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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.01.2024

Extrem spannend

Die Einladung
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Marla Lindberg wird nach 5 Jahren zu einem Klassentreffen in einem einsamen Berghotel eingeladen. Zunächst ist sie skeptisch, doch dann entscheidet sie sich, zu diesem Treffen zu reisen, um die Schrecken ...

Marla Lindberg wird nach 5 Jahren zu einem Klassentreffen in einem einsamen Berghotel eingeladen. Zunächst ist sie skeptisch, doch dann entscheidet sie sich, zu diesem Treffen zu reisen, um die Schrecken ihrer Vergangenheit zu bewältigen. Doch im Berghotel angekommen ist sie zunächst allein, obwohl alles den Anschein erweckt, daß einige Klassenkameraden da sein müssen. Als diese auftauchen, bricht Chaos aus. Das Berghotel wird durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. Es kommt zu mysteriösen Todesfällen und Marla merkt, daß es tödlich ist im Hotel zu bleiben - aber auch außerhalb sind die Überlebenschancen gering.

"Die Einladung" von Sebastian Fitzek hat mich wieder total gefesselt. Wie gewohnt beginnt das Buch mit schrecklichen Szenen aus der Vergangenheit, die undurchschaubar sind. Die Verbindung zu Marla stellt sich nach und nach ein. Immer wieder entdeckt man neue Details, die die bisherige Meinung komplett umkrempeln und einiges in neuem Licht erscheinen lassen. Die Charaktere sind schwer zu durchschauen. Kaum hat man das Gefühl, jemandem vertrauen zu können, wird dieses Gefühl im nächsten Kapitel jäh zerstört. Selbst bei Marla war ich mir immer wieder unsicher. Auch hier hält Sebastian Fitzek die Spannung wieder sehr hoch. Er bindet den Leser durch kurze Kapitel, die immer wieder so enden, daß man einfach weiterlesen muß. Durch geschickte Wortwahl wird Neugierde auf den weiteren Verlauf geschürt und man ertappt sich immer wieder dabei, daß man komplett die Zeit vergisst. Fitzek wäre nicht Fitzek, würde auch dieses Buch nicht mit einem völlig unerwartetem Paukenschlag enden. Genau dafür liebe ich seine Bücher!

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Veröffentlicht am 06.01.2024

Ein sehr berührendes Buch

Nur mit Hund bin ich ein Mensch
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Fritz Wepper, ein Urgestein der deutschen Schauspielszene, liebt Hunde über alles. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis er über sein Leben mit den Vierbeinern ein Buch schrieb. Zusammen mit seiner Frau ...

Fritz Wepper, ein Urgestein der deutschen Schauspielszene, liebt Hunde über alles. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis er über sein Leben mit den Vierbeinern ein Buch schrieb. Zusammen mit seiner Frau Susanne Kellermann, einer bekennenden Katzenfreundin, setzt er hier seinen Hunden Jimmy, Benny, Ero, Andy und Aron ein Denkmal. Dabei schreibt Fritz Wepper offen und sehr ehrlich darüber, welche Fehler er gemacht hat (Jimmy) und wie innig seine Beziehungen zu seinen Hunden waren. So innig, daß er sich damit nicht nur Freunde gemacht hat, sondern so manches Mal auch aneckte und in diverse Fettnäpfchen trat. Und auch Susanne Kellermann war so manches Mal am Ende ihres Verständnisses. Aber Fritz Wepper wäre nicht er selbst, würde er sich davon etwas annehmen. Jeder seiner Hunde wird hier in einem Kapitel vorgestellt und sein Lebensweg dargestellt. Hier spürt man mit jedem Wort pure Hundeliebe! Aber dieses Buch dreht sich nicht nur um Hunde. Vielmehr geht es um die Liebe zum Leben und um die Verbundenheit mit der Natur. Der Leser erfährt einiges aus dem Leben von Fritz Wepper. Er erinnert sich an seine Kindheit, Angelausflüge mit seinem Bruder Elmar, seine ersten Reiterlebnisse, spätere Trabrennen und an einige Stationen seiner Schauspielkarriere. Zu Wort kommen hier auch seine älteste Tochter, sowie Kolleginnen aus der TV-Serie "Um Himmels willen". Ihre Erlebnisse mit ihm sind sowohl witzig, als auch berührend, zeigen sie doch, wie innig die Verbundenheit am Filmset war. Das Buch ist auf sehr angenehme Weise geschrieben. Die Worte sind stets passend gewählt und ich verrate nicht zu viel, daß bei mir zum Schluß, als es um Arons Tod und Fritz Weppers gleichzeitiger schwerer Erkrankung ging, Tränen flossen. Ich mag Fritz Wepper als Schauspieler sehr, doch dieses Buch hat mir den Menschen Fritz Wepper unheimlich nahe gebracht, wobei die vielen privaten Fotos nicht unerheblich beigetragen haben. Ich hoffe für ihn, daß er noch einmal einen Hund an seine Seite bekommt, mit dem er so innig zusammengehört, wie er es gerade mit Aron erlebt hat.

