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Veröffentlicht am 31.10.2024

Ein verräterischer Geruch

Das Parfüm des Todes
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Die Tatortreinigerin Yang Ning hat einen außergewöhnlichen Geruchssinn, doch der ist ihr abhandengekommen. Sie lebt alleine, seit sie sich von ihrem Freund getrennt hat. Für ihren Beruf ist es ganz gut, ...

Die Tatortreinigerin Yang Ning hat einen außergewöhnlichen Geruchssinn, doch der ist ihr abhandengekommen. Sie lebt alleine, seit sie sich von ihrem Freund getrennt hat. Für ihren Beruf ist es ganz gut, dass sie nicht mehr so gut riechen kann, obwohl sie feststellt, dass durch den Leichengeruch sie wieder viel besser riechen kann. Eines Abends erreicht sie ein Anruf eines Kunden einen Tatort zu reinigen. Er teilt ihr die Adresse mit und das Geld sei ebenfalls hinterlegt. Yang Ning denkt sich nichts dabei und fährt zu der Adresse und reinigt den Tatort sehr gründlich. Sie nimmt auch einen sehr speziellen Geruch wahr, der in dem Raum neben dem Leichengeruch vorherrscht. Nachdem sie das Geld im Büro deponiert hat, fährt sie nach Hause, doch es dauert gar nicht lange und die Polizei steht vor ihrer Tür und verdächtigt sie des Mordes. Der Tatort ist der, den sie gereinigt hat. Um sich nun zu rehabilitieren, macht sie sich auf die Such nach dem wahren Mörder.
Das Cover des Thrillers „Das Parfum des Todes“ von Katniss Hsiao ist sehr gut gelungen und erinnerte mich an das Buch „Das Parfum“ von Patrick Süskind. Das ist auch nicht ganz weit hergeholt, da dessen Hauptdarsteller Grenouille auch in diesem Buch erwähnt wird und es meiner Meinung nach auch in gewisser Weise daran erinnert. Es ist ein Thriller der Supernasen, die sich hier treffen. Sowohl die Hauptdarstellerin, Yang Ning, wie auch der Serienmörder Chen, wie auch der Mörder, den Ning jagt, sind mit außergewöhnlichen Fähigkeiten des Riechorgans ausgestattet. Dieser Zweig des Thrillers hat mir sehr gut gefallen, da es für mich sehr interessant war, wie diese Figuren zueinander fanden. Der Mörder, den Ning suchte, taucht im Laufe des Thrillers immer wieder auf mit seinen Gedanken und seiner Motivation. Das ist in meinen Augen ein zweiter Erzählstrang, der über die Verluste dieser beiden erzählte und wo auch einiges zusammenpasste. Aber es war auch noch eine weitere Person eingebunden, die auch Morde ausführte und auch zu der Hauptfigur passte. Es ist sehr unterhaltsam, wenn die Story so vor sich hin erzählt wurde und auf einmal wieder eine ganz andere Figur im Rampenlicht stand. Das gelingt der Autorin sehr gut, war aber für mich manchmal sehr verwirrend wegen der chinesischen Namen. Das ist übrigens ein Seiteneffekt dieses Thrillers, dass man einiges über Taiwan, Taipeh, die Kultur und auch die Esskultur erfahren kann. Die Story ist sehr spannend erzählt und hat einige interessante Wendungen, vor allem wenn Ning immer wieder ihren Geruchssinn aktivieren muss. Auch das Ende des Spannungsbogens ist gut inszeniert und hat auf dem Weg natürlich auch Überraschungen parat.
Ich habe eine ganze Zeit gebraucht, um in diesen Thriller mich einzufinden. Er ist sehr bildhaft beschrieben, so dass mein Kopfkino unter Volldampf lief, was bei diesem blutigen Thema, doch manchmal sehr abstoßend wirkte. Es ist nicht so ganz mein Genre, was ich mag, dazu ist es mir zu brutal, aber wie das Ganze erzählt wird und wie sich die Story zusammenfügt, muss ich der Autorin meine Hochachtung aussprechen. Wer also blutige Thriller und schräge Stories mag und sich auch vor einer fremden Kultur nicht scheut, für den ist das genau das Richtige. Also es handelt sich um ein spannend geschriebenes Buch, das aber sehr gewöhnungsbedürftig ist.

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Veröffentlicht am 08.03.2024

Das Kinderbuch

Todesfrist
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• Ein Serienmörder treibt sein Unwesen und zieht die Kommissarin Sabine Nemetz mit in die Fälle hinein. Er zieht seine Morde als Spiel auf und gibt der Polizei genau 48 Stunden, um die Personen zu retten ...

