. Was kann man in Los Angeles mehr verlangen? In Pittsburgh gründen die Brüder Billy und Graham Dunne eine Band. Nach und nach werden sie bekannter und irgendwann Anfang der 1970er wollen sie in den Westen. Wo anders als in L A kann man Musik machen? Und irgendwann wird aus den Dunne Brothers The Six. Die Band landet beim selben Produzenten wie Daisy Jones und Billy hat ein Duett geschrieben.

Bücher über Bands und Musik gibt es sicher schon einige. Dennoch wird beim Lesen des Klappentextes das Interesse geweckt. Daisy ist schon früh auf sich selbst gestellt und kommt schon als Teenager in Kontakt mit Alkohol und Drogen. Hätte sie nicht die etwas ältere Simone zur Freundin, würde sie wohl völlig abstürzen. Für eine Weiter gibt die Musik ihr einen Rahmen und ein wenig Halt, auch wenn sie meist irgendwie drauf ist. Billy ist beinahe ein Gegenentwurf zu einem Rockmusiker wie man sich einen vorstellt. Allerdings wäre auch er beinahe völlig abgestürzt. Doch mit Hilfe seiner Freundin Camille hat er es geschafft, vom Alkohol loszukommen, auch für seine Tochter.

Vielleicht hat man schon von der Autorin gehört oder gelesen und fragt sich, wieso die Bücher so gehyped werden. Ob dieser Roman dann der Richtige für den Anfang ist, kann man nicht so genau sagen. Die halbdokumentarische Form ist sehr ungewöhnlich und darein muss man sich erstmal finden. Sind die Schwierigkeiten überwunden, offenbart sich jedoch eine einfühlsam erzählte Geschichte. In der Musikszene geht es halt auch um Sex und Drugs und Rock’n Roll. Davor ist auch die Band The Six nicht gefeit. Die persönlichen Beziehungen sind manchmal fraglich und schmerzhaft. Man kann sich gut vorstellen, wie dann doch sehr herausragende Musik entsteht. Möglicherweise dauert es eine Weile bis sich dieser Roman erschließt, doch wenn es soweit ist, berührt dieser Roman sehr.

Inzwischen wurde auch eine Serie gedreht, mit der die Beschichte von Daisy Jones & The Six erzählt wird. Ein Trailer kann auf YouTube aufgerufen werden.

Veröffentlicht am 10.12.2023

Beschwöre

Letzter Aufruf für die Lebenden
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Davon träumt wahrscheinlich kein Bankangestellter. Charlie Colquitt, der sein Studiengeld mit einem Bankjob aufbessert, gerät an einem sowieso schon schlechten Morgen in einen Banküberfall. Nachdem der ...

Davon träumt wahrscheinlich kein Bankangestellter. Charlie Colquitt, der sein Studiengeld mit einem Bankjob aufbessert, gerät an einem sowieso schon schlechten Morgen in einen Banküberfall. Nachdem der Räuber Charlies Chefin erschossen hat, sieht Charlie sein letztes Stündlein gekommen. Warum der Gangster ihn als Geisel mitnimmt, ist ihm schleierhaft, aber Charlie hängt am Leben. Sheriff Tommy Lang hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Seine Ehe ist kaputt, nur noch zu seiner Tochter hat er manchmal Kontakt. Seine Depressionen ertränkt er im Alkohol. Und die Ermittlungen in diesem Banküberfall wird auf die Staatspolizei oder die Bundespolizei übernehmen.

Dieser Roman scheint wirklich wie ein letzter Aufruf zu sein. Es fängt schon damit an, dass sich der Gangster nicht an die Regeln hält und meint, er kommt damit durch. Er weiß aber, dass ihm nicht nur die Polizei auf die Spur kommen wird. Charlie Colquitt, die Geisel, ist in seinem normalen Leben eine eigenartige Persönlichkeit. Richtigen Kontakt hat er nur zu seiner Mutter Lucy, Freunde sind nicht zu finden, dafür interessiert er sich für Raketen und er möchte nach seinem Studium als Ingenieur für die Nasa arbeiten. Mit seiner Chefin Niesha hat er sich eigentlich ganz gut verstanden. Sie hatte sich gerade verlobt und nun ist sie tot.

Dass in diesem Roman ein Weihnachtswunder beschworen wird, lässt sich wahrlich nicht behaupten. Sehr hard boiled kommt die Handlung daher und es fängt schon am Anfang mit dem sinnlosen Sterben an. Nach fragt sich gleich, wieso Charlie den Überfall zunächst mal überlebt. Der Polizist Lang ist auch ein gebrochener Mensch, jedoch ein gewiefter, seinen Instinkten folgender Ermittler. Seiner Ortskenntnis und dem Gefühl für die Menschen im Süden der USA, hat die überörtliche Behörde zwar ihre Technik entgegenzusetzen, aber manchmal reicht das nicht. Es wird etwas viel gestorben und auf grausame und brutale Art. Einzig für Charlie erhofft man ein gewisses gutes Ende. Der Autor schont die Leser und Leserinnen nicht, irgendwie muss man das Buch ertragen. Dennoch fesselt die Geschichte mit ihren präzisen Charakterzeichnungen und der ausgeklügelten Handlung.