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Veröffentlicht am 04.01.2024

Spionage-Krimi mit viel Humor

Lady Hardcastle und der Mord am Meer
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Im Juli 1910 möchte Lady Emily Hardcastle mit ihrer Zofe Florence Armstrong einen entspannten Urlaub am Meer machen. Am ersten Abend lernen sie im Hotel den Wissenschaftler Dr. Goddard kennen. Er erzählt ...

Im Juli 1910 möchte Lady Emily Hardcastle mit ihrer Zofe Florence Armstrong einen entspannten Urlaub am Meer machen. Am ersten Abend lernen sie im Hotel den Wissenschaftler Dr. Goddard kennen. Er erzählt ihnen, daß er für die britische Regierung an einem geheimen Projekt arbeitet. Am nächsten Tag ist der etwas einfältig wirkende Wissenschaftler spurlos verschwunden, ebenso wie der geheimnisvolle Metallkoffer, der sich in seinem Zimmer befand. Der Hotelmanager möchte auf keinen Fall die Polizei hinzuziehen und bittet Lady Hardcastle um Hilfe. Die macht sich mit ihrer Zofe Florence an die Arbeit. Die zwei Ex-Agentinnen merken schnell, daß sich unter den Hotelgästen viele ausländische Spione aufhalten. Als es dann auch noch den ersten Mord gibt, ist es klar, daß Lady Hardcastle und Flo ihren Urlaub vergessen können und stattdessen unter Lebensgefahr ermitteln müssen.

Der neue Fall für Lady Emily Hardcastle und ihre treue Zofe Florence trägt den Titel "Lady Hardcastle und der Mord am Meer". T E Kinsey schickt diesmal die Titelheldin an die Küste Englands und läßt sie dort auf Spione einiger Großmächte treffen. Die ziemlich verwirrende Handlung zieht den Leser schnell in ihren Bann und es wird nie langweilig. Für ordentlich Humor sorgen in dieser Geschichte die herrlichen Dialoge zwischen Lady Hardcastle und ihrer Zofe. Man muß den Übersetzer Bernd Statthaus dafür loben, daß der Humor bei seiner Übersetzung nicht verloren gegangen ist. Die verschiedenen Charaktere dieser Geschichte, angefangen bei dem verschrobenen Wissenschaftler bis zur versnobten amerikanischen Millionärin, werden so lebendig beschrieben, daß man sie sofort vor Augen hat. So entstehen Bilder im Kopf, die einen beim Lesen nicht mehr loslassen. Dieses Buch sorgt für schöne und entspannte Stunden.

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Veröffentlicht am 21.03.2024

Eine Prise Nordseeluft inklusive

Der Milchhof – Das Flüstern der Gezeiten
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Im Jahr 1920 versuchen Lina und ihre Tochter Alea die Molkerei der Familie am Laufen zu halten. Linas Söhne Wilko und Ludger sind zwar aus dem Krieg heimgekehrt, aber sie sind körperlich und seelisch verwundet. ...