• Ein Serienmörder treibt sein Unwesen und zieht die Kommissarin Sabine Nemetz mit in die Fälle hinein. Er zieht seine Morde als Spiel auf und gibt der Polizei genau 48 Stunden, um die Personen zu retten und seine Rätsel zu lösen. Natürlich kommen sie anfangs zu spät, doch als die Mutter der Kommissarin tot aufgefunden wird, nimmt sie das Spiel persönlich. Hilfe bekommt sie von einem sehr skurrilen niederländischen Kripopsychologen Marten S. Snijder. Es ist ein sonderbarer Typ, aber ein hochintelligenter Geist, von einer guten Zusammenarbeit hält er allerdings nichts. Allerdings sehen die beiden bald einen roten Faden und das ist ein Kinderbuch, das Sabine sehr gut kennt und sie ziehen den Kreis dadurch immer enger.
• Schon das Cover der Thrillers "Todesfrist" von Andreas Gruber gibt einen Hinweis auf ein Kinderbuch, der aber im Blut versteckt wird. Ja, so blutig und grausam ist der Thriller von Andreas Gruber, der das auch durch seine sehr drastische Sprache unterstreicht. Es ist ein sehr spannender roter Faden, den der Autor hier legt und es ist alles sehr plausibel und nachvollziehbar, aber auch äußerst grausam. Doch das sind viele der Thriller und Romane des Autors. Wer den Thrill liebt, wird hier nicht zu kurz kommen. Auch seine Hauptcharaktere sind etwas Besonderes. Da ist Sabine Nemetz, die immer wieder Schwierigkeiten als Frau bei der Polizei hat und auch fast überall aneckt. Doch noch schräger kommt der Kripopsychologe Marten S. Snijder daher, auf das S. legt er allergrößten wert, obwohl niemand genau weiß. Er raucht Haschisch, um seine Clusterkopfschmerzen, in den Griff zu bekommen. Als Teamplayer fällt er zu Beginn komplett aus, aber das Team entwickelt sich. Die Idee die Mordserie mit den Geschichten des Kinderbuches der Struwwelpeter zu verknüpfen, finde ich supergut. Der Spannungsbogen wird natürlich bis zum Ende gut entwickelt.
Dieser erste Band des Ermittlerteams Nemetz/Snilder bietet schon eine Menge, was einen guten Thriller ausmacht. Eine sehr gute Empfehlung für alle Thriller Fans.

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Veröffentlicht am 04.03.2024

Sträter erzählt

Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben
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Man muss Torsten Sträter mögen, dann fäält es einem nicht schwer diese Erzählungen zu lesen und nachzuempfinden. Gleich die erst Story mit dem schönen Namen Fump, hat großes Gelächter bei mir ausgelöst. ...

Man muss Torsten Sträter mögen, dann fäält es einem nicht schwer diese Erzählungen zu lesen und nachzuempfinden. Gleich die erst Story mit dem schönen Namen Fump, hat großes Gelächter bei mir ausgelöst. Ja, ich konnte mir die Szene bildlich vorstellen. Also es sind Stories von unterschiedlicher Güte, aber es ist die Art, die mich angesprochen hat. Als Kind des Ruhrgebiets, und dann auch noch in Dortmund geboren und aufgewachsen, fällt es mir etwas leichter, die Stories zuzuordnen. Ansonsten muss man die Gedankengänge Sträters mögen, sonst verirrt man sich ein wenig und kommt sich manchmal auch verlassen vor, so schräg ist manchmal das Ende.
Trotz alledem, kann ich allen Sträterfans auch dieses Buch empfehlen.

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Veröffentlicht am 25.02.2024

Cormorans Vergangenheit

Die Ernte des Bösen
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Ein abgetrenntes Bein, das der Detektei zugesendet wird, eröffnet den nächsten Fall den Cormoran Strike und seine Partnerin Robin lösen müssen. In diesen Fall ist Strike persönlich involviert. Die Zusendung ...