Im Jahr 1920 versuchen Lina und ihre Tochter Alea die Molkerei der Familie am Laufen zu halten. Linas Söhne Wilko und Ludger sind zwar aus dem Krieg heimgekehrt, aber sie sind körperlich und seelisch verwundet. Ohne den Obermeier Derk Voigt hätte Lina die Molkerei längst aufgeben müssen und auch sonst spielt Derk eine wichtige Rolle in Linas Leben. Die beiden wissen genau, daß sie sich lieben, aber Derk ist mit Talke verheiratet und kann sie nicht verlassen. Als es dem Milchhof durch die Inflation immer schlechter geht, sieht Lina keinen anderen Ausweg, als den wohlhabenden Bankier Wilhelm de Vries zu heiraten. Daß dieser sich der neuen Partei angeschlossen hat und auch bald einen wichtigen Posten bekleidet, redet Lina sich zunächst schön. Doch lange kann sie die Augen nicht verschließen. Sie muß sich entscheiden, ob sie der Strömung der Zeit folgen soll, oder ob sie mutig dagegen ankämpfen will.

Im zweiten Teil der Milchhof-Saga, "Das Flüstern der Gezeiten", beschreibt Regine Kölpin die Zeit von 1920 bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Die Leser bekommen einen beklemmenden Eindruck von dieser Zeit. Regine Kölpin stellt die Personen ihres Romanes so lebendig dar, daß man sofort mit ihnen vertraut ist. Die Arglosigkeit, mit der sich manche von ihnen ködern lassen, ist schon bemerkenswert. Aber auch die anderen, die mit Scheuklappen durch die Welt gehen, kann man nur schlecht verstehen. Daß diese Konflikte sogar oft einen Graben durch Familien ziehen, wird in diesem Buch sehr drastisch dargestellt. Doch wer ein Buch von Regine Kölpin liest, bekommt auch immer eine frische Brise Nordseeluft frei Haus mitgeliefert. Das macht die Bücher von ihr so besonders. Man kommt nicht umhin, sich in diese Region zu verlieben. So ist auch dieses Buch wieder eine gelungene Geschichte über Menschen, die in ihrer Heimat fest verankert sind.

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Veröffentlicht am 30.12.2023

Sehr spannend

Der flüsternde Abgrund
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Callum Haffenden kehrt nach 30 Jahren zurück in seine Heimat Granite Creek, einem Ort wo der australische Regenwald auf ein zerklüftetes Felsenmeer trifft, an dem immer wieder Menschen in die Tiefe stürzen. ...

Callum Haffenden kehrt nach 30 Jahren zurück in seine Heimat Granite Creek, einem Ort wo der australische Regenwald auf ein zerklüftetes Felsenmeer trifft, an dem immer wieder Menschen in die Tiefe stürzen. Angeblich werden sie von einem unheimlichen Flüstern geleitet. Er kehrt zurück, da ein Mann im Regenwald verschwunden ist, den er für seinen Sohn hält. Als die Leiche bei den Felsen gefunden wird, geht Callum von einem Verbrechen aus. Bei seinen Recherchen kommt er dem Geheimnis von zwei verschwundenen Mädchen auf die Spur und sieht sich mit einer Dorfgemeinschaft konfrontiert, in der jeder etwas zu verheimlichen hat.

Veronica Lando führt den Leser mit "Der flüsternde Abgrund" in das geheimnisvolle Australien. Sie vermittelt eine Atmosphäre, die absolut düster ist. Man fühlt sich durch den Regenwald und den ständig herrschenden Regen richtig tief von dieser Atmosphäre eingefangen. In diese Szenerie paßt Callum perfekt. Ein Einzelgänger, der die Fröhlichkeit nicht für sich gepachtet hat und von seiner Vergangenheit gezeichnet ist. Stück für Stück erfährt man immer neue Hinweise, die für den Fall relevant sind und muß seine Verdächtigungen und Ansichten permanent neu überdenken. Dies sorgt natürlich für einen hohen Spannungsbogen und man kommt von diesem Buch einfach nicht mehr los. Dabei wirkt es sich auch positiv aus, daß es sowohl um den aktuellen Fall, als auch um die Vergangenheit Callums geht. Beide Handlungsstränge sind unendlich spannend. Manchmal verspürt man tatsächlich ein kleines Schaudern während des Lesens.

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