Ein abgetrenntes Bein, das der Detektei zugesendet wird, eröffnet den nächsten Fall den Cormoran Strike und seine Partnerin Robin lösen müssen. In diesen Fall ist Strike persönlich involviert. Die Zusendung des Beins schadet gerade seiner Detektei erheblich, seine Klienten ziehen ihre Aufträge zurück. Außerdem hat erden Verdacht, dass dieses mit seiner Vergangenheit zu tun hat. Also begibt er sich auf die Suche. Doch es stellt sich heraus, dass auch Robin sich in Gefahr befindet. Nach mehreren Morden werden die Spuren deutlicher.
Wieder einmal eine spannende, aber komplizierte Story um die Detektei des Cormoran Strike. E wurd diesmal in die Vergangenheit zurückgesüpült und es brechen einige negative Gedanken auf, gegen ehemalige Kollegen und seinen Stiefvater, den er abgrundtief hasst. Diese Typen am Rande der gesellschaft werden sehr interessant von der Autorin beschrieben und lang un dbreit ausgewalzt. Das ist eine Stärke der Autorin. Die Hintergründe der beteiligten menschen haarklein zu durchleuchten.So ist der Roman auch eine gesellschaftliche Beschreibung, die hier durchgeführt wird und sich sehr häufig auch in den Milieus der Unterschicht bewegen und hier auch viel Elend zeigen. ganz im Gegenteil ist das Leben seiner Partnerin Robin, die in einer gesicherten Mittelschicht zu Hause ist und auch die Planung ihrer Hochzeit dieses unterstreicht. Aber es sind auch alles komplizierte Charaktere, die die Autorin hier beschreibt un die den Roman sehr interessant machen.
Alles in allem finde ich den Roman spannend und interessant, obwohl ich nicht leugnen kann, dass er gewisse Längen aufweist. Aber ich finde es lohnt sich diesen Kriminalfall zu lesen.

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Veröffentlicht am 31.12.2023

Ein klares Motiv

Der Mädchenhenker (Thriller)
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Ein brutales Video taucht im Internet auf. Zu sehen ist eine junge Frau, die die Hölle durchläuft und am Ende aufgehängt wird. Die Kommissare Emma Bajewsky und Alex Kuper sind entsetzt, was sie da mitansehen ...

Ein brutales Video taucht im Internet auf. Zu sehen ist eine junge Frau, die die Hölle durchläuft und am Ende aufgehängt wird. Die Kommissare Emma Bajewsky und Alex Kuper sind entsetzt, was sie da mitansehen müssen. Im Video wird auf einen Vergleich mit anderen Szenen, die mit der toten Anna zu tun haben und auf weitere Freundinnen von ihr. Sie haben selber einen Film gedreht, der einen brutalen Mord darstellte. Die Frage, die sich den Ermittlern stellt, ist, ob diese Tat auch nur ein Fake ist. Doch die IT-Spezialisten stellen fest das Video ist echt. Während ihrer weiteren Ermittlungen tauch ein neues Video auf mit einer anderen Darstellerin, die am Ende erhängt wird. Wo liegen die Gemeinsamkeiten und die Ermittler finden noch weitere mutmaßliche Opfer. Doch wo ist der Zusammenhang?
Das Cover des Thrillers „Mädchenhenker“ von Gunnar Schwarz ist die Darstellung dessen, was den Leser im Buch erwartet. Es ist noch nicht ganz klar, ob die Rachephantasien dargestellt werden oder das Motiv für die Taten. Doch ausdrucksvoll ist es allemal und es gefällt mir gut. Ebenso die Schreibweise die Gunnar Schwarz eigen ist motiviert dieses Buch nicht nur zu lesen, sondern eher zu verschlingen. Man möchte es gar nicht aus der Hand legen, weil immer wieder etwas Neues geschieht, das man unbedingt weiterlesen muss. Die beiden Hauptcharaktere Emma und Alex, sind mittlerweile ein eingespieltes Team, das beide ihre Rollen kennen und den anderen akzeptieren und unterstützen. Eine sehr gute Darstellung von Teamwork. Manchmal hatte ich den Eindruck im Roman, dass Alex der ungeduldigere von beiden in diesem Fall war. Vielleich spielte auch eine Rolle, das seine Ex-Frau wieder in sein Leben getreten ist. Das ist die Stärke dieses Thrillers, das nicht nur die reinen Taten sachlich abgearbeitet werden, sondern auch die Gefühlslage der Ermittler und natürlich auch der Täter verdeutlicht werden. Die Story ist für mich absolut authentisch, weil sich die Beispiele durch das Leben vieler Menschen zieht und die sozialen Medien, nicht nur im Bereich von Mobbing, sondern überhaupt ein große Rolle spielen.
Mir gefällt auch der zweite Band in dem Bajetzky und Kuper ermitteln wieder sehr gut. Es ist nicht nur das ich dieses Team überaus sympathisch finde, sondern auch die Fälle immer wieder sehr überzeugen dargestellt werden. Auch hier wieder ein klare Leseempfehlung.

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